Immer nur „Lobpreis-Musik“? – Nein danke!

Lobpreis-Chorleiter will musikalische Vielfalt erhalten

Heutzutage durchdringt die enthusiastische „Lobpreis“-Musik immer mehr christliche Kreise  – auch weit über die charismatische Szene hinaus; für viele Gläubige  – vor allem junge Leute  –   sind diese stark gefühlsorientierten Lieder eine Art „Einstieg“ in die pfingstlerische bzw. charismatische Bewegung.

Wie die evang. Nachrichtenagentur IDEA berichtet, gibt es nun sogar Kritik von Lobpreismusikern selbst am überhandnehmenden Einfluß dieser Musikrichtung.

So hat  sich jetzt der evang. Theologe Guido Baltes für eine größere musikalische Vielfalt in Gottesdiensten ausgesprochen. Der Lobpreisleiter der Gemeinde „Christus-Treff“ in Marburg bemängelt:

„Die Lobpreismusik ist heute fast überall der neue «Mainstream» (Hauptstrom) und hat andere Ausdrucksformen christlicher Musik  –  zumindest in der Jugendarbeit  –  fast vollständig verdrängt“.

Alle negativen Phänomene, die normalerweise mit dem Mainstream einhergingen, hätten inzwischen auch die Lobpreismusik schon fest im Griff: Banalisierung, Geschäftemacherei, Profil- und Qualitätsverlust, Ermüdungserscheinungen etc.

Baltes zufolge zeigte „Lobpreis“ in den vergangenen Jahren die Tendenz, alle anderen christlichen Musikformen „langsam, aber sicher aufzufressen“.

Die musikalische Energie und Kreativität, die früher in Jugendchöre, Bläserkreise, Gemeindebands, Konzerte, Musicals, Gospelchöre und Mundorgel-Romantik am Lagerfeuer geflossen sei, münde heute fast ausnahmslos in den Strom der Lobpreismusik ein.

Er könne die Klage aus anderen „musikalischen Lagern“, die sich zurückgesetzt fühlten, durchaus verstehen. Der Theologe erklärt: „Es ist schade, dass uns hier viel Gutes verlorengeht.“ –   Er plädiert dafür, in den Gemeinden und Jugendkreisen andere Formen der Musik wiederzuentdecken und zu fördern.

 

 


4 Kommentare on “Immer nur „Lobpreis-Musik“? – Nein danke!”

  1. Mathias sagt:

    Ich will mich nicht gegen die altbewährte Kirchenmusik in unseren Sonntags-Gottesdiensten äußern. Jeder soll in der Kirche das finden, was er für seine Gottesbeziehung braucht, sei es Stille, Anbetung, Lobpreis oder traditionelle Kirchenmusik. Aber: Alles muss in der Kirche seinen Platz haben, auch Lobpreis mit modernen Klängen. Das Gotteslob in der katholischen Kirche ist mittlerweile 40 Jahre alt und daher rückständig. Die Sprache ist in vielen Liedtexten veraltet. Das ist meine Feststellung. Mich wundert es daher nicht, wenn junge Leute nichts anzufangen wissen mit einer Kirche, die eine Sondersprache spricht, welche mit dem normalen Alltagsleben kaum etwas zu tun hat.

    Es gibt viele unterschiedliche Wege, Gott zu begegnen. Der Lobpreis ist einer davon. Lieder erfüllen unsere Seele. Die modernen Liedtexte sprechen unseren Verstand an. Es ist daher normal, wenn vor allem junge Menschen lieber mit zeitgemäßen Liedtexten und modernen Klängen Gott verherrlichen wollen. Lobpreis tut der Seele gut. Er hilft, dass ein permanentes Kreisen um uns selbst aufhört (wie es mir heute geht, das tut mir gar nicht gut, usw.), und dass wir den Blick auf Gott richten. Gott schenkt uns beim Lobpreis seinen Frieden und legt uns dauerhaft Freude ins Herz, auch für unseren Alltag. Moderner, zeitgemäßer Lobpreis verwandelt Menschen und führt sie in eine lebendige Alltagsbeziehung mit Jesus.

    Die ältere Generation sollte also akzeptieren, wenn junge Leute neue Glaubenswege gehen wollen. Ich erinnere daran, dass Orgelmusik in der Kirche auch irgendwann neu eingeführt worden ist. Sicherlich haben sich in der damaligen Zeit auch viele Christen gegen Orgelmusik in der Kirche gewehrt.

    Gott liebt die Vielfalt und er freut sich garantiert an einer lebendigen, gefühlsorientierten Anbetungshaltung seiner Kinder.

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    • John sagt:

      Hallo Mathias
      Was ich als problematisch finde, aus eigener Erfahrung, das ist, dass man Musik hört,
      nachspielt, und nicht mehr kritisch nach ihren Hintergrund forscht (in der Bibel), ausserhalb des Lobpreises, natürlich auch vor allem, was Gott meint dazu. Ich möchte kein Gesetz daraus machen, was Gut oder Schlecht ist, aber gerade die Alte Kirchenmusik ist in einer Zeit teilweise grosser Not entstanden, und die Texte haben darum auch Tiefgang. Ich muss sagen, dass nicht alle jungen Leute den zeitgemaessen Mainstreamlobpreis gut finden, ich kenne auch viele jungen Leute, die Alte oder Besinnliche Musik gern hören, und auch zu solchen Gottesdiensten gehen..

      John

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  2. Anonymous sagt:

    Ich finde die Lieder der „Familie Mariens“ sehr, sehr schön. Man spürt dort die Verbundenheit nach oben ganz klar.
    Weiter so!

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