Das Kreuz Christi – ein Schutz-Amulett?

Marie Julie Jahenny und das “Kreuz der Vergebung“

In etlichen frommen Kreisen ist ein sogenanntes „Kreuz der Vergebung“ (auch „Schutzkreuz“ genannt) im Umlauf, das man an einer Kette um den Hals trägt: es hat keinen Korpus und zeigt eine Art Lichtflamme anstelle der Christusgestalt.

Man kann es z.B. beim „Bund der Freunde der Engel“ beziehen oder auch hier: http://www.katholischer-shop.at/index.php/unsere-auswahl/besonderes-fur-die-andacht/kreuz-der-vergebung.html

Wir verlinken hier nicht im Sinne einer Empfehlung, sondern damit Sie sich einen anschaulichen Eindruck von diesem Kreuz und seiner inhaltlichen Präsentation verschaffen können

Manche Anhänger glauben zudem, es sei das „Kreuz der Söhne und Töchter des Lichtes“, wie das der „Heiland“ selbst gesagt haben soll   –  siehe hier: http://www.marie-julie-jahenny.fr/kreuz-der-vergebung.html

Dieses „besondere“ Kreuz geht  –  wie so manche spezielle „Andacht“  –  auf Visionen und angeblich himmlische „Offenbarungen“ zurück, diesmal ergangen an die „stigmatisierte“ Französin Marie Julie Jahenny.

Laut der „Worte unseres Herrn“ an Jahenny vom 20. Juli 1882 sollen „meine Diener, Dienerinnen und selbst kleine Kinder“ dieses spezielle Kreuz tragen, denn „diese Flamme soll sie als Söhne und Töchter des Lichtes bezeichnen.“

Fast 40 Jahre später  –  am 15.11.1921  –  soll der Visions-Christus ihr bei einer „Ekstase“gesagt haben:

„Meine geliebten Freunde, die vergangenen Tage hinterließen manch schmerzliche Spur, jedoch die kommenden werden noch schrecklicher sein, denn das Böse erreicht eine furchtbare Intensität und entufert ins Maßlose. Meine geliebten Freunde, ihr werdet Mein anbetungswürdiges Kreuz bei euch tragen, und es wird euch gegen große und kleine Übel schützen, und später werde Ich sie segnen.– Auf dem Kreuz steht erstens der Name “Kreuz der Vergebung”.
– Zweitens der Name “Kreuz des Heiles”.
– Drittens “Heiliger Schutz”.
– Viertens “Milderung der Plagen”.
– Fünftens das Gebet: “O Gott, gekreuzigter Erlöser, entzünde in mir die Liebe, gib mir Glauben und Mut um des Heiles meiner Brüder willen.“

Was fällt hier merkwürdig auf?

Erstens: Nicht das Kreuz als solches (als Gegenstand) ist anbetungswürdig (es ist kein „Gott“), sondern Christus selbst, der uns durch seinen Opfertod am Kreuz erlöst hat.

Zweitens: „Heiliger Schutz“ erinnert an magisch-abergläubige Schutzamulette und Abwehrzauber, nur hier mit einem scheinbar „katholischen“ Mäntelchen verdeckt.

Drittens: „Milderung der Plagen“: welcher Plagen? Der Endzeit-Plagen? Will man selber durch dieses Schutzamulett weniger Plagen tragen als andere? Oder?

Viertens: Beim Gebet heißt es: „Entzünde in mir die Liebe, gib mir Glauben und Mut um des Heiles meiner Brüder willen.“  – Warum nicht erstmal für das eigene Heil? Oder ist das eigene Seelenheil so sicher, daß es hierfür keiner verstärkten Tugenden mehr bedarf?

Außerdem soll der „Heiland“ der „begnadeten“ Jahenny zu diesem speziellen Kreuz Folgendes geoffenbart haben:

Meine lieben Kinder, alle leidenden Seelen, durch die Plagen geprüft, alle, die das Kreuz küssen oder es auch nur berühren, werden Meine Vergebung erhalten.”

Ist zur Vergebung keine Reue und Beichte mehr nötig? Genügt das „Küssen und Berühren“ eines speziellen Kreuzes? Ist das jetzt ein Ersatz-Sakrament? Wird hier nicht vom Wesentlichen abgelenkt? Liegt hier nicht magisches Denken vor? Was hat das Küssen und Berühren von Gegenständen mit der Gnade Gottes zu tun?

Bei einer Ekstase vom 17. Januar 1922 soll Jesus der „Stigmatisierten“ ein weiteres Gebet gelehrt haben:

„Unser Herr und Heiland offenbart uns, dieses folgende Gebet öfters zu verrichten, besonders in den “Schreckenstagen der Heimsuchung”:

“Ich grüße dich, ich bete dich an und umarme dich, o anbetungswürdiges Kreuz meines Erlösers! Schütze uns, behüte uns, rette uns! Jesus hat dich o Kreuz, so sehr geliebt! Seinem Beispiel folgend, liebe ich dich. Durch Dein heiliges Kreuz, o Herr, befreie uns von unseren Ängsten! In mir soll nun Frieden und Vertrauen einkehren.”

Unser Herr fügt hinzu: ”Bei diesem Gebet werdet ihr so viele Gnaden, so viel Kraft und Liebe verspüren, daß die große Sintflut wie unbemerkt an euch vorübergehen wird. Das ist die Gnade Meiner Zärtlichkeit”.

Schon damals  – Anfang 1922!  – wurden also „Schreckenstage der Heimsuchung“ angekündigt, wie in so vielen heutigen Panik-Botschaften auch.  – In diesem Gebet wird erneut das Kreuz statt Christus angebetet  und geliebt  –  ganz anders als bei kirchlichen Kreuzweg-Andachten, in denen es heißt: „Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus und preisen Dich, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.“

Christus spricht überdies in den Evangelien nirgends von der „Gnade meiner Zärtlichkeit“ oder daß wir seine Liebe „verspüren“   – was hat solcher Kitsch in einem Gebet zu suchen?

Was soll zudem die Formel: „Durch Dein heiliges Kreuz, o Herr, befreie uns von unseren Ängsten“?  –  Es geht im christlichen Glauben weniger um Befreiung von Angst,  die zum Leben in dieser Welt mehr oder weniger dazugehört, sondern um Sündenbefreiung!

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MiT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster


6 Kommentare on “Das Kreuz Christi – ein Schutz-Amulett?”

  1. Cornelia Vogt sagt:

    DAS HERZ eines JEDEN MENSCHEN IST DAS A UND O.
    Nur GOTT ENTSCHEIDET.
    Kirchen stehen IN SCHULD durch FALSCHE HANDLUNGEN.
    SIE IST ABGERUTSCHT IN DEN AUGEN derer Wenigen,die noch der Kirche treu waren.
    Eine Farce,Verachtung ist übrig geblieben für Geistliche.
    AUCH,wenn es einen FINGERHUT VOLL TREUE Diener GOTTES gibt.

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  2. Anonym sagt:

    Sie Frau Felicitas Küble werden sich mal vor dem Ewigen Richter dafür verantworten müssen, das sie Gottes Werke der Barmherzigkeit so übel beurteilen schmähen, deren ruf schädigen und dagegen hetzten. Noch ist Zeit der Gnade nutzen sie sie!

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  3. Anonymous sagt:

    Vielen Dank für diesen ausgezeichneten neuen Artikel über irrgeistige Offenbarungen!

    Bis vor Kurzem trug auch ich dieses antichristliche Kreuz (ohne zu wissen, dass es ein solches ist), bis ich von Felizitas Küble darüber aufgeklärt wurde.

    Dieses pseudo-christliche Kreuz fördert die Eitelkeit und den Stolz, wenn man es in Verbindung mit den dazu gehörenden Offenbarungen trägt. Als Träger dieses antichristlichen Kreuzes sei man ein Kind des Lichts (Gottes)? Sind die anderen Katholiken, die es nicht tragen, etwa keine Kinder des Lichts(, sondern der Finsternis)? Sind wir nicht durch die Taufe Kinder des Lichts geworden, so wie es unsere heilige Kirche lehrt? Hier wird deutlich indirekt diese christliche Lehre geleugnet und die Taufe indirekt für unwirksam erklärt, was wieder mal so eine Lästerung wider des Heiligen Geistes ist!

    Müsste nach so viel Aufklärung anhand der kirchlichen Lehre so manchem Erscheinungsgläubigen endlich ein Lichtlein aufgehen?

    Wem die Wahrheit, die immer von Gott ist, am Herzen liegt, und wer die Kirche Gottes wirklich liebt, dem wird ein Lichtlein aufgehen! Wem aber die Wahrheit und die Kirche nicht am Herzen liegen, dem wird das LIchtlein halt nicht aufgehen, weil er seine eigenen Wünsche, Wunschvorstellungen und Begierden liebt! Aber genau das ist ja von Gott in der Bibel (im NT) auch für die Endzeit vorausgesagt worden, dass man sich nach den eigenen Gelüsten Lehrer suchen wird, denen man folgen wird.

    Desweiteren will ich klarstellen, dass Gottes Offenbarungsbuch, die Bibel, für die Endszeit keine massenhaften Erscheinungen und „Privatoffenbarungen“ des Himmels ankündigt, stattdessen warnt sie vor Dämonen, die als Engel des Lichts erscheinen, täuschende Offenbarungen vermitteln und die Katholiken täuschen und zum Abfall von Kirche und Glaube führen, was wir in unseren Tagen leider erfüllt sehen.

    Gott lässt all dies und anderes zu, um die Gläubigen in seiner Kirche zu prüfen, wie treu sie Ihm, Seiner Kirche und Seiner Lehre, die die Kirche verkündet, wirklich sind, sodass sich am Ende zeigen wird, wo jeder Einzelne in der Kirche wirklich steht: auf dem Fundament der Wahrheit, das die Kirche ist (vgl. 1 Tim. 3,15) oder auf anderen Fundamenten, z.B. auf dem Fundament von Privatoffenbarungen.

    Jesus Christus, der Herr, sagte ja voraus, dass Er die Spreu mit dem Weizen zusammen wachsen lassen wird; doch dann kommt die Trennung der Spreu vom Weizen, die Reinigung der Kirche vom Spreu! Und der Weizen wird gering sein, heißt es weiter, die Spreu demnach in der Überzahl!

    Achten wir also darauf, uns in der Gnade Gottes zu bemühen, Weizen zu sein, uns Gott immer mehr und mehr hinzugeben, Ihn um seine Gnade und Barmherzigkeit zu bitten und alles aus uns und von uns zu verbannen, was nicht der reinen Lehre der Kirche entspricht. Stellen wir uns endlich auf das Fundament der Kirche statt auf dem Fundament von Privatoffenbarungen zu stehen. Denn stehen wir auf dem Fundament von Privatoffenbarungen, dann stehen wir gemäß der Lehre unserer Kirche nicht auf dem Fundament der Wahrheit, denn das sind nach Gottes Offenbarungsbuch nicht Erscheinungen und Privatoffenbarungen, sondern das ist die Kirche allein!

    Desweiteren sei angemerkt, dass Jesus Christus, der Herr, seine Kirche und ihre Gläubigen zu seinen Lebzeiten noch darüber aufgeklärt hat, wer sie in die (ganze) Wahrheit führen würde: der Heilige Geist – und nicht Erscheinungen! Die meisten Erscheinungen gebärden sich dagegen als Lehrmeister der Kirche und ihrer Gläubigen und widersprechen damit dieser Prophezeiung Christi! Somit kann nur eines von Beidem richtig sein: Entweder ist der Heilige Geist unser Lehrmeister, so wie von Christus vorhergesagt wurde und von der Kirche gelehrt wird, oder Erscheinungen!

    Folgen wir also Christus! Glauben wir Ihm und Seinen Worten! Folgen wir also nicht den Erscheinungen, sondern der Kirche und dem Heiligen Geist! Nach 2 Joh. 8-9 kann uns der Heilige Geist aber nur dann inspirieren und uns die Wahrheit zeigen, wenn wir auf dem Fundament der Kirche stehen und nicht einen Schritt über die Lehre der Kirche hinausgehen. Es heißt hier nämlich, dass jeder, der über das hinausgeht, was die Kirche in ihrer offiziellen Lehre zu Glauben vorgibt, Gott nicht hat! Was das für jeden, der aufgrund seiner Liebe zu irrgeistigen Erscheinungen auf das Fundament von Privatoffenbarungen stellt und die Irrlehren der Erscheinungen verteidigt, heißt, kann sich anhand 2 Joh. 8-9 ein Katholik (falls er überhaupt an die Bibel, Gottes Offenbarungsbuch glaubt), selbst ausmalen!

    Deshalb möchte ich hier ausdrücklich sagen, dass der Glaube kein Spielchen ist, sondern voller Ernst! Weil wir um die Seelen unserer Brüder und Schwestern besorgt sind, die von Erscheinungen in die Irre und zum Abfall geführt werden bzw. sich von ihnen freiwillig führen lassen, klären wir darüber in der Lehre der Kirche auf, denn als Christen tragen wir nicht nur Verantwortung für uns selbst, sondern auch füreinander – so nämlich, wie es die Kirche lehrt!

    Deshalb möchte ich die Erscheinungsgläubigen bitten, die Erscheinungen anhand der kirchlichen Lehre zu prüfen, so wie wir, vor allem Felizitas Küble, es tun. Denn eine Erscheinung, die vorgibt vom Himmel zu sein, steht nicht über der christlichen Lehre der Kirche, sondern die christliche Lehre steht über jeder Privatoffenbarung. Die Gegner dieser Website verkehren hier alles: sie stellen diese Erscheinungen bzw. Privatoffenbarungen über die Lehre der Kirche, indem sie sie und ihre Irrlehren verteidigen und so die Lehre Gottes, die die Kirche verkündet, mit Füßen treten, uns der Gotteslästerung bezichtigen und uns Gottes Zorngericht und die Verdammnis wünschen, weil wir für die Lehre der Kirche eintreten, sie vor Irrlehrern verteidigen und irregeführten und abgefallenen Geschwistern helfen wollen.

    Stjepan Vucina

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    • Ralf sagt:

      …sehr guter Kommentar…
      Petrus ist der Fels und auf ihm ist die Kirche gegründet. Wer all zusehr an Privatoffenbarungen glaubt ist wie jener, der sein Haus auf Sand baut.

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  4. Ralf sagt:

    …also das mit dem „anbetungswürdiges Kreuz“ ist wirklich purer Blödsinn…
    und „Jesus hat dich o Kreuz, so sehr geliebt!“ ist auch Schwachsinn…wer liebt schon das Folterinstrument, durch das er stirbt.

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