Freiwillige hohe Entschädigungszahlungen durch Kloster Ettal

Wegen körperlicher Züchtigungen, Mißhandlungen und Mißbrauchsfällen, die im Internat Ettal bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts vorgekommen sind, hat das Kloster Ettal den Opfern freiwillig 700.000 € als Hilfsleistung und Entschädigung zur Verfügung gestellt, wobei hierzu keine straf- oder zivilrechtliche Verpflichtung bestand. –  Hier folgt der Wortlaut der Ettaler Presse-Erklärung:

Stellungnahme der Benediktiner-Abtei Ettal vom 6.9.2011

Das von der Benediktiner-Abtei Ettal eingesetzte Kuratorium hat Entschädigungsleistungen für 70 Antragsteller festgelegt. Kloster Ettal stellt für Hilfsleistungen insgesamt 700.000,00 Euro bereit. Wissenschaftliche Aufarbeitung der Vorfälle durch das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) in München hat begonnen.

Die Benediktinerabtei Ettal hat im April dieses Jahres ein unabhängiges Kuratorium eingesetzt, das vom ehem. Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Jentsch am 17.2.2011 angekündigt worden ist.

Das Kuratorium bestand aus Herrn Rolf Hüffer (ehemaliger Präsident des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes), Frau Angelika Neugebauer (Weisser Ring) und Herrn Stefan Port (kibs – Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Jungen und jungen Männern).

Die Mitglieder des Kuratoriums waren beauftragt, eine individuelle materielle Entschädigung der Opfer festzulegen, um erlittenes Leid auch auf dieser Ebene anzuerkennen. Die Aufarbeitung der im Februar 2010 bekanntgewordenen Vorkommnisse in Internat und Schule des Klosters wurde damit weitergeführt. Das Kloster war in die Entscheidungsfindung des Kuratoriums nicht eingebunden und hatte keinen Einfluss auf die Höhe der Zahlungen.

Die Antragsfrist für Entschädigungsleistungen wurde bis zum 30. Juni dieses Jahres verlängert. Anschließend hat das Kuratorium in mehreren Sitzungen über die eingegangenen 70 Anträge beraten und entschieden. Die Anträge bezogen sich überwiegend auf Vorwürfe von schwerer physischer und psychischer Gewalt und teilweise auf sexuellen Missbrauch im Zeitraum vor allem von 1945 bis in die 1980er Jahre.

Das Kuratorium hat jeden Einzelfall nach eigenen Kriterien und in Anlehnung an das System der unabhängigen Opferschutzkommission in Österreich (Klasnic-Kommission) bearbeitet. Es wurden im Grundsatz Entschädigungsstufen zwischen 5.000 € und  –  in Ausnahmefällen  –  20.000 € festgelegt. Die Entscheidungen des Kuratoriums wurden den Antragstellern persönlich schriftlich mitgeteilt. Die Auszahlung der Beträge wird derzeit vom Kloster vorgenommen.

Insgesamt hat das Kloster Ettal für Entschädigungsleistungen, Therapiekosten und sonstige Hilfen 700.000 € bereitgestellt.

Unabhängig davon hat das Kloster Ettal das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) in München mit einer wissenschaftlichen Untersuchung beauftragt, um eine fachkundige Aufarbeitung der Vorkommnisse zu erreichen. Das Institut IPP wurde in Abstimmung mit dem Verein der Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer sowie Herrn Prof. Dr. Jentsch ausgewählt.

Das Institut hat die Arbeit inzwischen begonnen und wird sie voraussichtlich im Sommer 2012 abschließen. Die Ergebnisse werden in das bereits laufende Präventionskonzept des Klosters Ettal einfließen und vom Kloster bekannt gemacht werden.

Wir, die Mönche der Abtei Ettal, danken den Mitgliedern des Kuratoriums, den Mediatoren und Herrn Prof. Dr. Jentsch für die geleistete Arbeit und ihre Hilfe. Wir danken besonders auch den Betroffenen, die bereit sind, den schwierigen Weg der Aufarbeitung mit dem Kloster Ettal zu gehen. Wir sind uns bewusst, dass wir mit den geleisteten Hilfen nicht allen Wünschen der Betroffenen gerecht werden können.


Rot-China: Pastor zu Arbeitslager verurteilt

IDEA und IGFM benennen „Gefangenen des Monats“: Pastor Shi Enhao

Der chinesischen Pastor Shi Enhao wurde von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA zum „Gefangenen des Monats September“  benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen.

Der 55-jährige stellv. Leiter der Hauskirchen-Allianz im kommunistisch regierten China wurde Mitte Juli 2011 zu zwei Jahren „Umerziehung durch Arbeit“ verurteilt. Er war am 31. Mai in Suqian verhaftet worden. Die Behörden werfen ihm das „Organisieren illegaler Versammlungen für religiöse Treffen“ vor. Der Pfarrer leitet eine Hausgemeindebewegung im Umland von Peking. Die Polizei hat Spendengelder der Gemeinde von Shi beschlagnahmt und Gottesdienste untersagt.  –  IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao um die sofortige Freilassung des Pastors zu bitten.

Die Zahl der Christen in China wird auf bis zu 130 Millionen geschätzt. Zum Vergleich: Die Kommunistische Partei umfaßt ca  80 Millionen Mitglieder. Die meisten Christen versammeln sich in staatlich nicht anerkannten Hausgemeinden, um der Kontrolle des kommunistischen Regimes zu entgehen; sie werden mitunter von örtlichen Behörden drangsaliert.

Der staatlich anerkannte „Chinesische Christenrat“ und die „Patriotische Drei-Selbst-Bewegung“  repräsentieren etwa 18 Millionen Protestanten. Von den etwa 20 Millionen Katholiken gehören rund sechs Millionen zu regimetreuen „Patriotischen kath. Kirche“,  die Mehrheit von 14 Millionen hingegen zur romtreuen kath. Kirche.

 

 


Die Eucharistie ist Opfer der Kirche und Gastmahl des Herrn zugleich

Vatikan-Instruktion gegen Mißbrauch in der Liturgie: „Redemptionis sacramentum“

Die vatikanische Gottesdienst-Kongregation hat am 23. April 2004 in einer klaren Verlautbarung mit dem Titel «Redemptionis Sacramentum» (Sakrament der Erlösung) die bestehenden Normen für die Liturgie und besonders für die katholische Meßfeier festgeschrieben; zugleich wurde eine Vielzahl möglicher Mißstände aufgezeigt und untersagt.

Aus dieser römischen Instruktion folgen hier einige wesentliche Abschnitte: 

Zunächst ist von „Schatten“ nach der Liturgiereform die Rede; man könne  „nicht verschweigen, daß es Mißbräuche, auch sehr schwerwiegender Art, gegen das Wesen der Liturgie und der Sakramente sowie gegen die Tradition und die Autorität der Kirche gibt. An einigen Orten sind mißbräuchliche Praktiken in der Liturgie zur Gewohnheit geworden. Es ist klar, daß dies nicht zugelassen werden kann und aufhören muß“. (Nr.4; Bezug auf ein päpstl. Schreiben von 1980)

„…die beständige Lehre der Kirche über das Wesen der Eucharistie, die nicht nur ein Gastmahl, sondern auch und vor allem ein Opfer ist. Bisweilen wird ein stark verkürzendes Verständnis des eucharistischen Mysteriums sichtbar. Es wird seines Opfercharakters beraubt.“ (Nr.38)

„Man kann es nicht hinnehmen, daß einige Priester sich das Recht anmaßen, eucharistische Hochgebete zusammenzustellen oder die von der Kirche approbierten Texte zu ändern.“ (Nr.51)

„Es ist nicht erlaubt, die vorgeschriebenen biblischen Lesungen aus eigenem Gutdünken wegzulassen oder zu ersetzen oder gar die Lesungen und den Antwortpsalm, die das Wort Gottes enthalten, mit anderen nichtbiblischen Texten auszutauschen.“ (Nr.66)

„Das Verbot der Zulassung von Laien zur Predigt innerhalb der Meßfeier gilt auch für die Alumnen der Seminare und für Pastoralassistenten, sowie für jedwede Art, Gruppe, Gemeinschaft oder Vereinigung von Laien.“ (Nr.66)

„Bei der heiligen Messe sowie bei anderen Feiern der heiligen Liturgie darf kein Glaubensbekenntnis zugelassen werden, das nicht in den rechtmäßig approbierten liturgischen Büchern enthalten ist.“ (Nr.69)

„Diejenigen, die an einer Messe teilnehmen, dürfen während der Feier nicht an Tischen sitzen.“(Nr.77)

„Schließlich ist der Mißbrauch streng zu verurteilen, in die Feier der heiligen Messe Elemente einzufügen, die entgegen den Vorschriften der liturgischen Bücher Riten anderer Religionen entnommen sind.“ (Nr.79)

„Es kommt vor, daß die Gläubigen massenweise und ohne Unterscheidung zum heiligen Tisch hinzutreten. Es ist Aufgabe der Hirten, diesen Mißbrauch mit Klugheit und Festigkeit zu korrigieren.“ (Nr.83)

Wenn eine Gefahr der Profanierung besteht, darf die Kommunion den Gläubigen nicht auf die Hand gegeben werden.“ (Nr.93)

„Es ist notwendig, die kleine Patene für die Kommunion der Gläubigen beizubehalten, um die Gefahr zu vermeiden, daß die heilige Hostie oder einzelne Fragmente auf den Boden fallen.“ (Nr.93)

„Es ist dem Kommunikanten nicht erlaubt, selbst die Hostie in den Kelch einzutauchen…“ (Nr.104)

„… der Priester … muß am Altar kommunizieren“ (Nr. 97).

„Auch wenn es erlaubt ist, die Messe nach Maßgabe des Rechts für bestimmte Gruppen zu feiern, sind diese Gruppen dennoch nicht von der treuen Befolgung der liturgischen Normen ausgenommen.“ (Nr. 114)

Der außerordentliche Spender der heiligen Kommunion darf die Kommunion nur dann austeilen, wenn der Priester durch Krankheit oder aus einem anderen ernsten Grund verhindert ist. Eine kurze Verlängerung (der Messe ist) ein völlig unzureichender Grund.“ (Nr.158)

„Der Diözesanbischof soll die Praxis der letzten Jahre in dieser Sache gegebenenfalls korrigieren.“(Nr.160)

„Die wichtigsten Lösungen (bei Priestermangel) werden darin bestehen, daß andere Priester zu diesem Zweck herbeigerufen werden oder die Gläubigen eine in der Nachbarschaft gelegene Kirche aufsuchen.“

Zu den „graviora delicta“ (schwerwiegenden Verstößen), deren Bestrafung „der Kongregation für die Glaubenslehre vorbehalten“ ist, gehört die „verbotene Konzelebration des eucharistischen Opfers zusammen mit Dienern kirchlicher Gemeinschaften, die nicht in der apostolischen Sukzession stehen“. (Nr. 172c)

Für die Zusammenstellung dieser Zitate danken wir dem  ZPV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen)

Hier der vollständige Text dieser Liturgie-Instruktion: http://www.liturgie.de/download/ve_164.pdf

Oder hier auf der Vatikan-Webseite: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccdds/documents/rc_con_ccdds_doc_20040423_redemptionis-sacramentum_ge.html