IRAN: Hinrichtungen auf Rekordniveau

Todesstrafe auch für den „Abfall vom Islam“

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weist am heutigen Dienstag darauf hin, daß die Zahl der Hinrichtungen im Iran so hoch ist wie seit den Massenhinrichtungen in den 80er Jahren nicht mehr.

Allein im vergangenen Jahr sind nach Informationen des UN-Sonderberichterstatters für den Iran, Ahmed Shaheed, 670 Hinrichtungen bekannt geworden.

Die IGFM geht allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl bedeutend höher sein könnte. Zahlreiche Hinrichtungen würden nicht offiziell bekannt gegeben und heimlich in Gefängnissen oder Einrichtungen der islamischen Revolutionswächter vollstreckt.

Die IGFM kritisierte außerdem, daß im Iran Menschen hingerichtet werden, die nach internationalem Recht keinerlei Straftat begangen hätten, z.B. wegen Abwendung vom Islam oder sog. „Kampf gegen Gott“.

Anläßlich des derzeit in Genf tagenden UN-Menschenrechtsrates erklärte der Vorstandssprecher der IGFM, Martin Lessenthin: „Die Todesstrafe wird im Iran systematisch eingesetzt, um Andersdenkende mundtot zu machen“.

Nach staatlichen iranischen Quellen erfolgen die meisten Hinrichtungen angeblich wegen Drogendelikten. Die IGFM wies darauf hin, daß Strafverfahren in der Islamischen Republik vielfach völlig intransparent seien. Die iranischen Behörden würden den Betroffenen oft kein Urteil, keine Urteilsbegründung und zum Teil nicht einmal die Anklage aushändigen. Anwälten würde systematisch Akteneinsicht verwehrt.

Die IGFM verwies in diesem Zusammenhang auf den derzeit international bekanntesten Todeskandidaten im Iran, den wegen seines Glaubenswechsels zum Christentum im Iran zum Tode verurteilten Pastor Youcef Nadarkhani. Dank weltweiter Kampagnen wurde das Todesurteil bisher noch nicht vollstreckt.

Pfr. Nadarkhani war am 22. September 2010 wegen „Verbreitung nichtislamischer Lehre“ und „Abfall vom islamischen Glauben“ zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Bisher wurden weit über 39.000 Unterschriften gesammelt und etwa 30 Mahnwachen für den Pastor abgehalten. Die IGFM plant in diesem Jahr insgesamt 100 Mahnwachen, Lichterketten und Schweigemärsche für seine Freilassung durchzuführen.

IGFM-Online-Petition für Pastor Youcef Nadarkhani:
http://openpetition.de/petition/online/freiheit-fuer-iranischen-pastor-youcef-nadarkhani

Weitere Infos zu Pastor Nadarkhani:
http://www.igfm.de/Iran-Todesstrafe-fuer-Pastor-Youcef-Nadarkhani.2942.0.html 

sowie zur Lage der Menschenrechte in Iran unter:
http://www.igfm.de/Menschenrechtsverletzungen-in-der-Islamischen-Republik-Iran.573.0.html

Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:
https://www.facebook.com/igfmdeutschland

 



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