Kinderpsychiater warnt gestreßte Eltern vor Spätfolgen bei Kindern

Michael Winterhoff plädiert für mehr Stille und Einfühlungsvermögen in der Erziehung

Kinder von gestreßten Eltern laufen Gefahr, in ihrer emotionalen Entwicklung bis ins Erwachsenenalter hinein auf dem Stand eines Kleinkindes zu verharren. Das erkärte der Bonner Kinderpsychiater Michael Winterhoff  jetzt im „Kölner Stadt-Anzeiger“:

„Die Kinder sind nicht in der Lage, Zusammenhänge zu erkennen; sie können nicht aus Konflikten lernen; sich nicht in andere einfühlen“, beschreibt der Autor des Buches „Lasst Kinder wieder Kinder sein.“

Ursache hierfür sind seiner Meinung nach die permanente Erreichbarkeit und die fehlenden Ruhepausen der Eltern:

„Im Fernsehen sind wir bei allen Katastrophen in der Welt live dabei. Halbstündlich. Auf allen Kanälen. Für unsere Psyche bedeutet das: Wir sind mittendrin. Die Psyche stellt sich um auf Katastrophe.“

Intuitive Kindererziehung könne aber in diesem Modus nicht mehr stattfinden: „Wir versuchen nur noch zu retten, was zu retten ist.“   –  Anders als in wirklichen Katastrophenzeiten  –  wie in Kriegen  –  gäbe es aber keinen wirklichen Grund für diese Überlebenskampf-Mentalität.

Einen Ausweg aus dieser Sackgasse biete ein einmaliges Kontrastprogramm. Winterhoff schlägt fünf Tage Kloster vor  – oder fünf Stunden Waldspaziergang allein und ohne Ziel:

„Sie müssen Ihre Psyche längere Zeit einem konträren Zustand aussetzen. Dann sind Sie wieder in der Intuition. Sie wissen, wie Sie mit Ihrem Kind umgehen müssen.“

Anschließend sei Streß  – mit kurzen, bewußten Auszeiten – wieder erlaubt. Eine Verbesserung der Beziehung zum Kind sei unmittelbar zu spüren.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Erzbischof Sequera gegen Stierkämpfe

Bereits der hl. Papst Pius V. verurteilte den Stierkampf

Stierkämpfe sind mit katholischen Werten nicht vereinbar. Dies erklärte der Erzbischof von Maracaibo in Venezuela der Tageszeitung „El Universal“. Deshalb spreche sich die Kirche für ein Ende der traditionellen Stierkämpfe aus.

Erzbischof Ubaldo Sequera sagte all jenen Gruppen seine Unterstützung zu, die sich für eine Abschaffung der Kämpfe einsetzen. Der Vorsitzende der Venezolanischen Bischofskonferenz kritisierte besonders die vielen Stierkämpfe während der Festwochen in Maracaibo, der zweitgrößten Stadt des Landes.

Soweit die heutige Meldung von Radio Vatikan.

Ergänzend sei darauf hingewiesen, daß die Stierkämpfe bereits in einer päpstlichen Bulle des hl. Papstes Pius V. verurteilt wurden; die Matadore (Stierkämpfer) wurden darin mit Exkommunikation (Ausschluß aus der kirchlichen Gemeinschaft)  bedroht. Es handelt sich um die Bulle „De salutis gregis dominici“ von 1567.

Die Stierkämpfe wurden teils wegen ihrer heidnischen Herkunft (Opfer-Rituale bzw. Tieropfer für die Götter) abgelehnt  – es gab dieses „Schauspiel des Todes“ bereits  im Alten Rom  –  teils wegen des unnötigen Leiden der Tiere bzw. Stiere  – und vor allem auch wegen der verwegenen Lebensgefährdung der Stierkämpfer selbst, deren  „Spiel mit dem Tod“ nicht selten tödlich endete.

Felizitas Küble