Arbeitgeber beklagen Vernachlässigung der Berufsschulen

Die Berufsschulen werden nach Ansicht der Arbeitgeber in der Bildungsdebatte „oft zu wenig beachtet“.

Angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels und des wachsenden Trends zur akademischen Ausbildung dürften sie jedoch nicht länger ein „Nebenkriegsschauplatz“ sein, fordert die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in ihrem neuen Konzept „Berufsschule der Zukunft“.

Mehr denn je komme es darauf an, Berufsschulen zukunftsfit zu machen. Dafür müßten die Schüler mehr als bisher individuell gefördert werden. Darüber hinaus sei es notwendig, die Kooperation mit den Betrieben zu verbessern, heißt es in dem Konzept.

Die Herausforderungen sind enorm: Während die Zahl der Schulabgänger insgesamt sinkt, entscheidet sich ein immer größerer Teil für ein Studium.

Viele Betriebe können anders als früher nicht mehr auswählen, sondern müssen froh sein, wenn sie überhaupt genug Lehrlinge finden.

Die Klientel der Berufsschulen wird damit heterogener und schwieriger: So steigt nicht nur der Anteil schlechtbenoteter Schulabgänger, sondern auch jener der Einwanderer unter den Auszubildenden, da diese seltener eine akademische Laufbahn einschlagen. Deshalb fordert die Arbeitgeber, daß Berufsschulen neben Nachhilfe auch verstärkt Sprachkurse anbieten.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Wortlaut der Papst-Ansprache vom 19.1.2012 beim Ad-limina-Besuch von Bischöfen aus USA

Radikale Verweltlichung bedroht das Zeugnis der Kirche

Liebe Mitbrüder im Bischofsamt,

ich begrüße euch alle in brüderlicher Zuneigung und bete, dass diese Wallfahrt der geistigen Erneuerung und der tiefen Gemeinschaft euren Glauben und eure Verpflichtung gegenüber eurer Aufgabe als Hirten der Kirche in den Vereinigten Staaten von Amerika bestärken wird.

Wie ihr wisst, ist es meine Absicht im Laufe dieses Jahres, mit euch über einige der geistigen und kulturellen Herausforderungen der Neuevangelisierung nachzusinnen.

Einer der denkwürdigsten Apekte meiner Pastoralreise in die Vereinigten Staaten ergab sich aus der mir dort gebotenen Gelegenheit, über die historischen Erfahrungen Amerikas hinsichtlich der Religionsfreiheit und insbesondere über die Beziehung zwischen Religion und Kultur nachzudenken.

Im Herzen jeder Kultur besteht, ob bewusst wahrgenommen oder nicht, eine Übereinstimmung über das Wesen der Wirklichkeit und des moralisch Guten und somit über die Bedingungen menschlichen Wohlergehens.

In Amerika war dieser Konsens, wie in den Gründungsdokumenten eurer Nation verbürgt, in einer Weltsicht verankert, die nicht allein vom Glauben, sondern auch von der Verpflichtung zu bestimmten sittlichen Grundsätzen, die sich aus dem Naturrecht und dem Wesen Gottes ergeben, geformt wurde.

Heute wird dieser Konsens maßgeblich aufgeweicht angesichts mächtiger neuer Kulturströmungen, die nicht nur genau das Gegenteil der wesentlichen moralischen Lehren der jüdisch-christlichen Überlieferung darstellen, sondern dem Christentum als solchem zunehmend feindselig gegenüber stehen.

Die Kirche in den Vereinigten Staaten ist dazu aufgerufen, sowohl  gelegenen wie auch ungelegen das Evangelium zu verkünden, das nicht einfach nur zeitlose moralische Wahrheiten empfiehlt, sondern diese vielmehr als Schlüssel zu menschlichem Glück und zu einer blühenden Gesellschaft vorbringt (vgl. Gaudium et Spes, 10).

In Anbetracht der Tatsache, dass einige aktuelle kulturelle Tendenzen Elemente enthalten, die die Verkündigung dieser Wahrheiten eindämmen, sei es in Form einer Einengung im Rahmen einer rein wissenschaftlichen Rationalität, sei es in Form einer Unterdrückung im Namen politischer Macht oder eines Mehrheitsprinzips, stellen diese Entwicklungen eine Bedrohung dar, und zwar nicht allein für den christlichen Glauben, sondern für die Menschheit selbst sowie für die tiefste Wahrheit, was unser Dasein und unsere eigentliche Berufung, unsere Beziehung zu Gott, betrifft.

Wenn eine Kultur versucht, die Dimensionen der Glaubensgeheimnisse zu unterdrücken und die Türen zur übernatürlichen Wahrheit zu verschließen, wird ihr zwangsläufig eine Verarmung widerfahren und sie wird, wie mein Vorgänger Papst Johannes Paul II. so deutlich voraussah, einer reduktionistischen und totalitären Lesart der menschlichen Person und der Natur der Gesellschaft zum Opfer fallen.

Mit ihrer langen Tradition des Respekts für eine angemessene Beziehung zwischen Glauben und Vernunft spielt die Kirche eine entscheidende Rolle als Kontrapunkt  zu kulturellen Tendenzen, die auf der Grundlage eines extremen Individualismus danach streben, den Begriff Freiheit losgelöst von moralischen Wahrheiten zu verbreiten.

Unsere Tradition entspringt nicht einem blindem Glauben, sondern einer rationalen Sichtweise, die unsere Verpflichtung zum Aufbau einer wahrhaft gerechten, menschlichen und blühenden Gesellschaft mit unserer tiefen Zuversicht verknüpft, dass der Kosmos von einer inneren, der menschlichen Vernunft zugänglich Logik beherrscht wird.

Die Verteidigung einer sittlichenVernunft von Seiten der Kirche, die auf dem Naturrecht beruht, gründet auf der Überzeugung, dass dieses Gesetz keine Bedrohung für unsere Freiheit, sondern eher eine „Sprache“ darstellt, die uns dazu befähigt, uns selbst und die Wahrheit unseres Daseins zu begreifen und dadurch eine gerechtere und menschlichere Welt zu gestalten.

Insofern bringt die Kirche ihre Morallehre als eine keinesfalls einschränkende, sondern als befreiende Botschaft und als Fundament für eine sichere Zukunft ein.

Demnach ist das Zeugnis der Kirche von seinem Wesen her öffentlich: Sie versucht zu überzeugen, indem sie in der Öffentlichkeit rationale Argumente vorbringt.

Die legitime Trennung von Kirche und Staat kann weder so verstanden werden, dass die Kirche in Bezug auf bestimmte Themen schweigen muss, noch bedeutet dies, dass der Staat das Mitspracherecht engagierter Gläubiger bei der Festlegung der Werte, die die Zukunft der Nation bestimmen, beschneiden kann.

Angesichts dieser Überlegungen ist es unerlässlich, dass die gesamte katholische Gemeinschaft der Vereinigten Staaten begreift, welch gravierenden Bedrohungen die Kirche in ihrem öffentlichen moralischen Zeugnis ausgesetzt ist: Bedrohungen, die von einem radikalen Säkularismus, der in politischen und kulturellen Kreisen immer mehr Anklang findet, hervorgebracht werden. Der Ernst dieser Bedrohungen muss auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens klar eingeschätzt und bewertet werden.

Besonders besorgniserregend  sind gewisse Bestrebungen, die unternommen werden, um die Religionsfreiheit einzuschränken, die von allen amerikanischen Freiheiten als die am höchsten geschätzte gilt.

Viele von euch haben auf die konzertierten Anstrengungen hingewiesen, um katholischen Personen und Institutionen das Recht auf Wehrdienstverweigerung wegen (Verweigerung der) Beteiligung an in sich schlechten Praktiken abzuerkennen.

Andere haben mir von einer beunruhigenden Tendenz berichtet, die Religionsfreiheit zu einem bloßen Religionsausübungsrecht herabzuwürdigen, ohne Garantien für die Achtung der Gewissensfreiheit.

Erneut erkennen wir hier, dass dringender Bedarf an einem engagierten, gut artikulierten und gut ausgebildeten katholischen Laienstand besteht, der einen ausgeprägt kritischen Blick gegenüber der herrschenden Kultur sowie den Mut besitzen muss, einem reduktiven Säkularismus entgegenzutreten, denn dieser möchte die Kirche bezüglich ihrer Teilnahme an öffentlichen Debatten zu Themen, die die zukünftige Gestaltung der amerikanischen Gesellschaft betreffen, die Berechtigung absprechen.

Die Ausbildung engagierter Führungspersönlichkeiten sowie eine überzeugende Darstellung der christlichen Sicht von Mensch und Gesellschaft sind nach wie vor primäre Aufgaben der Kirche in eurem Land; diese Anliegen sind wesentliche Bestandteile der Neuevangelisierung und müssen die Vision und die Ziele der katechetischen Programme auf allen Ebenen formen.

In diesem Zusammenhang möchte ich euch meine Anerkennung aussprechen für eure Bemühungen, die Kontakte mit politischen aktiven Katholiken aufrecht zu erhalten und ihnen zu helfen, ihre persönliche Verantwortung bei der öffentlichen Bezeugung ihres Glaubens zu erkennen, insbesondere im Hinblick auf die großen moralischen Fragen unserer Zeit: die Achtung des Lebens, welches Gottes Geschenk ist, der Schutz der Menschenwürde sowie die Förderung der wahren Menschenrechte.

Wie vom Rat festgestellt und von mir bei meinem Pastoralbesuch wiederholt wurde, muss die Achtung für die gerechte Autonomie der weltlichen Sphäre auch die Wahrheit berücksichtigen, dass es keinen Bereich weltlicher Belange gibt, die dem Schöpfer und seiner Herrschaft entzogen werden können (vgl. Gaudium et Spes, 36).

Es besteht kein Zweifel, dass amerikanische Katholiken durch ein beständigeres und einheitlicheres Zeugnis hinsichtlich ihrer tiefsten Überzeugungen einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung der Gesellschaft als Ganzes leisten würden.

Liebe Mitbrüder im Bischofsamt, mein Anliegen mit diesen kurzen Bemerkungen war es, auf einige der drängendsten Fragen einzugehen, denen ihr im Dienst am Evangelium gegenüber steht, und die von großer Bedeutung für die Evangelisierung der amerikanischen Kultur sind.

Niemand, der sich ernsthaft und realistisch mit diesen Fragen beschäftigt, kann die wirklichen Schwierigkeiten leugnen, mit denen die Kirche heutzutage konfrontiert ist.

Doch im Glauben können wir Mut schöpfen aus dem wachsenden Bewusstsein, dass es der Erhaltung einer zivilen Ordnung bedarf, die deutlich in der jüdisch-christlichen Überlieferung verwurzelt ist, sowie aus der Verheißung auf eine neue Generation von Katholiken, deren Erfahrungen und Überzeugungen eine entscheidende Rolle bei der Erneuerung der Kirche in Bezug auf ihre Präsenz und ihr Zeugnis in der amerikanischen Gesellschaft spielen werden.

Die Hoffnung, die uns diese „Zeichen der Zeit“ geben, ist selbst schon ein Grund, unsere Bemühungen zu erneuern, um die geistigen und moralischen Ressourcen der gesamten katholischen Gemeinschaft für den Dienst der Evangelisierung der amerikanischen Kultur und für den Aufbau einer Zivilisation der Liebe zu mobilisieren.

Mit großer Zuneigung vertraue ich euch alle und die eurer Hirtensorge anvertraute Herde den Gebeten Marias, der Mutter der Hoffnung, an und erteile von Herzen meinen apostolischen Segen als Unterpfand der Gnade und des Friedens in Jesus Christus, dem HERRN.

Quelle: kath. Nachrichtenagentur ZENIT


Ägypten: Blasphemie-Gesetz richtet sich allein gegen Christen

In den vergangenen Monaten wurden in Ägypten vermehrt Angehörige der koptischen Minderheit wegen „Blasphemie“ angeklagt, womit Kritik am Islam gemeint ist.

Dies erklärte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt in einer Pressemitteilung.

Das Gesetz werde anscheinend allein gegen christliche Kopten gewandt, beanstandet die IGFM.  Wenn Muslime den christlichen Glauben öffentlich schmähten, sähen die Behörden darüber hinweg.

Im Januar mußte sich Naguib Sawiris, koptischer Milliardär und reformerischer Politiker, vor Gericht verantworten. Er hatte eine Karikatur ins Internet gestellt, die laut Anklage den Islam beleidige. Auch ein 17-jähriger koptischer Schüler war Ende Dezember wegen „Blasphemie“ verhaftet worden.


Rektor beklagt Redseligkeit in evangelischen Gottesdiensten

Zu viel Geschwätzigkeit in evangelischen Gottesdiensten beobachtet der Rektor des Albrecht-Bengel-Studienhauses in Tübingen, Pfarrer Rolf Sons. Er sehe mit Sorge, dass Pfarrer und Liturgen ihren Redefluss nicht mehr stoppen könnten, schreibt er in der Quartalszeitschrift „Theologische Orientierung“.

Als Grund für eine „schädliche Flut der Worte“ im Gottesdienst nennt Sons das Bemühen, eine menschliche und lockere Atmosphäre zu erzeugen, um zu zeigen, „dass es im Gottesdienst normal zugeht und dass die gottesdienstliche Welt im Grunde gar nicht so viel anders ist als die alltägliche Welt“.

Das Ergebnis sei, dass Besucher bereits bei der Begrüßung „mit Wortkaskaden zugetextet“ würden, anstatt zu hören, „dass Gott da ist und wir nun vor ihm stehen“.

Einleitungen zur Predigt gerieten oft so lang, dass dem Prediger nicht mehr zugehört werde, wenn er zum Eigentlichen komme.

Sons empfiehlt als Leitfragen „Will ich mit meinen Worten die Menschen vor Gott stellen? Was dient diesem Ziel und was lenkt von diesem Ziel ab?“

Wo viele Worte gemacht würden, verliere das einzelne Wort seinen Wert.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA


CDU ruft zu kritischer Marx-Engels-Debatte auf wg. Denkmal in Berlin

Der Kulturexperte der CDU-Fraktion, Uwe Lehmann-Brauns, sowie die kultur-  und stadtentwicklungspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Stefan Schlede und Stefan Evers erklären:

„Die CDU-Fraktion begrüßt den Diskussionsanstoß von Bundesbauminister Peter Ramsauer hinsichtlich der künftigen Gestaltung des Marx-Engels-Forums im Gesamtkontext der historischen Mitte Berlins.

Wir stehen hierbei am Anfang einer Diskussion, bei der es keine Denkverbote geben darf. Dazu gehört auch eine kritische Auseinandersetzung mit sozialistischer Staatskunst.

Einerseits gehören Marx und Engels historisch betrachtet in die Nähe von Liebknecht und Luxemburg, sie sind Teil der deutschen Geistesgeschichte.

Andererseits kommt ihnen wegen ihrer Aufrufe zur gewaltsamen Veränderung der Gesellschaft kein Ehrenplatz in der Mitte der Stadt zu, die an den politischen Folgen jener Ideologie fast ein halbes Jahrhundert gelitten hat.

Deshalb sollte zumindest der Radius des Denkmals in Bezug auf das Gesamtareal verkleinert werden und zwar im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens zur Neuordnung der Mitte Berlins.“ 

Kontakt-Daten:

CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin Preußischer Landtag  / 10111 Berlin  / Niederkirchnerstr. 5  / Tel.: 030 – 2325 2124  /  Fax: 030 – 2325 2750  

thiedemann@cdu-fraktion.berlin.de 


Pressekonferenz über Christenverfolgung am 24.1.2012 in Stuttgart

Einladung zur IGFM-Pressekonferenz
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

Ort: St. Georg Koptisch-Orthodoxe Kirche, Wurmlinger Str. 47, 70597 Stuttgart
Termin: Dienstag, 24. Januar 2012
Beginn: 11 Uhr
 

„Christen – Opfer religiös motivierter Gewalt“
Menschenrechtler weisen mit Lichtermarsch auf Christenverfolgung hin

Der erdrutschartige Wahlsieg der Islamisten in Ägypten, die blutigen Angriffe auf Kirchen und Christen in Nord-Nigeria und die Verhaftungen von christlichen Konvertiten im Iran alarmieren jetzt auch Europa. Wir laden Sie herzlich zu unserer Pressekonferenz in Stuttgart ein.

Gleichzeitig möchten wir Sie auf einen Lichtermarsch gegen Christenverfolgung hinweisen, den die IGFM am 26. Januar, dem ersten Tag des Willow Creek Kongresses in Stuttgart, veranstaltet.

Ihre Gesprächspartner:

Boko Haram, Übergriffe auf Christen und die aktuelle Lage in Nord-Nigeria.
Dr. Emanuel Ogbunwezeh, Nigeria-Experte der IGFM

Todesurteile gegen und Verfolgung von christlichen Konvertiten in der Islamischen Republik Iran.
Mahin Mousapour, Pastorin einer evangelischen Konvertiten-Gemeinde in Deutschland

Die aktuelle Situation der christlichen Minderheit in Ägypten nach der Wahl.
Diakon Fritz Seel, St. Georg Koptisch-Orthodoxe Kirche Baden-Württemberg e.V.

Die Kampagne zur Freilassung von Pastor Youcef Nadarkhani
und Menschenrechtsverletzungen durch das ägyptische Militär.
Martin Lessenthin, Sprecher des Vorstands der IGFM

Die Pressekonferenz endet gegen 12 Uhr.

Bitte teilen Sie uns mit, ob wir Sie in Stuttgart erwarten können

Kontakt: Daniel Holler
IGFM Presseabteilung
Tel.: 069–420108–10 oder –0
Fax: 069–420108–33
eMail: kampagnen@igfm.de
http://www.menschenrechte.de
https://www.facebook.com/igfmdeutschland


Abtreibungsbefürworter organisieren sich in Brüssel

Wie der „Humanistische Pressedienst“ (hpd) vom 18. Januar 2012 berichtet, hat sich in Brüssel eine „Plattform für das Recht auf Abtreibung“ gebildet   –  und zwar als Reaktion auf Aktionen der Lebensrechtler.

Wegen der  – wie es heißt  –  „zunehmenden Angriffe religiöser Organisationen“ organisierte der „Centre d´Action Laique (CAL)“ in Belgien nun eine internationale Plattform. „Das Recht auf Abtreibung, d.h. die Freiheit der Frauen, eine Schwangerschaft fortzusetzen oder nicht, ist eine unverzichtbare Errungenschaft, die nicht infrage gestellt werden darf“, äußerte Juliet Pernet vom CAL.

Die Initiative beklagt z.B.  die 1000-Kreuze-Demonstrationen von Lebensrechtlern in Städten wie Berlin und Brüssel  sowie Aktionen auf europäischer Ebene, wie zum Beispiel gegen die Resolution des Europäischen Parlaments vom 1. Dezember 2011. Darin wird allen Ernstes ein „Recht auf Abtreibung“ zwecks AIDS-Bekämpfung  gefordert. Dagegen gab es Proteste, auch seitens der Frankfurter Initiativen „SOS Leben“ und „Aktion Kinder in Gefahr“.

Die Plattform hat jetzt eine „Charta für das Recht auf Abtreibung“ veröffentlicht und sammelt Unterschriften hierfür. Zudem wird zu einer Gegendemonstration am 24. März 2012  aufgerufen. An diesem Tag findet in Brüssel zugleich ein Marsch für das Leben statt.

Quelle: Kultur und Medien online  (Aktion Kinder in Gefahr)


Bischof Algermissen schickt Dompfarrer Schmidt ins „Sabbatjahr“

Druck von oben und unten: Priester in der Zwickmühle zwischen Bischof und „Rätesystem“

Bischof Heinz-Josef Algermissen hat dem – unter konservativen Gläubigen beliebten – Dompfarrer und ehem. Generalvikar Peter-Martin Schmidt eine halbjährliche „Auszeit“ zu dessen „Ruhe“ und „Neuorientierung“ (!) verordnet. Der Oberhirte von Fulda begründete diesen Schritt mit seiner „Fürsorgepflicht“.  foto 31.5.2010a - Kopie

Eine derartige Maßnahme  –  gern in kirchlichen Kreisen als „Sabbatjahr“ bezeichnet  –  ist in vielen Fällen eine Vorstufe zur Amtsenthebung.

Die bischöfliche Entscheidung hat unter kirchentreuen Gläubigen für herbe Kritik und Enttäuschung gesorgt. Dompfarrer Schmidt war zu Lebzeiten von Erzbischof Johannes Dyba dessen Sekretär.

Offenbar gab es Schwierigkeiten hinsichtlich des dortigen Pfarrgemeinderats. Ob dies aber ein ausreichender Anlaß für eine de-facto-Amtsenthebung als Dompfarrer ist?

Die Causa Schmidt ist freilich kein Einzelfall. Nicht wenige Priester sind zermürbt über ein gewisses Mobbing durch modernistisch geprägte Gremien und Laienräte, die mitunter wie eine „Rätediktatur“ agieren: sie bieten keine konstruktive MITarbeit, sondern blockieren und sabotieren die Arbeit des Pfarrers systematisch.

Angesichts der ohnehin vielfach bestehenden Überlastung der Geistlichen ist dieses Kompetenzgerangel samt intriganten Machtspielchen genau das, was so manchem Pfarrer fast den letzten Nerv kostet.

Was dann noch schlimmer ist und nicht wenige Priester an den Rand der Verzweiflung bringt:
Bischöfliche Ordinariate stellen sich fast immer auf die Seite des Rätesystems bzw der Laienherrschaft und gegen den Priester  –  teils mit der vordergründigen Erklärung, man könne zwar einen Pfarrer versetzen, nicht jedoch eine ganze Pfarrgemeinde.

Allerdings werden die betroffenen Geistlichen oftmals nicht „nur“ versetzt, sondern de facto abgesetzt, sei es durch eine direkte Amtsenthebung oder gar Suspendierung (Verbot der Ausübung priesterlicher Vollmachten)  – oder indirekt durch längere „Auszeit“, Zwangsurlaub, Verbannung in eine „kirchliche“ Psychotherapie (sog. Recollectio) oder vorzeitigen Ruhestand etc.

Verhängnisvoll ist häufig der folgende Ablauf:

Wenn sich niemand in der Gemeinde für den Pfarrer einsetzt, gilt er in der bischöflichen Amtsstube ohnehin als „unbeliebt“. Gibt es jedoch erhebliche Fürsprecher für den vom Mobbing bedrohten Priester, dann bekommt er vom Ordinariat zu hören, er spalte die Gemeinde  –  das Pro- und Contra der Schäflein sei ja gerade der Beweis dafür…

Mitunter werden die Anhänger des „umstrittenen“ Priesters auch als „des Pfarrers Anbetungsverein“ abgetan, selbst wenn hunderte Unterschriften vorliegen.

Die Frage, wer vom Sachverhalt her im Recht ist – ob der Priester oder gewisse Querulanten bzw. Laiengremien – stellt sich für die Vorgesetzten des Pfarrers gleich gar nicht, da er angeblich so oder so „die Gemeinde spaltet“, mag er recht haben oder nicht.

Der Pfarrer hat also in der Regel schlicht keine Chance, wenn von interessierter Seite ein Kesseltreiben gegen ihn inszeniert wird: er zieht den Kürzeren, weil diverse Intrigantencliquen am längeren Hebel sitzen, zumal sie das Ordinariat hinter sich wissen.

Im Falle der Auszeit für Dompfarrer Schmidt in Fulda stellen sich viele Katholiken schützend vor diesen glaubenstreuen Priester, zumal sie vor allem dessen klare Predigten und seine korrekte Zelebration der hl. Messe durchaus heutzutage nicht selbstverständlich zu schätzen wissen.

In der „Fuldaer Zeitung“ wurde am 19.1.2012 eine Zuschrift von Stephan Näder aus Fulda veröffentlicht, die sich klar mit dem gemobbten Geistlichen solidarisiert.

In der Stellungnahme heißt es unter dem Titel „Lanze brechen für den Dompfarrer“:

„Ich bin mir sicher, dass es eine nicht geringe Zahl von Gläubigen im Fuldaer Land gibt, die gerade wegen der deutlichen Verkündigung der Frohen Botschaft durch Dompfarrer Peter-Martin Schmidt die Gottesdienste in der Dompfarrei geschätzt und auch als Auswärtige gern daran teilgenommen haben.

Die katholische Theologie – gerade auch die Theologie des 2. Vatikanischen Konzils… – spricht zudem nicht nur von dem auf dem Weg seienden Gottesvolk, sondern auch vom Charakter der Kirche als mystischer Leib Christi und von der hierarchisch verfassten Kirche.

Als Kandidat der Pfarrgemeinderatswahlen für die Dompfarrei im Oktober 2011 möchte ich gerne eine Lanze für den jetzigen Dompfarrer und für alle Pfarrer brechen, die jeden Tag treu und in der Verkündigung mutig den Dienst in ihren Gemeinden verrichten.“

Dem kann man aus unserer Sicht nur voll und ganz zustimmen.
Hintergrund-Infos über das Wegmobben vieler Pfarrer:
< https://charismatismus.wordpress.com/2012/01/14/der-priester-heute-zermurbt-zwischen-bischof-und-ratesystem/

Grundsätzliche Stellungnahme des Priesternetzwerk über die „Herausforderungen des Priesters heute“:
< https://charismatismus.wordpress.com/2011/12/22/3595/ >

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MiT-Jugendverlags und des Christoferuswerk in Münster


Ägypten: Es wird eng für Christen und gemäßigte Muslime

Nach ihrem Wahlsieg wollen die ägyptischen Muslimbrüder zusammen mit dem Militärrat die neue Verfassung durchpeitschen, die weitgehend von islamischen Vorgaben bestimmt sein wird, also dem Religionsgesetz der Scharia entspricht.

Gemäßigte Muslime, Agnostiker und Christen machen sich auf härtere Zeiten gefaßt.

Die strikt-islamische Muslimbruderschaft, die vom Mubarak-Regime kleingehalten wurde, hat fast die Hälfte der Parlamentssitze erreicht. Mit den noch radikaleren Salafisten werden die Muslimbrüder wohl die für Verfassungsänderungen erforderliche Zweidrittelmehrheit erhalten.

Die Muslimbrüder lavieren, um ihre islamischen Ziele durchzusetzen, ohne zugleich die alleinige politische Verantwortung übernehmen zu müssen. Denn Ägypten steckt tief in der Krise; ein Großsteil der jungen Leute ist arbeitslos.

Die im Westen gehegten Hoffnungen auf einen demokratischen Rechtsstaat mit gleichen Rechten für Frauen und für religiöse Minderheiten sind unrealistisch. Vor dem Jahrestag der Revolution am 25. Januar 2012 herrscht bei liberalen Kräften, gemäßigten Muslimen und christlichen Kopten Ernüchterung. Aktivistengruppen wollen an diesem Tag zu einer neuen Revolution aufrufen.

Der Präsidentschaftsanwärter und ehemalige Chef der Internationalen Atomenergie-Agentur, Mohammed al-Baradei, hat am Wochenende seine Kandidatur zurückgezogen. Er wolle in einer Schein-Demokratie nicht kandidieren, begründete er den Schritt. Seit dem Sturz Mubaraks habe sich am Regime selber nichts geändert, auch die Korruption sei nicht eingedämmt worden.

In der FAZ wird auf die Unterschiede zwischen gemäßigt-muslimischen Stadtbewohnern verwiesen, die mit ihrem Ausharren auf dem Tahrir-Platz die Medien der Welt wochenlang faszinierten.  Doch bei den Wahlen erhielten die Tahrir-Leute weniger als drei Prozent der Stimmen. Die Arbeiterbewegung schaffte es, den staatlich gelenkten Gewerkschaftsdachverband aufzulösen.

Den erfolgreichen Auftritt der von Saudi-Arabien inspirierten und gestützten Salafisten auf dem radikalen Flügel der Muslimbruderschaft findet man auch in Ägypten unheimlich. Die Islamisten haben in den Parlamentswahlen insgesamt ca. 70 Prozent der Stimmen erhalten, darunter die rabiaten Salafisten mehr als alle liberalen Kräfte zusammen.

Quelle: evangelikale Schweizer Webseite http://www.jesus.ch


Frauenärzte warnen vor rezeptfreier Vergabe der „Pille danach“

Der Stadtstaat  Bremen plant eine rezeptfreie Vergabe und folgt damit Ländern wie Großbritannien. Vor kurzem wurde eine geplante rezeptfreie Vergabe in den USA sogar durch die Regierung Obama unterbunden.

Dr. Christian Albring, der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), wendet sich gegen die geplante Rezeptfreiheit, allerdings nicht aus ethischen, sondern allein aus medizinischen Gründen bzw wegen der extrem hohen Hormondosierung der „Pille danach“:

„Steroidhormone zur Notfallkontrazeption sind keine beliebigen Pharmaka, sondern hoch wirksame und daher nur indiziert zu verordnende Substanzen. Ihre Verabreichung erfordert unbedingt einer ärztliche Einschätzung und Begleitung. Dies ist so wichtig, weil z.B. die Dosis des Hormons Levonorgestrel dieser Arzneimittel das 15-fache der üblichen Tagesdosis von Antibabypillen bzw. das 100-fache von Hormonersatz-Präparaten gegen Wechseljahresbeschwerden beträgt.“

Die „Pille danach“ wirkt im Falle einer Empfängnis frühabtreibend: das Gestagen-Präparat verhindert die Einnistung des bereits befruchteten Eies, also des Embryos  (der kleinsten Erscheinungsform des Menschen) in die Gebärmutter; somit stirbt der Embryo in den ersten 10 Tagen seines Lebens.

Die Rezeptfreiheit würde die Abtreibung der Ungeborenen erleichtern, sein Lebensrecht wäre noch gefährdeter, als es ohnehin schon der Fall ist.

Quelle: Kultur und Medien online  der Aktion „Kinder in Gefahr“