Papst: „Folgen wir der Logik Gottes!“

„Willst Du ewig Freude haben, hang jenem an, der ewig ist!“

Beim traditionellen Gebet des „Angelus“ (Engel des Herrn) predigte Papst Benedikt heute  –  am Sonntag, den 28. August 2011  –  über die Logik Gottes und die Nachfolge Christi als Kontrastprogramm zu egozentrischer Selbstverwirklichung:

Wenn sich die Selbstverwirklichung nur noch am sozialen Erfolg, an Fitness und Wohlstand orientiert, dann folgt das nicht mehr der Logik Gottes, sondern der Logik der Menschen.“

Der Papst erklärte außerdem bei seiner Ansprache an seinem Ferienort Castelgandolfo bei Rom:  Wer „nach der Art der Welt“ denke, der „schiebt Gott beiseite und verweigert sich seinem Plan der Liebe“.

Wie damals die Jünger rufe Christus auch die Menschen von heute dazu auf, „sich selbst zu verleugnen, ihr Kreuz auf sich zu nehmen und IHM nachzufolgen“.

Den deutschsprachigen Pilgern sagte der Papst:

„Der heutige Sonntag fällt mit dem Gedenktag des heiligen Augustinus zusammen. Daher möchte ich euch ein Wort dieses großen Kirchenvaters mit auf den Weg geben: „Willst du ewig Freude haben, hange jenem an, der ewig ist.“

Glücklich sein ist der tiefste Wunsch jedes Menschen. Gott allein schenkt diese unverlierbare Freude. Er vermag unsere innerste Sehnsucht nach ewigem Glück zu stillen. Öffnen wir uns seiner Liebe, suchen wir seine Nähe im regelmäßigen und vertrauensvollen Gebet. Dazu geleite euch der Heilige Geist!“


CDU-Politiker und Vertriebene wollen nationalen Gedenktag

5. August soll an die Vertreibung von Millionen Deutschen erinnern

Erika Steinbach, CDU-Bundestagsabgeordnete und Präsidentin des „Bundes der Vertriebenen“ (BdV), hat sich am gestrigen „Tag der Heimat“ erneut für den 5. August als nationalen Gedenktag zur Erinnerung an die Vertreibung der Deutschen ausgesprochen.

Dieses Datum erinnert an die Verabschiedung der „Charta der Heimatvertriebenen“ am 5. August 1950, als sich die Landsmannschaften der Vertriebenen zum „Recht auf die Heimat“ bekannten und zugleich jeder Rache und Vergeltung eine Absage erteilten. Diese Proklamation ist als „Friedens-Charta“ in die Geschichte der Deutschen eingegangen.

Vor rund 1000 Teilnehmern der zentralen Gedenkveranstaltung zum „Tag der Heimat“  in Berlin bekräftigte die BdV-Chefin und parlamentarische Menschenrechtsbeauftragte, die Bundesregierung solle „endlich Taten sehen lassen“, sei es nun hinsichtlich des Gedenktages oder der „überfälligen finanziellen Entschädigung“ für Vertriebene.

Steinbach verlangte schnellere Fortschritte bei der 2008 ins Leben gerufenen Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“: „Wichtig ist, dass die Arbeit endlich zügiger als bisher vorangeht“, sagte sie. Es gehe darum, daß die letzten Zeitzeugen noch erlebten, „dass ihr Schicksal nicht vergessen ist und einen festen Platz in der deutschen Hauptstadt hat“, erklärte sie hierzu.

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) plädierte in seiner Berliner Festansprache ebenfalls für die Einführung eines nationalen Gedenktages für die Vertriebenen: „Dafür gibt es hinreichend gute Gründe“, sagte der CDU-Politiker. Auch kommende Generationen sollten die Erinnerung an das Schicksal der Vertriebenen wach halten, erläuterte er.

Bereits im Vorjahr hatte sich CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe für einen solchen Gedenktag stark gemacht: „Das millionenfache unsägliche Leid der Vertriebenen, ihre Integration und ihr starker Beitrag zum Wiederaufbau sollten durch einen Gedenktag angemessen gewürdigt werden.“  – Niemand stelle in Frage, daß Krieg und NS-Gewaltherrschaft der Vertreibung vorausgegangen seien, sagte Gröhe  – und fügte hinzu: „In gleicher Unbedingtheit gilt aber der Satz: Vertreibung ist immer Unrecht.“

Es gibt freilich auch Gegenstimmen in der Union: Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) wandte sich gegen die Einführung eines Gedenktags für die Vertriebenen; er sieht in einem solchen Schritt keinen Beitrag zur Schärfung des öffentlichen Bewußtseins.  –  Gröhe widersprach Lammert: die Vertreibung der Deutschen sei ein „besonderer Einschnitt“ gewesen, den man beachten solle.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster