IRAN: Pastor wegen „Abfall vom Islam“ zum Tod verurteilt

IGFM organisiert Mahnwache am 25. August 2011 in Frankfurt

Im Alter von 19 Jahren konvertierte Youcef Nadarkhani vom Islam zum Christentum. Bereits seit 2001 ist er Pastor in einem Netzwerk evangelischer Hauskirchen. Zudem war er bis zu seiner Verhaftung Leiter einer 400 Mitglieder zählenden Gemeinde.

Am 22. September 2010 verurteilte ihn das Revolutionsgericht in Rasht wegen Abfall vom Islam und Verbreitung nichtislamischer Lehren zum Tod durch den Strang. Dieses Urteil wurde letztinstanzlich bestätigt und kann jederzeit vollstreckt werden.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt fordert die Aufhebung des Urteils und die sofortige Freilassung von Pastor Nadarkhani. Die freie Wahl des Glaubens ist Teil des Menschenrechts auf Religionsfreiheit, das auch der Iran völkervertragsrechtlich anerkannt hat.

Am Donnerstag, den 25. August 2011, findet eine Mahnwache gegen dieses Todesurteil statt  –  und zwar ab 10 Uhr am Generalkonsulat der Islamischen Republik Iran in 60320 Frankfurt am Main, Raimundstraße 90.

Die IGFM bitte alle Interessierten herzlich, sich an den Aktionen für Pastor Nadarkhani zu beteiligen.

Weitere Infos: http://www.igfm.de/Iran-Todesstrafe-fuer-Pastor-Youcef-Nadarkhani.2942.0.html
Appell-Vorschlag: http://www.igfm.de/Appellvorschlag-fuer-Pastor-Youcef-Nadarkhani.2943.0.html

Kontakt-Daten:  
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte
IGFM – Deutsche Sektion e.V.
Borsigallee 9, 60388 Frankfurt am Main
Tel.: 069-420108-0, Fax: 069-420108-33
eMail: info@igfm.de, www.menschenrechte.de


1500 „Botschaften“ in San Martino di Schio

Marianische „Privatoffenbarungen“ an Renato Baron

Die „Erscheinungsstätte“ San Martino liegt in der oberitalienischen Stadt Schio in der Provinz Vicenza.

Seit dem 25.3.1985 will Renato Baron dort etwa 1500 „Botschaften“ der Gottesmutter erhalten haben, die sich bei ihren Erscheinungen als „Königin der Liebe“ vorgestellt habe. Die Privatoffenbarungen von Schio sind kirchlich nicht anerkannt.

Die erste Vision soll sich beim Beten vor einer Marienstatue ereignet haben, die sich angeblich plötzlich bewegte und Folgendes zu Renato Baron sprach:

„Ich habe dich auch gestern erwartet. Von heute an wirst du immer hierher kommen, denn ich muss mit dir über so viele Dinge reden, und dann… wirst du sie aufschreiben, aber inzwischen warte noch. Komm morgen und ich werde dir den Rest sagen.“

Der „Rest“ bestand aus weiteren 1500 „Offenbarungen“ besagter „Königin der Liebe“ zwischen dem 25.3.1985 und dem 2.9.2004, wobei die Erscheinung mitunter einen unerklärlichen „Rosenduft“ hinterlassen habe.

Tausende von Anhängern sammelten sich in einem „Werk der Liebe“, wozu auch eine spezielle „Marienweihe“ gehört.  Der Visionär Renato starb am 2.9.2004 im Alter von 71 Jahren, wobei sein Leben fast 20 Jahre lang von Visionen geprägt war.

Die vermeintlichen „Botschaften des Himmels“  enthalten freilich zahlreiche theologische Merkwürdigkeiten und Irrtümer. Überdies enden sie häufig mit dem sentimentalen Schlußsatz: „Ich drücke euch alle an mein Herz“ oder „Ich drücke euch an mich“.

Es fällt auf, daß von Christus nur selten die Rede ist. Zahlreiche „Botschaften“ beginnen mit den Worten: „Verherrlicht mit mir den Vater“ oder „Lobpreisen wir in Ewigkeit den Vater“ oder „Singt mit mir Ehre dem Vater.“   –  Warum fehlen Christus und der Heilige Geist?

Die „Offenbarungen“ sind zudem nicht frei von merkürdiger Panikmache; so soll die Erscheinung gesagt haben: „Ich könnt nicht sehen, was ich sehe, aber ich versichere euch, daß das, was ich sehe, schrecklich ist“, wie die Zeitschrift „Leben“ (Nr.96, S.15) in einem Jubelartikel über Schio berichtet.

Am 16. April 2000 soll die „Madonna“ dem „Seher“ und seiner Schar erklärt haben:

„Ich seid der Same, den ich gesät habe, um in meiner Kirche die Liebe aufgehen zu lassen; seid also nur Liebe. Das Werk, das mit euch begonnen hat, ist das neue Antlitz der Kirche  – und die Kirche, die Jesus ganz umgewandelt haben möchte in ein Werk der Liebe, in eine einzige Kirche der Liebe, wird das Antlitz des Werkes haben.“

Es handelt sich hier um offensichtlichen Unfug sowie Irrlehren:

1. Die katholische Kirche ist die Kirche Christi. – Maria ist ihr Urbild und Leitbild, ihre heiligste Tochter, aber sie ist nicht Stifterin bzw. Begründerin dieser Kirche.

2. Wir sollen als Christen keineswegs „nur Liebe“ sein, sondern auch die göttlichen Tugenden des Glaubens und der Hoffnung verinnerlichen, zudem Werte wie Wahrheit und Gerechtigkeit.

3. Warum sollte erst nach 2000 Jahren in der Kirche „die Liebe aufgehen“  – war dies bislang nicht der Fall?!

4. Es ist offensichtlich irreführend, wenn behauptet wird, Jesus wolle die Kirche „ganz umgewandelt“ haben in ein „Werk der Liebe“  –  war sie dies als Stiftung Christi nicht immer schon?!

5. Die künftig „ganz umgewandelte“ Kirche soll also das „Antlitz“ tragen vom „Werk der Liebe“, das mit dem Visionär Renato Baron begonnen habe. Damit wird die Kirche Christi mit dem Fanclub einer bestimmten „Erscheinung“ verknüpft, was ebenso unsinnig wie sektiererisch ist.

Es erübrigt sich, die weiteren ca. 1500 „Botschaften“ zu analysieren, wenn bereits eine einzige dieser „Offenbarungen“ derart von Irrlehren geprägt ist.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster