Ägypten: erneut Gewalt gegen christliche Kopten

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt fordert die Bundesregierung auf, die Entwicklung in Ägypten nicht aus dem Blick zu verlieren.

Vor allem die Sicherheit der Kopten müsse wirkungsvoll eingefordert werden. Die Zahl schwerer Übergriffe gegen diese christliche Minderheit sei in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen. Das de facto regierende ägyptische Militär habe bisher kein Interesse daran gezeigt, Kopten effektiv zu schützen, erklärte die IGFM gestern in einer Stellungnahme.

Anlaß für die Pressemeldung der IGFM war ein Pogrom im überwiegend koptischen Dorf Nazlet Faragallah im oberägyptischen Gouvernement Minya:

In der Nacht vom 7. auf den 8. August 2011 hatten hunderte muslimische Extremisten Häuser und Geschäfte von Kopten angegriffen, geplündert und Vieh gestohlen. Zahlreiche Häuser wurden zerstört und gebrandschatzt. Ein Kopte wurde ermordet.

Den Ausschreitungen war ein Disput vorausgegangen, weil muslimische Männer christliche Frauen belästigt haben sollen. Darauf folgten u.a. ein „sit in“ von Kopten, ein Versöhnungstreffen, aber auch weitere Zusammenstöße in der Gouvernementshauptstadt Minya. Vertreter beider Religionsgemeinschaften verurteilten die Gewalt.

Die IGFM kritisiert, dass während der Ausschreitung über Stunden hinweg keine Sicherheitskräfte eintrafen und später nur in zu geringer Zahl. Erst nach dem Ende der schweren Gewalttaten seien die Sicherheitskräfte spürbar verstärkt worden.

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin stellt hierzu fest: „Der ägyptische Staat muss solchen Angriffen entschieden entgegentreten – sonst lassen sich negative Entwicklungen in einigen Teilen der ägyptischen Gesellschaft nicht aufhalten. Der Staat muss seinen internationalen Verpflichtungen gerecht werden und das Recht auf Religionsfreiheit und körperliche Unversehrtheit sicherstellen!“

Weitere Infos: http://www.igfm.de/