Gerechtigkeit und Friede küssen sich!

FRIEDEN

verkündet der HERR seinem Volk
und seinen Gerechten,
den Menschen mit redlichem Herzen.
 
Es begegnen einander Huld und Treue;
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sproßt aus der Erde hervor;
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.
 
Auch spendet der HERR dann Segen
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her
und Heil folgt der Spur seiner Schritte.              
 
Psalm 85,9 ff.

Christ, erkenne Deine Würde als Kind Gottes!

In der Christmette im hohen Dom zu Regensburg predigte Bischof Gerhard Ludwig Müller vor  weit über tausend Gläubigen.

Weihnachtspredigt des Bischofs

Hier folgen Auszüge aus der Predigt des Regensburger Oberhirten:

„Über zwei Milliarden Menschen auf dieser Welt  –  die Christen  –  feiern in dieser Nacht die Geburt ihres „Gottes und Retters Christus Jesus“ (Tit 2,13).

Die Hirten auf dem freien Feld vor Bethlehem stehen für alle Menschen, die auf Gott ihre Hoffnung setzen. Darum tritt der Engel des Herrn zu ihnen und wir alle sollen vom „Glanz des Herrn“ (Lk 2,9) umstrahlt werden.

Die große Freude, die verkündet wird, gilt nämlich dem ganzen Volk und nicht nur einigen Auserwählten oder solchen, die sich für wichtiger als andere halten.

Ja, das ist die Weihnachtsbotschaft Gottes für alle Menschen, die ER nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; es ist der Messias, der Herr“ (Lk 2,11).

Gottes ewiger Sohn, der mit dem Vater der eine Gott ist, nimmt aus dem Menschen Maria unser menschliches Fleisch und Blut, unseren Leib und unsere geistige Seele an, damit wir Menschen Gottes Kinder werden.

Der heilige Papst Leo der Große, der einst dem Furcht und Schrecken verbreitenden Hunnenkönig Attila mutig entgegentrat, hat in einer Weihnachtspredigt jedem Christen entgegengerufen: „Erkenne, o Christ, deine Würde und bedenke, dass du der göttlichen Natur teilhaftig geworden bist.“

Vor einigen Wochen habe ich eine Einrichtung besucht, wo rund 60 alkohol- und drogenabhängige Männer und Frauen betreut werden. Ihr Elend ist ihnen ins Gesicht geschrieben.

Ein Psychologe hat in einem eindrucksvollen Vortrag die verschiedenen therapeutischen und medizinischen Maßnahmen dargestellt, die für die Befreiung und Heilung dieser Menschen notwendig sind. Am Schluss aber sagte er: Alle Bemühungen bleiben vergeblich, wenn die Suchtkranken nicht in ihrem Selbstwertgefühl bestärkt werden. Ohne die Erfahrung der Würde, die jedem Menschen zukommt, gibt es keinen Ausweg aus dieser Not.

Im Gespräch zeigte sich immer wieder, dass am Anfang dieser „Karriere nach unten“ die mangelnde Erfahrung des Angenommenseins steht. Schon dann, wenn ein Kind im Schoß seiner Mutter empfangen und bei der Geburt in die Welt seiner Familie und der Gesellschaft tritt, ist die Urerfahrung notwenig: Ich bin willkommen, ich stehe niemandem im Weg. Ich werde geliebt, weil ich hier bin, weil ich lebe und so bin, wie Gott mich gewollt hat.

Bei einer kleinen Andacht am Ende meines Besuchs habe ich jedem Einzelnen die Hände auf den Kopf gelegt und so jeden persönlich gesegnet. Vielen standen dabei die Tränen in den Augen. Manche haben es in Briefen beschrieben, wie sie von diesem Zeichen der Nähe Gottes innerlich bewegt und bestärkt wurden. Sie konnten spüren, dass ER es gut mit ihnen meint und alles auf einen guten Weg kommt mit dem Ziel, sich der eigenen Würde wieder ganz bewusst zu werden.

An der Einstellung zu Weihnachten, dem Fest der Geburt unseres Erlösers, entscheidet sich unser Anspruch auf die Würde als Geschöpf und die Sehnsucht nach Liebe als Vollendung unserer Person in der Gemeinschaft mit Gott.

Es geht um nichts weniger als um Leben und Tod, Sein oder Nicht-Sein, ewige Freude oder Frustration ohne Ende!

„Allen aber, die ihn aufnahmen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“ (Joh 1,12) – allen, die nicht aus den Gründen dieser vergänglichen Welt geboren werden und vergeblich leben, sondern die „aus Gott geboren sind“ (Joh 1,13).

Gottes Sohn ist aus Maria eines Menschen Kind geworden, damit wir in Christus Gottes Kinder werden. Das ist unsere Würde und Berufung. Amen.“


Sonne der Ewigkeit – Heiland auf Erden!

Streuet mit Palmen, ihr Schäfer und Hirten,
bereitet und schmücket aufs schönste die Bahn.
Traget zusammen Oliven und Myrten:
Christus, der Fürst des Friedens, kommt an.
 
Lasset uns munter sein, warten und wachen;
niemand schlafe vor Trägheit ein.
Lasset uns alles aufs herrlichste machen,
gewiß, ER kann nicht mehr ferne sein.
 
Schmücket die Lampen, machet sie lichthell,
öffnet zu euerem Herzen das Tor.
Denket an allerlei Lieder, Gedichte;
tretet mit Freuden und Jubel hervor.
 
Werde geboren, Du Retter der Menschen,
Herrscher des Himmels, Schöpfer der Welt!
Christus, Du kannst die Fesseln entwenden,
womit der Erzfeind uns bindet und hält.
 
Erscheine, erscheine, Du Heiland auf Erden,
Sonne der Ewigkeit, brich jetzt hervor.
Tröstlicher Beistand all der Betrübten,
komm doch, wir sehnen uns herzlich nach Dir.

 Nach Angelus Silesius


Die LIEBE geht niemals verloren

Es wächst ein Licht aus dem dunkelsten Tag

Es wächst ein Licht aus dem dunkelsten Tag;
es gibt eine Kraft, die alles vermag,
mußt warten und nicht verzagen.
 
Es scheint ein Stern in der tiefsten Nacht.
Für den, der die Finsternis durchwacht,
wird es tagen.
 
Es blüht eine Blume auf eisigem Grund.
Es singt mit gefrorenem Hauch ein Mund
und lobpreist in gläubiger Liebe
ein Kind im Stall, in der Winterzeit,
das haben die Hirten gebenedeit
in frommen Liedern.
 
O fühl es nur einen Herzensschlag,
es wächst ein Licht aus dem dunkelsten Tag,
die Liebe geht niemals verloren.
 
Und willst Du es nur, so wird noch heute
Christ in Dir selber geboren.
 
Verfasser unbekannt

Lobsinget dem Heiland von nah und von ferne!

Frohlocket und jauchzet

mit fröhlichem Singen,

mit Geigen und Flöten,

mit mächtigem Klingen!

 

Ihr Meere und Winde,

ihr Sonnen und Sterne,

lobsinget dem Heiland

von nah und von ferne!

 

Auf Erden hier unten,

im Himmel dort oben,

den Retter der Menschen,

den wollen wir loben.


Weihnachtsspuren

Wenn  einer  mir die Frage stellt nach Weihnachten in unserer Welt,
will ich ihm zeigen, was damals begann, als Weihnachten seinen Anfang nahm.

Wo einer dem anderen neu vertraut und mit ihm eine Brücke baut,
um Haß und Feindschaft zu überwinden, da kannst Du Weihnachtsspuren finden.

Wo einer im Dunkeln nicht verstummt, sondern das Lied der Hoffnung summt,
um Angst und Furcht zu überwinden, da kannst Du Weihnachtsspuren finden.

Wo einer gegen die Strömung schwimmt und fremde Lasten auf sich nimmt,
um Not und Elend zu überwinden, da kannst Du Weihnachtsspuren finden.

Wo einer im Unglück nicht verzagt und einen neuen Anfang wagt,
um Leid und Trauer zu überwinden, da kannst Du Weihnachtsspuren finden.

Wo einer Unbequemes wagt und ehrlich seine Meinung sagt,
um Schein und Lüge zu überwinden, da kannst Du Weihnachtsspuren finden.

Wo einer Dich aus Trägheit weckt und einen Weg mit Dir entdeckt,
um hohe Mauern zu überwinden, da kannst Du Weihnachtsspuren finden.

(Autor unbekannt)


Und wir sahen seine Herrlichkeit!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes (1,1-18):
 
Im Anfang war das Wort
und das Wort war bei Gott
und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden
und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
 
In ihm war das Leben
und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis 
und die Finsternis hat es nicht erfaßt.
 
Ein Mann trat auf, von Gott gesandt;
sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge für das Licht,
damit alle durch ihn zum Glauben gelangen.
Er war nicht selbst das Licht,
er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
 
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet,
kam in die Welt.
ER war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden,
aber die Welt erkannte ihn nicht.
ER kam in sein Eigentum,
aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
 
Allen aber, die ihn aufnahmen,
gab er Macht, Kinder Gottes zu werden,
allen, die an seinen Namen glauben,
die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches,
nicht aus dem Willen des Mannes,
sondern aus Gott geboren sind.
 
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt
und wir haben seine Herrlichkeit geschaut,
die Herrlichkeit des eingeborenen Sohnes vom Vater,
voll Gnade und Wahrheit.
 
Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: 
Dieser war es, über den ich gesagt habe:
„Der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.“
 
Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen:
Gnade über Gnade.
Denn das Gesetz wurde durch Moses gegeben,
die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
 
Niemand hat Gott je geschaut.
Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht,
ER hat Kunde gebracht.

 


HOCHFEST der Geburt unseres HERRN

ALTES TESTAMENT  –  aus dem Buch Jesaja 42,7-10:

Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten,der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Rettung verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König.    –  Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen alle zu jubeln. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie der HERR nach Zion zurückkehrt.
Brecht in Jubel aus, jauchzt alle zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der HERR tröstet sein Volk, ER erlöst Jerusalem.
Der HERR macht seinen heiligen Arm frei vor den Augen aller Völker. Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes.

NEUES TESTAMENT  –  aus dem Brief an die Hebräer 1,1-6:

Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in diesen letzten Zeiten  aber hat ER zu uns gesprochen durch den Sohn, den ER zum Erben des Alls eingesetzt und durch den ER auch die Welt erschaffen hat;
Christus ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich  zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt;
Er ist umso viel erhabener als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren Namen überragt.
Denn zu welchem Engel hat ER jemals gesagt: „Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt“  – und weiter: „Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein“ ?
Wenn ER aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt, sagt ER: Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen.