Bilanz des Terrors in Nigeria: Seit Jahresbeginn 265 Menschen Opfer des radikalen Islam

„Boko Haram“ will einen islamischen Scharia-Staat herbeibomben

In nur zwei Monaten hat die nigerianische Terrorsekte Boko Haram mindestens 265 Menschen, überwiegend Christen, bei neun Anschlägen ermordet und hunderte von Nigerianern zum Teil schwer verletzt und verstümmelt.

Diese erschütternde Bilanz zog die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt. Die IGFM fordert die Staatengemeinschaft auf, der nigerianischen Regierung bei der Bekämpfung der Terroristen beizustehen, da die Gefahr eines Bürgerkriegs in der Größenordnung des Biafrakrieges groß sei. Ein solcher Krieg würde das Land auseinanderreißen und grenzübergreifenden Terror auslösen, so die IGFM.

Nur wenige Tage nach dem Anschlag auf Christen, die in der katholischen Kirche St. Theresa in Madalla nahe der nigerianischen Hauptstadt Abuja den Weihnachtsgottesdienst gefeiert hatten, setzte Boko Haram am 1. Januar 2012 den im Norden Nigerias lebenden Christen eine Frist, binnen von drei Tagen ihre Heimat zu verlassen. Allein der Anschlag in Madalla forderte 40 Menschenleben.

Am 5. Januar 2012 wurden mindestens sechs Menschen bei einem Überfall auf eine Kirche in der Stadt Gombe getötet. Am 6. Januar kamen bei einem Angriff auf ein Gemeindehaus in Mubi mindestens 20 christliche Händler um, die dort die Überführung ihres Gemeindemitglieds planten, das am Vortag von Boko Haram ermordet wurde.

Einen Tag später verübten die Islamisten Anschläge auf mehrere Kirchen an verschiedenen Orten: In Yola kamen acht Menschen bei einem Anschlag auf die apostolische Kirche ums Leben, drei weitere wurden Opfer des Angriffs auf einen in der Nähe liegenden Friseursalon.

In Potiskum verübte Boko Haram Brandanschläge auf zwei Banken. Bei dem Schußwechsel mit Sicherheitskräften kamen zwei Menschen um.

Den folgenschwersten Angriff verübte Boko Haram am 20. Januar auf mehrere Polizeiwachen in Kano, der größten Stadt Nordnigerias. 191 Menschen fanden den Tod.

Bei einem Überfall auf ein Gefängnis in Koton Karifi im nordnigerianischen Bundesstaat Kogi am 15. Februar, bei dem mindestens 200 Strafgefangene, darunter Boko-Haram- Sympathisanten, befreit wurden, wurde ein Gefängniswärter umgebracht.

30 Menschenleben kostete ein Bombenattentat auf einen stark frequentierten Markt in Maiduguri am 21. Februar. Auch für einen Selbstmordanschlag am 26. Februar auf eine Kirche in der Innenstadt von Jos, bei dem mindestens drei Christen getötet wurden, darunter ein Kleinkind, übernahm Boko Haram die Verantwortung.

Boko Haram: „Westliche Bildung ist Sünde“

Boko Haram will einen islamischen Staat herbeibomben. Der Name der Gruppe ist Programm: „Westliche Bildung ist Sünde“. Die islamische Sekte salafistisch-dschihadistischer Prägung wurde 2001 von Jusuf Mohammed in Maiduguri, der Hauptstadt des Bundeslands Bornu in Nordost-Nigeria, gegründet.

Die Terrorgruppe versucht mit allen Mitteln, die weltlich-zivile Struktur der nigerianischen Bundesrepublik abzuschaffen und durch ein Regime nach den Gesetzen der Scharia (islamisches Religionsgesetz) zu etablieren.

Weltweite Aufmerksamkeit erreichte Boko Haram durch den Anschlag am 26. August 2011 auf das UN-Gebäude in Abuja, bei dem 18 Menschen ums Leben gekommen waren.


2 Kommentare on “Bilanz des Terrors in Nigeria: Seit Jahresbeginn 265 Menschen Opfer des radikalen Islam”

  1. Marcel sagt:

    Gefaellt mir sehr der Blog. Tolle Themenwahl.

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  2. […] Bilanz des Terrors in Nigeria: Seit Jahresbeginn 265 Menschen Opfer des radikalen Islam: “Boko Haram” will einen islamischen Scharia-Staat herbeibomben […]

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