Ansichten einer evangelischen Politologin über konfessionelle Unterschiede

Antje Schrupp über das katholische Kirchenverständnis als „entscheidender Unterschied“

Die schreiblustige Politikwissenschaftlerin Antje Schrupp äußert sich auf ihrer Webseite ebenso sachlich wie freundlich und auch recht flott zu breitgefächerten Themen von A  –  Z.

Was der evangelischen Journalistin und Feministin zur katholischen Kirche und ihren „Spezialitäten“ einfällt, ist zum Teil richtig und intelligent erkannt, zum Teil eher vordergründig und nicht wirklich sachkundig, was man ihr allerdings nicht vorhalten kann, da sie eine andere Konfession nicht so gut kennen muß wie den Inhalt ihrer eigenen Hosentasche.

Da die Autorin, die weitgehend einen liberalen Kulturprotestantismus vertritt,  mitunter durchaus interessante Ansichten und Einsichten präsentiert, befassen wir uns hier mit ihrem Artikel  „Der Papst, das Amt, der liebe Gott und ich“  vom 28.9.2011  –  also kurz nach dem Besuch Papst Benedikts in Deutschland veröffentlicht.

So schreibt die Frankfurter Politologin zum Beispiel über das Papstamt:

„Das Vorhandensein einer obersten institutionellen Instanz, die darüber befindet, was Gott angeblich will, ist der entscheidende Unterschied zwischen katholisch und evangelisch.“

Das ist auf den ersten Blick intellligent erkannt und sprachlich gut auf den Punkt gebracht. Auf den zweiten Blick bedarf die Aussage aber einer Klarstellung:

Es entsteht der Eindruck, als ob der Papst gewissermaßen willkürlich (wie es ihm gerade gefällt und einfällt) darüber „befindet“, was „Gott angeblich will“.

In Wirklichkeit kann der Papst eben dies gerade nicht  –  und zwar nicht trotz, sondern wegen des katholischen „Lehramts“, das nicht sein Privatbesitz ist, dem er vielmehr zu dienen hat.

Er ist durchaus nicht „Herr“ über dieses kirchliche Lehramt, sondern der „Hüter“, der Bewahrer und „Schutzpatron“ desselben: er muß das  katholische „Glaubensgut“ (depositum fidei) aufrechterhalten und verkünden  – und nicht etwa seine privaten theologischen Ideen.

Nun könnte der Einwand kommen: Aber der Papst ist doch nach katholischer Auffassung „unfehlbar“.

Diese Unfehlbarkeit bezieht sich allerdings allein auf die Verkündigung eines Dogmas, eines für die ganze Kirche verbindlichen Lehrsatzes über Glaubens- oder Sittenfragen.

In den letzten 200 Jahren wurden gerade mal drei Dogmen verkündet, davon zwei über die Madonna  – also wird die „Unfehlbarkeit“ des päpstlichen Amtes offenbar recht selten in Anspruch genommen. Zudem wurden vorher alle katholischen Bischöfe der Welt befragt bzw stimmten per Konzil ab (1. Vatikanum).

Der springende Punkt ist aber: Der Papst kann und darf nichts „dogmatisieren“, was der Heiligen Schrift bzw. der kirchlichen Tradition (oder gar beidem) widerspricht.

Also beileibe kein Freibrief für persönliche päpstliche Einfälle, im Gegenteil: der Papst ist an das 2000-jährige Lehramt der Kirche „gebunden“ und muß diesem dienen.

Sodann schreibt Frau Schrupp Folgendes:

„Es ist im Übrigen auch ein entscheidender Unterschied zwischen katholisch und muslimisch, denn auch der Islam kennt keine solche oberste und unfehlbare Instanz, die festlegt, was alle gefälligst für Gottes Willen oder den „natürlichen“ Lauf der Dinge zu halten haben.“

Es trifft zwar zu, daß der Islam kein zentrales „Amt“ kennt, das dem Papsttum vergleichbar wäre  – das ist aber auch nicht nötig, da der Islam einen „papierenen“ Papst zu „bieten“ hat: den Koran nämlich, der angeblich Wort für Wort „unfehlbar“ vom Himmel kommt  – und für die Politik die Scharia (das islamische Religionsgesetz).

Während die katholische Kirche immer schon zwischen Religion und Politik, zwischen Kirche und Staat unterschieden hat (was nicht dasselbe ist wie eine laizistische „Trennung“), hält der Islam diese beiden Ebenen grundsätzlich nicht auseinander (was keineswegs ausschließt, daß die Unterscheidung in Einzelfällen doch vorkommt).

Danach kommt die evangelische Politologin erneut auf den Papst zu sprechen:

„Mir war, ehrlich gesagt, fast schon entfallen, wie stark dieses katholische Amtsverständnis noch ist. Die Bundestagsrede des Papstes hat es mir wieder vor Augen geführt: Ihre hauptsächliche und eigentliche Bedeutung hat diese Rede dadurch bekommen, dass es ein Papst war, der sie gehalten hat, und nicht etwa wegen ihres Inhaltes.

Diese Ansprache wurde  sehr wohl auch wegen ihres rechtsphilosophischen Inhalts diskutiert, wobei das Interesse an dieser relativ anspruchsvollen Thematik sicher durch die Tatsache „angefeuert“ wurde, daß sie von einem Papst gehalten wurde  – noch dazu „erstmals“ im deutschen Parlament.

Das „katholische Amtsverständnis“ ist tatsächlich „noch stark“  – und wird es immer bleiben.

Die Hauptursache hierfür liegt nicht an prunkvollen Äußerlichkeiten oder patriarchalem  „Autoritätsgehabe“, auch nicht an feierlichen Ritualen oder der katholischen „Geschichtsträchtigkeit“ durch die Jahrtausende hindurch.

Der wesentliche Grund für das „katholische Amtsverständnis“ ist die Selbstwahrnehmung als Kirche Christi, ist das Bewußtsein,  der „fortlebende Christus“ zu sein, der durch Wort und Sakrament weiterwirkt, wobei die Kirche selbst das „Ur-Sakrament“ ist, das Christus stiftete, um die Gläubigen durch die sieben Sakramente und die Verkündigung des Gotteswortes hilfreich durchs Leben zu begleiten, sie zu stärken und zu trösten.

Dieses Selbstverständnis besaß schon die junge Kirche in der apostolischen Zeit. So schreibt Paulus an die Korinther: „So halte uns jedermann für Diener Christi und getreue Ausspender der Geheimnisse Gottes.“ (1 Kor 4,1).

Eben dies ist das Wesensgeheimnis unserer Kirche: Christus zu dienen und „Gottes Geheimnisse“ an die Gläubigen auszuspenden.

Deshalb ist die Kirche, wenngleich sie aus menschlichen Mitgliedern besteht, zugleich übernatürlichen Ursprungs, denn der göttliche Erlöser hat sie gegründet, der Heilige Geist lebt in ihr, ER lenkt und leitet sie und bewahrt sie in der ewigen Wahrheit. Davon sind katholische Christen seit 2000 Jahren fest überzeugt.

Mit anderen Worten: Die Kirche Christi wirkt zwar mitten in dieser Welt, doch ihrem Wesenskern nach ist sie „nicht von dieser Welt“. Dies hat Kardinal Cordes kürzlich in der FAZ verdeutlicht:

https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/06/kardinal-cordes-uber-die-kirche-nicht-von-dieser-welt/

Antje Schrupp hat sich weitere Gedanken gemacht über katholisch-evangelische Unterschiede, zum  Beispiel folgende:

„Diese Amtsautorität ist etwas, das wir in der evangelischen Kirche schon lange nicht mehr kennen, was auch damit zu tun hat, dass es hier Pfarrerinnen gibt.

In einem älteren Vortrag habe ich mal darüber geschrieben und bin zu dem Schluss gekommen, dass sich mit dem Zugang von Frauen zum Pfarramt etwas Entscheidendes verändert hat: Nicht mehr das Amt trägt den Menschen, der es innehat, sondern der Mensch muss das Amt erst einmal ausfüllen, um Autorität zu haben.

Früher war „Pfarrer“ (auch bei den Evangelischen) per se etwas Besonders. Auch der schlichteste Geist, trug er bloß einen Talar, war eine Autoritätsperson. Frauen hatten diesen „Amtsbonus“ nie. Sie mussten immer erst einmal beweisen, „dass sie das auch können“.

Dies hat inzwischen auf die gesamte Amtsstruktur ausgestrahlt – auch ein Mann, der Pfarrer wird, kann sich nicht allein deshalb schon der entsprechenden Aufmerksamkeit und Wichtigkeit sicher sein.“

An diesen Gedankengängen ist „etwas dran“, doch sie sind eher soziologisch-psychologisch geprägt, weniger theologisch.

Zunächst einmal ist Amt und Weihe noch lange nicht dasselbe: Es gibt in der evangelischen Christenheit zwar ein Pfarr-Amt, aber keine Priester-Weihe.

Ein Amt kann rein funktional begründet sein (ein Kompetenter muß die Gemeinden leiten und betreuen, jemand mit entsprechenden Fähigkeiten muß zuständig sein), doch das katholische „Amtsverständnis“ ist weniger funktional als vielmehr sakramental fundiert: es gründet in der Priester-Weihe, einem der sieben Sakramente der katholischen Kirche.

Tatsächlich ist aus dieser Sicht das „Amt“ (genauer: das Sakrament, die Weihe, aus der das Amt folgt) theologisch gesehen wichtiger als die „Person“ und ihre speziellen Fähigkeiten, Eigenarten, Vorzüge, Nachteile usw.

Daher respektieren gläubige Katholiken einen Priester „als Priester“ (!) auch dann, wenn er ihnen persönlich „als Mensch“ weniger gefällt.

Letztlich geht es um Christus selbst und seine Gnadengaben,  weniger um seinen unwürdigen Diener, wenngleich dieser nach Heiligkeit streben muß (genau wie jeder Christ). Aber Gottes Wirken in den Sakramenten ist nicht von der moralischen Großartigkeit des Menschen abhängig, sonst wäre es keine „Sache des Ewigen“.

Der Völkerapostel Paulus erinnert seinen Mitarbeiter Timotheus  an dessen Priesterweihe:  „Entfache die Gnadengabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände.“ (2 Tim 1,6)

An die Korinther schreibt der heilige Paulus: „So sind wir nun Gesandte Christi, denn Gott mahnt durch uns –  und so bitten an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott.“ (2 Kor 5,20).

Es geht also um Weihe und Sendung, um Beauftragung und „Dienst-Amt“ durch Christus selbst.

Natürlich ist auch uns Katholiken ein sympathischer Geistlicher lieber als ein weniger sympathischer  – trotzdem sehen wir im Priester in erster Linie den geweihten Diener Christi, den Verkündiger seiner Botschaft und den Ausspender seiner Geheimnisse: der Sakramente nämlich.

Eben diese sind auch dann gültig und „heilsam“, helfen uns also in unserer Gottesbeziehung und Lebensbewältigung, wenn der Priester persönlich ein ziemlicher „Versager“ wäre.

Die Wirksamkeit der Sakramente gründet eben nicht auf den Vorzügen bzw der eindrucksvollen Persönlichkeit, der „Privatperson“ des Priesters, sondern in seinem „Weihe-Amt“, in seiner Sendung und Beauftragung durch Christus selbst, der in seiner Kirche lebt und wirkt.

Wegen dieser Bezogenheit auf Christus kann die katholische Kirche kein Frauenpriestertum einführen, auch ein Papst wird dies nie tun können, auch nicht mittels seiner „Unfehlbarkeit“, da eben diese wiederum an die göttliche Offenbarung und kirchliche Lehre rückgebunden ist – und eben keine theologische Willkürherrschaft erlaubt, weil dies Amtsmißbrauch und Verrat an Christus wäre.

Zum speziellen Thema Frauenpriestertum hier unser Beitrag aus heilsgeschichtlicher Sicht: https://charismatismus.wordpress.com/2011/10/25/die-heilsgeschichte-kennt-keine-priesterinnen/

Ein evangelischer „Papst“ (wenn es einen gäbe) könnte sich ohne weiteres dem Zeitgeist beugen und seine Privateinfälle als höhere Erleuchtung präsentieren  – ein katholischer Papst kann und darf dies in wesentlichen Glaubensbereichen nicht, weil er kein eigenmächtiger Herr(scher) über den Glauben,  sondern vielmehr oberster DIENER und Beschützer des Glaubensgutes ist.

In diesem Sinne ermahnt der hl. Paulus seinen Mitarbeiter Timotheus:  „Bewahre das Dir anvertraute, kostbare (Glaubens-)Gut durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt.“ (2 Tim 1,14).  –  Deshalb ist die Kirche ihrem Wesen nach konservativ, denn sie muß das von Christus und den Aposteln überlieferte Glaubensgut (depositum fidei) bewahren, es gewissermaßen „konservieren“ und wie einen wertvollen Schutz hüten.

Daß die Kirche dabei auch die jeweiligen Fragen der Zeit aufgreifen muß, ist klar  – aber die Quelle ihrer Verkündigung ist zeitlos, schöpft sie doch aus der Offenbarung des Ewigen selbst.

Deshalb ist nicht der Zeitgeist, sondern der Heilige Geist die bewegende Kraft der Kirche. Wenn Geistliche eine Zeitgeistkirche wünschen, verleugnen sie ihren Herrn und Meister  – oder anders gesagt: „Sie folgen dem Zeitgeist und demjenigen, der in seiner Rolle als Fürst dieser Welt für die Schaffung der Zeitgeister aller Zeiten verantwortlich zeichnet.“ (So formuliert es der Betreiber des Weblogs „Kreuzfährten“ sehr treffend.)

Das katholische Selbstverständnis bzw. „Amtsverständnis“, vor allem die hohe Bedeutung der Sakramente wird Frau Schrupp in ihrer evangelischen  –  und noch dazu liberal-protestantischen  – Prägung zwar rational-theologisch begreifen können, aber innerlich wohl kaum nachvollziehen.

Es schadet aber nichts, wenn diese Punkte hier einmal dargestellt und etwas erläutert werden.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

Hier der vollständige Artikel, aus dem in unserem Kommentar zitiert wurde:

http://antjeschrupp.com/2011/09/28/der-papst-das-amt-der-liebe-gott-und-ich/


Bundestag stellt sich hinter die Konrad-Adenauer-Stiftung in Ägypten

Der Deutsche Bundestag hat das Vorgehen der ägyptischen Behörden gegen die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung in Kairo geschlossen verurteilt. Die Abgeordneten sprachen sich einstimmig dafür aus, daß die Bundesregierung sich dafür einsetzen müsse, daß das dortige Verfahren gegen Mitarbeiter der Stiftung eingestellt wird.

Das ägyptische Justizministerium wirft der Adenauer-Stiftung und anderen Nichtregierungsorganisationen vor, illegal aus dem Ausland finanziert worden zu sein.

Das Vorgehen Ägyptens verletze rechtsstaatliche Prinzipien und sei „vollkommen inakzeptabel“, hieß es in dem Entschließungsantrag des Parlaments.

Die Anklage sei dabei umso „unverständlicher, als Deutschland sich umfassend, auch finanziell, und stets in Absprache mit der ägyptischen Seite für den demokratischen Wandel in Ägypten engagiert“.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


US-Richter erlauben Homo-„Ehe“ in Kalifornien

Katholische Kirche und Evangelikale kritisieren das Urteil

Nach einer Volksabstimmung im November 2008 hatte der amerikanische Bundesstaat  die gleichgeschlechtliche „Ehe“ verboten. Nun kippt ein Gericht in zweiter Instanz das Ergebnis dieses Referendums.

Kalifornische Richter haben sich hinter die gleichgeschlechtliche „Ehe“ gestellt. Ein Berufungsgericht in San Francisco erklärte das bestehende Verbot der Homo-Ehe in dem Westküstenstaat für verfassungswidrig.

Das umstrittene Thema geht seit Jahren durch die juristischen Instanzen und könnte nun den Obersten Gerichtshof in Washington erreichen.

Im Mai 2008 hatten die obersten Richter in San Francisco schwulen und lesbischen Paaren die Erlaubnis zum „Heiraten“ erteilt, was durch die Volksabstimmung im November gleichen Jahres gekippt wurde: 52% der Wähler stimmten gegen die Homo-„Ehe“.

Rund 30 der 50 US-Bundesstaaten haben in ihren Verfassungen festgeschrieben, daß die Ehe allein zwischen Mann und Frau möglich sei.

Die katholischen Bischöfe sind enttäuscht über dieses jüngste Gerichtsurteil, mit dem die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare in Kalifornien erwirkt werden soll. Auch US-Präsident Barack Obama befürwortet eine „Ehe“ gleichgeschlechtlicher Paare, was der katholischen Kirche und evangelikalen Gemeinschaften mißfällt.

Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz und Erzbischof von New York, Timothy Dolan, erklärte, das amerikanische Volk verdiene „Besseres“ als solche Urteile wie jetzt in San Francisco.


Konservative Ökumene – das Erfolgsrezept pur in den USA

Katholiken und Evangelikale im Schulterschluß gegen Obamas kirchenfeindliche Politik

In den letzten Jahrzehnten haben gemeinsame Erklärungen und Aktionen von katholischer und evangelikaler Seite in den USA immer mehr an Bedeutung und Gewicht gewonnen.

Bereits unter dem gläubigen Präsidenten Ronald Reagan zeichnete sich dieser Schulterschluß ab, denn konservative Katholiken standen ebensowie bibelorientierte Protestanten   –  also Evangelikale  –  vielfach hinter seiner Politik

Vor allem in sittlicher und familienpolitischer Hinsicht sind die Übereinstimmungen zwischen kirchentreuen Katholiken und Evangelikalen nahezu hundertprozentig: gemeinsam kämpft man gegen Abtreibung, Euthanasie und die Gleichstellung homosexueller „Partnerschaften“ mit der Ehe, tritt für das Schulgebet ein und wirbt für die Stärkung der klassischen Familie und konservativer Prinzpien.

Derzeit entbrennt geradezu ein Kulturkampf in den Vereinigten Staaten: Nicht genug damit, daß die Sozialversicherten zukünftig Abtreibungen mitfinanzieren sollen, was die katholische Kirche und evangelikale Vertreter gleichermaßen empörte, geht Präsident Obama jetzt noch einen Schritt weiter: er will mittels einer gesundheitspolitischen Verordnung von kirchlichen Einrichtungen (Krankenhäusern, Schulen, Sozialstationen usw) verlangen, daß sie die Kosten künstlicher Verhütungsmittel, Sterilisationen und der Pille-danach für ihre Angestellten bezahlen sollen.

Ein Sturm der Entrüstung geht jetzt ebenso durch kirchentreue katholische wie durch evangelikalen Kreise, von „Krieg (des Staates) gegen die Religion“ ist auf beiden Seiten die Rede.

Selbst ein ansonsten weniger kämpferischer, vom Zeitgeist teilweise angekränkelter evangelische Star-Prediger und Bestellerautor wie Rick Warren solidarisiert sich entschieden mit der katholischen Kirche und ihrem Widerstand gegen die jüngsten Zumutungen der Obama-Administration.

Die „konservative Ökumene“ in den USA zeigt sich aber auch angesichts der breiten evangelikalen Unterstützung für den potentiellen katholischen Republikaner-Kandidaten Rick Santorum, der sich derzeit angesichts seiner aktuellen Vorwahl-Siege wieder im Aufwind befindet. Doch bereits vorher hatten sich etwa 100 evangelikale Sprecher öffentlich für den kirchentreuen Katholiken und siebenfachen Familienvater ausgesprochen.

Der politische Graben verläuft in den USA kaum noch zwischen den Konfessionen, sondern er geht quer hindurch: Konservative  – ob katholisch oder evangelikal   –  wählen meist die Republikaner, wogegen „Reform“-Katholiken und liberale Protestanten zur Demokraten-Partei neigen.

Diese „überkonfessionelle“ Aktionseinheit der Konservativen ist ebenso notwendig wie erfolgversprechend:  im gemeinsamen Kampf für die Werte und Grundsätze des Christentums, im entschlossenen Einsatz für die Zehn Gebote und die Schöpfungsordnung Gottes, im konsequenten Eintreten für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder.

Es ist ein Erfolgsmodell, das sich auch hier in Deutschland im verstärkten Maße breitmachen sollte.

Felizitas Küble, Leiterin des katholischen KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster


Somalia: Junger Christ von radikalen Moslems enthauptet

Erneut ist im ostafrikanischen Somalia ein Christ brutal ermordet worden. Kämpfer der radikal-islamischen Gruppe Al Shabaab haben Zakaria Hussein Omar bereits am 2. Januar  2012 in der Ortschaft Cee-carfiid nahe der Hauptstadt Mogadischu enthauptet.

Nomaden fanden seinen Leichnam und brachten ihn in die Hauptstadt. Der 26-jährige Akademiker war Christ muslimischer Herkunft und arbeitete für eine christliche Organisation, die von den Terroristen im vergangenen Jahr verboten worden war.

Er hinterläßt seine Frau, seine Eltern sowie einen Bruder und vier Schwestern, wie das christliche Hilfswerk „Open Doors“ berichtet; es bittet darum, in dieser schweren Zeit der Trauer an die Angehörigen zu denken und für sie zu beten.

Islamische Miliz schließt sich Al Kaida an

Erklärtes Ziel der Terrorbewegung Al Shabaab ist eine strikte Anwendung der Scharia, des islamischen Religionsgesetzes. Werden Christen muslimischer Herkunft von ihnen entdeckt, gleicht dies einem Todesurteil. Allein im vergangenen Jahr wurden mindestens vier Christen regelrecht hingerichtet.

Unterdessen soll Medienberichten zufolge ein Anführer der somalischen Al Shabaab in einer Videobotschaft offiziell den Anschluß der Gruppe an das Terrornetzwerk Al Kaida verkündet haben. Durch diese Verbindung werde der Einfluß der Terrorgruppe in Afrika weiter gestärkt, schreibt „Open Doors“.

Al Shabaab wird auf 3000 bis 7000 Mitglieder geschätzt und kontrolliert den Süden des Landes nahezu vollständig.

 


Islamischer Nordsudan: Christen werden zum Kriegsdienst gezwungen

Im Nordsudan wächst unter jungen Christen die Angst vor Entführungen. Das berichtet Weihbischof Daniel Adwok von Khartum im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“.

Nordsudanesische Milizen seien dazu übergegangen, Angehörige von Minderheiten zu verschleppen und zum bewaffneten Kampf zu zwingen, erklärte der sudanesische Weihbischof. Die Zahl der Entführungen von jungen Männern sei seit November sprunghaft gestiegen. Viele seien nachts in ihren Häusern überrascht worden.

Besonders gefährdet seien Südsudanesen, die im Nordsudan leben. „Südsudanesen, die die Rückkehr in ihre Heimat vorbereiten, bekommen Schwierigkeiten mit den nordsudanesischen Milizen“, betont Adwok. Sie würden gezwungen, gegen die südsudanesische Regierung und damit gegen ihre eigenen Landsleute zu kämpfen.

Der Weihbischof berichtet weiter, daß viele junge Männer aus Angst vor Entführung ihre Häuser nicht einmal mehr zum Sonntagsgottesdienst verlassen. Er sei beunruhigt, daß diese Entführungen die Jahresfeiern zu Ehren der Nationalheiligen des Sudan, der hl. Josefine Bakhita, am heutigen Freitag (10.2.2012) überschatten könnten. „Alle Gläubigen sind enorm eingeschüchtert“, beklagt  der Kirchenmann.

„Die Milizen scheinen die Oberhand zu behalten“, sagt der Weihbischof. „Sie können tun, was immer sie wollen und die nordsudanesische Regierung unternimmt nichts, um sie von ihrem Tun abzuhalten.“

Erst kürzlich waren zwei entführte Priester von den Milizen nach dem Eingreifen der nordsudanesischen Regierung wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Priester seien zwei Wochen lang festgehalten und während dieser Zeit wiederholt mit Eisenstangen geschlagen worden, nachdem die Kirche sich geweigert hatte, Lösegeld zu zahlen, um sich nicht in eine Serie von Erpressungen zu begeben.

Der vorwiegend von Christen bewohnte Südsudan hatte sich im Juli 2011 durch einen Volksentscheid vom überwiegend islamischen Norden abgespalten. Seitdem toben in einigen erdölreichen Grenzregionen Kämpfe zwischen nord- und südsudanesischen Truppen.

Quelle: Pressemitteilung von „Kirche in Not“


Berliner Kinderschutzbund verweist auf Risiken betr. Facebook und Co.

Der Berliner Kinderschutzbund verlangt von den Betreibern sogenannter „sozialer Netzwerke“ endlich weitergehende Maßnahmen zum Schutz von minderjährigen Nutzern.

So sollte beispielsweise bei neu angelegten Profilen eine altersgerechte Aufklärung über Chancen und Risiken der Veröffentlichung privater Inhalte verpflichtend sein, fordert der Medienexperte des Berliner Kinderschutzbundes, Christoph Thiel.

„Darüber hinaus wäre es sinnvoll, einmalig einen Warnhinweis beim Teilen von Inhalten mit einem größeren Benutzerkreis als dem der eigenen Freunde auszugegeben und Kinder und Jugendliche nicht mehr zur Herausgabe ihres Mail-Passwortes aufzufordern“, erklärte Thiel weiter.

Der Kinderschutzbund befürchtet, daß Kinder und Jugendliche zunehmend in eine virtuelle Lebenswelt hineinwachsen, in der ihnen eine weitaus engmaschigere Vernetzung mit sog. „Freunden“ vorgegaukelt wird, als sie in Wirklichkeit stattfindet.

„Außerdem werden Minderjährige bei Facebook und Co. schrittweise an die Normalität gewöhnt, ständig und überall preiszugeben, wo sie gerade mit wem unterwegs sind und was sie denken oder tun. Das ist definitiv nicht im Sinne eines weitsichtigen Kinder- und Jugendmedienschutzes“, sagte Christoph Thiel.

Der Kinderschutzbund kritisiert, daß die meisten Betreiber „sozialer Netzwerke“ bislang den Forderungen zur Nachbesserung nicht nachgekommen sind:

„In unseren Medienkursen erlebe ich es immer wieder, dass Kinder und Jugendliche Dinge von sich preisgeben, ohne sich über die möglichen Folgen im Klaren zu sein“, sagte Christoph Thiel abschließend.

Quelle: Pressemitteilung des Berliner Kinderschutzbundes vom 6.2.2012