Kath. Patriarch Gregorios besorgt über Ägpytens Zukunft

Der melkitisch-katholische Patriarch von Antiochien, Gregorios III. Laham, sieht die Zukunft der Christen in Ägypten mit Sorge.

In seiner griechisch-melkitischen Gemeinschaft in Ägypten säßen jetzt viele auf gepackten Koffern bzw. hätten schon den Gang ins Exil angetreten, so der Patriarch. Wörtlich meinte er: „Zwanzig Familien etwa sind schon gegangen. Das ist eine Menge, wenn wir daran denken, dass unsere Gemeinschaft schon auf etwas mehr als 5.000 Personen geschrumpft ist.“

Gregorios III. residiert in der syrischen Hauptstadt Damaskus, hat aber unlängst die Weihnachtsfeiern in der ägyptischen Hauptstadt Kairo geleitet. Auch die koptisch-katholischen und orthodoxen Gemeinden in Ägypten seien von einer „Exilswelle“ betroffen; er wisse sogar von Fällen bei muslimischen Familien.

Über die Zukunft seiner Kirche in Ägypten wolle er sich nicht im Detail äußern, dazu sei „das Gefühl von Unsicherheit zu groß“. Gregorios kündigte an, daß die christlichen Kirchen Ägyptens am 21. Februar 2012 einen gemeinsamen Verband gründen wollen.

Quelle: Radio Vatikan


Weihbischof Sudar: Bosnien ist Aufmarschgebiet eines radikalen Islam

820.000 Christen lebten einmal in Bosnien-Herzegowina – bis zu Beginn der neunziger Jahre. Da brach der Balkankrieg aus  –  und jetzt ist ihre Zahl fast um die Hälfte geschrumpft, auf 460.000 Menschen.

Der Exodus von katholischen Kroaten aus Bosnien-Herzegowina reißt nicht ab: wegen zahlloser Alltagsprobleme, ständiger Spannungen und einem wachsenden islamischen Radikalismus.

Pero Sudar ist Weihbischof und Generalvikar des Erzbistums Sarajewo:

„Der Krieg ist damals ja wegen der fehlenden Toleranz ausgebrochen – mit dem Ziel, ethnische Spaltungen hervorzurufen. Leider aber hat sich die Umsetzung des Friedensabkommens von Dayton geradezu als Fortsetzung dieser ethnischen Säuberung herausgestellt. Sie hat nämlich die Spaltung von Bosnien-Herzegowina in zwei Teile erlaubt, die Föderation und die Serbische Republik. Infolge der Dayton-Abkommen sehen die Kroaten keine andere Möglichkeit mehr, als das Land zu verlassen. Sie haben keine politische Kraft mehr, die sie dazu bringen könnte, trotz der Schwierigkeiten zu bleiben. Eine kleine katholische Gemeinschaft hat sich da zur Selbstauflösung entschlossen.“

Sorge bereitet vor allem der Aufstieg eines radikalen Islam wahabitischer Prägung (wie in Saudi-Arabien), der den einst  toleranten bosnischen Islam immer mehr überlagert.

Weihbischof Sudar hat den Eindruck, dass der radikale Islam jetzt planmäßig nach Europa vorstoßen will. Gegenwärtiges Aufmarschgebiet dafür sei Bosnien, das jedoch nicht allein die Christen bedroht, sondern auch gemäßigte Muslime:

„In diesem Augenblick spüren wir doch weltweit diese Spannung, und leider wird da die Religion für Ziele eingesetzt, die nichts mit ihr zu tun haben. Wenn der intolerante Islam in Bosnien-Herzegowina an Boden gewinnt, dann werden seine ersten Opfer unsere einheimischen Muslime sein…“

Quelle: Radio Vatikan


Johann B. Metz kritisiert Planung von „monströsen Großraumpfarreien“

Der bekannte Münsteraner Theologe Johann Baptist Metz hat die Seelsorgeplanung der katholischen Kirche in Deutschland kritisiert, wobei tausende von Pfarreien ihre Selbständigkeit verlieren oder ganz aufgelöst werden. Durch die Bildung „monströser Großraumpfarreien“ wachse der „Beteiligungsschwund“ der Gläubigen immer mehr.

Das bemängelte der Professor bei einem Vortrag in München. Die Folge seien wachsende „Anonymität und Konfusion“. Dabei wäre es wichtig, dem Erfahrungsaustausch der Gläubigen untereinander Raum zu geben und sie religiös mündig werden zu lassen, betonte Metz.

Quelle: Radio Vatikan


Psychiater warnt vor Demenzwelle als Folge jugendlichen Alkohol- und Drogenkonsums

Besorgt über den exzessiven Alkoholkonsum unter deutschen Teenagern hat sich der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Günter gezeigt und vermutet in Folge dessen eine Demenz-Welle. „Forschungsergebnisse nähren die Befürchtung, dass Trinken in jungen Jahren vorzeitige Demenz begünstigt. Da könnte etwas auf uns zukommen“, sagte Günter in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Auch andere neurologische und seelische Störungen würden offenbar durch Rauschtrinken begünstigt, beobachtet Günter in der von ihm geleiteten Abteilung der Universitätsklinik Tübingen.

„Drei Viertel unserer jungen Patienten haben Erfahrungen vor allem mit Alkoholexzessen, mit Cannabis und Ecstasy-Tabletten“, sagte er.

Eltern gefährdeter Kinder rät der Facharzt zu einer Dreifachstrategie. In jungen Jahren sei es sinnvoll, „klare Verbote auszusprechen“. Komme es zu ersten intensiveren Trink-Episoden, seien Dialog und Verständnis angebracht. Drohe der Sohn oder die Tochter „abzugleiten“, sollten sich Eltern „nicht scheuen, das Jugendamt zu Rate zu ziehen“. Denn es müsse „ein gewisser Druck auf dem Jugendlichen lasten, er muss gezwungen sein, sich mit seinem Verhalten auseinanderzusetzen“, so Günter zu „Focus“.(…)

Die meisten Konsum- und Verkaufs-Verbote, die Behörden auf allen Ebenen seit Jahren durchzusetzen versuchen, befürwortete Günter im Grundsatz, aber nicht in der Praxis: „Ich halte Restriktionen und deren Überwachung für geeignete Maßnahmen. Aber man muss sie ernst nehmen. In meiner Nähe befindet sich ein Supermarkt, der ab 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen darf. Um 21.30 drängen sich dort regelmäßig Trauben von Jugendlichen, die einen 18-Jährigen zum Einkaufen harter Alkoholika vorschicken.“

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Präsident des Bundesfinanzhofs kritisiert geplante EU-Finanztransaktionssteuer

Der neue Präsident des Bundesfinanzhofs, Rudolf Mellinghoff, hat vor den Folgen der EU-weit geplanten Finanztransaktionssteuer gewarnt, deren Einführung konkursbedrohten EU-Staaten zugutekommen soll.

„Wenn die Finanztransaktionssteuer eingeführt wird, dann gehe ich davon aus, dass die Finanzgerichte viel Arbeit bekommen werden“, sagte Mellinghoff im Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Es sei auch „völlig klar, dass Steuerpflichtige Vermeidungsstrategien entwickeln, wenn neue Steuern eingeführt werden. Besonders der Finanzmarkt ist sensibel, Geld ist scheu wie ein Reh, lautet ein alter Spruch.“

Mellinghoff geht davon aus, dass die von der Bundesregierung vorangetriebene Einführung der Zwangsabgabe alle Anlageprodukte trifft, die an der Börse gehandelt werden, und sich damit nicht nur auf Reiche, sondern auf die Geldanlage jedes Sparers auswirken werde.

Scharf kritisierte der frühere Bundesverfassungsrichter die geplante Mediation vor den Finanzgerichten als „Fehlentwicklung“. Er sagte, „glücklicherweise ist das bisher nur vom Bundestag verabschiedet, aber nicht vom Bundesrat gebilligt worden. Ich setze auf die Vernunft der Landesregierungen, dass sie dieses Vorhaben stoppen.“

Das Steuerrecht lebe davon, dass es gesetzmäßig und gleichmäßig vollzogen wird. Daran sei ein Güterichter nicht gebunden, der streitende Parteien zusammenführen solle. „Wenn jeder vor dem Finanzgericht mit dem Finanzamt verhandeln kann, wie viel an Steuern fällig wird, dann stellen wir die Gleichmäßigkeit und Gesetzmäßigkeit der Besteuerung zur Disposition. Das ist unseres Staates unwürdig“, so Mellinghoff zu „Focus“.
Roman Herzog habe betont, dass der Gleichheitssatz die Magna Carta des Steuerrechts sei. Alle Steuerzahler würden zum Verlierer. Denn: „Der Bürger kann nicht mehr sicher sein, dass sein Nachbar zu gleichen Bedingungen besteuert wird.“

Für besonders klagefreudig in Steuersachen hält Mellinghoff die Deutschen freilich nicht: „Ich habe eher das Gefühl, dass sich die Deutschen fatalistisch mit dem katastrophalen Zustand des Steuerrechts abfinden.“

Quelle: dts-Nachrichtenagentur