Sportstar Magdalena Neuner: Beispielhaft bodenständig

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Worte wie Autonomie, d. h. Selbstbestimmung, gehen manchen Zeitgenossen locker von der Zunge. Auch solchen, die hinter Modetrends herhecheln und auch gelegentlich bei denen, wo wir uns schwer tun, unter der Kostümierung und Makeup ihre Persönlichkeit auszumachen.

Zugegeben, wer in Kunst- und Sportbetrieb ins Rampenlicht der Öffentlichkeit kommt, wird schnell von Unternehmen und Medien mit Sponsorangeboten überhäuft und ist in Gefahr, zum „Produkt“ zu werden und seine Selbstverfügung zu verlieren.

Und weil es lukrativ und auch angenehm ist, im Rampenlicht zu stehen, wünschen sich die meisten der zum Idol Gewordenen, dass dieser Zustand möglichst lange anhält.

Nicht so bei der Biathletin Magdalena Neuner:

Es ist beispielhaft, wenn eine Person auf dem Höhepunkt ihrer Karriere sich die Freiheit nimmt, obwohl sie von Managern und Funktionären bedrängt wird, weiterzumachen, dem Show-Bussiness-Zirkus Servus zu sagen, weil es, wie Magdalena sagt, noch Wichtigeres gibt. Sie meint damit Familie, Freizeit für andere Dinge, kurz ein „normales“ Leben. Eine solche Entscheidung ist bemerkenswert und heute durchaus spektakulär.

Magdalena Neuner hat am 6. Dez. 2011 ihren Rücktritt vom aktiven Biathlonsport zun Ende der Saison 2011/12 erklärt; sie ist dann gerade 25 Jahre alt.

Magdalena Neuner ist in Garmisch geboren und im oberbayerischen Wallgau mit zwei Geschwistern aufgewachsen. Sie hat früh, wie das im schneereichen Voralpenland üblich ist, mit dem Skilaufen begonnen. Dazu kamen noch Radfahren, Schwimmen und Wandern. In der Familie wird musiziert. Lena, wie sie in Wallgau genannt wird, begleitet die Familie, wenn sie nicht unterwegs ist, auf der Harfe.

In ihrer Sportart Biathlon, der Kombination von Langlauf und Schiessen, hat sie alles gewonnen, was in dieser Disziplin zu erreichen ist: Sie wurde mehrfache Juniorenweltmeisterin, errang 2007 bei den Weltmeisterschaften drei Titel. Sie war damit zweitjüngste deutsche Weltmeisterin.

In den darauf folgenden Jahren gewann sie sieben weitere Meistertitel dazu. Sie ist seit 2011 mit zehn Gold- und drei Silbermedaillen erfolgreichste Athletin in der Geschichte der Weltmeisterschaften. Bei den Olympischen Winterspielen im Februar 2010 gewann sie zwei Goldmedaillen.

Trotz der vielen Auszeichnungen und Ehrungen, die mit solchen sportlichen Erfolgen verbunden sind, blieb Magdalena Neuner natürlich und bodenständig. Sie will ihren Freund, einen Zimmermeister, den sie seit ihrer Kindheit kennt, nach Abschluss ihrer Karriere heiraten.

Prof. Dr. Hubert Gindert ist Chefredakteur der kath. Monatszeitschrift „Der Fels“ und Vorsitzender des „Forums deutscher Katholiken“

 



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