Ex-Exorzist verlangt von Katholiken den Glauben an Medjugorje

Römischer Pater Gabriele Amorth erneut auf Abwegen

Der erscheinungsbewegten Nachrichtenseite „Kath.net“, die seit Jahren die Werbetrommel für Medjugorje und andere kirchlich nicht anerkannte „Privatoffenbarungen“ rührt, kommt der neueste Einfall bzw. Ausfall des ehem. römischen Exorzisten Gabriele Amorth gerade recht, behauptet dieser doch, es sei „unentschuldbar für Christen“, wenn sie Medjugorje „ignorieren“.  media-372515-2

Diese Ansicht äußerte der Geistliche, wie „kath.net“ heute berichtet, in einem Interview mit dem italienischen „Radio Maria“.

P. Amorth verherrlicht Medjugorje als “großartige Festung gegen Satan”. Die Erscheinungen absichtlich zu ignorieren, sei bei „Heiden“ einsehbar, für Christen aber nicht zu entschuldigen, zumal, wie er betont: „Nach mehr als dreißig Jahren!“

Umgekehrt wird ein Schuh draus:

Gerade deshalb, weil die angeblichen Visionen seit über 30 Jahren die Runde drehen, weil die „Gospa“ mehr als 40.000 mal erschienen sein soll, ist Medjugorje offensichtlich kein Werk des Himmels. (Natürlich gibt es viele weitere Gründe für eine ablehnende Haltung, über die hier im CHRISTLICHEN FORUM seit langem berichtet wird.)

Ex-Exorzist Amorth weiß es offenbar besser als die Kirche, besser als die zuständigen Bischöfe von Mostar, die sich seit Jahrzehnten eindringlich gegen eine „Echtheit“ der Erscheinungen aussprechen, besser auch als die dortige Bischofskonferenz, die bereits 1991 ausdrücklich erklärte, es gäbe keine Hinweise auf „übernatürliche Erscheinungen“ in Medjugorje.

Statt sich mit den Argumenten der dortigen Oberhirten zu befassen, beschwert sich Pater Amorth darüber, daß Geistliche mit Medjugorje nichts am Hut haben:

“Sogar Priester und Bischöfe wollen nicht einmal davon hören. Nicht dass sie hingefahren wären und ihre Entscheidung fair getroffen hätten, nachdem sie die Dinge selbst angesehen hätten, nein! Sie wollen es nicht einmal hören, wenn davon gesprochen wird!”

Die Krönung des theologischen Absurden leistet sich der 86-Jährige mit seiner Behauptung, es sei „töricht“, weiter darauf zu warten, ob bzw. bis  die Kirche die Erscheinungen offiziell anerkenne.

Daß sich der Ex-Exorzist, der seit Jahren für Medjugorje schwärmt, inhaltlich nun völlig verrennt, geht allein schon daraus hervor, daß er den Gehorsam der Gläubigen gegenüber der Kirche direkt als „töricht“, indirekt sogar als „unentschuldbar“ bezeichnet.

„Über 70.000 Exorzismen durchgeführt“

Bereits im Januar 2008 machte der Geistliche mit merkwürdigen Äußerungen von sich reden. Ausgerechnet gegenüber dem „Spiegel“, dem er ein Interview gab, erklärte er selbstgefällig Folgendes:

„Ich bin der einzige Exorzist, der sieben Tage die Woche arbeitet, von morgens bis nachmittags, einschließlich Heiligabend und Ostern. Ich habe in 21 Jahren über 70.000 Exorzismen durchgeführt. Als ich noch jünger war, schaffte ich im Schnitt fünfzehn, sechzehn Austreibungen am Tag. Jetzt habe ich ein wenig nachgelassen.“

(Beleg: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,527076,00.html)

Die Kirche hat den Exorzismus im Massenverfahren stets abgelehnt. Wie sollte hier noch wirkliche Seelsorge gegenüber einzelnen betroffenen Menschen möglich sein?

Exorzismus am Fließband ist theologisch und pastoral-psychologisch völlig unseriös. Dasselbe gilt für Angebereien über angeblich  von ihm durchgeführte „70.000 Exorzismen“ (diese Zahlenangabe nannte er auch in anderen Interviews, nicht allein gegenüber dem „Spiegel“).

Will dieser obskure „Teufelsjäger“ damit etwa quasi zu verstehen geben, er sei weitaus „erfolgreicher“ als Jesus Christus selbst?

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Verlags in Münster


Indien: Gewalt extremer Hindus gegen Christen

14 katholische Bischöfe klagen über das Vorgehen der Regierung gegen Christen im südindischen Bundesstaat Karnataka.

Christen hatten dort für eine restlose Aufklärung der Angriffe auf etwa dreißig Kirchen demonstriert. Ende 2008 hatten Hindu-Extremisten die Kirchen in der Region von Mangalore attackiert. Eine Untersuchung hatte damals ergeben, daß die Terrorangriffe von der in Karnataka regierenden national-hinduistischen Partei BJP unterstützt wurden.

In einem Memorandum fordern die Bischöfe von Sadananda Gowda (BJP), dem neugewählten Premierminister Karnatakas, den Schutz der christlichen Minderheit und eine angemessene Untersuchung der Ereignisse von 2008.

In den letzten vier Jahren kam es in Indien zu über 4000 gewalttätigen Übergriffen gegen religiöse Minderheiten. Dabei starben insgesamt 648 Menschen, über 11.000 wurden verletzt.

Quelle: Radio Vatikan


ZDF: „Je aufgeklärter eine Gesellschaft, desto übersinnlicher!“

ZDF-„Nachtstudio“ vom 6.11. zum Thema: „Rückkehr des Okkulten“

Moderator Volker Panzer diskutiert in der Nacht von Samstag auf Sonntag, den 6. November 2011, im ZDF-„Nachtstudio“ über merkwürdige Phänomene und „übersinnliche“  Fähigkeiten.

„Im Schatten der Moderne – Die Rückkehr des Okkulten“. Diese These diskutiert der Literaturwissenschaftler mit vier Experten in der nächsten Ausgabe der Sendung, allerdings erst nach Mitternacht um 0,35 Uhr. Das ZDF-Nachtstudio wird am Sonntag um 17 Uhr auf „Phönix“ wiederholt.

In der ZDF-Pressemitteilung zum Nachtstudio heißt es:

Je aufgeklärter eine Gesellschaft wird, desto dringender brauchen ihre Protagonisten den Glauben an etwas Übersinnliches. Der Okkultismus ist keineswegs ein aussterbendes Phänomen, sondern erfreut sich überall auf der Welt großer Beliebtheit.“  –   Jeder Mensch brauche etwas, an das er glaube, etwas, das ihm jenseits der Rationalität Verlässlichkeit garantiere. Daran mangele es in der Gesellschaft.

Allerdings: Wenn der Glaube abnimmt, dann steigt der Aberglaube  – das gibt das ZDF indirekt selber zu. Das erinnert mich an den alt-bewährten Spruch, der sich immer neu bewahrheitet:
Glaube, dem die Tür versagt,
kommt als Aberglaub durchs Fenster.
Wenn die Gottheit ihr verjagt,
kommen die Gespenster!

Die Sendung diskutiert auch über „Stimmen aus dem Jenseits“: Spinnereien oder übersinnliche Phänomene?

Dazu befragt Volker  Panzer  den Freiburger Parapsychologen Eberhard Bauer, der Praktiken zum Umgang mit paranormalen Fähigkeiten kennt und lehrt. Weitere Gäste sind Peter Brugger, ein Neurowissenschaftler, der sich mit den Funktionsweisen des Gehirns betr. „paranormaler Wahrnehmung“ beschäftigt, die Ethnologin (Völkerkundlerin) Sabine Doering-Manteuffel, die ein Buch zur Kulturgeschichte des Okkultismus verfaßte  –  sowie die Schriftstellerin Sarah Khan, die ein Buch über die „Gespenster von Berlin“ veröffentlichte.

Felizitas Küble


Menschenrechtsverbände weisen Erdogans Kritik an Deutschland zurück

Türkischer Ministerpräsident soll vor eigener Haustür kehren!

Menschenrechtsorganisationen in Deutschland haben den Vorwurf des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zurückgewiesen, Deutschland mißachte die Menschenrechte.

Im Blick auf die deutsche Integrationspolitik hatte der Politiker der „Bild“-Zeitung gesagt:

„Wenn ein junger türkischer Mann ein Mädchen aus der Türkei liebt und heiraten möchte, wird dies als ein Fehler angesehen, denn die Bundesregierung verlangt, dass diese Frauen vorher Deutsch lernen müssen. Aber ich bitte Sie, welche Sprache spricht die Liebe? Es kann doch nicht sein, dass die Liebe junger Menschen per Verordnung nur auf Deutsch funktionieren darf. Nein, wer Deutschkenntnisse zur wichtigsten Voraussetzung erklärt, verletzt die Menschenrechte.“

Gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA bezeichnete der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Martin Lessenthin, Erdogans Aussagen als „anmaßend und maßlos übersteigert“.

Das Verstehen der deutschen Sprache sei für junge Frauen, die aus der Türkei nach Deutschland kommen, um hier als Ehefrau zu leben und Kinder zu erziehen, von besonderer Bedeutung. Es bilde die Basis für die Wahrnehmung ihrer Rechte als gleichberechtigte Partnerinnen.

Angesichts der Diskriminierung von Christen, Kurden und anderen Minderheiten in der Türkei sei Erdogan „der letzte, der berechtigt ist, angebliche Menschenrechtsverletzungen in Deutschland anzuprangern“. Beispielsweise verbiete die Türkei die Ausbildung christlicher Theologen sowie den Bau und die Restaurierung von Kirchen.

Außerdem würden Armenier, Aramäer und Kurden massiv benachteiligt: „Bevor Erdogan Deutschland kritisiert, soll er sein eigenes Land in Ordnung bringen“, fordert Lessenthin. Im jetzigen Zustand sei die Türkei „nicht reif für einen EU-Beitritt“.

Tilman Zülch: Erdogans Äußerungen sind „absurd“

Auch der Präsident der „Gesellschaft für bedrohte Völker“, Tilman Zülch (Göttingen), spricht von einer „absurden Kritik“. Es sei selbstverständlich, daß Zuwanderer die Sprache ihres künftigen Gastlandes kennen müßten, sagte er auf Anfrage von IDEA.

Zur Pflege türkischer Kultur und Sprache gebe es in Deutschland viele Gelegenheiten. An zahlreichen Schulen werde Türkisch unterrichtet. Laut Zülch „ist es nicht hinzunehmen, daß Erdogan einerseits die Gründung von türkischen Gymnasien in allen deutschen Bundesländern fordert  –  und daß andererseits für die 15 Millionen Kurden in der Türkei nicht einmal eine einzige Grundschule in kurdischer Sprache eröffnet werden darf.“

CSU-Parlamentarier Johannes Singhammer dokumentiert Rechtsverstöße der Türkei

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Johannes Singhammer (München) hat aus Anlaß des Erdogan-Besuchs eine Aufstellung von Verstößen der Türkei gegen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit veröffentlicht.

Unter Bezug auf den Fortschrittsbericht der EU kritisiert der Katholik, daß islamischer Religionsunterricht für alle türkischen Schüler zwingend sei, nicht-muslimische Religionsgemeinschaften nicht als eigenständige Rechtspersönlichkeiten anerkannt würden und die religiöse Identität in persönlichen Dokumenten vermerkt werde.

Eine Ausbildung von Priestern sei nicht möglich  –  und Gebetsstätten nicht-muslimischer Glaubensgruppen würden kaum respektiert. Außerdem gebe es Angriffe und Bedrohungen gegen Geistliche und Gebetsstätten; Verleumdungen in den Medien und durch Privatpersonen blieben ungeahndet.

Von den 72 Millionen Einwohnern der Türkei sind 95 Prozent Muslime. Die Zahl der Christen liegt bei 120.000, wovon die meisten orthodox sind.