Sudan: Völkermord in den Nuba-Bergen

Kath. Bischofskonferenz schlägt Alarm!

Wie der sudanesische Bischof Max Gassis erklärte, ist in den Nuba-Bergen ein Völkermord im Gang. Dies berichtete „Radio Vatikan“ am 8. August 2011.

Regierungseinheiten aus dem islamisch beherrschten Norden würden die weitgehend christlich geprägte Bevölkerung im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südsudan unter Beschuß nehmen,  erläuterte  der Bischof von El Obeid im Nordosten Sudans gegenüber der Presseagentur Cisa.

„Das Opfer der Bombardierungen ist die Zivilbevölkerung, die nun flüchten muss“, so das katholische Oberhaupt.

Das islamische Regime in Khartum (Hauptstadt des Nordsudan)  behaupte nur zum Schein, daß sie in den Nuba-Bergen gegen die Rebellengruppe Spla vorgehe.  In dem Gebiet gäbe es in Wirklichkeit keine Rebellen.

Vielmehr sei die Regierung im Nordsudan nicht bereit, nach der Unabhängigkeits-Proklamation des mehrheitlich christlichen Südsudan auf die Gebiete Abyei, Nuba-Berge, Darfur und die Region am Blauen Nil zu verzichten.


Buch-TIP: „Die missbrauchte Republik“

Rezension von Reinhard Dörner

Buch-Daten: Die missbrauchte Republik, herausgegeben von Andreas Späth (KSBB) und Menno Aden (SWG) im Verlag Inspiration Un Limited, Hamburg/London 2010,  ISBN 978-3-9812110-2-3, Preis 11,80 €

Wochenlang bildeten nahezu bis Mitte des Jahres 2010 die entdeckten Fälle von Kindesmissbrauch die Eröffnungsmeldung in vielen Nachrichtensendungen, häufig mit dem begleitenden Zusatz: „Immer mehr Missbrauchsfälle“.

Guter Buchtitel zum ThemaDie Unisono-Verurteilung bezog sich in fast allen Meldungen auf die katholische Kirche; andere Organisationen wurden schamhaft verschwiegen oder einfach ausgeblendet. In keinem Fall erfuhr der Rezipient, woher denn diese plötzliche Informationsflut kommt, wer denn die „Aufklärer“ sind.

Diesem Mangel hilft eine wichtige Schrift ab, die sich der „Aufklärung über die Aufklärer“ zuwendet, so der programmatische Untertitel.

Das Buch „Die missbrauchte  Republik“ deckt schonungslos die gesellschaftlichen Hintergründe auf, unter denen es zum sogenannten Kindesmissbrauch kommen konnte.

Diese „Aufklärung“ wird gewährleistet durch ausgewiesene Fachleute wie Prof. Albert Wunsch, Gerard van den Aardweg, Christa Meves, Kurt J. Heinz u.a., die z.T. schon vor Jahrzehnten davor gewarnt haben, „wohin die Reise geht“, wenn bestimmten gesellschaftlichen Entwicklungen nicht gegengesteuert wird.

Schon das „Geleitwort des Mitherausgebers“ weist auf die Gültigkeit der Werte in unserer Gesellschaft hin. Die Aufsätze aller Autoren wirken so eindringlich wie entlarvend:

„Wer wie Heiner Geißler argumentiert, der sexuelle Missbrauch in der katholischen Kirche sei eine Folge ihrer Körper- und Sexualfeindlichkeit, kommt spätestens dann in Erklärungsnot, wenn er die Ursachen der sexuellen Gewalt an Kindern und Jugendlichen in einer Gesellschaft erklären soll, in der es seit der sogenannten sexuellen Befreiung ab den sechziger Jahren nahezu kein Tabu mehr gibt, das der Befriedigung sexueller Bedürfnisse entgegenstünde.“

Daher folgert Weihbischof Andreas Laun vollkommen zu Recht, dass „gefährliche Ideologien und die sexuelle Revolution als Mittäterin“ anzusehen seien.

Auf den Punkt bringt der Autor van den Aardweg das Problem: Missbrauch durch Priester sei „‚gewöhnliche‘ Homosexualität“. Hier rückt van den Aardweg zurecht, was in der medialen Information missachtet wurde: die klare Unterscheidung zwischen Pädophilie und Homosexualität.

Heuchelei damals und heute

Und er vergleicht die „Sittlichkeitsprozesse“ von 1936/37 mit der „heutige(n) Heuchelei: die Partei, die damals pädophile und homosexuelle Priester jagte, war selbst eine Brutstätte solcher Täter und Skandale“.

Andreas Späth ortet einen weiteren Schwerpunkt sexuellen Missbrauchs bei Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen bzw. unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses und verweist damit auf die entsprechenden Paragraphen 174a bzw. 174c.

Gabriele Kuby beleuchtet die staatlichen Formen der Sexualisierung von Kindern und Jugendlichen, vom Sexualkundeunterricht über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über staatlich unterstützte Vereine wie Pro Familia u.a.m.

Christa Meves entlarvt selbsternannte Sexualaufklärer wie Helmut Kentler und resümiert, dass „alle Prognosen der sogenannten fortschrittlichen Sexisten (…) sich als falsch herausgestellt“ haben. Daher ist es nur folgerichtig, dass Albert Wunsch als Sozialpädagoge und Psychologe sich der Frage zuwendet, wie Kinder gegen Missbrauch geschützt werden können.

„Humanistische Union“: ihre treibenden Kräfte

Ein wichtiges Kapitel schlägt Jürgen Liminski auf, indem er die treibenden Kräfte im Hintergrund benennt. In den üblichen Nachrichten hört man in aller Regel nichts davon, dass Frau Leutheusser-Schnarrenberger im Beirat der Humanistischen Union (HU) ist, ebenso wie die Grünen-Politiker Claudia Roth und Volker Beck wie auch bis zu seinem Tod der Sexualpädagoge Helmut Kentler. Ziel der HU war es immerhin, Pädophilie zu „entkriminalisieren“.

Der für manche Leser möglicherweise wertvollere und gleichzeitig umfangreichere Teil des Buches besteht aus der Dokumentation.

Diese beginnt mit dem „Umbau der Gesellschaft“, zeigt die Vorstellungen der Grünen zu Sex mit Kindern auf, beleuchtet Ziele und Hintergründe der Humanistischen Union, die „Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität“ die „Arbeitsgemeinschaft-Pädophilie“ und beschreibt das Geflecht der letzten drei Genannten untereinander; sie stellt die „Reformpädagogik zwischen pädoerotischer Grenzüberschreitung und organisierter Kriminalität“ dar und nennt Vertreter der Pädophilenbewegung: Fritz Sack und Lüdiger Lautmann, Helmut Kentler, Psychogruppen, Kindersex und Bombenterror – Die Kommune 2 und schließlich die sog. Stadtindianer.

In einem letzten Teil wendet sich Harald Seubert „Anstelle eines Nachwortes“ in philosophischen Überlegungen den „emanzipatorischen Quellen des Bösen“ zu.

Es folgen kurze Lebensläufe der Autoren sowie ein Personen- und Sachregister.

Dieses Buch ist eine Fundgrube der Information, der Argumentationshilfe und der klaren Linie für alle, die sie (noch) nicht gefunden haben. Wenn es möglich wäre, müßte man es zur Pflichtlektüre für alle Medienschaffenden erklären.

Den beiden Herausgebern gebührt besonderer Dank, dass sie sich als Vertreter evangelischer Kreise so intensiv für die Ehrenrettung kirchlicher Ethik, der katholischen wie evangelischen, stark machen, indem sie die Wahrheitsfrage stellen.

Eine kleine Kritik zur praktischen Arbeit am Buch: Die Fußnoten stehen immer am Ende jedes Aufsatzes bzw. jeder Dokumentation. Um gewinnbringend am Buch arbeiten zu können, gehören die Fußnoten an das Seitenende.

Reinhard Dörner, Vorsitzender des Kardinal-von-Galen-Kreises

Die Erstveröffentlichung dieser Rezension  erschien in „Theologisches“ (Nr. 1-2/2011)


Buch-KRITIK: Das sog. „Enthüllungs“-Buch des David Berger

Stellungnahme der kath. Publizistin und Schauspielerin Inge M. Thürkauf zum Buch „Der heilige Schein“ des homosexuellen kath. Theologen Dr. David Berger

Unter großem medialem Interesse erschien im Ullstein-Verlag letzten November  ein  –  laut Ankündigung im Klappentext –  „sehr persönliches Buch“ des katholischen Theologen Dr. David Berger mit dem Titel „Der heilige Schein“.

Durch seine zahlreichen Publikationen zu Thomas von Aquin hat Berger in der Fachwelt einen respektablen Bekanntheitsgrad, der ihm u. a. dazu verhalf, sich mit einer gewissen Leichtigkeit in der renommierten polnischen Universität Lublin zu habilitieren. Auch wurde er in Anerkennung für seine „Verdienste um die Fruchtbarmachung der Lehre des Thomas von Aquin in traditionell katholischen Kreisen“ in den illustren Kreis des Ritterordens von Jasna Gora aufgenommen.

Er war korrespondierender Professor der „Päpstlichen Akademie des heiligen Thomas“, Vizepräsident der „Deutschen Thomas-Gesellschaft“, Herausgeber des Internationalen Thomistischen Jahrbuchs „Doctor Angelicus“ und der in traditionellen Kreisen geschätzten Zeitschrift „Theologisches“.

Auf diesem intellektuell hochdotierten Hintergrund konnte man durchaus annehmen, daß auch ein „persönliches“ Buch des namhaften Thomisten das geistige Niveau seiner bisherigen wissenschaftlichen Publikationen hochhält. Kaum jemand hätte eine Lektüre erwartet, die sich in Sprache und Inhalt an den Niederungen der Boulevard-Medien orientieren würde.

Auf den beinahe 300 Seiten seines neuen Opus stellt Berger nicht nur seine homosexuelle Lebensweise verteidigend ins Rampenlicht, sondern sieht vor allem die Notwendigkeit, „das perfide Unterdrückungssystem scheinheiliger Kirchenoberen“ und „die heuchlerische, bigotte Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität“ zu entlarven. Für die in den letzten Monaten durch die Mißbrauchskandale gegen die katholische Kirche aufgeheizte Leserschaft ein willkommenes Unterhaltungsprogramm.

Die Behauptung Bergers, die Scheinheiligkeit der Kirche im Hinblick auf Homosexualität hätte ihn dazu bewogen, „als Herausgeber und Chefredakteur der konservativen Zeitschrift ‚Theologisches’ zurückzutreten“, kann nur als einen Vorwand betrachtet werden, der Entlassung aus diesen ehrenamtlichen Diensten durch den Vorsitzenden der „Fördergemeinschaft Theologisches“, Prof. Dr. Manfred Hauke, zuvorzukommen, denn Professor Hauke konnte an Hand von Facebook nachweisen, daß Berger Beziehungen zum „homosexuellen Milieu“ unterhält. Nach anfänglicher Leugnung dieses Sachverhalts trat Berger die Flucht nach vorne an und bekannte sich im April 2010 in der „Frankfurter Rundschau“ mit dem Artikel „Ich darf nicht länger schweigen“ zu seiner Homosexualität.

Im November 2010 erschien dann sein Buch „Der heilige Schein“, gewissermaßen als ein „Schwarzbuch der katholischen Kirche“, in dem er seine Anschuldigungen gegen die Kirche wiederholt und sie im Stil einer Apologie seiner eigenen homosexuellen Befindlichkeit mit bisweilen anstößigen Details von Begegnungen bekannter, ihm wohlgesonnener Persönlichkeiten des traditionellen Lagers unter Nennung ihrer Namen ausschmückt – nicht unbedingt die Art des feinen Mannes von „vornehmer Intellektualität“.

Die Anklage Bergers konzentriert sich auf die „hierarchisch strukturierte, absolutistisch regierte Kirche“ und dabei im besonderen auf die tridentinische Liturgie, „die das Heilige in einer Überbetonung des Ästhetischen zu finden sucht“, von dem sich, wie er behauptet, gerade homosexuelle Männer  –  Priester wie Laien  –  magisch angezogen fühlen.

Ehemals im konservativ-katholischen Raum beheimatet, stellt er heute die lateinische Liturgie als „Produkt homosexueller Sublimierung“ dar, derer sich gerade homosexuelle Priester bedienen, die ihre Sexualität aufgrund des Zölibats nicht wagen auszuleben. Was ihn einst so faszinierend anzog, „die lateinische, tridentinische Liturgie“, überzieht er nun mit Bezeichnungen wie „religiöse Märchenwelt“ und „Parfüm- und Operettentraditionalismus“.

David Berger dürfte es nicht unbekannt sein, daß seit der Freigabe der alten Messe durch das Motu propio „Summorum Pontificum“ zunehmend vor allem junge Priester und Gläubige jeden Alters sich für diese Form der Liturgie beginnen zu interessieren. Soll ihnen nun suggeriert werden, es sei in den meisten Fällen eine homosexuelle Neigung, die sie die Nähe der Tradition suchen läßt, da es ihnen lediglich um die Ästhetik dieser „disneyhaften Kulisse tridentinischer Subkultur“ gehe?

Es ist offensichtlich, daß hier eine Verknüpfung geschaffen werden soll, zwischen der seit Jahrhunderten gefeierten römisch-katholischen Messe und der Homosexualität. Berger geht sogar so weit, einen Zusammenhang „zwischen Homosexualität und der Vorliebe für den Thomismus“ herzustellen, denn „die Art, wie der Aquinate denke“, komme „vielen homosexuellen Thomisten persönlich zustatten“. Dadurch würde das Doppelleben mancher homosexuellen Theologen „gewissermaßen eine mit höchsten Weihen ausgestattete programmatische Verankerung“ finden.

Die im Sprachduktus des Alten Testaments als „die Sünde Sodoms“ charakterisierte Homosexualität (sie wird heute ganz zwanglos mit dem einst als „obszön“ genannten Begriff „schwul“ umschrieben), wird von Berger als eine „typisch mittelalterliche“ Denkweise des Aquinaten bezeichnet und als nachrangig-zeitbedingt eingeordnet.

Im Hinblick darauf wäre es „einsichtig, daß man denkerisch durchaus Thomist und zugleich schwul sein könne.“ Augenscheinlich hat Berger im Eifer der Verteidigung seiner Lebensführung übersehen, daß sich Thomas in seinem Werk an die Aussagen der Bibel gehalten hat, und diese sind  –  gerade in diesem Aspekt – weder nachrangig noch zeitbedingt, auch wenn die heutige Exegese noch so vehement die praktizierte Homosexualität als eine in der westlichen Welt anerkannte Lebensform verteidigt.

Denkt der Thomist Berger daran, daß auch seine Haltung zur Geschlechtlichkeit einmal als „zeitbedingt“ angesehen werden könnte? Die Orientierung an der ewigen Wahrheit der Lehre der Kirche schützt vor den Verirrungen des Zeitgeistes, denn Christen sind, wie in der frühesten Kirchenordnung der Christenheit, der Didache, zu lesen ist, „einfach anders, sie tun nicht, was ‚man’ so tut.“

Die maßgebenden Texte im Alten Testament für die Beurteilung der Homosexualität stehen bei Lev 18, 22 und Lev 20, 13, und eine der diesbezüglich wichtigsten Aussagen im Neuen Testament finden wir im Römerbrief. Der hl. Paulus beschreibt dort Menschen, die, obwohl sie von Gott wußten und ihn erkannt hatten, sich von IHM abgewandt haben. Gott hat sie daraufhin sich selbst überlassen. Bei Paulus ist homosexuelles Verhalten nicht Ursache, sondern Folge und Ausdruck der Apostasie vom Dreifaltigen Gott. In den angeführten Texten wird die homosexuelle Praxis als mit dem Willen Gottes nicht vereinbar bezeichnet. Paulus beschreibt sie eindeutig als Verirrung und Täuschung, als Verlust der Wahrheit.

Auch der „Katechismus der Katholischen Kirche“ stützt sich auf die Heilige Schrift und spricht unter Punkt 2357 von der Homosexualität als einer „schlimme Abirrung“. Homosexuelle Handlungen sind in sich nicht in Ordnung … und „in keinem Fall zu billigen.“

Bei Punkt 2359 wird deutlich darauf hingewiesen, daß homosexuelle Menschen zur Keuschheit gerufen sind. „Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich … durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.“ Die Aussagen der Bibel und des Katechismus wollen auch in Bezug auf Menschen mit homosexueller Neigung nichts anderes zum Ausdruck bringen, als das, was Augustinus in unmißverständlicher Klarheit schrieb: Liebe den Sünder, aber hasse die Sünde.

Beim Lesen dieses „Insiderberichts“ überkommt einen ein großes Erbarmen mit diesem zweifellos intelligenten und begabten Theologen, der seine eigenen Probleme in  –  gelinde gesagt  –  unwürdiger Weise versucht auf andere zu projizieren.

Seine Behauptung, die Kirche nütze die sexuellen Verfehlungen der Priester als Instrument der subtilen Erpressung und Machtausübung aus, um die Sünder zu Gehorsamsleistungen gefügig zu machen – „bis hin zur Selbstaufgabe“, wirft die Frage auf, wer ihn zu einer solch bedauerlichen Verteidigung- und Anklageschrift überredet haben mag, um ihn selbst „gefügig zu machen“?

Im Vorwort seines Buches unternimmt Berger eine Gewissenerforschung und stellt fest, daß es im Leben Augenblicke gebe, da einem „schlagartig bewußt“ wird, daß etwas ganz entschieden falsch gelaufen ist. Es ist zu hoffen, daß es ihm in nicht zu ferner Zeit erneut „schlagartig bewußt“ werden möge, daß in seiner gegenwärtigen Lebensführung etwas ganz entschieden falsch gelaufen ist.

Inge M. Thürkauf

 


Buch-TIP: „Grauzone Hirntod – Organspende verantworten.“

Rezension des kath. Publizisten Mathias von Gersdorff

Buch-Daten:  Stefan Rehder: Grauzone Hirntod. Organspende verantworten. Sankt-Ulrich- Verlag Augsburg, 2010. 190 S., geb. 22 €,  ISBN978-3-86744-149-0
 
Die neu entflammende Debatte um den Hirntod-Begriff findet zwar noch in den Feuilletons der Tageszeitungen statt, doch sie wird in den nächsten Monaten sicherlich immer mehr Schlagzeilen im politischen Teil bekommen. Hintergrund ist der chronische Mangel an Organen, die für Transplantationen zur Verfügung stehen.

Zur Erinnerung: 1997 trat das deutsche Transplantationsgesetz in Kraft. Dort wurde als Kriterium für die Entnahme von Organen eines Sterbenden der sogenannte Hirntod-Begriff festgelegt. Nach diesem dürfen Organe entnommen werden, wenn das Gehirn nicht mehr funktioniert und somit der Weg hin zum Tod irreversibel ist. Allerdings gilt die Einschränkung, daß der Organgeber der Organentnahme vorher zugestimmt hat. Ansonsten besteht entsprechend dem geltenden Gesetz keine Berechtigung.

Nun, obwohl eine große Mehrheit von 68 % der Deutschen Organspenden für etwas grundsätzlich Positives hält, füllen nur 16 % einen Organspenderausweis aus und erklären damit ausdrücklich, daß man ihnen im Falle des Hirntodes Organe entnehmen kann.

Das hat zur Folge, daß nur etwa 10 % der Patienten, die ein fremdes Organ benötigen, eines bekommen. Aufgrund der demographischen Entwicklung und der steigenden Lebenserwartung ist abzusehen, daß sich das Verhältnis weiter verschlechtern wird. Aus diesem Grund möchten manche Politiker, vor allem Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), aber auch Ärzteverbände, wie beispielsweise die Bayerische Landesärztekammer, die sogenannte Widerspruchlösung einführen: Nur bei ausdrücklichem Widerspruch des potentiellen Hirntoten, dürfen Organe nicht entnommen werden.

Das ist schon polemisch genug. Doch es kommt hinzu, daß immer mehr Bedenken am Begriff des Hirntodes geäußert werden. Immer mehr Ärzte und Wissenschaftler meinen, der Hirntote sei gar nicht tot und würde erst bei der Entnahme von lebensnotwendigen Organen, wie etwa dem Herz, getötet werden.

An dieser Frage setzt das Buch von Stefan Rehder an. Er selber schreibt in der Einführung: „Es ist ein vorsorglicher Beitrag zu einer Debatte, die, wenn nicht alles täuscht, kurz vor ihrer Wiederbelebung steht. Aus gutem Grund: Denn daß der Hirntod nicht nur der Tod eines Organs, des Gehirns, ist, sondern auch mit dem Tod des Menschen gleichgesetzt werden kann, daran gab und gibt es Zweifel.“

Kein geringerer als die US-Amerikanische „President´s Comission on Bioethics“ hat diese Zweifel im Mutterland der Hirntoddefinition erhoben. Diese wurde Anfang der siebziger Jahre entwickelt, um überhaupt Transplantationen zu ermöglichen. Es stand also ein ganz konkretes Interesse, eine Definition des Todes zu entwickeln, die Transplantationen überhaupt möglich machen. Der Hirntod ist nämlich ungefähr der letzte Zeitpunkt, an dem man Organe entnehmen kann, die überhaupt noch für Transplantationen tauglich sind, denn die Zersetzung des menschlichen Körpers findet außerordentlich schnell satt. In einem langen Artikel vom 14. Oktober 2010 fragte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ angesichts der zunehmenden Zweifel an der Hirntoddefinition, ob die Organspende noch zu retten sei.

Stefan Rehder bringt alle Fakten, analysiert sämtliche Positionen zum Thema und läßt auch die Befürworter zu Wort kommen. Im ersten Kapitel schreibt er: „Dabei rechnet sich der Autor, der die Debatte um den Hirntod als sicheres Todeszeichen seit der Arbeit an dem 1997 in Kraft getretenen Transplantationsgesetz verfolgt, selbst weder den Befürwortern noch den Gegnern des Hirntodes zu. In diesem Buch wird statt dessen die Position vertreten, daß die Frage, ob der Hirntod auch der Tod des Menschen sei, eine jener wenigen Fragen ist, die sich aus erkenntnistheoretischen Gründen nicht beantworten lassen“.

Der Autor begnügt sich aber nicht mit der ethischen Seite des Themas, sondern läßt die Diskussion seit Anbeginn der Definition des Hirntodes Revue passieren. Zunehmend entsteht beim Lesen in einem das beklemmende Gefühl, daß aus wissenschaftlicher und medizinischer Sicht die Gleichung Hirntod = Tod unbrauchbar ist. Offenbar war hier der Wunsch der Vater des Gedankens.

Im letzten Kapitel vor dem Anhang kommt Rehder zum Ergebnis, „daß dem für hirntot erklärten Patienten so lange keine lebensnotwendigen Organe mehr entnommen werden dürfen, wie nicht zweifelsfrei geklärt werden kann, daß der für hirntot erklärte Patient auch tatsächlich tot ist.“

Es wird interessant sein zu beobachten, ob sich die deutschen Politiker in der aufkommenden Debatte nach pragmatischen oder ethischen Kriterien richten orientieren werden. Die jüngsten Debatten um Stammzellenforschung, Spätabtreibung und Präimplantationsdiagnostik lassen nichts Gutes ahnen.

Erstveröffentlichung dieser Besprechung:  http://kultur-und-medien-online.blogspot.com/2010/10/buchbesprechung-stefan-rehder-grauzone.html


Eltern-Initiative „Sorgfalt“ kritisiert staatliche Sexualkunde

Eine noch recht junge Initiative in der Schweiz wendet sich gegen staatliche „Sexualerziehung“ (SE) und frühkindliche Sexualisierung. Die Gruppe hat eine eigene Webpräsenz und stellt sich dort persönlich vor:  http://www.sorg-falt.ch/kontakt/kontakt_html

Hier folgen die nachdenkenswerten Kritikpunkte der Aktionsgemeinschaft „Sorgfalt“ an der schulischen SE, wobei sich die Initiative mit Recht auf das natürliche „Elternrecht“ beruft, also auf das Hoheitsrecht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder,  das ein Naturrecht darstellt und nicht etwa erst vom Staat huldvoll „verliehen“ wird.

Die „Sorgfalt“ gibt also betr. staatlicher „Sexualerziehung“ (SE) zu bedenken:

  • Schleichend wird den Eltern, als Ersterziehende, das Erziehungsrecht durch SE entzogen.
  • SE ist ein starker Eingriff in die Privatsphäre der Familien.
  • SE will mit dem traditionellen Familiensystem aufräumen (Gender). Der Begriff Gender bezeichnet das „soziale“ oder „psychologische“ Geschlecht einer Person im Unterschied zum biologischen Geschlecht.
  • Ethische, moralische und religiöse Werte vieler Eltern werden untergraben.
  • Die Intimsphäre der Kinder wird verletzt.
  • Die SE spricht nur von körperlichen Übergriffen, es gibt aber auch seelische und geistige Übergriffe durch SE.
  • Die Doktorspiele unserer Kinder gehen die Phantasien der Sexualexperten nichts an. Für Doktorspiele braucht niemand Rahmenbedingungen zu schaffen (Broschüre „Sexualerziehung bei Kleinkindern und Prävention von sexueller Gewalt“ der Stiftung Kinderschutz Schweiz).
  • Die Meinung der SE zum Thema Frühsexualität, Verhütung, Pille danach und Abtreibung wird einseitig vermittelt und den Kindern aufgedrängt.
  • Nach den Ausführungen der Sexualexperten muss die Zeugung eines Kindes unbedingt verhindert werden.
  • Je mehr und je früher SE, desto höher ist die sexuelle Aktivität.
  • SE animiert einseitig in Richtung Frühsexualität.
  • Staatlich anerkannte Institutionen erlauben sich die sexuelle Erziehung vom Kleinkind an rücksichtslos zu beeinflussen. Die Konsequenzen tragen dann aber in erster Linie die Eltern. Die staatlichen Institutionen sind dann weit weg.
  • SE ist von Geburt an bis zur Paarberatung fest in den Händen der Sexualexperten.
  • SE lehrt nichts über die Schönheit und den tiefen Wert von Ehe und Familie.
  • Die elterliche Erziehung, welche über Generationen viel wertvolle Arbeit geleistet hat, wird nun in Frage gestellt, kritisiert und soll durch einheitliche und einseitige Institutionen ersetzt werden..
  • Wir wehren uns gegen die Aussage der Sexualexperten „Kinder sind sexuelle Wesen“. Sexualität ist nur eine Facette in der ganzheitlichen Betrachtung des Kindes.

Staatliche Sexkunde für die Kleinsten?

Frühsexualisierung unter dem Deckmantel der „Aufklärung“

Im Oktober 2007 konnte es die BILD-Zeitung kaum fassen und auch der „Spiegel“ amüsierte sich mächtig über angeblich katholische Rückständigkeit: Hatte sich doch der Fuldaer Bischof H.-J. Algermissen kritisch über das Sex-Musical „Nase, Bauch und Po“ ausgelassen und die katholischen Kindergärten gar zum Boykott aufgerufen. dtregerman

Schon seit 2003 tingelt diese „Kinderlieder-Tour“ für die Kleinen ab 3 Jahren durch deutsche Lande, organisiert von der staatlichen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), einer Einrichtung des Bundesfamilienministeriums.

Der Fuldaer Bischof beschwerte sich, das sog. „Aufklärungsstück“ beschränke Sexualität einseitig auf die körperliche Ebene, es fördere die Frühsexualisierung und mißachte das Elternrecht auf Erziehung: “Nach Auffassung der Kirche hat die Sexualaufklärung ihren natürlichen Platz im Elternhaus und kann nicht Aufgabe einer Theatertruppe sein.“

Daher komme das Sex-Musical „Nase, Bauch und Po“ in kath. Kindergärten und Kitas nicht in Frage: “Eltern, die ihre Kinder unseren katholischen Kindertagesstätten anvertrauen, können sicher sein, daß diese Form der Sexualaufklärung als Kinderspiel nicht Gegenstand der pädagogischen Arbeit mit den Kleinsten ist.”

Die hessischen Grünen machten sich lustig über den Fuldaer Bischof: “Monsignore Algermissen ist offensichtlich noch nicht in der Gegenwart angekommen”, erklärte deren Landeschefin Kordula Schulz-Asche.b1050954 - Kopie

FOTO: Bischof Algermissen im Gespräch mit der Autorin Felizitas Küble

Was ist mittlerweile aus „Nase, Bauch und Po“ geworden?   –  Hat die öffentliche „Sensibilisierung“ der letzten Jahre in puncto Kindersex und Mißbrauchsdebatte bei der Bundeszentrale vielleicht für ein gewisses Umdenken gesorgt?

Wie steht es zudem mit dem verfassungsrechtlich garantierten „Elternrecht auf Erziehung“, das durch staatlich betriebene Sexkunde für Kleinkinder gewissermaßen unterlaufen wird?

Im Grundgesetz heißt es in Art. 6, Absatz 2 wörtlich: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“

Schaut man sich die Webseiten dieser amtlichen Kindersex-Kunde unter dem Deckmantel der „Aufklärung“ näher an, entdeckt man Erstaunliches: http://www.kinderliedertour.de/nasebauchpo/index.php?docid=000

Zum Impressum dieses Portals: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung  –  Ostmerheimer Str. 220  –  51109 Köln   –  Direktorin:  Prof. Dr. Elisabeth Pott.

Angeblich interessieren sich schon Drei-Jährige “eklatant” für Sexualität, weiß die Bundeszentrale zu vermelden, z.B. beim Anpreisen des folgenden Themenheftes, das dort gratis angefordert werden kann: BILD0222

“BZgA -Forum zur Sexualaufklärung und Familienplanung Heft 4/ 2003: Sexualerziehung im Kindergarten. – Die acht themenbezogenen Beiträge dieses FORUM-Heftes zur Sexualerziehung im Kindergarten haben eines gemeinsam: Sexualität, so ihre Botschaft, ist ein Thema, das Kinder zwischen drei und sechs Jahren so eklatant, so grundlegend interessiert, dass Kindertageseinrichtungen in diesem Land Sexualerziehung möglichst flächendeckend als Bildungsaufgabe wahrnehmen und umsetzen sollten.“

Zum Info-Koffer, den die Bundeszentrale für Kindergärten anbietet, gehört zudem ein Bilderbuch über Zeugung, Schwangerschaft und Geburt: wohlgemerkt ab 3 Jahren   – siehe hier: http://www.kinderliedertour.de/nasebauchpo/index.php?docid=007

So sollen also schon die Kleinsten “alles wissen”: Damit werden Kinder in völlig unsensibler Weise frühzeitig sexualisiert und damit in ihrer natürlichen Entwicklung beeinträchtigt. Ihr Denken und Erleben wird auf Sex fixiert, statt ihnen eine frohe, unbekümmerte Kindheit und Jugend zu ermöglichen, in denen sie Kameradschaft, Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, Fairneß in Spiel und Sport etc. erlernen.

Zudem wird das Erziehungsrecht der Eltern durch frühkindlichen Sex-Programme unterlaufen: die Eltern können und sollen selbst bestimmen, wann sie ihre Sprößlinge “aufklären”  –  der Kindergarten darf ihnen hier nicht ungefragt zuvorkommen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks eV. und des CHRISTLICHEN FORUM in Münster


„…doch auf dem Grund des Bechers wartet GOTT…..“

Wir Christen und der Schöpfungsglaube

Im CREDO, dem „Großen Glaubensbekenntnis“, sprechen wir:
„Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt…“

Doch wer heute „noch“ an die Erschaffung des Universiums durch einen allmächtigen Gott glaubt – und IHN nicht durch „Zufall und Notwendigkeit“ ersetzt  –  der wird von vermeintlich „aufgeklärter“ Seite bestenfalls als „Fundi“ betrachtet  – oder gar als „biblizistischer“ Sektierer und Wissenschaftsfeind verhöhnt.

Doch diese selbsternannten „Aufgeklärten“ wissen nicht oder wollen nicht wahrhaben, daß die wirklich großen Naturwissenschaftler mehrheitlich gottgläubig waren; hingegen ist es vor allem die „Mittelschicht“, die sich in ihrer angeblichen „Modernität“ gefällt, indem sie den Schöpfungsglauben ablehnt oder verächtlich macht.

Jene wirklichen wissenschaftlichen Geistesgrößen mit ihrem großen und weiten Horizont haben vielleicht einmal „darwinistisch“ angefangen; doch die immer genauere und tiefere Erfassung der Gesetze des Universums ließen sie ins Staunen geraten  – und oft zuletzt zum Gottesglauben finden.

Daran erinnert der bekannte Spruch: „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch – doch auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“

Das Wochenmagazin FOCUS hat mittlerweile ein „Special“ herausgebracht (auch online verfügbar), das sich mit dem Schöpfungsglauben moderner Physiker, Astronomen und sonstiger Naturforscher befaßt.
Diese Richtung nennt man heute zum Teil „Intelligent Design„: diese Anschauung geht davon aus, daß das Universum auf einem „intelligenten Plan“ beruht.

Der 3-Seiten-Artikel  des FOCUS ist übersichtlich, sachlich und fair:
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/wissenschafts-dossiers/tid-20873/gott-vs-wissenschaft-woran-naturforscher-glauben_aid_585443.html

Felizitas Küble