Generation 50-plus will länger arbeiten

Drei von vier Arbeitnehmern über 50 Jahre wollen sich nicht vorschreiben lassen, mit 67 Jahren in Rente gehen zu müssen. Sie wollen womöglich länger arbeiten. AL-0034

Das berichten die Zeitungen der WAZ-Mediengruppe, die vorab aus der Studie „Vielfalt des Alterns“ zitieren.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will die Befragung am Montag in Berlin vorstellen.

Das Institut für neue soziale Antworten (Insa) hat die Studie erstellt und dazu 3000 Bundesbürger aller Altersklassen befragt.

Zwei Drittel der Befragten lehnt demnach die Rente mit 67 ab. Drei von vier Älteren fordern, daß  ein Verbleib im Betrieb bis zum Alter von 69 Jahren möglich sei sollte.

Ein weiteres Ergebnis: Die Generation „50plus“ ist selbstbewußt und hält sich für kompetenter und innovativer als ihre jungen Kollegen.

Volkswirtschaftlich könnten die Ergebnisse eine positive Nachricht sein, so das Institut: „Vorstellungen, daß eine demografisch alternde Gesellschaft an Dynamik und Innovationskraft verliert, werden infrage gestellt.“

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung  (WAZ)

Foto: Bistum Regensburg

Studie: Der Euro kam den Deutschen teuer zu stehen

Der Euro hat den Deutschen eine erhöhte Teuerung bewirkt.  Dies ist das Ergebnis einer Studie des Nachrichtenmagazins „Focus“ zum zehnten Jahrestag der Euro-Bargeldeinführung am 1. Januar 2002.

„Focus“ ließ dazu durch unabhängige Marktforscher bundesweit mehr als 10.000 Preise von Autos bis Zucker jeweils im September 2001 mit 2011 vergleichen.

Vor allem bei Lebensmitteln, Restaurants, Arzneimitteln oder Freizeitaktivitäten von Oper bis zur Eintrittskarte der Fußball-Bundesliga notierten die Forscher drastische Preisaufschläge.

Einige Sorten Obst und Gemüse sowie PCs und Drucker verbilligten sich hingegen laut der Studie binnen der ersten zehn Jahre mit dem neuen Geld. Auch der Staat gehörte laut der „Focus“-Aufstellung mit stark steigenden Steuern, Abgaben und Gebühren zu den großen Preistreibern nach der Euro-Einführung.

Das IFO-Institut verglich für „Focus“ auch die Kaufkraftentwicklung der ersten zehn Euro-Jahre mit den letzten zehn Jahren der D-Mark. Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer hatte demzufolge nach den zehn letzten Jahren D-Mark monatlich 170 Euro mehr Kaufkraft zur Verfügung, nach zehn Euro-Jahren hingegen 21 Euro weniger.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Eurokritische Finanztagung am 2.12.2012 in Berlin

Die Ursache der Finanzkrise  – Die Manipulation der Geldmenge

Die Zivile Koalition eV lädt ein zur Finanztagung “Euro(pa) geht unter – Sanierer zeigen Auswege”.

Die Tagung findet am Freitag, den 2. Dezember 2011, von 9  –  17.30 Uhr im Hotel Adlon Kempinski (, 10117 Berlin, Unter den Linden 77) statt.

Kostenbeitrag: 45 Euro (inkl. Mittagessen und Erfrischungen) per Überweisung.

Zu Lösungswegen aus der Krise und deren politischer Umsetzung sprechen u.a.:

Prof. Dr. Wilhelm Hankel, Wirtschaftswissenschaftler und Währungsspezialist

Prof. Dr. Eberhard Hamer, Vorstand Mittelstandsinstitut Niedersachsen e.V., Vorsitzender Deutsche Mittelstandsstiftung e.V.

Dirk Müller, Bankkaufmann und Börsenhändler, “Mr. Dax”

Frank Schäffler, Bundestagsabgeordneter (FDP)

Prof. Dr. Thorsten Polleit, Frankfurt, School of Finance and Management

Prof. Dr. Dr. Markus C. Kerber, TU Berlin

Infos:  http://www.issberlin.info/?p=758

Anmeldungs-Coupon hier abrufen:
http://www.issberlin.info/wp-content/uploads/2011/11/anmeldung_europa_geht_unter.pdf

Zivile Koalition e.V.  /  Mail: info@zivilekoalition.de


CDL: „Entscheidungslösung“ führt zur Vergesellschaftung menschlicher Organe

Christdemokraten für das Leben (CDL) wenden sich gegen geplante „Entscheidungslösung“

Mechthild Löhr, die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL) kritisiert scharf die vom Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr vorgetragene Einigung zur „Entscheidungslösung“ betreffs Organspende:

„Die Fraktionsvorsitzenden aller im Bundestag vertretenen Parteien haben sich am 24. November 2011 mit Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) darauf geeinigt, dass Mitarbeiter von Krankenkassen und Behörden künftig die Menschen in Deutschland regelmäßig auf ihre Bereitschaft ansprechen sollen, im Falle ihres Hirntods Organe zu spenden.

Diese Abfrage soll etwa bei der Übersendung einer Versichertenkarte „mit so viel Nachdruck wie möglich, ohne jedoch eine Antwort zu erzwingen oder Sanktionen auszuüben“ erfolgen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Bundestagsfraktionen. Die so genannte „Entscheidungslösung“ soll in der ersten Jahreshälfte 2012 vom Deutschen Bundestag verabschiedet werden. Sie würde die bisher geltende „Zustimmungslösung“ ersetzen, wonach ein Mensch zu Lebzeiten aus eigenem Antrieb einer Organspende zugestimmt haben muss oder Angehörige eines Hirntoten dies stellvertretend für diesen tun.(…)

Es grenzt an Willkür, dass sich die Fraktionsvorsitzenden ohne eine vorausgegangene breite Debatte in der Öffentlichkeit geeinigt haben. Eine Entscheidung des Einzelnen über eine derart höchstpersönliche Frage darf den Bürgern vom Staat nicht aufgenötigt werden, erst recht nicht ohne eine vorherige Aufklärung über die strittigen ethischen und rechtlichen Probleme des so genannten „Hirntodes“, der einen lebenden Organismus bei irreversibel ausgefallener integrativer Funktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms beschreibt.

Bei einem „hirntoten“ Organspender liegen die typischen Merkmale eines Leichnams wie Atemstillstand, Leichenstarre oder Totenflecken gerade nicht vor, vielmehr ist der juristisch für tot Erklärte im biologischen und phänomenologischen Sinne durchaus noch am Leben.

Die jetzt politisch favorisierte „Entscheidungslösung“ läuft auf eine Vergesellschaftung der Organe des Einzelnen hinaus. Lediglich noch formal ist das Prinzip der Freiwilligkeit gewahrt, denn indirekt übt der Staat moralischen Druck auf die Bürger durch die Befragung aus. Besonders bei körperlich oder psychisch schwer kranken Menschen kann es äußert negative Konsequenzen haben, wenn sie mit der Frage nach einer möglichen Organentnahme konfrontiert werden.

Wie mag sich ein alter oder psychisch wie physisch schwer erkrankter Mensch fühlen, wenn er offiziell solche Post bekommt? Bedeutet diese Nachfrage nicht indirekt: „Wir hoffen auf Dein Ableben, denn dann kannst du noch Nutzen stiften?“

Was der Staat sich hiermit als neue, moralische höchste Instanz anmaßt, macht die Bürger zu Untertanen, die zum Dienst für die Allgemeinheit erzogen werden müssen.

So verständlich die patientenzentrierte Sichtweise auf das Thema Organtransplantation auch sein mag, so deutlich muss doch aus ethischer Perspektive vor einer Blickverengung gewarnt werden, bei der die Besonderheit dieses Therapieverfahrens nicht mehr beachtet wird: Menschliche Organe sind keine Heilmittel oder Medizinprodukte im üblichen Sinn, die industriell gefertigt und nach den Regeln von Angebot und Nachfrage in den Warenverkehr gebracht werden können.

Einen rechtlichen oder auch nur einen moralischen Anspruch auf die Überlassung von fremden Organen, die konstitutiver Teil einer anderen Person waren oder sind, kann es um der Würde des Menschen willen, die auch die Würde des Organspenders und unser aller Würde mit umfasst, nicht geben.

Insofern müssen sich Politik, Medizin und Gesellschaft bei allem Fortschrittsoptimismus auf diesem Feld auch künftig in eine gewisse Selbstbegrenzung ihrer Wünsche fügen.“

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) sind eine Initiative in der CDU/CSU mit 5.000 Mitgliedern, darunter zahlreiche Bundestags-, Landtags- und Europa-Abgeordnete sowie Kommunalpolitiker


Kontakt-Daten:
CDL – Christdemokraten für das Leben
Odila Carbanje (Bundesgeschäftsstelle)
Schlesienstr. 20  /  48167 Münster
Tel.: 0251 / 6 28 51 60   /  Fax: 0251 / 6 28 51 63
info@cdl-online.de
http://www.cdl-online.de

8.12.: Weihnachten mit Chesterton (Erfinder des „Pater Brown“)

Adventsabend von „Raggs Domspatz“ mit Dr. Alexander Kissler und Uwe Postl in München

Der bekannte Kulturjournalist und FOCUS-Redakteur Dr. Alexander Kissler präsentiert am Donnerstag, den 8. Dezember 2011, „Weihnachten mit Chesterton“.

Der literarische Abend in der Reihe „Domspatz-Soirée“ beginnt um 19:30 Uhr im Kulturzentrum Movimento, Neuhauser-Straße 15, in der Münchner Fußgängerzone.

Gilbert Keith Chesterton, Essayist, Romancier und Erfinder von „Pater Brown“, hat den katholischen Glauben in vielen pointierten und originellen Schriften offensiv bezeugt. Papst Pius XI. verlieh dem Konvertiten den Ehrentitel „Defensor Fidei“ (Verteidiger des Glaubens). In der englischsprachigen Welt gilt der berühmte Autor als bedeutender Apologet des römischen Christentums und der Rechtgläubigkeit.

Besonders oft hat sich Chesterton mit dem Weihnachtsfest beschäftigt, für ihn ein „unsterbliches Abenteuer“ und ein Fest ausgelassener Freude. Er verteidigt das Fest gegen seine Feinde, etwa gegen die Behauptung, es sei heidnischen Ursprungs, würdigt die Bedeutung gesunder Traditionen und betont die prägende Kraft der Weihnacht für das Leben eines jeden Menschen.

„Wer dem Kalorienrausch und der Rührseligkeit entgehen will“, sagt Alexander Kissler, „der kann zu Gilbert Keith Chesterton greifen.“

Chestertons scharfsinnige und humorvolle Texte, viele erst kürzlich auf Deutsch erschienen,  sind mit ihrer Kritik am hohlen Konsum heute treffender denn je.

Gemeinsam mit dem Münchner Schauspieler und Theater-Regisseur Uwe Postl gestaltet Alexander Kissler mit Chestertons Betrachtungen und aktuellen Kommentaren eine nachdenklich-vergnügte Advents-Soirée, eine echte Alternative zu den allfälligen „Weihnachtsfeiern“.

Der Eintrittspreis beträgt 12,50 Euro. Jeder Interessierte ist eingeladen, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Das Kulturzentrum Movimento findet man in der Fußgängerzone, gegenüber Sankt Michael, Eingang durch die KULT-Passage.

Mehr unter www.raggs-domspatz.de
Agentur für christliche Kultur 
Michael und Vivian Ragg (Inhaber)
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Irrwege zu Lasten der Kinder gefährden unsere Zukunft

Kommentar von Christa Meves

Unsere Regierung ist nun wirklich auf Ordnung bedacht: Ein neues Gesetz hat sie erhoben, da an sie gedrungen ist, dass es in unseren Zirkussen bei den dort verwendeten Wildtieren nicht menschlich genug zugeht.

Medial als Supernachricht forciert, kann das bei besorgten Bundesbürgern nur bitteres Gelächter auslösen; denn wie viel unbekömmliche Missachtung haben oft bereits seit Jahrzehnten unsere Menschenkinder in staatlichen Institutionen  –  meist direkt von ihnen eingerichtet  –  zu ertragen:

  • Krippenschicksal für jeden Säugling bekommt den Kleinen laut wissenschaftlichen Langzeituntersuchungen umso weniger, je früher, je länger, je ausschließlicher sie dort untergebracht sind (und zwar mit lebenslänglichen Beeinträchtigungen als Folge!).
  • Gender Mainstreaming in den Kitas als der Versuch, bei den Vorschulkindern in der Prägungsphase zur geschlechtlichen Identität daran Zweifel zu wecken, bereitet das spätere Abdriften in Perversionen vor.
  • Die langen Schulwege zu den immer mehr zentralisierten Schulen verschleißen die Kraft der Grundschüler ebenso wie ihre Lernlust in zu großen Klassen mit einem unerträglichen Lärmpegel.
  • Die Tendenz, individuelle unterschiedliche Begabungen in ideologisierten, auf Gleichheit getrimmten Schulen zu gleicher Höhe herabzustutzen, kann schwerlich weder einen Chagall noch einen Goethe hervorbringen.
  • Mit pornographisch geschwängerten Materialien in der Grundschule für den Sexualkundeunterricht wird die Anziehung für das andere Geschlecht später geradezu abgewürgt.
  • Und die Folgen all dieser Misshandlungen sind zum Teil lange schon als krankmachend, ja, als allgemeine Gefährdung der Zukunft bereits sichtbar! Wo bleiben denn bei diesen wichtigsten aller Ressourcen unserer Republik, bei unseren Kindern, die gesunderhaltenden Maßnahmen unserer Regierenden? Merken sie nicht, dass sie hier in der von ihren Landsleuten beauftragten Funktion in die Verantwortung gerufen sind? Wo driftet denn – um Himmels willen –   der Karren unserer Republik hin?

Volker Beck agitiert erneut gegen evangelikale Fachverbände

Dennis Riehle über den jüngsten Vorstoß des grünen Politikers:

Nicht zum ersten Mal macht der menschenrechtspolitische Sprecher der Bundestagfraktion von „Bündnis 90/Die Grünen“, Volker Beck MdB, als selbsternannter Vertreter der Schwulen- und Lesbenbewegung auf sich aufmerksam:

Schon in der Vergangenheit hatte er seine Funktion als Abgeordneter ausgenutzt, um sich hochoffiziell gegen „evangelikale“ Christen zu wenden. So hatte er unter anderem Finanzmittel an das „Christival“ kritisiert und entsprechende Anfragen an die Bundesregierung gestellt.

Nun tischt Beck einen neuen „Skandal“ auf: Getrieben von seiner Sehnsucht nach immer neuen Rechten von Homosexuellen, verurteilt er schon lange die Arbeit christlicher Beratungsorganisationen, die Hilfe suchenden Schwulen und Lesben Therapie zur Veränderung ihrer sexuellen Orientierung anbieten.

Dass Beck mit seinem Verständnis von Toleranz vielen Homosexuellen die Freiheit abspricht, selbst und aus eigener Entscheidung heraus Seelsorge oder therapeutische Begleitung in Anspruch zu nehmen, wenn innere Konflikte plagen, scheint der Menschenrechtler nicht zu bemerken.

Aktuell hat er sich an den Präsidenten des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewandt  –  und diesen aufgefordert, den Ausschluss der Kommunität „Offensive junger Christen“ (OJC), die das „Institut für Jugend und Gesellschaft“ (DIJG) betreibt und sich mit möglichen Formen von Therapie und Umgang mit Homosexuellen, die Schwierigkeiten mit ihrer sexuellen Ausrichtung haben, auseinandersetzt, aus dem Dachverband zu prüfen.

Gleichzeitig fordert er dies auch bezüglich des „Weißen Kreuzes e.V.“, des sexualethischen Fachvereins, der sich insbesondere mit Fragen von Selbstbefriedigung, Sex vor der Ehe oder Pornografiesucht beschäftigt.

Doch nicht alle fühlen sich vom „Verteidiger“ der Lesben- und Schwulenrechte vernünftig vertreten. Insbesondere ist zu beklagen, dass Herr Beck immer wieder neue Berechtigungen einfordert, die über die allen Bürgerinnen und Bürgern zustehenden Rechte hinausgehen  –  und damit zu einer Bevorteilung von Homosexuellen führen würden.

Deutschland hat in seiner Vergangenheit mit Nachdruck an der Abschaffung von Ungleichheiten gegenüber Schwulen und Lesben gearbeitet. Dass durch föderalistische Hürden noch nicht alles so optimal ist, wie man es sich wünschen würde, ist zweifelsohne zuzugestehen. Gleichwohl liegt in der Diskriminierung und Ausgrenzung mancher Homosexueller bis heute aber auch ein gesellschaftliches Problem vor.

Und gleichzeitig muss man Schwule und Lesben, die in aggressiver Weise stets weitere Rechte einfordern und Vorurteile durch „Demonstrationen“ gegen sich selbst bestärken, die mittlerweile eher freizügigen Partys zur Schaustellung gleichen, hierfür mitverantwortlich machen.

Insgesamt zeigen sich viele Schwulen und Lesben zufrieden damit, die gleichen Rechte zu genießen wie jeder andere Mensch. Dieser Umstand ist durch unsere Verfassung ohnehin gewährleistet  –  ein häufiger Aufschrei über mangelnde Berechtigungen von Homosexuellen geht deshalb häufig über das Ziel hinaus.

Und gleichzeitig muss anhand des derzeitigen Beispiels ausdrücklich festgehalten werden: Herr Beck sieht psychische Probleme von Homosexuellen allein im Zusammenhang mit Ausgrenzung, Stigmatisierung und Diskriminierung durch die Gesellschaft. Er reduziert damit seelische Schwierigkeiten von Homosexuellen auf exogene, also von außen einfließende Ursachen.

Viel häufiger sind endogene, von innen kommende Zerrüttungen Ausschlag gebend für das Bedürfnis nach Unterstützung. Die eigene Abneigung gegenüber homosexuellen Sexualpraktiken, der Wunsch nach heterosexueller Liebe sind ganz oft Auslöser für Zerrissenheit und die Sehnsucht nach Veränderung.

Noch offensichtlicher stellen sich die Probleme bei der „Ich-dystonen Persönlichkeitsentwicklung“ dar, bei der eine völlige innere Distanzierung von der eigenen Identität vorliegt – leider wirft Herr Beck den Organisationen immer wieder vor, alle homosexuellen Hilfesuchenden als unter dieser Störung leidende Patienten abzustempeln.

Die von Herrn Beck in diesem Zusammenhang genannten „reparativen Therapien“, in denen nach seiner Ansicht Homosexuelle zum Ablegen ihrer Homosexualität genötigt werden, stellen sich in Wirklichkeit als eine tief in die Psyche einblickende Form der Therapie dar, die mögliche  –  und mittlerweile auch nachgewiesene  – Zusammenhänge zwischen homosexueller Orientierung und frühkindlichen Entwicklungen, elterlichen Bindungen oder Rolleneinnahmen analysieren.

Im Gegensatz zu Herrn Beck empfinde ich die Aufdeckung solcher Kausalitäten nicht als verwerflich, sondern als überaus hilfreich, um die eigenen Empfindungen zu verstehen und sich selbst auf die Stufe der Entscheidungsfähigkeit nach Veränderung zu bringen.

Ganz besonders zu kritisieren ist die Vorhaltung des Herrn Beck, wonach den Betroffenen solche Therapien nahezu „aufgedrängt“ würden. Während viele Schwule und Lesben Menschen aus ihrer eigenen „Lobbybewegung“ nicht selten belächelt werden, wenn sie mit ihrer eigenen Sexualität ringen, und immer wieder die Anschuldigung „sexueller Verklemmtheit“ zu hören bekommen, gibt es glücklicherweise eben Organisationen, die solche Sorgen ernst nehmen  –  und die es unterstützen, wenn man sich nicht dem Mainstream nach „sexueller Lockerheit“ und einer Gender-Bewegung anschließt.

Die Freiheit, sich in Form seelsorgerischer Angebote Unterstützung zu suchen, obliegt jedem Einzelnen selbst. Damit wird deutlich, dass die von Herrn Beck kritisierte Arbeitsweise der Organisationen schon in der grundlegenden Argumentation allen Realitäten zuwider läuft.

Als Berater geht man nicht „auf die Suche“ nach Homosexuellen, um sie zu „verändern“; viel eher ist die Zahl derer, die aus ihren freien Stücken zu uns kommen und den Wunsch nach Hilfe suchen, stetig wachsend. Somit würdigen wir die freie Entscheidung weitaus mehr, als Herr Beck es vermutet. Viel eher sehe ich sein Herunterspielen von Problemen Homosexueller und den Aufruf, Hilfe zu meiden, als fahrlässig und verachtend – ja, sogar als verantwortungslos.

In jeder Beratung gelten die Würde und der Wille des Klienten am höchsten. Das Gebot der Nächstenliebe, zu dem sich jeder christlich arbeitende Therapeut oder Berater verpflichtet haben sollte, übersteigt jede Form der Einklassifizierung von Homosexuellen oder den Vorwurf, Veränderung um jeden Preis erzielen zu wollen.

Nicht der Berater oder der Therapeut entscheidet, wie die Begleitung aussieht  –  sondern allein der Klient selbst. Daher arbeite ich generell mit der Ergebnisoffenheit jeder Sitzung. Durch Aufklärung  –  die beide Organisationen nach meinen Erfahrungen in transparenter Weise durchführen  –  wird der Klient in die Lage versetzt, über den Weg der Hilfestellung bestimmen zu können. Die Wertschätzung gegenüber dem Hilfesuchenden, aber auch der Wunsch, dass die Person wieder mit sich selbst und der eigenen Identität in Einklang zurückfindet, ist elementar und prägt jede Beratung schon aus dem Grundsatz des christlichen Menschenbildes heraus.

Letztendlich wendet sich Herr Beck zudem mit einer Forderung an das Diakonische Werk, die dieses schon aus den Statuten gar nicht erfüllen kann. Das Diakonische Werk ist nicht berechtigt, in die Arbeits- und Handlungsweisen der einzelnen Mitgliedsorganisationen einzugreifen oder deren Denkweise zu beeinflussen.

Wieder einmal ist eine panische Aktion des Herrn Beck zum Ausgangspunkt für Diskussionen geworden, die gar nicht nötig sind. Über seine Gründe für dieses Verhalten mag man spekulieren.

Schließlich bleibt aber wohl nur das Mitleid, das man ihm entgegen bringen kann, wenn sich Herr Beck Probleme schaffen muss, um sie zu lösen. Ein Blick auf die Alltagspolitik würde zeigen, dass wirklich wichtige „heiße Eisen“ im Feuer liegen…

Daten zum Autor:
Dennis Riehle, geb. 31.5.1985 in Konstanz, ist Student der Bildungswissenschaften,  evang. Laienprediger und Vorsitzender der „Christlichen Lebensberatung e.V.“