Udo di Fabio warnt vor Tücken eines Verbotsverfahrens gegen die NPD

Der ehem. Richter am Bundesverfassungsgericht Udo di Fabio mahnt in der Debatte um ein NPD-Verbot zur Vorsicht. Die Zusammenarbeit deutscher Sicherheitsbehörden mit V-Leuten in der rechtsextremen Partei sei „ein prozessuales Risiko“, erklärte der Verfassungsrechtler Prof. di Fabio in einem Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“.

Der bekannte Jurist und Buchautor Udo di Fabio war Mitglied des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts, der im März 2003 das Verbotsverfahren gegen die NPD eingestellt hatte, nachdem die fragliche Rolle staatlich eingeschleuster V-Leuten in Führungsgremien der NPD nicht eindeutig geklärt werden konnte.


Computerwurm hat 45.000 Facebook-Paßwörter gestohlen

Ein Computerwurm hat die Passwörter von 45.000 Nutzern des sozialen Netzwerks Facebook gestohlen. Das teilte die israelische IT-Sicherheitsfirma Seculert mit.

Der Wurm namens „Ramnit“ soll laut Experten vor allem die Daten von Facebook-Konten in Großbritannien und Frankreich entwendet haben.

Laut der IT-Sicherheitsfirma sollen die gestohlenen Daten dazu verwendet werden, sich in die Facebook-Accounts selber einzuloggen. Dort würden dann Links verschickt, die auf infizierte Websites führten.

Der Wurm „Ramnit“ selbst ist bereits seit April 2010 bekannt, wurde damals aber vor allem mit dem Ausspähen von Bankdaten in Verbindung gebracht.

Facebook hatte im September 2011 nach eigenen Angaben rund 800 Millionen Mitglieder weltweit.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Erika Steinbach (CDU): Islamische Gewalt gegen Christen in Nigeria hält an

Nach den Terrorakten zum Weihnachtsfest setzt sich die radikal-islamistische Gewalt gegen nigerianische Christen fort. Gestern kamen erneut sechs Menschen bei einem Anschlag auf eine christliche Kirche um.

Das afrikanische Land rutscht in der Negativ-Rangliste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden, von Platz 23 auf Platz 13.

Dazu erklärt Erika Steinbach,  die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion:

„Das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors stuft Nigeria in seinem jährlich erstellten Index über die Verfolgung von Christen von Rang 23 auf 13 aller Länder ein. Das ist eine erschreckende Bilanz für die Zeitspanne eines Jahres.

Die sechs Todesopfer und zehn Schwerverletzten des gestrigen Anschlages auf eine christliche Kirche in Nigeria setzen die Mordserie an über 300 nigerianischen Christen im Berichtszeitraum des neuesten Reportes von Open Doors fort. Die Dunkelziffer der aufgrund ihres Glaubensbekenntnisses ermordeten Christen in diesem Land wird auf über 1000 Opfer geschätzt.

Die mutmaßlichen Täter des gestrigen Attentats, Angehörige einer radikal-islamische Sekte, bekannten sich auch zu den blutigen Anschlägen auf Kirchen an Weihnachten, bei denen bereits 37 Menschen starben. Ziel der Islamisten ist die Durchsetzung des islamischen Rechts.

Der Christenverfolgungs-Index von Open Doors macht aber auch deutlich, dass sich die Situation der Christen in den letzten Jahren nicht verbessert hat, sondern in einigen Ländern sogar signifikant schlechter geworden ist.

Der Einsatz für das Menschenrecht auf Religionsfreiheit und die Solidarität mit verfolgten Christen wird daher auch in dem vor uns liegenden Jahr Schwerpunkt der Menschenrechtsarbeit der der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe CDU/CSU-Bundestagsfraktion sein.“

Hintergrund dieser Meldung u.a.:

Das  Hilfswerk Open Doors veröffentlichte am Mittwoch, den 4.1.2012, den Weltverfolgungsindex 2012. Zum zehnten Mal in Folge führt das steinzeitlich-kommunistische  Nordkorea auf Platz 1 die Rangliste der 50 Staaten an, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Die weiteren neun vorderen Plätze belegen diese islamisch geprägte Staaten:

Platz 2 Afghanistan – Platz 3 Saudi-Arabien – Platz 4 Somalia – Platz 5 Iran – Platz 6 Malediven – Platz 7 Usbekistan – Platz 8 Jemen – Platz 9 Irak – Platz 10 Pakistan

Quelle: CDU/CSU-Bundestagsfraktion


Predigt des Papstes am Hochfest der Erscheinung des HERRN (6.1.2012)

Schöpfung und Hl. Schrift, Glaube und Vernunft gehören zusammen

Liebe Brüder und Schwestern!

Epiphanie (Erscheinung des HERRN)  ist ein Fest des Lichtes. „Auf, werde licht, Jerusalem, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir“ (Jes 60,1).

Mit diesen Worten des Propheten Jesaja beschreibt die Kirche den Inhalt des Festes. Ja, jener ist in die Welt gekommen, der das wahre Licht ist und der die Menschen Licht werden lässt.

Er schenkt ihnen die Macht, Kinder Gottes zu werden (vgl. Joh 1,9.12).

Der Weg der Weisen aus dem Morgenland ist für die Liturgie nur der Anfang einer großen Prozession, die sich die ganze Geschichte hindurch fortsetzt. Mit diesen Menschen beginnt die Wanderung der Menschheit zu Jesus Christus  –  zu dem Gott, der im Stall geboren wurde; der am Kreuze starb und der als Auferstandener bei uns bleibt alle Tage bis zur Vollendung der Welt (vgl. Mt 28,20).

Die Kirche liest den Bericht im Matthäus-Evangelium zusammen mit der Schau des Propheten Jesaja, die wir in der ersten Lesung gehört haben: Der Weg dieser Männer ist nur ein Anfang.

Zuerst waren die Hirten gekommen, die einfachen Seelen, die näher bei jenem Gott wohnen, der ein Kind wurde, und die leichter zu ihm „hinübergehen“ (Lk 2,15) und ihn als HERRN erkennen konnten.

Aber nun kommen auch die Weisen dieser Welt. Es kommen Große und Kleine, Könige und Knechte, Menschen aller Kulturen und aller Völker. Die Männer aus dem Morgenland sind die ersten, denen viele folgen alle Jahrhunderte hindurch.

Nach der großen Vision des Jesaja sagt die Lesung aus dem Epheser-Brief das Gleiche ganz nüchtern und einfach aus: Die Heiden sind Miterben geworden (vgl. Eph 3,6). Der Psalm 2 hatte es so ausgedrückt: „Ich gebe dir die Völker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum“ (Ps 2,8).

Die Weisen aus dem Morgenland gehen voraus. Sie eröffnen den Weg der Völker zu Christus. Während dieser heiligen Messe werde ich zwei Priester zu Bischöfen, zu Hirten von Gottes Volk weihen. Nach den Worten Jesu gehört es zum Auftrag des Hirten, der Herde voranzugehen (vgl. Joh 10,4).

So dürfen wir wohl bei allen Verschiedenheiten der Berufungen und der Aufträge in den Gestalten, die als erste Heiden den Weg zu Christus fanden, auch Hinweise für den Auftrag der Bischöfe suchen.

Was waren das für Menschen? Die Sachkundigen sagen uns, dass sie in der großen astronomischen Tradition standen, die sich im Zwei-Strom-Land über die Jahrhunderte hin gebildet hatte und dort noch immer blühte.

Aber diese Auskunft allein genügt nicht. Es gab wohl viele Sternkundige im alten Babylon, aber nur diese wenigen sind aufgebrochen und dem Stern nachgegangen, den sie als Stern der Verheißung, als Wegweiser zum wahren König und Retter erkannten. Es waren, so dürfen wir sagen, Männer der Wissenschaft, aber solche, die nicht nur vielerlei wissen wollten: sie wollten mehr; sie wollten verstehen, worum es im Menschsein geht.

Sie hatten wohl von der Verheißung des heidnischen Propheten Bileam gehört: „Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel“ (Num 24,17).

Sie gingen dieser Verheißung nach. Sie waren Menschen des unruhigen Herzens, die sich nicht mit dem Vordergründigen und Gewöhnlichen begnügten. Sie waren Menschen auf der Suche nach der Verheißung, auf der Suche nach Gott. Und sie waren wache Menschen, die die Zeichen Gottes, seine leise und eindringliche Sprache wahrzunehmen vermochten.

Aber sie waren auch mutige und zugleich demütige Menschen: Wir können uns vorstellen, dass sie manchen Spott ertragen mussten, weil sie sich auf den Weg zum König der Juden machten und dafür viel Mühsal auf sich nahmen.

Für sie war nicht entscheidend, was dieser oder jener, was auch einflussreiche und gescheite Leute von ihnen dachten und sagten. Ihnen ging es um die Wahrheit selbst, nicht um die Meinung der Menschen.

Dafür nahmen sie die Opfer und Mühen eines langen und ungewissen Weges auf sich. Ihr demütiger Mut war es, der ihnen schenkte, sich beugen zu können vor dem Kind armer Leute und in ihm den verheißenen König zu erkennen, den zu suchen und den zu kennen das Ziel ihres äußeren und inneren Weges gewesen war.

Liebe Freunde, wie sollten wir in alledem nicht wesentliche Züge des Bischofsamtes erkennen?

Auch der Bischof muss ein Mensch des unruhigen Herzens sein, der sich nicht mit den gewohnten Dingen dieser Welt begnügt, sondern der Unruhe des Herzens nachgeht, die ihn treibt, inwendig immer näher auf Gott zuzugehen, sein Angesicht zu suchen, ihn mehr und mehr zu erkennen, um ihn mehr und mehr lieben zu können.

Auch der Bischof muss ein Mann des wachen Herzens sein, der die leise Sprache Gottes wahrnimmt und das Wahre vom Schein zu unterscheiden versteht.

Auch der Bischof muss von dem Mut der Demut erfüllt sein, die nicht fragt, was die herrschende Meinung über ihn sagt, sondern seinen Maßstab von der Wahrheit Gottes hernimmt und für sie einsteht  – „opportune  –  importune“ (ob gelegen oder ungelegen).

Er muss vorangehen und den Weg zeigen können. Er muss dabei dem folgen, der uns allen vorausging, weil er der wahre Hirte ist, der wahre Stern der Verheißung: Jesus Christus.

Und er muss die Demut haben, sich vor dem Gott zu beugen, der so konkret und so einfach geworden ist, dass er unserem törichten Stolz widerspricht, der Gott nicht so nah und so klein sehen will. Er muss die Anbetung des menschgewordenen Gottessohnes leben, die ihm immer neu den Weg zeigt.

Die Liturgie der Bischofsweihe legt das Wesentliche dieses Amtes in acht Fragen an die Weihekandidaten aus, die immer mit dem Wort beginnen: „Vultis? – Wollt ihr?“

Die Fragen orientieren den Willen und zeigen ihm den einzuschlagenden Weg. Nur einige der Stichworte dieser Wegweisung möchte ich hier kurz benennen, in denen sich das konkretisiert, was wir eben von den Weisen des heutigen Festes her bedacht haben.

Auftrag der Bischöfe ist das praedicare Evangelium Christi, das custodire und dirigere, das pauperibus misericordes praevere, das indesinenter orare.

Die Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi, das Vorangehen und Führen, das Hüten des heiligen Erbes unseres Glaubens, die Barmherzigkeit und die Liebe zu den Bedürftigen und Armen, in denen sich Gottes barmherzige Liebe zu uns spiegelt; endlich das immerwährende Beten sind Grundzüge des bischöflichen Dienstes.

Das immerwährende Beten, das bedeutet: nie den Kontakt zu Gott verlieren; im Tiefsten unseres Herzens sich immer von ihm berühren lassen und so von seinem Licht durchdrungen werden. Nur wer selbst Gott kennt, kann andere zu Gott führen. Nur wer die Menschen zu Gott führt, führt sie auf die Straße des Lebens.

Das unruhige Herz, von dem wir im Anschluss an Augustinus gesprochen haben, ist das Herz, das sich letztlich mit nichts Geringerem begnügt als mit Gott und gerade so ein liebendes Herz wird.

Unser Herz ist unruhig auf Gott hin und bleibt es, auch wenn man heute mit sehr wirksamen Betäubungsmitteln den Menschen von dieser Unruhe zu befreien versucht.

Aber nicht nur wir Menschen sind unruhig auf Gott hin. Gottes Herz ist unruhig auf den Menschen hin. Gott wartet auf uns. Er sucht uns. Auch er ist nicht ruhig, bis er uns gefunden hat.

Gottes Herz ist unruhig, und darum hat er sich auf den Weg zu uns gemacht  –  nach Bethlehem, nach Golgotha, von Jerusalem nach Galiläa und bis an die Grenzen der Erde.

Gott ist unruhig nach uns, er sucht nach Menschen, die sich von seiner Unruhe, von seiner Leidenschaft für uns anstecken lassen. Menschen, die das Suchen des eigenen Herzens in sich tragen und sich zugleich von der Suche Gottes nach uns ins Herz treffen lassen.

Liebe Freunde, dies war die Aufgabe der Apostel, die Unruhe Gottes nach dem Menschen aufzunehmen und ihn selbst zu den Menschen zu tragen.

Und dies ist eure Aufgabe in der Nachfolge der Apostel: Lasst euch von der Unruhe Gottes treffen, damit sich die Sehnsucht Gottes nach dem Menschen erfüllen kann.

Die Weisen sind dem Stern gefolgt. Durch die Sprache der Schöpfung haben sie den Gott der Geschichte gefunden.

Freilich  –  die Sprache der Schöpfung allein genügt nicht. Erst das Wort Gottes, das uns in der Heiligen Schrift begegnet, vermochte ihnen endgültig den Weg zu zeigen.

Schöpfung und Schrift, Vernunft und Glaube gehören zusammen, um uns bis zum lebendigen Gott hinzuführen.

Es ist viel diskutiert worden, was das für ein Stern gewesen ist, der die Weisen führte. Man denkt an eine Planetenkonstellation, eine Supernova, das heißt einen von den zunächst ganz schwachen Sternen, in dem eine innere Explosion für einige Zeit einen gewaltigen Glanz freilegt; einen Komet usw.

Diesen Streit mögen die Gelehrten weiterführen. Der große Stern, die wahre Supernova, die uns führt, ist Christus selbst.

Er ist gleichsam die Explosion der Liebe Gottes, die den großen Lichtglanz seines Herzens in die Welt hineinleuchten lässt. Und wir dürfen hinzufügen: Die Weisen aus dem Morgenland, von denen das heutige Evangelium berichtet, wie überhaupt die Heiligen sind allmählich selbst zu Sternbildern Gottes geworden, die uns den Weg zeigen.

In all diesen Menschen hat gleichsam die Berührung mit Gottes Wort eine Explosion des Lichtes ausgelöst, durch die der Glanz Gottes in diese unsere Welt hineinleuchtet und uns den Weg zeigt.

Die Heiligen sind Sterne Gottes, von denen wir uns führen lassen zu dem hin, nach dem unser Wesen fragt.

Liebe Freunde, ihr seid dem Stern Jesus Christus nachgefolgt, als ihr Ja zum Priestertum und zum Bischofsamt gesagt habt. Und gewiß haben euch auch kleinere Sterne geleuchtet und geholfen, den Weg nicht zu verlieren.

In der Allerheiligenlitanei rufen wir all diese Sterne Gottes herbei, damit sie euch immer wieder leuchten und den Weg zeigen.

Indem ihr zu Bischöfen geweiht werdet, werdet ihr gerufen, auch selber Sterne Gottes für die Menschen zu sein, sie auf den Weg zum wahren Licht, zu Christus zu führen.

Zu allen Heiligen beten wir in dieser Stunde darum, dass ihr immer diesem euren Auftrag entsprechen und das Licht Gottes den Menschen zeigen könnt. Amen.


Weitere mörderische Anschläge auf Christen in Nigeria

Am vergangenen Donnerstag, den 6.1.2012, kam es im Nord-Osten Nigerias zu einem weiteren Anschlag auf eine Kirche. Sechs Gläubige wurden dabei getötet, 10 weitere verletzt.  Das berichtete Pfarrer John Jauro gegenüber der Nachrichtenagentur „AFP“.

Unter Christen geht die Angst vor weiteren islamischen Anschlägen um. Etwa 10.000 Menschen befänden sich nach den Anschlägen an Weihnachten auf der Flucht, so der Afrikareferent der „Gesellschaft für bedrohte Völker“ (GfbV), Ulrich Delius.

Jeder weitere Zwischenfall könne angesichts der angespannten Lage zur Eskalation führen. Die  GfbV befürchtet eine kommende Zweiteilung des Landes in Nord- und Süd-Nigeria.

Das Ultimatum der radikal-islamischen Bande „Buku Haram“ lief am Donnerstag aus. Alle Christen waren von den Terroristen aufgefordert worden, den Norden des Landes innerhalb von drei Tagen zu verlassen.

Quelle: apic, Radio Vatikan


ALLE reden von WULFF – WIR reden von BILD

BILD-kritischer Kommentar von Felizitas Küble

Daß der deutsche Bundespräsident dazu neigt, sich entweder um Kopf und Kragen zu reden oder andernfalls nur unverbindliche Allgemeinplätze abzusondern, ist bekannt und in den letzten Tagen erneut unter Beweis gestellt worden.

Wir haben hier im „Christlichen Forum“ keinen Nachholbedarf an kritischer Berichterstattung, auch in der Causa Wulff   – diese erfolgte bereits vor den derzeitigen Skandalen bzw. Skandälchen.

Nun wird der Bundespräsident, der sich mitunter äußerst ungeschickt äußerte bzw wie ein Schaf im Wulffspelz präsentierte, vielfach scharf attackiert  und durch den Kakao gezogen  – größtenteils durchaus mit Recht.

Wo aber bleibt in den vielen moralisch entrüsteten Medienkommentaren die Kritik an der BILD-Zeitung?

Oder ist BILD jetzt plötzlich Bestandteil eines seriösen Qualitätsjournalismus?

Warum findet sich in unserer Presselandschaft kaum Empörung über die verwerfliche Vorgangsweise dieses Straßenblatts, das wohl kaum als edler Lordsiegelbewahrer journalistischer Fairneß und wohverstandener Pressefreiheit angesehen werden kann?!

BILD hat allen Grund, so meine ich, vor der eigenen Dreckstür zu kehren, statt sich in moralischer Entrüstung zu üben, was diesem sittenwidrigen Blatt ohnehin schlecht ansteht  – und das nicht allein wegen der obligatorischen Nackedeis auf der Titelseite.

Welches Verständnis von journalistischem Ethos die BILDzeitung verinnerlicht hat, zeigt gerade auch ihr Verhalten in der Causa Wulff: Bei aller berechtigten Kritik am Bundespräsidenten stellen sich sehr wohl auch BILD-kritische Fragen, zB. folgende:

1. Wulff hatte sich wegen seines Wut-Anrufs auf die Mailbox von BILD-Chef Kai Diekmann bei diesem persönlich entschuldigt  –  und  Diekmann nahm die Entschuldigung an. Damit hätte diese Angelegenheit begraben sein müssen  – oder?

2.  Der BILD-Chefredakteur erklärte dem Bundespräsidenten nach dessen Entschuldigung, daß er von dem Wut-Anruf keinen Gebrauch machen werde.  Daran hielt er sich aber nicht, was einen üblen Vertrauensbruch darstellt. Das gilt auch dann, wenn Diekmann den substantiellen Inhalt des Wulff-Telefonats nicht selbst veröffentlichte, sondern dafür sorgte, daß Journalistenkollegen dies für ihn übernahmen.

Unsere Kritik an BILD und ihren journalistischen Ferkeleien beginnt freilich nicht erst heute.

Ich habe BILD mehrfach angezeigt, zum Beispiel im Sommer 2005, worüber die evangelische Nachrichtenagentur IDEA berichtet hat.  Die kath. Nachrichtenseite „kath.net“ übernahm diese Meldung.

Damals drohte Rebecca M. per BILDzeitung mit der Abtreibung ihres Kindes, falls ihr Ex-Geliebter sie nicht heiraten wolle. Wir stellten daraufhin Strafanzeige gegen die Schwangere und gegen BILD  –  u.a. wegen Nötigung. –  Näheres hier:
http://www.kath.net/detail.php?id=11090

Ein Jahr zuvor hatte ich die BILD-Zeitung wegen Pornografie und Jugendgefährdung angezeigt, nachdem dort ein Bericht mit fotografischer Darstellung eines Geschlechtsverkehrs erschienen war, wobei die abgebildete Schauspielerin es noch dazu als „prüde“ bezeichnete, wenn man sich im Film nicht hüllenlos präsentiere.

Mir war durchaus klar, daß der Strafantrag juristisch kaum Chancen hat, weil § 184 StGB den strafrechtlichen Rahmen der Pornografie stark eingrenzt. Dennoch war es wohl mal einen Versuch wert.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg stellte das Ermittlungsverfahren aus juristischen Gründen erwartungsgemäß ein, doch die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften“ reagierte am 8.6.2004 durchaus positiv, bedankte sich ausdrücklich für unseren Einsatz, konnte aber aus formalen Gründen „leider“ nichts unternehmen, da Tageszeitungen von einer Vorausindizierung ausgeschlossen seien.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MiT-Jugerndverlags in Münster

PS: Auch die SPD hat allen Grund zur Selbstkritik (zumal ihr Vorsitzender)  –  siehe hier:

https://charismatismus.wordpress.com/2011/11/20/spd-genosse-gabriel-und-der-politische-anstand/

 



USA: Konservativer Katholik ist d e r Favorit republikanischer Evangelikaler

US-Vorwahl: Rick Santorum findet den größten Zuspruch bei Evangelikalen 

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ist der Katholik Rick Santorum gegenwärtig der Favorit der Evangelikalen (theologisch konservativer Protestanten).

Auch die Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano“ sieht den 53-jährigen früheren Senator von Pennsylvania als „moralischen Sieger“ der ersten Vorwahl am 3. Januar 2012 im Bundesstaat Iowa (Mittelwesten).

Dabei lag Santorum nur um acht Stimmen hinter dem früheren Gouverneur des Bundesstaates Massachusettsm, Mitt Romney.  Beide machen sich für das Lebensrecht ungeborener Kinder und den Schutz der Familie stark.

Einer Befragung bei der Vorwahl zufolge konnte Santorum in Iowa 39 Prozent der evangelikalen Stimmen auf sich vereinigen. Damit lag er vor Ron Paul (18 Prozent) sowie Romney, Rick Perry und Newt Gingrich mit jeweils 14 Prozent. Michelle Bachmann, die der konservativen Tea Party nahesteht, hat sich aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur verabschiedet, nachdem sie nur fünf Prozent der Stimmen erhielt.

Evangelikale stellten 57 Prozent aller Teilnehmer an der Vorwahl. Der republikanische Herausforderer von Präsident Barack Obama bei der Wahl am 6. November 2012 wird durch Vorwahlen in allen 50 Bundesstaaten ermittelt und in der letzten Augustwoche auf dem Parteitag in Tampa (Florida) gekürt.

Die nächsten Vorwahlen finden am 10. Januar in New Hampshire und am 21. Januar in South Carolina statt.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA