So ist unser Leben – sehet !

Ach wie flüchtig,
ach wie nichtig
ist der Menschen Leben.
Wie ein Nebel bald entstehet
und auch wieder schnell vergehet,
so ist unser Leben  –  sehet!

2.

Ach wie nichtig,
ach wie flüchtig
sind der Menschen Tage,
Wie ein Strom beginnt zu rinnen
und mit Laufen nicht hält innen,
so fährt unsere Zeit von hinnen!

3.

Ach wie flüchtig,
ach wie nichtig
ist der Menschen Freude.
Wie sich wechseln Stund´ und Zeiten,
Licht und Dunkel, Fried´ und Streiten,
so sind unsere Fröhlichkeiten!

4.

Ach wie nichtig,
ach wie flüchtig
ist der Menschen Stärke,
Wer sich wie ein Löw´ erwiesen,
überworfen mit dem Riesen,
den wirft eine kleine Drüsen!

5.

Ach wie nichtig,
ach wie flüchtig
ist der Menschen Liebe.
Wie sich eine Kugel drehet,
die ald hier, dann dort mal stehet,
so ist unsere Liebe   –  sehet!

6.

Ach wie nichtig,
ach wie flüchtig
ist der Menschen Ehre.
Über den, dem man hat müssen
heut´ die Hände höflich küssen,
geht man morgen gar mit Füßen!

7.

Ach wie flüchtig,
ach wie nichtig
ist der Menschen Wissen.
Der das Wort konnt´ prächtig führen
und vernünftig diskutieren,
muß bald allen Witz verlieren!

8.

Ach wie nichtig,
ach wie flüchtig
ist der Menschen Dichten.
Der die Kunst hat lieb gewonnen
und manch schönes Werk ersonnen,
wird zuletzt vom Tod erronnen!

9.

Ach wie flüchtig,
ach wie nichtig
sind der Menschen Schätze.
Es kann Glut und Flut entstehen,
Elend, eh wir uns versehen,
alles  kann zu Trümmern gehen!

10.

Ach wie nichtig,
ach wie flüchtig
ist der Menschen Herrschen.
Der durch Macht ist hoch gestiegen,
muß zuletzt aus Unvermögen
in dem Grab erniedrigt liegen!

11.

Ach wie flüchtig,
ach wie nichtig
ist der Menschen Prangen.
Der im Purpur hoch vermessen
ist fast wie ein Gott gesessen,
dessen wird im Tod vergessen!

12.

Ach wie nichtig,
ach wie flüchtig
sind der Menschen Sachen.
Alles, alles, was wir sehen,
es muß fallen und vergehen.
Wer Gott liebt, wird ewig stehen!

Michael Franck (um 1650)

 


Nigeria: Terroranschlag forderte sogar 200 Todesopfer

Die Zahl der Todesopfer bei den jüngsten Anschlägen auf Kirchen in Nigeria ist offenbar weit höher als bisher angenommen. Die nigerianische Bischofskonferenz geht von rund 200 Ermordeten aus.

Bisher war von „mindestens 40“ die Rede gewesen. Die Bischöfe riefen in einer öffentlichen Stellungnahme die friedlichen muslimischen Mitbürger und „besonders ihre politischen, wirtschaftlichen und religiösen Führer“ dazu auf, der radikal-islamischen Terrorgruppe „Boko Haram“ das Handwerk zu legen.

Dem Präsidenten Nigerias schlug die Bischofskonferenz vor, pensionierte Kriminologen zu reaktivieren und ausländische Fachleute zu Rate zu ziehen, um den Terroristen beizukommen. Auf ihr Konto gehen die Bombenattentate auf nigerianische Kirchen zu Weihnachten.  „Boko Haram“ lehnt das Christentum als un-islamischen „westlichen Import“ rundweg ab.

Quelle: Fides/Radio Vatikan


Babykörbchen in Hannover: Das Findelkind ist wohlauf

Aus einem Bericht der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA:

Einem Säugling, der am Tag vor Heiligabend anonym im Babykörbchen des Friederikenstifts in Hannover abgelegt wurde, geht es gut. Das Mädchen, das schon einige Tage alt war, ist in einem Kinderkrankenhaus untersucht worden.

Die Mutter hat sich bisher noch nicht gemeldet. Die Eltern haben acht Wochen Zeit, sich zu melden; danach wird das Kind zur Adoption freigegeben.

Achim Balkhoff, Sprecher der Diakonischen Dienste Hannover, bestätigte am 29. Dezember 2011, dass das Kind wohlauf sei. Das Babykörbchen war vor zehn Jahren vom evangelischen Netzwerk „Mirjam“ auf Initiative der damaligen Landesbischöfin Margot Käßmann eingerichtet worden.

Seither wurden neun Neugeborene dort abgelegt. Vier Mütter haben ihre Kinder später wieder aufgenommen; fünf Kinder wachsen bei Adoptiveltern auf. Zudem war im Jahr 2008 ein Säugling tot vor dem Babykörbchen aufgefunden worden, weil der Mechanismus der Klappe nicht funktioniert hatte.

Zum Netzwerk für Schwangere in Not, das jetzt „Notruf Mirjam“ heißt, gehören auch Wohn- und Ausbildungsangebote sowie ein kostenloses und rund um die Uhr besetztes Notruftelefon (0800-6050040). Das Angebot wird vom Landesverein für Innere Mission getragen.

Nach Angaben des Geschäftsführers, Pastor Heino Masemann, sollen ähnliche Einrichtungen auch an anderen Orten Niedersachsens entstehen, etwa in Emden (Ostfriesland). In Braunschweig und Hamburg gibt es bereits „Babykörbchen“.

Seit 1999 wird in Deutschland von kirchlichen und freien Initiativen sowie von Krankenhäusern die Möglichkeit zur anonymen Kindesabgabe (Babykörbchen) und Geburt angeboten. Nach Schätzungen wurden seither etwa 300 bis 500 „Findelkinder“ geboren.


Kirchliches Ablaßbuch: „Abenteuerliche Sonderbarkeiten und Versprechungen“

Zu den „Brigitta-Gebeten“ (7-er und 15-er Reihe) und ähnlichen Andachten mit „Verheißungen“

Seit Jahrhunderten sind sogenannte „Gebete nach der hl. Brigitta“ im Umlauf, die angeblich „große Verheißungen“ mit sich bringen, wobei zugleich damit geworben wird, diese Sonderandachtsformen seien kirchlich anerkannt, ja sogar empfohlen  – so etwa hier:

http://www.betet.info/Brigittagebete.html#Leiden_Jesu_Christi

Diese Behauptungen sind allerdings unzutreffend und irreführend. Hierzu wollen wir gerne Folgendes festhalten:

1. Bereits im alten offiziellen kirchlichen „Ablaßbuch“ (z.B. der Ausgabe von 1939), in dem  eine Auflistung aller (!) gültigen (!) Ablaß-Gebete enthalten ist, fehlen diese Birgittengebete, folglich gehören sie nicht zu den amtlichen Ablaßgebeten. pic_526a50cce0863

Dies ist an sich ohnehin klar wegen der geradezu abenteuerlichen Versprechungen hinsichtlich der Befreiung von Seelen aus dem Fegefeuer bzw. diversen konkreten Heilsverheißungen.

Solche präzisen Zusagen sind schon deshalb unseriös, weil die Kirche über das Purgatorium (Fegefeuer, jenseitiger Läuterungszustand) keine direkte „Amtsgewalt“ ausüben kann, weshalb Ablässe für Verstorbene lediglich fürbitthalber wirken (können). Das hat die Kirche immer so gelehrt.

„Das Gepräge der Falschheit“

Näheres hierzu findet sich in dem altbewährten Buch „Die katholische Lehre von den Ablässen„, verfaßt von Jesuitenpater Josef Hilgers, erschienen in Paderborn 1914.

Dort heißt es auf S. 128 im Kapitel „Über echte und unechte Ablässe“:
„Viele der von den römischen Kongregationen als unecht bezeichneten Ablässe tragen schon durch ihre abenteuerlichen Sonderbarkeiten und überspannten Versprechungen das Geprägte der Falschheit an sich.“ kleines-rituale

Sodann wird dort auf  Seite 130 aus einer amtlichen, damals vom Papst bestätigten Erklärung der Ablaßkongregation von 1899 zitiert:

Als unecht„, so sagt die siebte Regel,sind die Ablässe zu verwerfen, die man in Büchlein (…) verbreitet, in welchen aus nichtssagenden oder sogar abergläubischen Ursachen und aus unsicheren Offenbarungen oder unter trügerischen Bedingungen Ablässe und Gnaden versprochen werden, welche dem kirchlichen Gebrauche zuwiderlaufen und das gewöhnliche Maß überschreiten.“

Kurz darauf heißt es:

„Aus den vielen möge es genügen, auf ein Gebet hinzuweisen, von dem man behauptete, es sei im Grabe unseres Heilandes gefunden und ehedem der hl. Elisabeth von Ungarn, der hl. Mechthildis und Birgitta geoffenbart worden. Dasselbe ist mit all seinen überspannten Versprechungen schon im Jahre 1678 und erst kürzlich wieder durch das Dekret vom 26. Mai 1898 von dieser hl. Kongregation als unecht verworfen worden.“

„Diese Ablässe sind für unecht zu halten“

Das Lehrbuch zitiert außerdem Folgendes aus den kirchenamtlichen Verfügungen:

„In der achten Regel heißt es: „Als erdichtet sind die Versprechungen in Blättern und Büchlein zurückzuweisen, wonach für das eine oder andere Gebet, das die Gläubigen verrichten sollen, eine oder mehrere Seelen aus dem Fegefeuer befreit würden, und die Ablässe, welche diesen Versprechungen noch beigefügt zu werden pflegen, sind für unecht zu halten.“

Auf S. 131 heißt es:
„Wie demnach derlei Behauptungen als unbegründet angesehen werden müssen, so sind auch die Ablässe, die man solchen Versprechungen beifügt, als unecht und völlig wertlos zurückzuweisen, umso mehr, da sie meistens zu den ungebräuchlichen und alles Maß überschreitenden Ablässen gehören.“

Auf der nächsten Seite  wird konkreter auf die Brigitta-Gebete mit „Verheißungen“ eingegangen –  und zwar im Rahmen einer Aufzählung unechter Ablaßgebete:

„Die Ablässe und extravaganten Verheißungen für das Gebet, welches   – wie man sagt – nach der Offenbarung der hl. Birgitta, der hl. Mechthildis und der hl. Elisabeth in dem Grabe unseres Herrn gefunden worden sei.“

Bei der Fußnote zu dieser Zeile heißt es:

Dieses Gebet, welches auch den Titel trägt „Brief Jesu Christi über die Blutstropfen, welche er auf seinem Gang zum Kalvarienberg vergoß,“ besteht in 7 Vaterunser,  Gegrüßet-seist-Du und Ehre-sei, die man 15 Jahre lang beten soll zu Ehren dieser 28.430 Blutstropfen, aufs neue als Fälschung verworfen durch das Dekret vom 26.5.1898.“

„Die größte Torheit“

Sodann heißt es auf dieser Seite weiter bei der Aufzählung unechter Ablässe:
„…die Ablässe, welche mit den fünfzehn Gebeten verbunden seien, die der Herr der hl. Birgitta von Schweden soll geoffenbart haben; die Versprechen, welche jedem gemacht sind, der während eines Jahres diese Gebete verrichtet, enthalten die größte Torheit und widersprechen den Grundsätzen des Glaubens.“

Rein grundsätzlich ist zu beachten, daß die katholische Kirche ausdrücklich lehrt (und dies auf dem Konzil von Trient bestätigte), daß auch fromme Gläubige keine absolute Heilsgewißheit besitzen. Diese „Gewißheit“ steht nämlich dem allwissenden Gott allein zu.

Nicht ohne Grund schrieb der Völkerapostel Paulus: „Bewirket Euer Heil mit Furcht und Zittern“  (Phil. 2,12).   – Damit wollte der hl. Paulus den damaligen Gläubige zu Philippi sicher keine panische Angst einjagen (gerade Paulus wäre hier der Letzte!), sondern vielmehr nüchtern an die „Furcht Gottes“ erinnern, also an die Ehrfurcht vor dem erhabenen  Gott, der sich nicht vor unseren Karren spannen läßt, auch nicht vor einen vermeintlich „frommen“ Karren.

Wir können unsen Seelenzustand letztlich nicht selbst vollgültig beurteilen, sondern GOTT ist unser Richter.

Deshalb schreibt Paulus an die Korinther: – Wenn sich schon ein Apostel Paulus zwar „nichts bewußt ist“ (keiner schweren Sünde), aber sich gleichwohl seiner „Rechtfertigung“ (Gnadenzustand) nicht gewiß ist, weil er diese Beurteilung GOTT überläßt, dann gilt das erst recht für alle Gläubigen.

Wer sich aufrichtig und ernsthaft bemüht, nach den göttlichen Geboten zu leben, die Sakramente gültig empfängt, Werke der Nächstenliebe vollbringt usw., der darf natürlich eine  hoffnungsfrohe „Heilszuversicht“ haben, aber eben durchaus keine vermessene Heilssicherheit für sich beanspruchen.

Eine absolute Heilsgewißheit kann man auch nicht über den „Umweg“ durch bestimmte Andachtsformen oder Gebete erwerben. Auch hinsichtlich kirchlich genehmigter Andachten (etwa den diversen Skapulieren) hat die Kirche stets vor leichtfertiger Gesinnung bzw.  vor einer „vermessentlichen Heilsgewißheit“ gewarnt.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster


Geist des Glaubens, Geist der Stärke!

Dieses Pfingstlied eignet sich auch als Neujahrs-Gedicht  

1. Geist des Glaubens, Geist der Stärke,
des Gehorsams und der Zucht,
Schöpfer aller Gotteswerke,
Träger aller Himmelsfrucht,
Geist, Du Geist der heiligen Männer,
Könige und Prophetenschar,
der Apostel und Bekenner,
auch bei uns werd´ offenbar!
 
2. Rüste Du mit Deinen Gaben
auch uns schwache Kinder aus,
Kraft und Glaubensmut zu haben,
Eifer für des Ewigen Haus;
eine Welt mit ihren Schätzen,
Menschengunst und gute Zeit,
Leib und Leben dranzusetzen
in dem großen, heilgen Streit.
 
3. Gib uns der Apostel hohen,
ungebeugten Zeugenmut,
aller Welt trotz Spott und Drohen
zu verkünden Christi Blut.
Laß die Wahrheit uns bekennen,
die uns froh und frei gemacht;
daß wir Dir vertrauen können,
schenke Du uns Deine Kraft.
 
4. Gib gleich Stefanus uns Frieden
mitten in der Angst der Welt,
wenn das Los, das uns beschieden,
in den schwersten Kampf uns stellt.
In dem rasenden Getümmel
schenk uns Glaubensheiterkeit,
zeig im Sterben uns den Himmel,
zeig uns Jesu Herrlichkeit.
 
K.J. Philipp Spitta (1833)