„Monatsbotschaften“ von Medjugorje immer kurioser

Christoph Kardinal Schönborn stellt erneut Stephansdom zur Verfügung

Es gibt wieder Neues vom jüngsten Newsletter aus dem Informationszentrum in Medjugorje (Bosnien/Herzegowina), einer kirchlich nicht anerkannten „Erscheinungsstätte“, in der sich die angebliche Himmelsmutter (dort „Gospa“ genannt) seit über 30 Jahren ein Stelldichein gibt  –  und dies bei etlichen „Sehern“ gar täglich.

So auch bei der Visionärin Marija, wobei es hierbei zusätzlich eine „Monatsbotschaft“ gibt, die „in besonderer Weise“ (was immer das heißen mag) „an die ganze Welt gerichtet ist“.

Hierzu berichtet der gleichsam „erscheinungsamtliche“ Newsletter vom 25. Oktober 2011 Folgendes:

„Der Seherin Marija Pavlovic-Lunetti aus Medjugorje erscheint seit dem 24. Juni 1981 täglich die Gottesmutter als „Königin des Friedens”. An jedem 25. des Monats empfängt sie von Maria eine Botschaft, die in besonderer Weise an die ganze Welt gerichtet ist.“

Außerdem gibt die Medju-Infomail folgende „Monatsbotschaft der Muttergottes vom 25. Oktober“ dieses Jahres wörtlich kund; sie lautet:

„Liebe Kinder! Ich schaue euch an und ich sehe die Freude in euren Herzen nicht. Heute möchte ich euch die Freude des Auferstandenen geben, damit Er euch mit Seiner Liebe und Zärtlichkeit führt und umarmt. Ich liebe euch und ich bete ohne Unterlass vor meinem Sohn Jesus für eure Bekehrung. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“

Die Erscheinungs-„Madonna“ vermißt also die „Freude“ in den Herzen der „Seher“. Vielleicht ist die erwählte Schar der anstrengenden visionären Action nach über 30 Jahren mittlerweile etwas überdrüssig? Dafür wird man Verständnis aufbringen können.

Um diesem Mißmut aufzuhelfen, will die „Gospa“ ihnen also in der bald anbrechenden Adventszeit „die Freude des Auferstandenen vermitteln“. Vielleicht kennt sich die „hohe Dame“ im Kirchenjahr noch nicht ganz aus?

Wo steht überdies in der Heiligen Schrift und in der Lehre der Kirche, daß Christus uns mit seiner „Liebe und Zärtlichkeit führt und umarmt“?  – Diese Wendung scheint eher der Sprache von Poesiealben entnommen.

Schlußendlich läßt die „Gospa“ also wissen, daß sie „ohne Unterlaß vor meinem Sohn Jesus für eure Bekehrung“ betet. Wenn dies nach mehr als 30 Jahren „Erscheinungen“ noch vonnöten ist, läßt das wohl tief blicken  – abgesehen davon, daß schon der nächste Satz dieser Kundgabe direkt widerspricht: „Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid“, mag es auch seit Jahrzehnten das immergleiche Dauersprüchlein sein, das da von der Platte rollt.

Außerdem kündigt der Medju-Newsletter frohe Kunde aus dem Stephansdom zu Wien an, der auf Wunsch von Christoph Kardinal Schönborn bereits mehrfach für Medju-Werbeveranstaltungen vereinnahmt wurde, wobei ein oder mehrere „Seher“ von dort nicht etwa nur auftraten, sondern direkt an Ort und Stelle einer „Marienerscheinung“ gewürdigt wurden.

Ein derartiges Einbrechen des „Himmels“ wirkt natürlich magnetisch auf den zu erwartenden Besucherstrom, wenngleich sogar in jeder noch so bescheidenen Dorfkirche ein immerwährendes Wunder anzubeten ist: Christus im Sakrament des Altares  – freilich weniger „sensationell“, dafür aber zweifellos echt und „von oben“.

So heißt es also wörtlich im Medju-Newsletter:

„Am 17. November 2011 findet im Stephansdom in Wien bereits zum vierten Mal das große Friedensgebet unter dem Motto „Message for you!“ statt.

Gäste sind u.a. der Seher Ivan Dragicevic aus Medjugorje und zahlreiche Zeugen der Ereignisse von Medjugorje.

Beginn:
16 Uhr: Berichte von Zeugen der Ereignisse von Medjugorje
17 Uhr: Rosenkranz
18 Uhr: Geistlicher Impuls von Ivan Dragicevic
19 Uhr: Hl. Messe mit Kardinal Christoph Schönborn
– anschließend Eucharistische Anbetung bis 21 Uhr
Vorbereitende Novene
von 8. bis 16. November, 17 Uhr
Wiener Neustädter Altar – Stephansdom
Info:
Oase des Friedens, Zeleborgasse 22, 1120 Wien
Gebetsaktion Maria – Königin des Friedens – Medjugorje, Postfach 18, 1150 Wien Johannesgemeinschaft des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens (Großpriorat von Österreich)“
 

SOWEIT die erfreut verkündete Mitteilung aus Medjugorje, wobei es den einen oder anderen (und auch meine Wenigkeit) vielelicht etwas in Erstaunen versetzt, was dort abschließend zu lesen ist, daß sich nämlich Teile des Malter-Ritter-Ordens von Österreich an dieser Medju-Werbeveranstaltung aktiv beteiligen. Fast möchte man da seufzen: „Rittertum schützt vor Torheit nicht!“

Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster


PwC-Studie „Wirtschaftskriminalität 2011“: steigender Schaden für Unternehmen

Auf ca 8,4 Millionen € beziffern deutsche Unternehmen den Schaden, der ihnen im Durchschnitt durch wirtschaftskriminelle Handlungen entsteht. Im Jahr 2009 hatte die durchschnittliche Schadenshöhe noch bei 5, 6 Mill. € gelegen.

Insgesamt meldete gut die Hälfte der rund 830 Unternehmen, die an der Befragung für die PwC-Studie „Wirtschaftskriminalität 2011“ teilgenommen haben, in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal Opfer von Unterschlagung, Korruption, Industriespionage oder anderen Wirtschaftsdelikten geworden zu sein. In der vorangegangen Studie aus dem Jahr 2009 traf dies noch auf 61% der Befragten zu. Vermögensdelikte wie Betrug und Diebstahl bleiben die häufigsten Fälle.

Jedes dritte Unternehmen (32%) berichtet in der aktuellen Ausgabe der Studie, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC seit zehn Jahren durchführt, über mindestens einen Fall von Betrug, Unterschlagung oder ähnlichen Delikten. Bei der Befragung im Jahr 2009 lag der Wert noch bei 42%.

Auch über den Diebstahl vertraulicher Kunden- oder Unternehmensdaten berichten im Jahr 2011 mit 12% deutlich weniger Unternehmen als noch 2009 (21%).

„Die Befürchtung, dass infolge der Auswirkungen der Finanzmarktkrise die Zahl der Wettbewerbsdelikte steigen würde, hat sich nicht bewahrheitet“, berichtet Steffen Salvenmoser, verantwortlicher Partner im Bereich Forensic Services von PwC. „Bei unserer Umfrage im Jahr 2009 hatten noch 42% der Unternehmen diese Sorge geäußert.“

Indirekte Folgekosten von Wirtschaftskriminalität

Nicht bezifferbar, aber mutmaßlich meist bedeutend höher als die direkten Schäden sind mittlerweile die indirekten Folgekosten der Straftaten:

So berichteten 50% der befragten Unternehmen über eine spürbare Beeinträchtigung ihrer Geschäftsbeziehungen. 41% nennen in 2011 einen gravierenden oder mittelschweren Ansehensverlust als Folge wirtschaftskrimineller Handlungen, im Jahr 2007 waren dies nur 27%. Zu Beginn der Studienreihe im Jahr 2001 meldeten sogar nur 10%  Unternehmen   derartige Reputationsschäden. Zudem registrierten 12% der börsennotierten Unternehmen bzw. Aktiengesellschaften nach Bekanntwerden einer Straftat einen merklichen Rückgang ihres Aktienkurses.

Erstmals haben PwC und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Jahr 2011 nicht nur nach eindeutigen Fällen von Wirtschaftskriminalität gefragt, sondern auch nach konkreten Verdachtsfällen. „Wenn man über die entdeckten Straftaten hinaus auch das ‚Dunkelfeld‘ der Delikte zu erhellen versucht, die von Unternehmen lediglich vermutet wurden, steigt der Anteil der von Kriminalität betroffenen Unternehmen deutlich. Statt der 52%, die über entdeckte Fälle berichten, sind bei Berücksichtigung der Verdachtsfälle in den Jahren von 2009 bis 2011 dann 73% der befragten Unternehmen betroffen“, erläutert Prof. Dr. Kai Bussmann.

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (52%) verfügt mittlerweile über ein Compliance-Programm, das wirtschaftskriminellen Handlungen vorbeugen soll. Vor zwei Jahren hatte der Anteil der Unternehmen mit Compliance-Programm noch bei 44% gelegen.

Trotz aktiverer Vorbeugung liegt der Anteil der nachweislich von Korruption betroffenen Befragten mit 12% auf dem Niveau der Vorjahre.

„Die Schädigung durch Schmiergeldzahlungen oder sonstige Bestechung fällt vermutlich noch höher aus. Gut jedes vierte Unternehmen ist davon überzeugt, aufgrund illegaler Einflussnahme von Wettbewerbern mindestens einmal bei einer Ausschreibung in Deutschland nicht zum Zuge gekommen zu sein“, kommentiert Steffen Salvenmoser:

„Der Anteil der Befragten, die sich bei Vergabeverhandlungen mit der Forderung nach Bestechungsgeld oder ähnlichen Gegenleistungen konfrontiert sahen, hat seit der Umfrage von 2007 sogar von 15% auf 17% zugenommen.“

Quelle: PwC Wirtschaftskriminalität 2011