Kommunistisches Nordkorea protestiert gegen Lichtkreuze an der Grenze

Im geteilten Korea heizen Weihnachts-Dekorationen die Spannungen zwischen dem kommunistisch beherrschten Norden und dem freiheitlichen Süden wieder an.

Das südkoreanische Verteidigungsministerium läßt eine Tradition erneut aufleben, wonach christliche Gemeinden an der innerkoreanischen Grenze drei bis zu 50 Meter hohe Metalltürme mit Lichtern schmücken dürfen. An der Spitze tragen sie ein beleuchtetes Kreuz.

Die Dekorationen befinden sich etwa drei Kilometer von der Demarkationslinie am 38. Breitengrad entfernt und sind bis in die nordkoreanische Stadt Kaesong zu sehen.

Die kommunistische Diktatur  in Pjöngjang wirft dem Süden jetzt vor, die Nordkoreaner mit „psychologischer Kriegsführung“  zum Christentum bekehren zu wollen –  und droht mit Vergeltung.

Gleichwohl bleibt Südkoreas Verteidigungsministerium bei seinem Plan, die Weihnachtslichter vom 23. Dezember bis 6. Januar leuchten zu lassen. Man wolle damit ein Zeichen für Meinungs- und Religionsfreiheit setzen, erklärte ein Ministeriumssprecher.

Bis 2003 waren die Weihnachtsdekorationen bereits errichtet worden; dann schlossen beide Seiten ein Abkommen, das „Propaganda“ an der hermetisch abgeriegelten Grenze verbot.

Die bilateralen Spannungen hatten sich allerdings Ende März 2010 verschärft, nachdem ein südkoreanisches Kriegsschiff versenkt wurde; 46 Marinesoldaten kamen ums Leben. Nordkorea bestreitet freilich  jede Beteiligung an dem Vorfall.

Nordkorea: Christen als Staatsfeinde in Straflagern

Im August 1945, am Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde das Land nach der japanischen Besatzung in eine sowjetische und eine US-amerikanische Zone geteilt. Seit dem Koreakrieg (1950-1953) sind beide Landesteile nahezu hermetisch voneinander abgeriegelt.

Politisch und religiös haben sie sich völlig unterschiedlich entwickelt. Im Norden herrscht eine brutale kommunistische Diktatur unter Präsident Kim Jong-Il, im Süden eine freiheitliche Demokratie nach westlichem Muster.

Nordkorea gilt weltweit als das Land mit der schlimmsten Christenverfolgung.  Schätzungen von Hilfswerken zufolge werden bis zu 70.000 Christen in über 30 Arbeits- und Straflagern als „Staatsfeinde“ gefangengehalten.

Von den 24 Millionen Einwohnern sind offiziellen Angaben zufolge etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken in vier staatlich anerkannten Kirchengemeinden. Doch versammeln sich schätzungsweise mindestens 200.000 Christen im Untergrund.

Südkorea: Stark in der Weltmission

In Südkorea hat sich das Christentum hingegen weit ausgebreitet. Von den 48,5 Millionen Einwohnern sind 31 Prozent Christen. Die meisten, nämlich 23,8 Prozent der Bevölkerung, sind Evangelikale inkl. Pfingstlern.

Südkorea gehört zu den Ländern mit den meisten Auslandsmissionaren: 21.500 Christen sind in 175 Ländern tätig. 31 Prozent der Südkoreaner gehören keiner Religion an, 23,7 Prozent sind Buddhisten und sieben Prozent Anhänger von Stammesreligionen. Hinzu kommen kleine Gruppen anderer Religionen.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA



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