Europa im Ansturm von Multikultur

Inge M. Thürkauf über wesentliche Unterschiede zwischen Islam und Christentum

Multikultur ist seit einigen Jahrzehnten eine gesellschaftliche Wirklichkeit in unseren europäischen Ländern. Die Gruppe der Migranten, die die multikulturelle Diskussion in der westlichen Welt nachhaltig angestoßen und zu einem zentralen Diskussionsthema ausgeweitet hat, sind die Muslime.

Wir sind nicht allzu weit davon entfernt, nicht nur in den Stammländern des Islam, sondern auch im westlichen Europa, von einem „real existierenden Islam“ zu sprechen. Diese neue Konstellation ist dabei, sich zu einem bedrohlichen „Kampf der Kulturen“ auszuweiten.

Um dies zu verhindern, versuchen nicht wenige Politiker und auch Vertreter der Kirche, sich auf die islamische Religion, die den eigenen Glauben doch nur bereichern könne, „einzulassen“ und erträumen einen Islam, den es nicht gibt und den selbst die Muslime so nicht wollen.

Aufrichtige Muslime wehren sich gegen die Behauptung, beide Glaubensrichtungen hätten ein und denselben Gott. Ihnen ist sowohl der trinitarische Gott als auch die plurale Gesellschaft ein Greuel. Es sind die Muslime selbst, die die Verniedlichungsversuche der grün-roten Linken sehr scharf widerlegen.

Auch weigern sich islamische Staaten, die im Westen geltende Menschenrechtserklärung anzuerkennen, was deutlich zeigt, daß wir es hier mit einer politischen Ideologie zu tun haben, die mit den Werten und Normen unserer westlichen Staatssysteme unvereinbar ist.

Die Unkenntnis (oder besser gesagt: das Nicht-wahrhaben-wollen) der Politiker und nicht weniger Vertreter der Kirche gegenüber der Wirklichkeit dieser Kulturkreise, die sich diametral gegenüberstehen, ist verstörend.

Da im Koran Anklänge aus dem Alten und Neuen Testament zu finden sind, die den Anschein geben, die beiden Glaubensrichtungen hätten Ähnlichkeiten aufzuweisen bzw. nur unwesentliche Unterschiede würden sie trennen, entsteht die irrige Meinung, wir alle würden an einen Gott glauben.

Eine intensive Beschäftigung mit dem, was der Islam beinhaltet und vor allem: wer die Menschen sind, die im Kulturkreis des Islam leben, ist daher erstrangig. Dabei haben wir als Christen die Pflicht, zu unterscheiden zwischen Muslimen, also den Menschen –  und dem Islam, d. h. dem religiös-politischen Machtsystem.

Ein wesentliches Kriterium der beiden Glaubensrichtungen ist das völlig verschiedene Gottesbild und das entsprechend unterschiedliche Menschenbild.

Der Muslim sieht sein Verhältnis zu Allah ausschließlich in der Beziehung des Herrn zu seinem Knecht, zu seinem Sklaven. Der Sklave beugt sich vor seinem Herrn mit der Stirn auf den Boden.

Anders die jüdisch-christliche Stellung des Geschöpfs zum Schöpfer. Sie basiert auf einer Veranschaulichung Gottes und spricht vom Angesicht Gottes: „Gott lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig“ (Numeri 6, 25f) lautet der aaronitische Segen  –  und der im unzugänglichen Licht wohnende Gott (1.Tim 6, 16) sandte seinen Sohn, damit das Licht der Herrlichkeit Gottes sich zeige im Angesicht Jesu Christi.

Dieses konkrete bildhafte Anschauen Gottes lehnt der Muslim strikt ab. Schon gar nicht kann er Jesus als Gott anerkennen. Für ihn ist Jesus lediglich ein Geschöpf, ein Diener Allahs.

Das Verhältnis des Christen zu Gott ist eine Vater-Kind-Beziehung. Auf die Bitte der Jünger hin: „Lehre uns beten“, antwortet Jesus: „So sollt ihr beten: Vater unser, der Du bist im Himmel…“

Für den Muslim ist die Anrede Vater oder „Abba“  –  was übersetzt werden kann mit Papa oder Väterchen  –   eine Blasphemie. Im Islam darf sich niemand mit der Liebe eines Kindes an Allah wenden.  – Sure 19,94 spricht davon, daß keiner in den Himmeln und auf Erden sich dem Erbarmer anders nahen darf denn als Sklave.

Ein äußerst tragischer Aspekt im Islam ist der Mangel an Heilszuversicht  – das gilt auch für fromme Muslime. Da Allah allmächtig ist, schließt das mit ein, daß er völlig frei entscheiden kann, wen er am Ende annimmt und wen er verdammt.

Allah, so sagt der Koran wörtlich, ist ein sehr launischer Gott, er schafft den einen im Zorn für die Hölle, den andern in einer Laune der Barmherzigkeit für die Gärten der Wonnen, für das Paradies.  Nur der Märtyrer kommt mit Sicherheit in die Gärten der Wonnen. Daher die erschütternde Zahl junger Menschen, die sich in einem Selbstmordkommando für den Islam „opfern“.

Es ist nachvollziehbar, daß ein ungewisses Lebensziel mutlos oder aggressiv macht –  und es ist sehr wohl denkbar, daß die Gewaltbereitschaft der Muslime auch auf dem Hintergrund dieser Vorstellung eines Gottes wächst, der den Menschen grundlos in die Hölle verstoßen kann.

 


Judenchristin Hildegard Burjan wird seliggesprochen

Am 29. Januar 2012 findet die Seligsprechung Hildegard Burjans statt.  Kardinal Angelo Amato, Präfekt der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, wird die Seligsprechung der österreichischen Sozialpionierin im Wiener Stephansdom vornehmen.

Die katholische Familienmutter Hildegard Burjan engagierte sich vor allem für Schwache, Benachteiligte  – und für eine Besserstellung der Frauen; dafür trat sie auch auf politischer Ebene ein.

Sie zog als erste christlich-soziale Abgeordnete in das Parlament Österreichs.

1919 gründete sie die geistliche Schwesterngemeinschaft „Caritas Socialis“, die sie bis zu ihrem Tod 1933 leitete.

Hildegard Burjan wuchs in einer liberalen jüdischen Familie auf. Nach einer lebensbedrohenden Erkrankung konvertierte sie mit 26 Jahren zum katholischen Glauben.


Frauen am Altar? – Die gesamte Heilsgeschichte kennt keine Priesterinnen

Im Regionalteil Rheine der „Münsterländischen Volkszeitung“ läuft seit einiger Zeit eine kontroverse Leser-Debatte zum Thema Frauenpriestertum.

Das klare Eintreten eines katholischen Lehrers und Familienvaters für die kirchliche Lehre führte paradoxerweise dazu, daß dieser engagierte Laie von einem Priester in Rheine während der Sonntagspredigt namentlich kritisiert wurde, wobei sich dieser kath. Pfarrer für die Weihe von Priesterinnen einsetzt. media-401265-2

Ein derartiges Vorgehen ist  – abgesehen vom inhaltlichen Aspekt – schon rein methodisch betrachtet nicht fair und letztlich ein Amtsmißbrauch.

Meine Leserzuschrift wurde am heutigen 25.10.2011 in der „Münsterländischen Volkszeitung“ leicht gekürzt veröffentlicht. Hier folgt nun der volle Wortlaut:

Die Kirche ist keine Willkürherrschaft, sondern an Gottes Wort und Willen gebunden

Den Leserbriefen, die sich kritisch zur Einführung eines Frauenpriestertums in der kath. Kirche äußern, stimme ich voll zu, auch der Zuschrift „Frauenpriestertum widerspricht kirchlicher Tradition“ von Rainer Kochinke in der Samstagsausgabe der MV.

Erfreulicherweise vertreten diese glaubensstarken Laien mutig und konsequent die biblischen und kirchlichen Standpunkte  –  und dies angesichts der traurigen Tatsache, daß selbst Priester hier von der legitimen katholischen Glaubensregel abweichen, indem sie fürs Frauenpriestertum eintreten.

Wenn dann auch noch, wie heute am Sonntagvormittag in Rheine geschehen, der Leserbriefschreiber Rainer Kochinke öffentlich in einer Predigt „abgekanzelt“ und hierbei namentlich angeprangert wird, ist dies nicht nur ein schwerer Verstoß gegen die guten Sitten, sondern dazu geeignet, die Gemeinde zu spalten statt zu versöhnen.

Dabei hatte der engagierte katholische Familienvater Kochinke lediglich in aller Sachlichkeit auf die bleibende Lehre der katholischen Kirche hingewiesen, wonach es keine Weihe für Frauen geben kann wird, weil eine solche der Bibel und der kirchlichen Tradition widerspricht.

Zudem würde dadurch die Annäherung an die orthodoxen Ostkirchen schwer belastet, die ebenfalls kein Frauenpriestertum kennen. polskaweb

Gerade deshalb, weil die Kirche Christi keine Willkürherrschaft ausübt, weil sie nicht nach eigener Lust und Laune und Machtvollkommenheit agiert und reagiert, sondern sich dem Willen Gottes verpflichtet fühlt, muß die Kirche das Priestertum auch weiterhin Männern vorbehalten.

Für die Kirche ist eben nicht der Zeitgeist verbindlich, sondern der Heilige Geist, nicht weltliche Wünsche, sondern die göttliche Offenbarung, die Selbstmitteilung Gottes in der Bibel und in der Heilsgeschichte.

Nun wird oft der Einwand vorgebracht, daß sich der Standpunkt des Alten und Neuen Testamentes insoweit aus einer verständlichen Anpassung an damalige Zeitumstände ergibt, die sich aber mittlerweile im Laufe der Frauenemanzipation geändert hätten.

Doch eben dieses Gegenargument einer damaligen Anpassung an die Umwelt trifft nicht zu, genau das Gegenteil ist wahr:

Israel kannte keine Priesterinnen, obwohl diese bei den heidnischen Völkern weit verbreitet waren, oft im Zusammenhang mit Fruchtbarkeitskulten oder der Verehrung angeblich hellseherisch begabter „weiser“ Frauen usw.  –  Hätte sich also das von Gott erwählte Volk den Zeitumständen angepaßt, dann hätte es dort ebenfalls Priesterinnen gegeben. PAX

Das zweite Argument, die Hebräer bzw das Volk Israel seien eben frauenfeindlich gewesen, ist noch unsinniger, auch hier stimmt exakt das Gegenteil:

Im  –  vielfach  kulturell durchaus hochstehenden  –  römischen Recht (das damals weltweit bewundert wurde)  besaßen die Frauen keinen Personen-Status; dieser kam allein dem männlichen römischen Bürger zu, nicht jedoch den Sklaven, Kindern und Frauen (!); diesen wurde lediglich ein „Sachwert“ als „Eigentum“ des römischen Hausherrn zugestanden. Dieser durfte übrigens auch entscheiden, ob er Neugeborene behält, aussetzt oder gleich ermordet.

Ein derartiges, uns heute mit Recht unverständlich erscheinendes, tatsächlich frauenfeindliches Rechtssystem war in Israel undenkbar. Der Einwand, im Alten Bund seien Ehebrecherinnen gesteinigt worden, zieht nicht, weil es männlichen Ehebrechern genauso erging (im Unterschied zum später entstandenen Islam).

Die sicherlich äußerst harte Todesstrafe sollte die Unantastbarkeit der Ehe schützen, doch enthielt sie keine Benachteiligung der Frau. Vielmehr dient die Ein-Ehe eindeutig dem Schutz der Frau vor Verstoßung durch männliche Willkür.

Zudem standen homosexuelle Handlungen von Männern im Alten Israel grundsätzlich unter Todesstrafe, nicht jedoch lesbisches Verhalten von Frauen; dieses wurde zwar abgelehnt, aber nicht mit der Todesstrafe geahndet. Es gab also auch Rechtsfälle einer Quasi-Benachteiligung der Männer.

Gemälde: Evita Gründler

Bild: Evita Gründler

Die Frau im Alten Israel besaß  –  verglichen mit der weiblichen Situation im damaligen Heidentum  –  eine recht hohe Stellung:

Es gab eine Reihe Prophetinnen, darunter Mirjam, Hulda oder Hanna; es gab die Volksführerin und „Richterin“ Deborah (bevor Könige eingesetzt wurden, bezeichnete man die Führer Israels als „Richter“), es gab Retterinnen und Volksheldinnen wie Esther und Judith. Also wurde das weibliche Geschlecht im Alten Bund beileibe nicht ins stille Kämmerlein verbannt.

Aber aufschlußreicherweise gab es bei den Hebräern keine Priesterinnen, auch keine Levitinnen (Altardienerinnen)  – obwohl dergleichen in der damaligen heidnischen Völkerwelt gang und gäbe war. Mit aller Selbstverständlichkeit hat sich das von Gott erwählte Volk hier von seiner Umgebung deutlich abgegrenzt, also gerade nicht angepaßt.

Daher ist es logisch, davon auszugehen, daß es sich hier um den Wunsch und Willen Gottes handelt, der dies dem Volk seines Bundes geoffenbart hat. Frauen als Staatschefin („Richterin“)? Kein Problem  – aber Frauen als Priesterin?  – Nein!

Diese heilsgeschichtlich klar erkennbare Linie wurde im Neuen Testament fortgeführt  – und zwar von Christus selbst, der seinem Menschsein nach ein Jude war und der von sich sagte, er sei nicht gekommen, um das Gesetz Gottes aufzulösen, sondern zu erfüllen.

An diesen Willen Gottes ist die katholische Kirche als Stiftung Christi gebunden  – wenn sie hiervon abweicht, würde sie ihren göttlichen Erlöser verraten und den Weg der Wahrheit verlassen.

Felizitas Küble, Münster