Malediven: Im „Ferienparadies“ kehrt der islamische „Winter“ ein

Weitere Verschlechterung für Christen und gemäßigte Muslime 

Nach dem Machtwechsel auf den Malediven hofften so manche auf einen weiteren „arabischen Frühling“. Doch davon kann keine Rede sein, im Gegenteil: es wird offenbar alles schlimmer, also noch radikal-islamischer.

Der Generalsekretär des indischen Christenhilfswerks „All India Christian Council“ John Dayal, erklärte gegenüber der kath. Nachrichtenagentur „Fides“, die Malediven beherrsche ein islamischer Staat, der christliche Kirchen und Bibeln verbietet.  –  Dayal wörtlich: „Ein Paradies für Touristen, aber die Hölle für Christen“.

Der kürzliche Rücktritt des ersten frei gewählten Präsidenten auf den Malediven ist ein weiterer Rückschlag. Der vergleichsweise gemäßigte Mohamed Nasheed (44 Jahre) geht, weil der Druck der strenggläubigen islamischen Opposition zu groß geworden ist. Ein Polizeiaufstand veranlaßte seinen Rücktritt.

Mit Nasheeds Rücktritt stirbt die Hoffnung auf mögliche weitere Reformen. Nun führt Vizepräsidenten Mohammed Waheed Hassan (59 Jahre) derzeit die Amtsgeschäfte.

Nicht ändern konnte Ex-Präsident Nasheed die  strikt islamische Verfassung, die sein Vorgänger Mohammed Abdul Gayoom eingeführt hatte; dieser regierte die Nation mit eiserner Faust. Im Sommer vor drei Jahren, am 7. August 2008, erließ Präsident Mohammed Abdul Gayoom die aktuell gültige Verfassung, die von wenig Glaubensfreiheit zeugt: Laut Artikel 2 bauen die Malediven auf den Grundsätzen des Islam.

In Artikel 9 steht, daß Ausländer, die nicht muslimisch sind, die maledivische Staatsbürgerschaft nicht erhalten  –  und Artikel 10 hält fest, daß kein Gesetz erlassen werden soll, das der Lehre des Islam widerspricht.

Christen können keine Kirche eröffnen oder sich zu Gottesdiensten versammeln. Die starke soziale Überwachung jedes Einzelnen in diesem kleinen Inselstaat ist engmaschig.

Ausländer dürfen ihre Religion zwar privat praktizieren; allerdings ist es ihnen verboten, dazu Einheimische einzuladen. Bibeln und andere christliche Literatur dürfen nicht eingeführt werden, einzig den Ausländer wird ein einziges Exemplar für den Eigenbedarf zugestanden.

Laut Bauvorschrift in der Hauptstadt Malé darf kein Gebäude höher sein als der Turm der „Freitagsmoschee“, der Hauptmoschee des Orts.

Quelle: Kath. Nachrichtenagentur „Fides“, evang. Nachrichtenseite http://www.jesus.ch



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