Lutherischer Theologe über „Luthers Sündenfall“

Judenhaß war „die dunkle Seite des Reformators“

Im „Wiesbadener Kurier“ vom 4.11.2011 wurde über eine Veranstaltung mit dem evangelischen Theologen Prof. Martin Stöhr in der Lutherkirche von Wiesbaden berichtet, wobei es um den Antisemitismus Martin Luthers ging, der in seiner mittleren Phase begann und sich später weiter steigerte.

Die Regionalzeitung berichtet hierüber:

„Es war eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Das hat‘s bei uns nicht gegeben – Antisemitismus in der DDR“, die noch bis zum 6. Januar 2012 im Aktiven Museum Spiegelgasse gezeigt wird. Mit „Luthers Sündenfall“ war der Abend betitelt. „Wir stellen uns dem Namen“, sagte Lutherkirchenpfarrer Volkmar Thedens-Jekel bei seiner Begrüßung. (..)

Am Ende der Veranstaltung blieb bei einigen Zuhörern immer noch Kopfschütteln zurück, wie der alte Martin Luther 1543  –   drei Jahre vor seinem Tod  –  solche Hasstiraden gegen die Juden loslassen konnte. Es waren von ihm so genannte „treue Ratschläge“ an die Regierenden, in denen er dazu aufrief, die Häuser der Juden zu zerstören und ihre Synagogen niederzubrennen     –   antijüdische Pamphlete, auf die sich 1945 noch Julius Streicher   –  der Chefredakteur des antisemitischen NS-Hetzblattes „Der Stürmer“  –  bei den Nürnberger Prozessen berief.

Martin Stöhr schloss aus seiner Beschäftigung mit dem Antisemitismus des späten Luther unter anderem, dass es besser sei, mit Andersgläubigen zu reden, statt über sie zu reden.“


98% des US-Repräsentantenhauses will weiterhin „Gott vertrauen“…

In den Vereinigten Staaten sind religiöse Leitformeln von großer Bedeutung, nicht zuletzt das bekannte National-Motto „In God we trust“ („Auf Gott vertrauen wir“), das sich auch auf US-Dollarscheinen und Münzen findet.

Am vorigen Mittwoch, den 3. November 2011, entschied das Repräsentantenhaus (Parlamentskammer) mit 396 gegen 9 Stimmen, daß an dem nationalen Leitwort „In God we trust“ weiter festgehalten wird  – trotz formaler „Trennung von Kirche und Staat“ in den USA.

Quelle: Osservatore Romano (Vatikanzeitung)


Gambia: Einsatz gegen weibliche „Beschneidung“ staatlich behindert

Bürgerrechtlerinnen, die gegen Genitalverstümmelung eintreten, sind massiven Schikanen ausgesetzt

Im afrikanisch-muslimischen Gambia hatten Sicherheitskräfte am 11. Oktober 2010 die beiden Menschenrechts-verteidigerinnen Dr. Isatou Touray und Amie Bojang-Sissoho festgenommen;  sie wurden ins Zentralgefängnis Mile 2 gebracht, das für seine harten Haftbedingungen und die Mißhandlung von Gefangenen bekannt ist.

Die Frauen wurden später entlassen, doch der Prozeß wird immer noch gegen sie geführt. Auch Anfang 2011 gab es Verhandlungstage. Der Staat versucht, die Menschenrechtlerinnen mit juristischen Schikanen einzuschüchtern.

Die beiden Frauen arbeiten für das “Gambische Komitee gegen traditionelle Praktiken, die die Gesundheit von Frauen und Kindern beeinträchtigen” (GAMCOTRAP).  Die Organisation, die sich gegen weibliche Genitalverstümmelungen  engagiert, sah sich in der Vergangenheit bereits mehrfach Schikanen ausgesetzt. Neun Tage nach ihrer Festnahme wurden die beiden Bürgerrechtlerinnen gegen Zahlung hoher Kautionen freigelassen; das Verfahren gegen sie wird aber fortgesetzt.

Am 5. Dezember 2009 organisierte die erwähnte Organisation eine öffentliche Zeremonie „Die Messer beiseite legen“ in der Stadt Basse. In diesem Rahmen schworen fünf Dutzend ehemalige Beschneiderinnen folgenden Eid vor tausenden von Menschen im Stadion:

„Wir, die Beschneider(innen) von Gambia, die die Dorfverbände aus den Zentral- und Oberfluss-Regionen vertreten und heute im Stadion von Basse anwesend sind, erklären feierlich vor aller Welt und vor Gambia, dass wir die Praxis weiblicher Genitalverstümmelung in unseren Gemeinden aufgegeben haben.

Jahrelang wurden wir durch die Aufklärungsarbeit von GAMCOTRAP über Frauengesundheit und die Erkenntnisse über die Folgen von FGM für die Sexual- und Reproduktionsrechte von Frauen sowie Kinderrechte informiert. Nachdem wir dieses Wissen nun haben, erklären wir öffentlich, dass wir uns nie wieder dem Brauch der Genitalverstümmelung widmen werden. Wir übernehmen hiermit die Verantwortung für den Schutz und die Interessen von Mädchen.“

Frau Dr. Isatou Touray und ihre Organisation kämpfen in ganz Gambia dafür, Genitalverstümmelung zu beenden. Ihr Einsatz begann bereits 1984, doch erst 2007 hörte die erste Dorfgemeindschaft mit dem Wahnwitz des Beschneidens auf und erklärte dies auch öffentlich.

Quelle: Arbeitskreis Menschenrechte AKM: 

Weitere Infos und Aktionen über Menschenrechte in aller Welt:  www.akm-online.info


Kardinal Naguib über Ägypten: „Schöner Traum von kurzer Dauer“

Der „schöne Traum“ der Revolution vom 25. Januar 2011, die zum Ende des Mubarak-Regimes führte, habe nicht lang gedauert. Das erklärte der koptisch-katholische Patriarch, Kardinal Antonios Naguib, in einer Aussendung der Stiftung „Pro Oriente“ am Sonntag, den 6. Novembe 2011.

Es gebe Drohungen gegen die ägyptischen Christen und Attentate, die seit Beginn des Jahres Dutzende Toten unter den Kopten gefordert hätten, so der Kirchenmann.  Die Islamisten   –  vor allem Salafisten und Muslimbrüder – rechneten mit einem Erfolg bei den bevorstehenden Wahlen.

Dennoch sei der Horizont „nicht zur Gänze umdüstert“, es gebe auch „lichte Aspekte und Anlässe zur Hoffnung“. Viele jungen Leute in Ägypten wollten „den Rechtsstaat und eine demokratische Bürgergesellschaft“, so der Kardinal. Selbst islamische Intellektuelle hätten öffentlich Demokratie und Gleichheit für alle verlangt.

Quelle: Radio Vatikan


Münster: Feier der Firmung im klassischen Ritus am 6. November 2011

Firmspendung mit Weihbischof Friedrich Ostermann in der St.-Ägidii-Kirche (Münster/Westfalen)

Am Sonntag, dem 6.11.2011, feierten die Anhänger der überlieferetn Liturgie einen Firmgottesdienst mit dem emeritierten Münsteraner Weihbischof Friedrich Ostermann, der sieben Jungen und Mädchen das Sakrament der Firmung im „alten Ritus“ spendete.

Mitzelebrant war der Benediktinerpater Dr. Joh. Chrysostomus Ripplinger im Beisein zahlreicher Ministranten.

Die feierliche, lateinische Messe begann um 9 Uhr in der Innenstadt-Kirche St. Ägidii und dauerte über zwei Stunden. Zum Abschluß des gutbesuchten Gottesdienstes wurde ein deutsches Kirchenlied gesungen: „Der Geist des HERRN erfüllt das All…“

Nach der päpstlichen Erlaubnis durch ein „Motu proprio“ vom 7. Juli 2007  dürfen die Gläubigen auf ihren Wunsch hin nicht allein die hl. Messe im traditionellen Ritus feiern, sondern auch weitere Sakramente, darunter die hl. Firmung.


„Warum dürfen Behinderte denn nicht leben?“

Theaterstück „Himmel, Hölle und die Lust am Leben“ möchte aufrütteln

Wie die Fränkischen Nachrichten vom 3.11.2011 berichten, präsentiert ein Würzburger Ensemble mit behinderten Spielern ab Dienstag, den 15. November 2011, das Stück „Himmel, Hölle und die Lust am Leben“ im „Theater Augenblick“.

Zu den Spielern gehört auch die 48-jährige Lotte Brückl. Die Zeitungsredakteurin  Pat Christ schreibt einleitend über sie:

„Unendlicher Seelenfriede und tiefe Freundschaften, so stellt sich Lotte Brückl den Himmel vor. Doch jetzt möchte die Frau mit geistiger Behinderung erst einmal leben. „Das Leben ist für mich und alle meine Freunde das Wichtigste auf der Welt“, betont sie.“

Außerdem berichten die Fränkischen Nachrichten:

„In der aktuellen Produktion des „Theater Augenblick“ geht es um diese Lebensfreude. In wohl einem der brisantesten Theaterstücke der letzten Zeit setzten sich die Schauspieler mit der Frage auseinander, warum Eltern ihre ungeborenen Kinder nach der Diagnose „behindert“ abtreiben. Ein Film, in dem eine Mutter die Abtreibung ihres Kindes versucht, führte das Ensemble zu Beginn der langen Probenphase in die Thematik ein.

Für die geistig behinderten Schauspieler ist das Verhalten der Mutter aus dem Film unentschuldbar. „Was denken sich Nichtbehinderte dabei, wenn sie sagen, behinderte Kinder sollen nicht zur Welt kommen?“, empört sich Lotte Brückl. „Die kamen ja auch zur Welt. Warum dürfen Behinderte nicht leben?“

Ihrem Künstlerkollegen Peter Englert fällt es noch schwerer, die Frage zu beantworten, warum einige Eltern nicht wollen, dass Menschen wie er leben: „Genau kann ich das nicht sagen, warum. Vielleicht denkt die Mutter aus dem Film, sie hätte zu viel Arbeit mit dem Kind.“ Er selbst fühlt sich von dem Thema nicht direkt betroffen. Doch Englert betont auch: „Ich finde das schlimm.“ (…)

Das Thema bewegt Theaterleiter und Regisseur Stefan Merk schon seit langem. Als „fatal“ bezeichnet er es, dass Eltern behinderter Kinder, die sich gegen eine Abtreibung entscheiden, mehr und mehr unter Druck gesetzt werden: „Eltern von Kindern mit Down-Syndrom müssen sich heutzutage schon rechtfertigen, warum sie das Kind nicht getötet haben“, zeigt er sich empört.“

SOWEIT der interessante Zeitungsbericht  –  wir wünschen dem „Theater Augenblick“ viel Erfolg und hoffen, daß diese ebenso aktuellen wie zeitlosen Stücke viele Menschen zum Nachdenken animieren!


€uropas Griff nach den deutschen Goldreserven

FAZ: „Gigantische Schattenkreditpyramide ohne parlamentarische Kontrolle“

Die „Frankfurter Allgemeine“ vom 5.11.2011 befaßt sich in einer eingehender Analyse von Holger Steltzner mit den jüngsten Euro-Turbulenzen und entlarvt Tendenzen der französischen und der deutschen (!) Regierung, die Unabhängigkeit der Bundesbank abzuschaffen, um so vor allem das deutsche Gold für den Erhalt des maroden Euro-Systems einzuspannen.

Die FAZ schreibt einleitend: „Paris und Berlin nehmen die Bundesbank in die Zange. Die Reserven der Deutschen sollen für den Euro geopfert werden.“ 

Zudem wird klargestellt: „Die Goldreserven der Bundesbank sind Eigentum der deutschen Bürger; sie werden von der Bank nur verwaltet.“

Außerdem erinnert Holger Steltzner daran:

„Die gleich zu Beginn der Staatsschuldenkrise von EU-Kommissionspräsident Barroso aufgestellte Losung gilt weiterhin. „Der Euro wird gerettet, koste es, was es wolle.“ Auch bleibt Merkel ihrem Grundsatz treu: „Scheitert der Euro, scheitert Europa“, obwohl dadurch nur das Erpressungspotential der Schuldensünder wächst und zugleich die Ablehnung von Euro und EU durch die Transferzahler.“

Aber damit noch nicht genug  – das Kapitel geht weiter:

„In Cannes haben die europäischen Mächte Deutschland und Frankreich nicht nur die widerspenstigen Griechen zur Räson gebracht und auf ihren fragwürdigen Rettungskurs eingeschworen. Berlin und Paris starteten zudem einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Deutschen Bundesbank. Das Ziel sind die in Jahrzehnten aufgebauten Reserven, die die Bundesbank für die Bürger verwaltet: ausländische Währungen und viel Gold.“

Der Autor verweist überdies auf folgende Hintergründe:

„Obwohl das bisherige Rettungskonzept nachweislich nicht aufgeht, werden weiter mit Schulden zu hohe Schulden bekämpft. Zur Abschreckung ominöser Marktkräfte soll die Feuerkraft des 440 Milliarden Euro schweren Krisenfonds EFSF nochmals erhöht werden. Keine Rolle spielt dabei, dass der gerade erst verdoppelte und dann durch Hebel auf mehr als eine Billion Euro vervielfachte Rettungseinsatz weder den Markt beeindruckt noch Italien geholfen hat.“

Höchst unerfreulich, was die FAZ außerdem zu berichten weiß:

„Die öffentliche Aufregung über Athen wollten Paris und Berlin nutzen, um unter Umgehung des Bundestags die Haftung Deutschlands noch einmal um mehr als 15 Milliarden Euro zu erhöhen. Wie aus Verhandlungskreisen in Cannes zu hören war, soll das System der Europäischen Zentralbanken insgesamt Devisenreserven von 50 bis 60 Milliarden Euro in Form von IWF-Sonderziehungsrechten an eine Zweckgesellschaft des Krisenfonds verpfänden. Sonderziehungsrechte sind so etwas wie eine Kunstwährung, die ein Anrecht auf Ziehung von echten Währungsreserven bei nationalen Notenbanken verkörpert.

Sonderziehungsrechte sind Vermögen in der Bilanz der Bundesbank wie das Gold. Damit kann der Internationale Währungsfonds (IWF) Geld schöpfen und seine Rettungsprogramme finanzieren.

Die Bundesbank ist die einzige Institution in Europa, die sich noch gegen diese Form der Staatsfinanzierung über die Notenpresse wehrt. Denn der Vertrag über die Währungsunion verbietet eindeutig die monetäre Finanzierung der öffentlichen Hand.“

Für den FAZ-Autor ist das künftige „Krisen-Szenario“ klar:

„Die Idee, einen Teil der Reserven in Form von Sonderziehungsrechten in einer Zweckgesellschaft zu bündeln, wäre nur der Anfang. Der Griff nach den deutschen Goldschätzen würde bald folgen. Die Bundesbank sperrt sich dagegen, weil sie Gold und Devisen nicht für die Bundesregierung, sondern für den Bürger verwaltet.“

Die Frankfurter Allgemeine spricht sodann von einer „gigantischen Schattenkreditpyramide“ in €uropa:

„Unbemerkt von Politik und Öffentlichkeit hat das System europäischer Zentralbanken eine gigantische Schattenkreditpyramide aufgebaut, die vollautomatisch funktioniert und täglich um Milliarden wächst. Während der Bundestag um die Haftungsgrenze für Steuerzahler von 211 Milliarden Euro ringt, türmen sich heimlich über das Target genannte europäische Zahlungsverkehrssystem unglaubliche Kreditrisiken auf.“

Abschließend heißt es in der FAZ-Analyse:

„Nach den Turbulenzen in Cannes und Athen kann die EZB erst einmal durchatmen. Die Griechen werden nun doch nicht in einem Referendum gefragt, Ministerpräsident Papandreou hat in der Nacht zum Samstag das Vertrauen des Parlaments gewonnen. Der Abschied vom Euro ist (zunächst) kein Thema mehr. Notenbanken dürfen also weiter das große Rad mit Schattenkrediten drehen – und das ohne jede parlamentarische Kontrolle.“

Den vollständigen FAZ-Artikel lesen Sie hier:  http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/schuldenkrise-griff-nach-unserem-gold-11518707.html