Vor dem Papstbesuch: Erneut Verhaftungen kubanischer Bürgerrechtler

Attacken verschlechtern das politische Klima für den Papstbesuch

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, wurden am 27.2.2012 in der nordkubanischen Provinz Matanzas neun Dissidenten verhaftet und unter Hausarrest gestellt.

Dadurch wollte der kommunistische Staat ein Treffen der „Partei für Demokratie Pedro Luis Boitel“ verhindern. Die 1999 von Félix Navarro gegründete Gruppe ist nach dem  – an den Folgen eines Hungerstreiks verstorbenen  –  Menschenrechtsverteidiger Pedro Luis Boitel benannt und hat sich zum Ziel gesetzt, Menschenrechtsverletzungen des kubanischen Regimeszu veröffentlichen.

Das geplante Treffen sollte in der Stadt Perico im Haus von Félix Navarro stattfinden. Er ist Sprecher dieser politischen Gruppe und ehem. politischer Gefangener.

Nach Angabe der IGFM wurde Nelson Alonso bereits um fünf Uhr morgens verhaftet, Lázaro Sánchez, der 85-jährige Emilio Bringas, Francisco Manzano, Carlos Martínez und José López wurden im Laufe des Tages festgenommen. Ángel Moya wurde auf dem Weg zu Félix Navarro verhaftet, Zoilo Delgado und Iván Carrillo unter Hausarrest gestellt.

Die IGFM weist darauf hin, dass sowohl Félix Navarro als auch Ángel Moya und IvánCarrillo der Gruppe jener 75 politischen Gefangenen angehören, die während des so genannten „schwarzen Frühlings“ 2003 zu Haftstrafen von bis zu 28 Jahren

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin verurteilt das Vorgehen der kubanischen Diktatur gegen Andersdenkende, die in friedlicher Weise fundamentale Bürgerrechts einfordern.

„Es vergeht kaum ein Tag, an dem uns nicht Meldungen über erneute Verhaftungen von Regimegegnern erreichen. Das Castro-Regime verspielt die Chance, ein versöhnliches Klima für den geplanten Besuch von Papst Benedikt XVI. aufzubauen“, so Lessenthin.


Gunzenheim: Wallfahrt für trauernde Eltern, die ein Kind verloren haben

Ehem. Augsburger Oberhirte Dr. Walter Mixa ist dort als Seelsorger tätig

Die bis ins Jahr 1709 zurückreichende Wallfahrt zum Gnadenbild „Maria im Strahlenkranz“ in der Kirche St. Thomas in Gunzenheim erlebt seit einiger Zeit eine Renaissance (Wiederbelebung, Wiederkehr). Das Kirchlein befindet sich in einem Weiler mit ca 300 Einwohner in einer malerischen Hügellandschaft (siehe Foto). Die kleine Wallfahrtsgemeinde gehört zum bayerischen Bistum Eichstätt. Die Ortschaft liegt vier Kilometer nordwestlich von Kaisheim.

Im Jahre 1671 erbauten die Gunzenheimer auf eigene Kosten eine Kapelle zu Ehren des hl. Thomas, die 1709 erweitert und mit Altarbildern geschmückt wurde. Anlaß hierfür waren viele Wallfahrer, die seit 1709 zu einer geschnitzten Madonna pilgerten  – und dies so zahlreich, so daß vorübergehend sogar ein eigener Wallfahrtspriester eingesetzt wurde.

Nach fast einhundert Jahren aber erlosch die Wallfahrt und wurde im Visitationsbericht als „abgegangen“ verzeichnet. Zurück blieb das schmucke Kirchlein, das in den letzten Jahren gründlich renoviert wurde.

Urkundlich wird die Siedlung Gunzenheim, deren Name „Heim des Gunzo“ bedeutete, bereits im Jahre 805 erwähnt. Damals ging Gunzenheim im Rahmen einer Schenkung an das im Bistum Mainz gelegene Kloster Lorsch über. Im Bauernkrieg 1525 schlossen sich die Gunzenheimer zunächst aufrührerischen Rotten aus Buchdorf und Sulzdorf an, doch ließen sie sich durch gütliches Entgegenkommen von Seiten des Klosters wieder beruhigen.

Zur Wiederbelebung der Wallfahrt findet jeweils am Herz-Maria-Sühnesamstag (erster Samstag im Monat) um 10.30 Uhr eine Eucharistiefeier mit Beichtgelegenheit ab 10 Uhr statt  –   und es ergeht eine besondere Einladung an Eltern, die ein Kind verloren haben.

Einladung zur Wallfahrt Gunzenheim

Eine stetig wachsende Zahl an Gläubigen aus nah und fern belegt das Interesse daran und freut sich über die seelsorgliche Mithilfe von Bischof em. Dr. Walter Mixa, dem früheren Oberhirten von Augsburg, der sich hierfür an seinem neuen Wohnort besonders einsetzt.

Quelle: ZENIT (kath. Nachrichtendienst), Webseite Gunzenheim-Wallfahrt


Bilanz des Terrors in Nigeria: Seit Jahresbeginn 265 Menschen Opfer des radikalen Islam

„Boko Haram“ will einen islamischen Scharia-Staat herbeibomben

In nur zwei Monaten hat die nigerianische Terrorsekte Boko Haram mindestens 265 Menschen, überwiegend Christen, bei neun Anschlägen ermordet und hunderte von Nigerianern zum Teil schwer verletzt und verstümmelt.

Diese erschütternde Bilanz zog die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt. Die IGFM fordert die Staatengemeinschaft auf, der nigerianischen Regierung bei der Bekämpfung der Terroristen beizustehen, da die Gefahr eines Bürgerkriegs in der Größenordnung des Biafrakrieges groß sei. Ein solcher Krieg würde das Land auseinanderreißen und grenzübergreifenden Terror auslösen, so die IGFM.

Nur wenige Tage nach dem Anschlag auf Christen, die in der katholischen Kirche St. Theresa in Madalla nahe der nigerianischen Hauptstadt Abuja den Weihnachtsgottesdienst gefeiert hatten, setzte Boko Haram am 1. Januar 2012 den im Norden Nigerias lebenden Christen eine Frist, binnen von drei Tagen ihre Heimat zu verlassen. Allein der Anschlag in Madalla forderte 40 Menschenleben.

Am 5. Januar 2012 wurden mindestens sechs Menschen bei einem Überfall auf eine Kirche in der Stadt Gombe getötet. Am 6. Januar kamen bei einem Angriff auf ein Gemeindehaus in Mubi mindestens 20 christliche Händler um, die dort die Überführung ihres Gemeindemitglieds planten, das am Vortag von Boko Haram ermordet wurde.

Einen Tag später verübten die Islamisten Anschläge auf mehrere Kirchen an verschiedenen Orten: In Yola kamen acht Menschen bei einem Anschlag auf die apostolische Kirche ums Leben, drei weitere wurden Opfer des Angriffs auf einen in der Nähe liegenden Friseursalon.

In Potiskum verübte Boko Haram Brandanschläge auf zwei Banken. Bei dem Schußwechsel mit Sicherheitskräften kamen zwei Menschen um.

Den folgenschwersten Angriff verübte Boko Haram am 20. Januar auf mehrere Polizeiwachen in Kano, der größten Stadt Nordnigerias. 191 Menschen fanden den Tod.

Bei einem Überfall auf ein Gefängnis in Koton Karifi im nordnigerianischen Bundesstaat Kogi am 15. Februar, bei dem mindestens 200 Strafgefangene, darunter Boko-Haram- Sympathisanten, befreit wurden, wurde ein Gefängniswärter umgebracht.

30 Menschenleben kostete ein Bombenattentat auf einen stark frequentierten Markt in Maiduguri am 21. Februar. Auch für einen Selbstmordanschlag am 26. Februar auf eine Kirche in der Innenstadt von Jos, bei dem mindestens drei Christen getötet wurden, darunter ein Kleinkind, übernahm Boko Haram die Verantwortung.

Boko Haram: „Westliche Bildung ist Sünde“

Boko Haram will einen islamischen Staat herbeibomben. Der Name der Gruppe ist Programm: „Westliche Bildung ist Sünde“. Die islamische Sekte salafistisch-dschihadistischer Prägung wurde 2001 von Jusuf Mohammed in Maiduguri, der Hauptstadt des Bundeslands Bornu in Nordost-Nigeria, gegründet.

Die Terrorgruppe versucht mit allen Mitteln, die weltlich-zivile Struktur der nigerianischen Bundesrepublik abzuschaffen und durch ein Regime nach den Gesetzen der Scharia (islamisches Religionsgesetz) zu etablieren.

Weltweite Aufmerksamkeit erreichte Boko Haram durch den Anschlag am 26. August 2011 auf das UN-Gebäude in Abuja, bei dem 18 Menschen ums Leben gekommen waren.


Israel beklagt wachsenden Einfluß der Hisbollah in Westafrika

Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ron Prosor, hat vor dem UN-Sicherheitsrat den wachsenden Einfluss der Hisbollah in Westafrika kritisiert.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte sich besorgt über enger werdende Beziehungen zwischen der schiitischen Kämpfertruppe Hisbollah („Kämpfer Allahs“) und islamischen Terrorgruppen (etwa in Nigeria).

Ban erklärte, die Verbindung stelle eine Bedrohung für die Region dar und könnte auch ihren Weg nach Südamerika und Europa finden.

Israel könne eine Schlüsselrolle im weltweiten Kampf gegen Terroraktivitäten in Westafrika spielen, so Prosor. Zudem erklärte er, die neue Präsenz der Hisbollah in Westafrika sei Teil eines wachsenden internationalen Trends, bei dem kriminelle Gruppen und politische Terroristen sich zusammentun, um Drogen und Waffen zu schmuggeln.

„Israel ist besonders besorgt darüber, dass die Hisbollah das Gebiet als Basis für Terroroperationen nutzt“, so Prosor. „Kriminelle Initiativen unterstützen die Anstrengungen der Hisbollah, Zellen von Schläfern in der Region zu bilden. Die Welt kann nicht untätig zusehen – das gefährdet nicht nur Afrika, sondern auch unschuldige Menschenleben im Rest der Welt, wie wir in Neu-Delhi, Tiflis und Bangkok gesehen haben“, fügte er hinzu.

Quelle: israelische Botschaft in Berlin

 


Experte benennt Hindernisse für eine staatliche Anerkennung des Islam

Im Koran werden Juden als „Affen“ und „Schweine“ bezeichnet

Das negative Bild des Islam in der Öffentlichkeit, das Vertreter muslimischer Verbände häufig beklagen, hängt nicht mit fehlender staatlicher Anerkennung des Islam zusammen.

Dieser Ansicht ist der Islamexperte der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin, Friedmann Eißler.

Wie er in der von der EKD-Einrichtung herausgegebenen Zeitschrift „Materialdienst“ äußert, erwecken islamische Funktionäre wie der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland, Bekir Alboga (Köln), zu Unrecht den Eindruck, „dass eine mutwillige Verweigerung eines Status, der Muslimen längst zustehe, schuld an offenkundigen Missständen wie Ablehnung, Diskriminierung und Verfolgung“ sei.

Laut Eißler gehört es nicht zu den Aufgaben des Staates, Religionsgemeinschaften anzuerkennen. Das Grundgesetz erwarte vom Staat, allen Religionsgemeinschaften eine ungestörte Ausübung ihres Glaubens zu garantieren. Darüber hinaus könne der Staat einzelnen Religionsgemeinschaften den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verleihen und ihnen damit Steuerbefreiung und Sonderregelungen im Arbeits- und Sozialrecht gewähren.

Dies setze eine im Alltag bewiesene Rechtstreue voraus. Eißler zufolge steht hinter der Forderung der muslimischen Verbände nach staatlicher Anerkennung der Wunsch nach mehr sozialer Akzeptanz und Wertschätzung. Dies lasse sich jedoch nicht einfordern, sondern nur „durch Transparenz, Repräsentanz und solidarischen Gemeinsinn auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung erwerben“. Dafür bedürfe es Taten statt gleichbleibender Forderungen.

Bislang erfüllten die muslimischen Verbände, die zwischen 20 und 30 Prozent der Muslime in Deutschland repräsentieren, nicht die rechtlichen Voraussetzungen für eine Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Laut Eißler versucht die Politik dennoch, den Verbänden entgegenzukommen. Dies habe beispielsweise zur Errichtung eines Islam-Instituts an der Universität Tübingen geführt. Dort sollen u. a. Religionslehrer für den Islam-Unterricht und Geistliche ausgebildet werden. Allerdings müsse der Staat im Umgang mit muslimischen Verbänden darauf achten, dass die Voraussetzungen einer religiös-weltanschaulich pluralen Gesellschaft gewahrt bleiben, schreibt Eißler.

Die Formulierungen der vor zehn Jahren beschlossenen Islamischen Charta seien ungenügend. Darin heiße es, dass sich Muslime zur „Anerkennung der lokalen Rechtsordnung“ und zur Bejahung eines „vom Koran anerkannten religiösen Pluralismus“ verpflichten und „im Kernbestand der westlichen Menschenrechtserklärung keinen Widerspruch zum Islam“ sehen.

Auch müsse es möglich sein, an der Universität den Koran als ein literarisches Produkt des 7. Jahrhunderts darzustellen. Andernfalls wären Sätze, in denen Juden als Affen und Schweine bezeichnet werden, immer noch gültig.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA: http://www.idea.de