Mehr Kinderreiche in kirchlich und ländlich geprägten Gebieten

Stärker ländlich und kirchlich geprägte Regionen Deutschlands weisen einen höheren Anteil von Familien mit Kindern auf als Gebiete mit konfessionsloser Mehrheit. Diesen Zusammenhang verdeutlichen aktuelle Statistiken-

Das Marktforschungsunternehmen „GfK GeoMarketing“ (Nürnberg) hat jetzt Daten über den Anteil von Haushalten mit Kindern in den Bundesländern veröffentlicht:

Danach liegt Baden-Württemberg an der Spitze mit 32,2 %.

In dem 10,7 Mill. Einwohner zählenden Bundesland gehörten Ende 2010 mehr als zwei Drittel der Bevölkerung der katholischen oder evangelischen Kirche an (68,5%). Das „Ländle“ ist zugleich Hochburg der Pietisten bzw Evangelikalen, bei denen es viele kinderreiche Familien gibt. Ähnliches gilt für das katholisch geprägte Oberschwaben.

Einen relativ hohen Anteil an Haushalten mit Kindern gibt es darüber hinaus in den vorwiegend katholischen Bundesländern Saarland (32 %), Bayern (31,6 %) und Rheinland-Pfalz (31,4 %); außerdem in Hessen (30,7 %) und Nordrhein-Westfalen (29,7 %).

Auch in diesen Bundesländern ist die Kirchenbindung besonders stark: So gehören laut einer EKD-Statistik im Saarland vier von fünf Bürgern zu einer der beiden großen Kirchen (82,1 %). In Rheinland-Pfalz beträgt der Kirchenmitglieder-Anteil 75,6 %, in Bayern 74,8 %, in Nordrhein-Westfalen 68,4 % und in Hessen 63,5 %.

In der Rangliste der Haushalte mit Kindern befinden sich auf den letzten sechs Plätzen ausschließlich Bundesländer, deren Bevölkerung weithin konfessionslos ist:

Sachsen-Anhalt (Haushalte mit Kindern: 26,4 %), Mecklenburg-Vorpommern (25,8 %), Sachsen (24,5 %), Hamburg (22,9 %), Bremen (22,6 %) und Berlin (21 %). Die Bundeshauptstadt ist zugleich das Bundesland mit den meisten Single-Haushalten (53,7 %). Dahinter folgen Hamburg (50,3 %) und Bremen (48,6%).

Weitere Studie von 2007: Je religiöser, desto mehr Kinder

Bereits im Jahr 2007 hatte eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (Köln) nachgewiesen, daß ein Zusammenhang besteht zwischen religiöser Praxis und Kinderzahl. Dazu wurden 260.000 Interviews ausgewertet, die zwischen 1981 und 2004 für die Weltwertestudie gemacht wurden.

Das Ergebnis: „Je religiöser die Menschen sind, desto mehr Kinder haben sie.“

Im weltweiten Durchschnitt haben Gläubige 2,1 und Atheisten 1,5 Kinder. Am gebärfreudigsten sind Muslime: sie bekommen im Schnitt 2,3 Kinder. Katholiken, Protestanten und Buddhisten folgen mit je zwei Kindern.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA



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