Kardinal Burke ruft zum Lebensschutz auf und warnt vor Hochmut gegenüber Gott

Kardinal Raymond Leo Burke (siehe Foto) hat zu einer Schärfung des Gewissens aufgerufen. Am Rande einer bioethischen Konferenz in Rom in der vorigen Woche wies der Chef des Obersten Kirchengerichts (Apostolische Signatur) auf  jene Probleme hin,  die entstehen, wenn Menschen sich selber für die Herren der Welt halten, statt Gott auch als Schöpfer des Lebens zu ehren: 

Foto: Wikipedia

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„Wenn wir über das Geheimnis des menschlichen Leidens sprechen, dann muss uns klar sein, dass Gott uns das Gewissen in das innerste unseres Seins geschrieben hat. Deswegen ist das menschliche Leben unantastbar.

Leiden ist nicht eine Ablehnung des menschlichen Lebens, sondern der Durchgang zu einer größeren Liebe. Wenn man das sich Herzen nimmt, dann weiß man, was in einer bestimmten Situation gut und was böse ist.

Wenn ich also einem leidenden oder gar sterbenden Menschen begegne, dann ist das Richtige, dieser Person beizustehen, sie zu lieben und ihr zu helfen und nicht zu sagen: ‚Bringen wir ihn um, denn er liegt ja schon im Sterben. Helfen wir ihr, schneller tot zu sein!’“

Die Christen müßten das Bewußtsein für die gottgegebene  Berufung des Menschen wachhalten, erklärte der Kirchenmann:

„Der größte Angriff auf das Leben ist heutzutage der Verlust des Gottesglaubens und der Verlust des Sinns für die Würde des von Gott geschenkten menschlichen Lebens.

Außerdem glaube ich, dass eine ganze Reihe der großen Schwierigkeiten, mit denen wir in unserer Welt heute zu kämpfen haben, der irrigen Annahme geschuldet ist, dass ich mich selber geschaffen habe und nur ich den Sinn meines Lebens festlege, als sei ich sozusagen der Herr der Welt. Das führt letztlich zu Feindschaft unter den Menschen, zu Gewalt und zum Tod.“

Quelle: Radio Vatikan vom 26.2.2012


Weihbischof Losinger unterstützt Deutschen Ethikrat betr. „Intersexuelle“

Aus der CSU kommt Kritik am Vorstoß des Ethikrats zum „anderen“ Geschlecht

Gen 1,27: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.“

Am 25.2.2012 erschien in Radio Vatikan folgende Meldung (Linien von uns):

„Die katholische Kirche des Landes fordert Respekt für Intersexuelle. Menschen, deren Geschlecht nicht festgestellt werden kann, sind vor gesellschaftlicher Diskriminierung zu bewahren. Das sagte der Augsburger Weihbischof Anton Losinger am Freitag dem Kölner Domradio.

Losinger ist für die Deutsche Bischofskonferenz Mitglied im Deutschen Ethikrat. Dieser hatte am Donnerstag Entschädigungen für Menschen gefordert, die infolge ihres nicht ausgeprägten Geschlechts mit Hormonen behandelt und operiert wurden. Durch die früher medizinisch erfolgten „Geschlechtszuweisungen“ fühlten sich die Betroffenen verletzt, so Losinger. Die Menschen „in einem solchen Dazwischen“ seien weder männlich noch weiblich, noch fühlten sie sich so.

Der Weihbischof verteidigte den Vorschlag des Ethikrates, im Personenstandsregister neben den Geschlechtskategorien „weiblich“ und „männlich“ auch die Eintragung „anderes“ einzuführen. Das Gremium habe sich nicht für die Einführung eines „dritten Geschlechtes“ ausgesprochen, das es „ja de facto“ nicht gebe.“

Das „Deutschlandradio“ veröffentlichte am 24.2.2012 diese Nachricht:

„Die CSU ist gegen das dritte Geschlecht. Nachdem gestern der Deutsche Ethikrat neben „weiblich“ und „männlich“ eine dritte Bezeichnung für intersexuelle Menschen gefordert hat, regt sich bei der CSU-Landesgruppe im Bundestag Widerstand. Der Parlamentarische Geschäftsführer Stefan Müller hält das für – so wörtlich – „keine gute Idee“. Es sei zwar zu begrüßen, dass der Ethikrat mit seiner Stellungnahme auf das Leid von Intersexuellen hingewiesen habe. Eine Änderung des Personenstandsregisters käme für ihn aber „nicht in Frage“.“


„kath.shop“ bietet Sammelsurium fraglicher Seher und Propheten

„Mystischer“ Kraut- und Rüben-Salat auf 336 Seiten: „Das steht der Welt noch bevor“

„Kath.shop“ aus Linz in Österreich ist ein Nebenzweig des Nachrichtendienstes „kath.net“ und ein Internet-Versandservice für Bücher und diverse Andachtsgegenstände. Viele der Angebote gehen auf Seher,  „begnadete Seelen“ und Erscheinungen zurück.

Unter „Privatoffenbarungen“ findet man z.B. folgende Ansammlung von Schriften, die sich meist auf kirchlich nicht anerkannte Visionen und Erscheinungen beziehen.

Dort wird etwa auch eine „Tochter der Sonne“ angepriesen, womit aber kein ruhmreiches Indianermädchen gemeint ist, sondern eine angeblich visionär erleuchtete Frau. Auch ansonsten enthält das Angebot von „kath.shop“ viel Seltsames und Unerleuchtetes:

http://www.kathshop.at/shop.php?open=58&kid=58

An zweitletzter Stelle wird dort für 18,70 € das Buch „Das steht der Welt noch bevor“ von Anton Angerer präsentiert, das im erscheinungsseligen Mediatrix-Verlag  „erschien“ (!).

Es wird von „kath.shop“ folgendermaßen vorgestellt:

„Ein großes schreckliches Ereignis wird die Welt erschüttern! Es wird mit einer Revolution in den Ländern Westeuropas beginnen. Ihr folgt der militärische Überfall der Sowjetunion auf den Westen. Diese kriegerischen Auseinandersetzungen enden mit dem Eingreifen Gottes durch ein göttliches Strafgericht, das weltweit über die ganze Menschheit kommen wird. Während der dreitägigen Finsternis wird die Welt gereinigt. Wann wird das geschehen? „Wenn die Menschen von Frieden und Sicherheit reden, dann bricht plötzlich Verderben über sie herein wie die Wehen über die hoffende Mutter, und sie werden ihm nicht entrinnnen …“ (1 Thess 5,3)“

Diese kurze Inhaltsangabe  bietet bereits ein kurioses Nebeneinander von Richtigem (die zuletzt erwähnte Bibelstelle) und Fragwürdigem oder Unsinnigem.

Zunächst scheint in diesem Buch, das im Jahr 2000 in erster und ein Jahr später in zweiter Auflage herauskam, die „Sowjetunion“ noch putzmunter präsent zu sein.

Sodann gab es zwar einst in Ägypten eine „dreitägige Finsternis“, eine Wiederholung derselben wird aber in der Bibel für die Endzeit nicht angekündigt  –  mögen diese auch diverse „Seher“ anders verkünden.

Die „bunte“ Mischung aus Richtigem, Falschem  und  Halbwahren wird in dem angepriesenen Buch selber noch viel breiter ausgewalzt.

Fast alles, was „Volksseher“, „Sühneseelen“ und vermeintlich begnadete Propheten in den letzten Jahrhunderten zum Besten gaben, wird nacheinander vorserviert, zum Teil durchaus mit Richtigem garniert (seitenlanger Wiedergabe der neutestamentlichen Apokalpyse).

Insgesamt entsteht der Eindruck eines Kraut- und Rübensalates, wenngleich er für kritische Leser immerhin von einem gewissen dokumentarischen Wert sein mag.

Das  kuriose Werk  bringt neben Zitaten aus einigen wenigen kirchlich anerkannten Erscheinungen eine Unzahl von „Visionen“ aus aller Herren Länder, Zeiten und Zonen  –  darunter viele sog. „Volksseher“ wie den unvermeidlichen Mühlhiasl, den noch berühmteren Irlmaier, den „Seher aus dem Waldviertel“, einen eher unbekannten „Sepp Wudy“, sodann die nebelhaften „Papstweissagungen des Malachias“ (wobei längst erwiesen ist, daß sie nicht von Malachias stammen, sondern weitaus später entstanden), außerdem Garabandal (kirchlich nicht anerkannte „Marienerscheinungen“) und La Salette.

Nun ist La Salette zwar anerkannt, aber nur bezogen auf die anfänglichen Aussagen von Melanie Calvat, nicht jedoch hinsichtlich der von ihr später ergänzten Ausführungen (meist bezeichnet als „Großes Geheimnis“); deren Verbreitung wurde vom Vatikan Anfang des 20. Jahrhunderts sogar ausdrücklich untersagt.

Das Kraut-und-Rüben-Buch enthält aber (wie das häufig auch bei speziellen La-Salette-Büchern der Fall ist) nicht nur den anerkannten ersten Teil der Privatoffenbarung aus Frankreich, wogegen nichts einzuwenden wäre  – sondern eben auch den unsinnigen späteren Teil.

Darin wird eine Endzeitschwärmerei offenkundig, die seitens der Kirche nie gelehrt, sondern immer wieder ausdrücklich abgelehnt wurde, wonach nämlich vor der Ankunft des Antichristen ein weltweiter „Triumph der Kirche“ zu erwarten sei, quasi ein katholisches Friedensreich der Endzeit (siehe hierzu S. 39 und 289 f in diesem Buch).

Auf S. 290 wird ausdrücklich erwähnt, daß dieser glorreiche und universale  „Triumph der Kirche“ chronologisch „vor dem Kommen des Antichristen“ stattfinden werde  – und eben dies widerspricht sowohl der Heiligen Schrift wie der kirchlichen Lehre, denn für die unmittelbare Zeit vor dem Antichristen kündigt das NT einen rasanten Glaubensabfall an, also genau das Gegenteil dessen, was viele „Seher“ prognostizieren.

Siehe hierzu außerdem unser Artikel über endzeitschwärmerische Thesen (Chiliasmus und Millenarismus): https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/10/millenarismus/

Felizitas Küble