Kardinal Cordes über die Kirche: „Nicht von dieser Welt“

In einem  FAZ-Leserbrief  unter dem Titel „Die Kirche und die Grenzen der Soziologie“ äußert sich der römische Kurienkardinal Paul Josef Cordes heute (6.2.2012) über die grundsätzliche Stellung des Christen zur Welt.

Dabei lehnt er Weltflucht und Absonderungstendenzen ab, stellt aber zugleich klar, daß die Kirche „nicht von dieser Welt“ ist, sondern eine Stiftung des Ewigen selbst.

Auch der vieldiskutierte Begriff der „Entweltlichung“, den der Papst bei seinem jüngsten Deutschlandbesuch betonte, meint keine Flucht aus der Welt, auch keine Gegnerschaft zur Welt, sondern eine gesunde Distanz der Kirche gegenüber der Welt, damit die Kirche ihre innere Unabhängigkeit behält  –  und sich zugleich ihrer Abhängigkeit von Gott und seinen Geboten bewußt bleibt.

Kardinal Cordes betont in seiner Stellungnahme in der FAZ,  mit dem Gebrauch des Ausdrucks „Entweltlichung“ beabsichtige Papst Benedikt „keineswegs einen Aufruf zur „Weltflucht“ oder „Weltentfremdung“.

Man müsse, so Cordes weiter, aber Jesu Wort an seine Jüngerschar bedenken, wonach sie „nicht von dieser Welt“ ist.

Der Appell des Völkerapostels Paulus „Gleicht euch nicht dieser Welt an“ (Röm 12) und die Warnungen des Johannesevangeliums vor der „Welt“ dürften nicht ausgeblendet werden, erklärt der Kurienkardinal  – und fährt fort:

Wenn die Kirche „allein auf irdische Kräfte“ setze, statt auf „Heilsbotschaft und Gnade“, dann werde die „Verzahnung mit der Gesellschaft so stark, dass die Kirche im weltlichen Fahrwasser ihr Unterscheidendes, ihre Identität nicht bewahren kann.“

Es handelt sich hier um grundlegenden Appell aus Rom an die Kirche in Deutschland, ihr Profil zu schärfen und sich nicht im „weltlichen Fahrwasser“ zu verlieren.


3 Kommentare on “Kardinal Cordes über die Kirche: „Nicht von dieser Welt“”

  1. Jan sagt:

    Aufschlussreiche Informationen! Ich werde mich damit in Zukunft mehr beschaeftigen! Bin gespannt auf weitere Eintraege!

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  2. NoJansen sagt:

    „Es handelt sich hier um grundlegenden Appell aus Rom an die Kirche in Deutschland, ihr Profil zu schärfen und sich nicht im „weltlichen Fahrwasser“ zu verlieren.“
    Ich würde mir wünschen, dass alle Mitglieder der Dt. Bischofskonferenz diesen Artikel ihres römischen Miitbruders nicht nur lesen, sondern auch beherzigen werden.
    Im übrigen würde ich Ihnen, werte Frau Küble, den guten Rat erteilen, dass Sie sich einmal ausführlich mit den Schriften von Kardinal Cordes, des früheren verantwortlichen Bischofs für die Charismatische Erneuerung in Deutschland, beschäftigen, in der Hoffnung, dass Sie Ihre Meinung über die CE vielleicht einmal überdenken.

    Mit freundlichen Grüßen

    NoJansen

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