Türkischer Ministerpräsident Erdogan prangert „christlichen Terror“ an

Fundi-Keule gegen Christen: Die Saat geht auf

Nachdem in zahlreichen Medien hierzulande, zumal in den Fernsehanstalten, tagelang das (Zerr-)Bild vom Oslo-Attentäter als einem „christlichen Fundamentalisten“ gezeichnet  wurde, geht die Saat dieser Manipulation nun auf und treibt in der Türkei ihre mentalen Sumpfblüten:

Der türkische Ministerpräsident Erdogan fordert nach dem Massaker in Norwegen eine Debatte über „christlichen Terror“  –  schließlich sei Anders Behring B. doch ein „guter Christ“ und zugleich ein Terrorist gewesen.

Hierzu schreibt der Berliner „Tagesspiegel“ vom 29.7.2011:

„Dass im Westen routinemäßig vom „islamischen Terror“ die Rede ist, geht dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan schon lange gegen den Strich. Nach dem Massaker von Norwegen vermisst Erdogan nun in Europa eine Diskussion über den „christlichen Terror“ – die Europäer wichen dieser Debatte aus, sagt er.

Dabei sei der Täter von Oslo doch ein „guter Christ und Tempelritter und gleichzeitig ein Terrorist“. Nicht nur rhetorisch will die Türkei den Spieß umdrehen: So wie europäische Politiker die Menschenrechtslage in der Türkei begutachten, will ein Ausschuss des türkischen Parlamentes nun die „Islamophobie“ in Europa unter die Lupe nehmen.“

Durch die hierzulande ständig präsente Fundi-Keule gegen konservative Christen, die in den letzten Tagen ihre vorläufigen Höhepunkte bzw. moralischen Tiefpunkte erreichte, wurde dem menschenrechtsverletzenden türkischen Staat eine Steilvorlage für antichristliche Tiraden geboten.

Felizitas Küble

 

 

 

 


THE SOVIET STORY: erschütternder Film über den roten Völkermord

„Die sowjetische Geschichte“:Wann kommt dieser preisgekrönte Dokumentarfilm ins deutsche Fernsehen?

Seit einiger Zeit läuft die  –  mit fünf hervorragenden Film-Auszeichnungen versehene   –  Dokumentation „The Sowjet Story“ in amerikanischen Fernsehsendern.  Wie lange wird es wohl dauern, bis dieser ebenso fundierte wie erschütternde Film des lettischen Politikwissenschaftlers und Regisseurs Edvins Snore auch im deutschen  TV zu sehen ist?

Der Regisseur hat es sich nicht einfach gemacht, sondern 10 Jahre lang akribisch Material gesammelt, zahlreiche Zeugen aufgesucht und dutzende Experten befragt, um das System der kommunistischen Schreckensherrschaft und die Völkermorde Stalins aufzuzeigen und durch Bilder, Texte und Fakten zu analysieren.

Zwei Jahre dauerten sodann die Filmaufnahmen durch die Weiten der Sowjetunion und viele europäische Länder. Die 2008 fertiggestellte, 85 Minuten lange Dokumentation wurde am 9.4.2008 im EU-Parlament uraufgeführt; sie wird in den USA und in osteuropäischen Staaten seit Jahren in politischen Sendungen und Veranstaltungen debattiert, in Deutschland bislang jedoch totgeschwiegen.

Paßt diese faktenstarke historische Aufklärung etwa führenden Fernsehbossen nicht ins linke Weltbild?

Vor allem in den baltischen Ländern ist dieser Film seit Jahren bekannt und wird vielfach auch in Schulen vorgeführt. Der ehem. litauische Präsident Landsbergis   beurteilt „The Soviet Story“ als einen „Weltklasse-Film“, der überall bekanntgemacht werden sollte.

Felizitas Küble

Hier eine ausgezeichnete Rezension im Deutschlandradio:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/1510682/
Weitere Infos über den Film:
http://www.sovietstory.com/about-the-film/
http://www.sovietstory.com/wp-content/uploads/2010/03/soviet-story-press-kit-march-2010.pdf

Necla Kelek und Monika Maron argumentieren gegen „Kitschbild“ von Multikulti

Von Felizitas Küble

In einem Interview mit der „Welt“ befaßte sich die deutsch-türkische Philosophin Dr. Necla Kelek sowie die renommierte Schriftstellerin Monika Maron kritisch mit der gegenwärtigen Islam- und Multikulti-Debatte hierzulande.

Necla Kelek  –  bekannt vor allem durch ihr islamkritisches Buch „Die fremde Braut“  –   will sich keinen Maulkorb verpassen lassen: „Ich bin fassungslos über diesen Terror und mich bewegt das unendliche Leid der Menschen in Norwegen“ erklärte die Sachbuchautorin  – und fügte hinzu: „Leider nimmt die Debatte in Deutschland trotz anfänglicher Zurückhaltung nun wieder bittere Züge an.“   Moschee-Bonn-4

Dr. Kelek beanstandet mangelnde Kritik an Mißständen im Islam:

Jahrelang haben die Parteien das Thema Integration kleingeredet;  jetzt versucht man, die Auseinandersetzung mit einer Weltreligion wieder einmal zu tabuisieren. Und stereotyp wird das Kitschbild einer friedlichen multireligiösen Gesellschaft gezeichnet, das angeblich von ein paar unbelehrbaren Panikmachern und Hasspredigern mit Dreck beworfen wird.“

BILD: Große Moschee in Bonn (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)

Monika Maron ist ebenfalls besorgt darüber, daß derzeit „von einer ‚bürgerlichen Mitte‘ gesprochen wird, die einem irren Massenmörder den Boden bereitet“ habe.

Die Berliner Autorin befürchtet, daß auf diese Weise unangepaßte Ansichten  unterdrückt werden, weil „ein Wahnsinniger wie Breivik sich seinen Wahn in allem suchen kann, was an Gedanken durch die Welt fliegt. Er wird bei Kafka ebenso fündig wie bei Churchill oder Merkel oder sonstwem im Internet“.

Maron wendet sich gegen Tendenzen hierzulande, die islamkritischen Autoren wie Henryk M. Broder oder Necla Kelek eine indirekte Mitschuld an den Anschlägen in Norwegen unterstellt und erwähnt ein Gegenbeispiel: „Will jemand Kritik am Kapitalismus und an Banken verbieten, weil linke Randalierer nachts Autos anzünden?“

Eine Ursache für diese unsachliche Debattenkultur sieht Kelek auch bei  „politisierten Muslimen„, denn wer sie kritisiert, ist schnell ein Rassist“: „Sie hindern auch ihre eigenen Milieus, die Welt reflektierend und selbstkritisch zu betrachten und als eigenverantwortliche Bürgerinnen und Bürger aufzutreten.“

Ausführliche Infos über die Stellungnahmen der Schriftstellerinnen Kelek und Maron gibt es hier:
http://www.pro-medienmagazin.de/politik.html?&news%5Baction%5D=detail&news%5Bid%5D=4267

„Heplev“: (Atten-)Täter glaubt weder an Gott noch an Jesus Christus

Pro-israelischer Weblog verteidigt Christentum gegen falsche Vorwürfe

Die liberal-konservative, pro-israelische Webseite “Heplev“, die sich „jenseits des Mainstreams“ definiert,  nimmt das Christentum gegen den weitverbreiteten Vorwurf in Schutz, beim Oslo-Attentäter Anders B.B. handle es sich um einen „christlichen Fundamentalisten“. In Wirklichkeit sei er weder gottes- noch christusgläubig, sondern bejahe lediglich eine Art „Kulturchristentum“.

Außerdem stellt der projüdische Weblog die Frage, wie es käme, daß bei bislang  „17.502 Anschlägen mit Toten durch muslimische Terroristen“ von einer „irren, vernachlässigbaren Minderheit“ geredet werde  – hingegen Menschen, die auf diesen Sachverhalt aufmerksam machen, Verallgemeinerung und Kollektivhaftung vorgeworfen wird.

Die derzeitige öffentliche Debatte neige dazu, „alle Islamkritiker und Warner vor Terror zu diskreditieren und evangelikale Christen allgemein zu Hetzern und Terrorverdächtigen zu machen?“

Felizitas Küble

Näheres und Link zu „Heplev“ hier:

http://heplev.wordpress.com/2011/07/26/zahlen-und-fakten-zu-terroristen-und-tater-vorwurfen/

Hier ein Hinweis zum „Manifest“ des Attentäters  – dort heißt es:

„Eine Mehrheit der so genannten Agnostiker und Atheisten in Europa sind kulturelle konservative Christen, ohne es selbst zu wissen. Was also ist der Unterschied zwischen kulturellen Christen und religiösen Christen? Wenn man eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus und Gott hat, dann ist man ein religiöser Christ. Ich und viele andere wie ich haben nicht notwendigerweise eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus und Gott. Wir glauben aber an das Christentum als kulturelle, soziale und moralische Plattform.“ 


Henryk Broder: “Man braucht einen Sündenbock“

Deutschjüdischer Islamkritiker zur Attentäter-Debatte

Der bekannte Autor und Islamgegner Henryk Broder hat sich in einem Interview mit der Illustrierten „Stern“ vom Freitag, den 29. Juli 2011, sehr kritisch mit der gegenwärtigen öffentlichen Diskussion um den Oslo-Attentäter befaßt.

Auf die Frage des linksgerichteten „Stern“, warum er sich über die „Stern“-Formulierung, er habe jede „Mitschuld an den Anschlägen von sich gewiesen“,  aufgeregt habe, antwortet Broder:

„Die Frage lässt schon tief blicken. Ist der „stern“ ein Tribunal? Braucht man kein Volksgericht mehr, wenn man den „stern“ hat? Was heißt: „Er weist jede Mitschuld von sich“?  –  Haben Sie auch schon mal einen militanten deutschen Antizionisten wie Norman Paech gefragt, ob er die Verantwortung übernimmt für die Massaker in Palästina?“

Der „Stern“ fragt weiter: „Sie stört, dass Sie in Zusammenhang gebracht werden mit den Anschlägen von Norwegen?“

Broders Reaktion: „Nein. Mich stört, dass ich zum Stichwortgeber und Urheber erklärt werde. In Zusammenhang kann man alles bringen.“

Auf die Frage „Haben die Anfeindungen gegen Sie in den letzten Tagen eine neue Dimension erreicht?“ reagiert Broder wie folgt:

„Punktuell kenne ich das schon. In dieser Heftigkeit ist das neu. Es gibt einige Leute, die alte Rechnungen mit mir begleichen. Das ist legitim, meinetwegen. Die zweite Gruppe braucht in ihrer Not und Verzweiflung einen Hauptgegner. Und der sitzt nicht in Oslo im Gefängnis, sondern lebt in Deutschland. Das ist etwas, was in dieser Gesellschaft öfter vorkommt: Dass man einen komplexen Zusammenhang reduzieren muss. Man braucht einen Sündenbock.“

Außerdem stellt der deutschjüdische Schriftsteller klar:

„Dass Leute, die Islamkritik üben, mitschuldig an dem Attentat sein sollen, ist so, als würde ich dem „stern“ vorwerfen, er sei mitschuldig an Anschlägen der Palästinenser, nur weil er gelegentlich freundlich über palästinensische Widerstandskämpfer berichtet. Das ist genau die gleiche Analogie.“

Felizitas Küble

Weitere Infos hierzu auf dem islamkritischen, klassisch-liberalen Portal:

http://europenews.dk/de/node/45803


Oslo-Attentäter lobte die Vertreibung der Deutschen

Stellungnahme des CSU-Europaparlamentariers Bernd Posselt

In einer Pressemitteilung vom 26. Juli 2011 erklärte CSU-MdEP Bernd Posselt, der zugleich Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft ist,dass der norwegische Massenmörder A. Behring Breivik mehrfach die Vertreibung der Sudetendeutschen und die diesen zugrunde liegenden Beneš-Dekrete befürwortet“ habe.

Dieser Rechtsextremist habe die völkerrechtswidrigen Vertreibungen von 1945 als „Vorbild“ dafür bezeichnet, wie man heute mit ethnischen Minderheiten  – insbesondere Muslimen – umgehen solle.

Überdies habe der Attentäter die Sudetendeutschen als „illoyal“ und als „gefährliche Fünfte Kolonne“ diffamiert, wie dies seinerzeit der tschechoslowakische Präsident Edvard Beneš getan habe (womit dieser die Vertreibung der Deutschen rechtfertigte).

Der Europa-Abgeordnete Posselt rief Tschechen, Deutsche und alle Europäer auf, gemeinsam den nationalistischen Ungeist zu bekämpfen, damit es nie wieder zu Vertreibungen kommt.

Webseite der sudetendeutschen Volksgruppe: http://www.sudeten.de


Aufruf säkularer Muslime kritisiert Maulkorb für Islamkritiker

Am Mittwoch, den 27. Juli 2011, veröffentlichte das Webportal „primavera“ einen Aufruf säkularer Muslime  in Deutschland zum Attentat in Norwegen. Darin heißt es eingangs:

Wir, die säkularen Muslime und Musliminnen in Deutschland, verurteilen die abscheuliche Tat Anders Behring Breiviks zuschärfst. Der terroristische Anschlag in Norwegen hat uns alle erschüttert, und wir hoffen, dass er seine gerechte Strafe erhalten wird. Nichts rechtfertigt solch eine Tat.“

Der verfassungspatriotisch bzw. „westlich“ orientierte Appell spricht sich klar gegen die Einführung des islamischen Rechtssystems (Scharia) aus; dabei wendet sich die Erklärung ausdrücklich „gegen Islamverbände, die Propaganda für ein Rechtssystem jenseits der Verfassung betreiben und der Meinung sind, dass die Scharia mit dem Grundgesetz vereinbar sei.“

Außerdem heißt es in dem Aufruf, „dass die Islamkritik nicht tabuisiert werden darf und es bestimmte Kräfte gibt, die versuchen, diese Gelegenheit auszunutzen, um den Islamkritikern ein Maulkorb zu verpassen, ja sie sogar mitverantwortlich zu machen.“

Zugleich stellen die unterzeichnenden säkularen Muslime klar:

Wir wehren uns gegen das von den Medien einseitig vermittelte Bild von Muslimen und Musliminnen in der Bundesrepublik, indem der Bevölkerung suggeriert wird, dass salafistische Hassprediger die Mehrheit repräsentieren, obwohl diese für die Steinigung sind und unsere Verfassung offenkundig ablehnen.“

Felizitas Küble

Den vollen Wortlaut des Aufrufs samt bisheriger Unterschriften finden Sie hier: http://www.primaverablog.de/2011/07/27/aufruf-der-sakularen-muslime-und-musliminnen-in-deutschland-2/


OSZE-Beauftragter Massimo Introvigne: Analyse zum „Manifest“ des Oslo-Attentäters

Italienischer Soziologe lehnt „Fundamentalismus-These“ ab

Der angesehene italienische Jurist und Soziologe Massimo Introvigne veröffentlichte am 27.7.2011 auf dem anspruchsvollen Internetportal „Daily Estimate“ eine präzise Analyse über das 1500 Seiten umfassende „Manifest“ des Oslo-Mörders Anders Behring-Breivik.

Der Verfasser des fundierten Gutachtens ist europaweit bekannt als Experte für Religionssoziologie.  2011 ernannte ihn die OSZE zum Beauftragten für die Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung.

Aus der Studie von Massimo Introvigne geht hervor, daß es sich beim Oslo-Attentäter weder um einen „konservativen“ noch um einen „fundamentalistischen“ Christen handelt.

Hierzu einige Beispiele:

Anders Behring-Breivik befürwortet ausdrücklich die Abtreibung behinderter Kinder. Dies widerspricht klar christlich-konservativen Positionen zum uneingeschränkten Lebensrecht aller Menschen.

Er rühmt sich seiner Freundschaften mit einem Sexportal-Betreiber sowie mit einem Satanisten, dem er überdies sein „Manifest“  zukommen ließ   – und der es im Internet veröffentlichte.

Er beschimpft Benedikt XVI. als „feigen, inkompetenten, korrupten und unrechtmäßigen Papst“  –  auch dies klingt beileibe nicht „konservativ“.

Auch seine Mitgliedschaft in der Freimaurerei ist mit der Auffassung  theologisch konservativer Christen nicht vereinbar.

Ehebruch ist aus Sicht des Attentäters nur eine „relativ kleine Sünde“, wogegen glaubensorientierte Christen den Ehebruch zu den besonders schweren Sünden rechnen.  In diesem Zusammenhang plaudert Anders Behring-Breivik aus, daß er eine Summe von 2000 € für ein Top-Modell ausgeben wolle  – und zwar eine Woche vor Ausführung seiner „Mission“ (womit offenbar das Attentat gemeint ist).

Diese und weitere (Stand-)Punkte sind weit vom konservativen bzw. „fundamentalistischen“ Christentum entfernt.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Die vollständige Analyse des OSZE-Beauftragten finden Sie hier (in englisch):

http://www.dailyestimate.com/article.asp?idcategory=34&idSub=158&idArticle=57706

 
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Henryk M. Broder äußert sich zur Attentäter-Debatte

Der islamkritische Autor und deutsch-jüdische Querdenker Henryk M. Broder kritisierte in der Dienstagsausgabe der Tageszeitung „Die Welt“ (26.7.) die derzeitige öffentliche Diskussion um die angeblichen politischen Hintergründe bzw. Motive des Oslo-Attentäters.

Es handle sich vielfach um eine unsachliche Verallgemeinerung und durchsichtige Taktik, wenn z.B.  Islamkritikern von Seyran Ates bis Thilo Sarrazin, von Geert Wilders bis zu ihm selber gewissermaßen eine Mitverantwortung für den Massenmord  des Attentäters in die Schuhe geschoben werde. Dieser sei, so Broder, ein „Monster in Menschengestalt“, dumm sei er jedoch nicht, denn er habe seine Tat sorgfältig vorbereitet.  –  Broder schreibt hierzu:

„Dazu gehört auch jenes `Manifest`, in dem außer mir auch andere bekannte `Islamkritiker` wie Richard Rorty, Immanuel Kant und Franz Kafka erwähnt werden. Der Beschuldigte wusste, dass er seine Tat `rational` begründen muss. Und das hat er nicht bei mir und Thilo Sarrazin gelernt, sondern bei Mohammed Atta und Osama Bin Laden, bei den Attentätern von Madrid, London, Mumbai, Bali; bei Carlos, dem Schakal, und den `Märtyrern`, die ein Video aufnehmen, bevor sie ins Paradies aufbrechen.

Felizitas Küble


Forensik-Experte: Attentäter handelte jenseits politischer Standpunkte

Prof. Reinhard Haller: Das Thema des Fanatismus ist bei „Massakristen“ austauschbar

Der österreichische Kriminalpsychiater und Neurologe Reinhard Haller hält den norwegischen Attentäter für einen „Massakristen“, der jenseits politischer Standpunkte möglichst brutal handeln wollte.

Prof. Haller ist Präsident der „Neuen Kriminologischen Gesellschaft“ und vor allem als psychiatrischer Gerichtsgutachter in vielbeachteten Fällen sowie als Bestseller-Autor bekannt.

Gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ vom 26.7.2011 erklärte der prominente Forensiker:  „Der Attentäter von Norwegen wollte maximalen Schmerz zufügen. Darin liegt die psychologische Erklärung für seine Persönlichkeit.“  – Prof. Haller fügte hinzu: „Das Politische ist als Thema wichtig, aber nicht mehr.“

Der Attentäter habe – typisch für sog. „Massakristen“  – dem Töten höchste Priorität eingeräumt. Haller  äußert zu derartigen Wahnideen: „Wenn die Idee erst einmal wahnhaft geworden ist, ordnen sie ihr alles unter und nehmen dafür alles in Kauf.“

Die politischen „Manifeste“ dieser Täter seien ganz ähnlich, erklärte der Gerichtspsychiater: „Sie täuschen immer eine große Bewegung vor, obwohl sie Einzeltäter sind; sie machen historische Exkurse, sind sehr detailliert.“

Prof. Haller erläuterte außerdem:

„Das Thema des Fanatismus ist dabei austauschbar. Beim Una-Bomber Ted Kaczynski ging es um die Umwelt. Aber natürlich wird der Inhalt einer fanatischen Idee schon auch durch die aktuellen Diskussionen geprägt. Wenn ein Fanatiker dabei extremes politisches Gedankengut übernimmt, ist das eine besonders gefährliche Kombination. Aber es hätte auch mit einer anderen Idee einen Anschlag in Norwegen gegeben. Gerade Norwegen ist eine wohlhabende Gesellschaft ohne schwere soziale Gegensätze und starke politische Grabenkämpfe. Das ist kein Boden, auf dem politischer Terrorismus gedeihen könnte.“

Felizitas Küble