Mexiko: Kirche will durch gläubige und traditionelle Werte sexuellen Mißbrauch verhindern

In der Mißbrauchsdebatte, wie sie in Deutschland seit Jahren geführt wird, geht es meist um modernistische „Lösungen“ bei der Anti-Mißbrauchs-Pädagogik, etwa in der Priesterausbildung.

Teils wird mehr Gruppendynamik bei der Auswahl der Seminaristen gefordert, teils der Zölibat infrage gestellt, obgleich zwischen priesterlicher Ehelosigkeit und Mißbrauchsvorfällen nachweisbar kein Zusammenhang besteht.

In Lateinamerika ticken die Uhren allerdings anders. Dort will man dieses Problem mit glaubensorientierten und kulturell-geprägten Lösungen  angehen und vorbeugend agieren  – man könnte auch sagen: ein konservativer Weg zum Ziel.

Die dortigen Bischöfe haben bei der Mißbrauchs-Konferenz an der päpstlichen Universität Gregoriana  einige Vorschläge in diesem Sinne unterbreitet. Weihbischof Jorge Wong aus Mexiko ist Präsident der Vereinigung der lateinamerikanischen Priesterseminare. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte er:

„Wir haben uns beispielsweise nicht nur auf die Prävention beschränkt. Wir wollten auch eine positive Einstellung bei den Seminaristen einführen. Deshalb haben wir den reichen Kulturschatz Lateinamerikas in die Ausbildung integriert.

Zum Beispiel haben wir die Bedeutung der Familie und die Liebe zu den Eltern und Geschwistern in den Mittelpunkt gerückt. Auch haben wir beispielsweise die Liebe zur Muttergottes thematisiert. All diese Bereiche verbindet das Stichwort Liebe  –  und daraus können die künftigen Priester für ihr persönliches Leben sehr viel lernen.“

Ein wichtiges Ausbildungselement sei auch die Förderung der Solidarität gegenüber der Kirche. Denn treue Priester könnten laut Weihbischof Patrón anderen Mitbrüdern als Vorbild dienen. Außerdem erklärte der Weihbischof:

„Dieses Symposion ist ein großes kirchliches Ereignis. Es ist eindrücklich, dass so viele Vertreter aus der Weltkirche da sind. Für Lateinamerika bedeutet dies, dass wir gemeinsam das Problem angehen müssen. Wir wissen, dass wir viel und vor allem Gutes geleistet haben. Aber das reicht nicht. Nur wenn wir alle zusammen gegen die Übergriffe vorgehen, können wir hoffen, dass das Problem beseitigt wird. Das schulden wir vor allem den Opfern.“



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