Vietnam verhaftet engagierte Christen und Lebensrechtler

Kommunistisches Regime auf restriktivem Kurs

Mindestens zwölf vietnamesische Christen, die sich in religiösen, sozialen und politischen Anliegen eingesetzt haben, befinden sich seit mehreren Wochen in Haft, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt.

Nach Einschätzung der IGFM ist derzeit eine zunehmend aggressive Reaktion der vietnamesischen Diktatur auf jedes in ihren Augen „nonkonformes“ Verhalten festzustellen.

Am 21. August 2011 wurde in Hanoi eine friedliche regierungskritische Kundgebung gewaltsam aufgelöst. Dabei wurden etwa 50 Personen festgenommen. Mindestens sechs der Demonstranten befinden sich immer noch in Haft.

Zwischen dem 30. Juli und dem 19. August 2011 sind 19 Katholiken und ein evangelischer Christ verhaftet worden. Sieben Personen kamen inzwischen frei, zwölf Christen befinden sich bis heute im Gefängnis.

Gegen fünf der Inhaftierten wird wegen „subversiver Aktivitäten“ (Art. 79 des StGB) ermittelt. Begründet wird dies mit der Beschuldigung, sie würden der verbotenen „Revolutionären Reformpartei“ (Viet Tan) angehören. Im Falle einer Verurteilung würden ihnen 5 bis 20 Jahre Knast bzw. lebenslängliche Haft oder gar die Todesstrafe drohen.

18 der 19 inhaftierten Katholiken stammen aus der Diözese Vinh, deren Bischof Nguyen Thai Hop derzeit den Vorsitz der vatikanischen Kommission „Justitia et Pax“ (Gerechtigkeit und Frieden)  innehat. Die katholischen Bürgerrechtler engagierten sich für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder, für soziale Reformen und  politische Gefangene.