Scharfe Kritik der Basis an CDU-Chefin Angela Merkel

CDU-Regionalkonferenz beanstandet Europapolitik, Atomausstieg und Partei-Umgang mit „Abweichlern“

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bei der letzten und sechsten CDU-Regionalkonferenz in diesem Herbst von ihrer Parteibasis hart kritisiert worden.. Vor allem die derzeitge Europolitik und der Atomausstieg wurden der CDU-Vorsitzenden am Dienstagabend in Magdeburg vorgehalten. Etwa 1000 CDU-Mitglieder nahmen an der Veranstaltung teil.

Nach der Debatte um die verbale Entgleisung von Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) wurde auch der Umgang mit parteiinternen Kritikern beanstandet;  ein CDU-Redner forderte die Entlassung von Kanzerlamtsminister Ronald Pofalla wegen dessen Ausfällen gegen den CDU-Parlamentarier Wolfgang Bosbach, der den erweiterten Euro-„Rettungsschirm“ EFSF ablehnt.

 


Bekenntniskongreß kritisiert: Kreuz wird immer mehr verdrängt

Die „Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften“  – ein  Dachverband theologisch konservativer Protestanten  –  erklärte auf  ihrem dreitägigen Kongreß  in Goslar, die Heilsbedeutung des Kreuzes Christi werde in der Lehre und Verkündigung zunehmend ausgeblendet, In der Öffentlichkeit sei das Kreuz zunehmend unerwünscht  –  und auch Muslime stießen sich daran.

Vorträge, Gesprächskreise und Impulsreferate der evangelischen, katholischen und orthodoxen  Teilnehmer befaßten sich u.a. mit der Bedeutung des Kreuzes in Kunst und Kultur.

Die evangelikale Konferenz ging am 5. Oktober 2011 mit der Verabschiedung der «Goslar-Erklärung» zu Ende. In  dieser Resolution  soll das Kreuz Christi als «Mitte für Glauben und Ökumene» hervorgehoben werden, wie es der katholische Weihbischof  Andreas Laun (Salzburg) als Gastreferent der Tagung formulierte.

Die Anfänge der „Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften“ reichen bis in die 6Oer Jahre zurück. Ihre konservativen Gründer warfen den protestantischen Kirchenleitungen und besonders dem Weltkirchenrat in Genf politische Ideologisierung und geistlich-theologische Verflachung vor. Daher veranstalteten sie ihre Konferenzen  als «biblisch begründete Alternative» zu den Vollversammlungen des Weltkirchenrates  –  und  sie bringen seit Jahrzehnten eine eigene Zeitschrift namens „Diakrisis“ heraus.


Chemie-Nobelpreis für israelischen Forscher

Daniel Shechtman wird wegen Entdeckung von „Quasikristallen“ gewürdigt

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den israelischen Forscher Daniel Shechtman. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften (RSAS) in Stockholm am Mittwoch, den 5.10.2011 bekannt.

Die Akademie zeichnet den Wissenschaftler für seine Entdeckung von „Quasikristallen“ aus. Shechtmans Entdeckung von 1982 habe den Blick der Chemie auf feste Materie grundlegend geändert, so die Begründung.

„Entgegen der Annahme, dass Atome in Kristallen in symmetrischen Mustern angeordnet sind, bewies Shechtman, dass die Atome auch in Mustern angeordnet sein können, die sich niemals wiederholen“, erklärte die RSAS.

„Seine Entdeckung war äußerst kontrovers. Bei der Verteidigung seiner Ergebnisse wurde er sogar aufgefordert, seine Forschungsgruppe zu verlassen. Jedoch zwang sein Kampf die Wissenschaft letztendlich dazu, ihre Wahrnehmung von Materie grundlegend zu überdenken.“

Shechtman (70 J.) forscht am Technion in Haifa. Nach Bekanntgabe seiner Auszeichnung sagte Shechtman: „Es fühlt sich großartig an.“

Diese höchste Auszeichnung für Chemiker ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert.

Vor Shechtman wurden bereits neun Israelis mit Nobelpreisen ausgezeichnet: Shmuel Yosef Agnon (Literatur), Menachem Begin, Yitzhak Rabin und Shimon Peres (Frieden); Avram Hershko, Aaron Ciechanover and Ada Yonath (Chemie); Robert Aumann und Daniel Kahneman (Wirtschaft).

Quelle: Botschaft des Staates Israel

 


Odila Carbanje: „Menschliche Organe sind kein Staatseigentum.“

CDL: „PID bedeutet Selektion von Behinderten.“

Aus einem Bericht der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA vom 4.10.2011:

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist „Selektion von Behinderten“. Diese Ansicht vertrat die nordrhein-westfälische Landesvorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), Odila Carbanje, auf der Mitgliederversammlung am 1. Oktober 2011 in Bochum.

Bei der PID werden künstlich erzeugte Embryonen auf genetische Unregelmäßigkeiten untersucht, bevor sie in den Mutterleib eingepflanzt werden. Vernichtet werden Embryonen, die Anzeichen für eine spätere Behinderung aufweisen.

Im Juli hatte der Bundestag eine begrenzte Zulassung der PID beschlossen. Carbanje erinnerte jetzt daran, dass Papst Benedikt XVI. in seiner Rede vor dem Bundestag und Mitgliedern des Bundesrats gegen die PID Stellung bezogen hatte.

Dennoch habe die Ländervertretung nur einen Tag später das PID-Gesetz „still und heimlich durchgewunken“. Dies komme einer „Verhöhnung der vom Papst zitierten christlichen Grundwerte“ gleich. Es könne als „Armutszeugnis für die CDU“ bezeichnet werden, dass ein Drittel ihrer Abgeordneten der PID-Zulassung zugestimmt haben.

Auch werde Bundespräsident Christian Wulff höchstwahrscheinlich das Gesetz unterschreiben. Carbanje: „Wir müssen leider davon ausgehen, dass die PID durchkommen wird.“

Kritik an geplanter Neuregelung der Organspende

Im Blick auf die Debatte um die Änderung des Transplantationsgesetzes vertrat Carbanje eine kritische Sichtweise der Organspende. Wenn diese als der größte Akt christlicher Nächstenliebe bezeichnet werde, bestehe die Gefahr, dass die zugesicherte Freiwilligkeit jedes Einzelnen durch moralischen Druck zunichte gemacht werde.

Fragwürdig sei auch die Rolle des Staates, wenn er die Bürger verpflichten wolle, über ihre Bereitschaft zur Organspende Auskunft zu geben. Carbanje: „Organe sind kein Staatseigentum.“

Der Sachbuchautor Richard Fuchs (Düsseldorf) vom Verein „Kritische Aufklärung über Organtransplantation“ führte aus, dass ein für hirntot erklärter Mensch keine Leiche, sondern ein wehrloser Patient sei. Da das Bewusstsein noch vorhanden sei, sei eine Organentnahme für diese Menschen eine „grauenvolle Erfahrung“.  –  Fuchs: „Organentnahme verhindert menschenwürdiges Sterben.“  –  Sterbende Menschen und soeben Verstorbene würden zu Lieferanten von „Rohstoffen“.

Seit 1997 gilt in Deutschland bei der Organspende die sogenannte „erweiterte Zustimmungslösung“: Organe eines Toten dürfen nur entnommen werden, wenn sich entweder der Verstorbene selbst zu Lebzeiten für eine Organspende ausgesprochen hat oder die nächsten Angehörigen einer Organentnahme zustimmen. Sie sind an den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gebunden.

Im Blick auf eine Novellierung des Gesetzes ist auch die am weitesten gehende Widerspruchsregelung in der Diskussion: In diesem Fall könnten jeder Person nach einem Hirntod Organe entnommen werden, sofern der Betroffene dem nicht widersprochen hat.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) möchte eine Entscheidungsregelung einführen, wonach jeder gesetzlich Versicherte gegenüber seiner Krankenkasse erklären soll, ob er zur Organspende bereit ist. Diese Information könnte auch auf neuen Elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Damit wäre der Organspendeausweis zumindest für gesetzlich Versicherte hinfällig.

Hinweis: Die CDL ist eine Initiative in den Unionsparteien. Unter den 5.000 Mitgliedern sind zahlreiche Bundestags-, Landtags- und Europa-Abgeordnete sowie Kommunalpolitiker.