USA: Verfahren gegen Papst in der Causa Murphy wird eingestellt

Im Frühjahr 2010   –  auf dem Höhepunkt der Mißbrauchsdebatte  –  gingen die Medien-Wogen hoch, als aus den Vereinigen Staaten die Meldung kam, dem Papst solle der Prozeß gemacht werden, weil er einst als Kurienkardinal im Falle des Kinderschänder-Priesters Murphy von Rom aus angeblich eine Taktik der Vertuschung betrieben habe.

Dieses Ermittlungsverfahren in Milwaukee gegen Papst Benedikt und andere hohe Kirchenführer steht nun vor dem Aus, wie Radio Vatikan berichtet.

Damit war auch zu rechnen, zumal von vornherein klar war, daß Kardinal Ratzinger als Leiter der Glaubenskongregation betr. des Mißbrauch-Priesters Lawrence Murphy nicht nur nichts vertuschte, sondern seinerzeit weitaus konsequenter reagierte als die amerikanische Justiz selbst.

Wir hatten diesen Vorgang vor 2 Jahren  in einem Artikel in der  jüdischen (!) Presseagentur „European Info Press“ ausführlich erläutert und Papst Benedikt gegen die haltlosen Beschuldigungen, die damals weltweit hohe Wellen schlugen, energisch verteidigt.

Jene vollmundigen Anwälte, die den Papst wegen Mitverantwortung für Kindesmißbrauch juristisch belangen wollten, ließen die Anklage nun vor zwei Tagen fallen.

Vatikan-Anwalt Jeffrey Lena begrüßte die Einstellung des  – wie er sagte  –  „von Anfang an gegenstandslosen“ Verfahrens.

Nach Angaben der Presseagentur „ap“ hatten die Beschuldigungen  dafür gesorgt, daß die öffentliche Aufmerksamkeit in puncto Umgang mit Mißbrauchsfällen auf den Vatikan und vor allem den Papst hingelenkt wurde – und genau dies war ja auch der Zweck der ebenso verlogenen wie hysterischen Veranstaltung.

Felizitas Küble

 

 


Pater Karl Wallner und die „Früchte“ von Medjugorje

Von Felizitas Küble

Der bekannte Heiligenkreuzer Zisterzienser-Pater Karl Wallner veröffentlichte am 18.2.2010 eine Stellungnahme zu Privatoffenbarungen und Medjugorje in der katholischen Zeitung „Tagespost“ (Würzburg).Maira

In seiner Einführung betont er zunächst sehr klar und gut begründet, daß und warum die katholische Kirche sich gegenüber „Erscheinungen“, Visionen und ähnlichen außerordentlichen Vorgängen vorsichtig bis skeptisch verhält. Tatsächlich beträgt der Anteil der von der Kirche anerkannten „Erscheinungen“ nicht einmal 1%, was ihre kritische Haltung dokumentiert.

Pater Wallner bleibt aber nicht bei diesen allgemeinen Ausführungen stehen, sondern leitet dann zum Thema Medjugorje über, berichtet von seinen pastoralen Erfahrungen dort, die er als positiv erlebte – und äußert sich sodann zu den  – wie er meint – guten Früchten dieser Erscheinungsstätte in Bosnien-Herzegowina, wo angeblich seit über 30 Jahren die „Gospa“ erscheint, wie die Gottesmutter dort genannt wird.

Da dieser Hinweis auf die „Früchte“ ein echter Dauerbrenner ist und den Kritikern immer wieder  – meist als erstes Argument  –  entgegengehalten wird, zitieren wir hier zunächst den entsprechenden Abschnitt aus Pater Wallners Artikel: media-372515-2

„Ich habe es als nüchterner Theologe bewusst vermieden, bei „Erscheinungen“ dabei zu sein oder den Sehern auch nur allzu nahe zu kommen. Meine Fragestellung an Medjugorje war immer: Geht es hier um eine Sakro-Show, also um das bloß der Erscheinungshaft-Übernatürliche, oder geht es hier um den Kern, um das Wesenhaft-Übernatürliche?

Meine Einsicht ist klar: Was ich in Medjugorje erlebt habe, sind keine faulen Früchte. Alles führt hin zur Eucharistie, zur Beichte, zum Gebet, zu einem Leben aus den Sakramenten, zur Treue gegenüber dem kirchlichen Lehramt.“

Hierzu stellen wir fest:

1. Die zuständigen Oberhirten von Mostar (sei es der jetzige Bischof Peric oder sein Vorgänger Zanic) wissen über die „Früchtchen“ von Medjugorje ganz anderes zu berichten (einschließlich zB. der „Seherinnen“ Vicka und Marija) , wobei Bischof Zanic bereits Mitte der 80er Jahre eine gründlich erarbeitete Dokumentation verfaßte, die uns vorliegt.

Selbst wenn nur 10% von dem stimmen würde, was dort an Fakten aufgeführt wird, wäre es schon haarsträubend genug – doch wir gehen davon aus, daß der Bischof alles zutreffend darstellt, zumal er seine Kritikpunkte genau belegt hat. Nachdem wir damals vor 25 Jahren diese Ausarbeitung gelesen haben, fühlten wir uns in unserer wachsenden Skepsis durch diese bischöfliche Stellungnahme bestätigt.

Dazu kommt, daß wir hier in unserem KOMM-MiT-Verlag und Christoferuswerk in Münster im Laufe der Jahrzehnte sehr viele höchst unerfreuliche Erfahrungen mit „Medju-Bekehrten“ machen mußten (von unreifer Schwärmerei und verbissenem Fanatismus bis hin zum handfesten Betrug), so daß wir beim Wort „Früchte“ eher an Früchtchen und Sumpfblüten denken als an gute Auswirkungen oder gar die Gaben des Hl. Geistes…

2. Selbst wenn Pater Wallners Aufzählung der wohlklingenden Medju-Früchte unwidersprochen stehenbleiben könnte, so wären diese Früchte noch lange kein Beweis für die Echtheit dieser Privatoffenbarung, denn bei solch einer simplen „Logik“ müßte die Kirche ja praktisch alle angeblichen „Erscheinungen“ anerkennen (wovon sie weit entfernt ist), da doch wohl an allen Erscheinungsstätten viel gebetet, gebeichtet und in die Kirche gegangen wird.

Dazu kommt, daß es in Medju nun schon seit über 30 Jahre Erscheinungen geben soll, bei einigen „Sehern“ sogar täglich, wobei es natürlich auf Wundersüchtige bzw. Sensationslustige oder einfach recht neugierige Personen schon sehr faszinierend wirkt, sich an einem Ort aufzuhalten, an dem die himmlische „Madonna“ Tag für Tag ein Stelldichein  liefert.

Die katholische Kirche ist aber viel nüchterner als Pater Karl Wallner, denn sie weiß seit 2000 Jahren, daß „fromme Früchte“ allein noch lange kein Beweis für die übernatürlich-himmlische Herkunft einer Privatoffenbarung darstellen.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Jugendverlags und des Christoferuswerks in Münster


Pfingstsequenz: Veni, Sancte Spiritus – Komm, Heiliger Geist

Der lateinische Urtext der Pfingstsequenz stammt aus dem 12. Jahrhundert

Veni, Sante Spiritus, Et Emitte caelitus, Lubis tuae radium.

Veni, pater pauperum,
Veni, dator munerum,
Veni, lumen cordium.

Consolator optime,
Dulcis hospes animae,
Dulce refrigerium.

In labore requies,
In aestu temperies,
In fletu solacium.

O lux beatissima,
Reple cordis intima
Tuorum fidelium.

Sine tuo nomine
Nihil est in homine,
Nihil est innoxium.

Lava quod est sordidum,
Riga quod est aridum,
Sana quod est saucium.

Flecte quod est rigidum,
Fove quod est frigidum,
Rege quod est devium.

Da tuis fidelibus
In te confidentibus
Sacrum septenarium.

Da virtutis meritum,
Da salutis exitum,
Da perenne gaudium.

 

Komm, o Geist der Heiligkeit
aus des Himmels Herrlichkeit
sende Deines Lichtes Strahl.
 
Vater aller Armen Du,
aller Herzen Licht und Ruh,
komm mit Deiner Gaben Zahl!
 
Tröster in Verlassenheit,
Labsal voll der Lieblichkeit,
komm, o süßer Seelenfreund!
 
In Ermüdung schenke Ruh,
in der Glut hauch Kühlung zu,
tröste den, der Tränen weint.
 
O Du Licht der Seligkeit,
mach Dir unser Herz bereit,
dring in unsere Seelen ein!
 
Ohne Deinen Gnadenschein
steht der arme Mensch allein,
kann nicht gut und sicher sein.
 
Wasche, was beflecket ist,
heile, was verwundet ist,
tränke, was da dürre steht,
 
Beuge, was verhärtet ist,
wärme, was erkaltet ist,
lenke, was da irre geht!
 
Heiliger Geist, wir bitten Dich,
gib uns allen gnädiglich
Deiner sieben Gaben Kraft!
 
Gib Verdienst in dieser Zeit
und dereinst die Seligkeit
nach vollbrachter Wanderschaft.
 
Übersetzung: Autor unbekannt
 

(2. Übersetzung)

Komm herab, o Heiliger Geist,
der die finstere Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not,

in der Unrast schenkst Du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o Du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

Ohne Dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile Du, wo Krankheit quält.

Wärme Du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das Dir vertraut,
das auf Deine Hilfe baut,
Deine Gaben zum Geleit.

Laß es in der Zeit bestehn,
Deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

Übertragung von Maria Luise Thurmair
und Markus Jenny (1971), Fassung aus dem „Gotteslob“

 
(3. Übersetzung)
 
Komm, o Geist der Heiligkeit!
aus des Himmels Herrlichkeit
sende deines Lichtes Strahl!Vater aller Armen du,
aller Herzen Licht und Ruh’,
komm mit deiner Gaben Zahl!Tröster in Verlassenheit,
Labsal voll der Lieblichkeit,
komm, du süßer Seelenfreund!

In Ermüdung schenke Ruh’,
in der Glut hauch Kühlung zu,
tröste den, der trostlos weint.

O du Licht der Seligkeit,
mach dir unser Herz bereit,
dring in unsere Seelen ein!

Ohne Dein lebendig Wehn
nichts im Menschen kann bestehn,
nichts ohn’ Fehl und Makel sein.

Wasche, was beflecket ist,
heile, was verwundet ist,
tränke, was da dürre steht.

Beuge, was verhärtet ist,
wärme, was erkaltet ist,
lenke, was da irregeht.

Heil’ger Geist, wir bitten Dich,
gib uns allen gnädiglich
Deiner Gaben Siebenzahl.

Spende uns der Tugend Lohn,
laß uns stehn an Deinem Thron,
uns erfreun im Himmelssaal.

Heinrich Bone 1847