Kommunistisches Vietnam: hohe Haftstrafen für Pastor und Christin

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurden Pastor Nguyen Trung Ton und die evangelische Christin Ho Thi Bich Khuong wegen angeblicher „Propaganda gegen die Sozialistische Republik Vietnam“ von einem „Volksgericht“ der nordvietnamesischen Provinz Nghe An zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Die engagierten Christen haben sich für  Menschenrechte in Vietnam eingesetzt und wurden dafür bestraft, kommentierte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)  in Frankfurt das Urteil.

Pastor Ton war von der evang. Nachrichtenagentur IDEA und der IGFM zum „Gefangenen des Monats März 2011“ benannt worden. Der Menschenrechtsrechtsverband fordert Vietnam auf, das Recht auf Meinungsfreiheit zu respektieren und die beiden Christen sofort freizulassen.

Der 40-jährige Pastor Nguyen Trung Ton und die 44-jährige Ho Thi Bich Khuong wurden am 15.1.2011 in der Provinz Nghe An verhaftet. Beide gehören der evangelischen Hauskirche „Full Gospel Church“ an, der trotz mehrerer Anträge die Zulassung verweigert wird. Da diese Hauskirche daher als „illegal“ gilt, werden ihre Gottesdienste von der Polizei und Miliz gewaltsam aufgelöst oder massiv gestört, wie zuletzt bei der diesjährigen Weihnachtsfeier am 24.12.2011.

Pastor Ton setzte sich nicht nur für seine Kirche und die Rechte der Christen ein, sondern auch für andere Randgruppen und Opfer des Unrechtssystems.

Als Mitglieder der Bewegung „Block 8406“ des katholischen Pfarrers Nguyen Van Ly berichteten er und seine Glaubensschwester Ho Thi Bich Khuong über die Lage der Menschenrechte, der Freiheiten und Demokratie in ihrem Land.

Am 29. Dezember 2011 wurden Pastor Tom zu 2 Jahren Haft und anschließenden 2 Jahren Hausarrest, Frau Khuong zu 5 Jahren Haft und 5 Jahren Hausarrest verurteilt.

Während des Schnellprozesses durfte Pastor Toms Rechtanwalt Ha Huy Son nur beschränkt sein Mandat wahrnehmen. In der Klageschrift, die der IGFM in Kopie vorliegt, wurde beiden Angeklagten vorgeworfen, die regierende Kommunistische Partei Vietnams (KPV), die Volksregierung und deren Politik kritisiert und verleumdet zu haben.

Beide hätten das Ziel verfolgt, Gleichgesinnte zu finden, um einen „Regierungssturz“ herbeizuführen, die KPV zu entmachten und den sozialistischen Staat durch ein pluralistisches Mehrparteiensystem zu ersetzen“, so die Anklage.

Die IGFM stellt eine wachsende Intoleranz gegenüber Andersdenkenden in Vietnam fest. Die Verurteilung der beiden Menschenrechtsverteidiger sieht die IGFM als eklatanten Verstoß gegen Artikel 19 (Recht auf Meinungsäußerung) des „Internationalen Pakts über Politische und Bürgerliche Rechte“, dessen Mitgliedsstaat Vietnam seit 1982 ist.

Quelle: IGFM



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