Evangelikaler Verlagschef Friedrich Hänssler ist 85 Jahre alt geworden

„Gott ist mir immer eine Ewigkeit voraus.“

Am 6.3.2012 ist einer der einflußreichsten christlichen Verlagsleiter in Deutschland 85 Jahre alt geworden: Friedrich Hänssler, nach dem der bekannte Hänssler-Verlag benannt ist, den er jahrzehntelang leitete.

„Ich wurde damals praktisch ohne meinen Willen und Wunsch in die Verlagsarbeit hineingeschoben“, erinnert sich Hänssler im Gespräch mit dem christlichen Medienmagazin „pro“.

Damals, das war 1950, als er in den Hänssler-Verlag eintrat, den sein Vater 1919 gegründet hatte. „Ich habe da mitgearbeitet, weil ich keine andere Chance hatte. Nach einer Tuberkuloseerkrankung konnte ich zunächst nur eine Stunde am Tag arbeiten.“

Ab 1959 übernahm Friedrich Hänssler die Verlagsleitung. Damals lag der Schwerpunkt im Bereich der Kirchenmusik sowie in der Herausgabe von Chor- und Gesangbüchern. In dieser Zeit erschien die Liederbuch-Reihe „Jesu Name“, von der allein der erste Band mehr als eine Million Mal gedruckt wurde. In derselben Tradition stehen heute die bekannten Liederbücher „Feiern & Loben“ oder „Feiert Jesus!“.

Mit der Gründung der „Telos“-Reihe startete Hänssler 1971 die Produktion von Büchern. Dabei konzentrierte er sich auf die Herausgabe von Bibelausgaben und Literatur, die in einer Millionenauflage Leser bewegte und gleichsam prägte.

Angetrieben hat ihn immer der Wunsch, „dass das Evangelium von Jesus Christus gelesen, gesehen, gehört, gesungen, gemailt und gechattet wird“.

Wohl die wenigsten wissen, wie viele Bücher der theologisch konservative Verleger in Zeiten des Eisernen Vorhangs auf eigene Kosten in den Osten geschleust hat  –  oder daß er sich mit hohem persönlichen Einsatz idealistisch um Obdachlose und Gestrandete kümmerte.

Eines der  „Anschub-Erlebnisse“  für neue Ideen war die Begegnung mit Charles Colson, der seinerzeit als Sonderberater von Präsident Richard Nixon tief in den Watergateskandal verstrickt war und später eine radikale Lebenswende hin zu Christus vollzog.

Dieser Kontakt führte zu einem Besuch des „National Prayer Breakfast“ in Washington. „Ich hatte damals keine Ahnung von der Existenz dieser Veranstaltung mit dem jeweiligen Präsidenten und der Prominenz des Landes“, erinnert sich Hänssler. Das Treffen hat ihn so beeindruckt, daß er in Deutschland den Impuls zur Entstehung der Gebetsfrühstückstreffen für Mitglieder des Bundestags und mehrere Landesparlamente gab.

2002 führten gleich mehrere Pechsträhnen zu großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten: Der Verlag wuchs zu schnell, der neue Firmensitz in Holzgerlingen wurde teurer als geplant, während eine supermoderne, computergesteuerte Kommissionier-Anlage nicht wie gewünscht funktionierte und es zu Lieferzeiten von mehreren Wochen kam. Zur selben Zeit ging in den USA ein großer Musik-Kunde in die Pleite. Hänssler mußte daher seinen Verlag in der bisherigen Form aufgeben.

Dieser wurde von der Stiftung Christliche Medien (SCM) übernommen, deren Vorstandsvorsitzender der Unternehmer Friedhelm Loh ist. „Für mich war es ein Geschenk, dass Friedhelm Loh in den Verlag eingestiegen ist“, erinnert sich Hänssler. „Ich sagte mir damals: Im Wissen um das, was für mich und die Verkündigungsaufgabe des Verlags gut ist, ist Gott mir immer eine Ewigkeit voraus.“

Auch mit 85 Jahren arbeitet er jeden Tag im Verlag, wo er jährlich viele hundert Manuskripte prüft. „Ich bin immer leistungsfähig, wenn ich eine Aufgabe sehe“, sagt er.

Für SCM-Geschäftsführer Frieder Trommer ist Friedrich Hänssler, „ein Mann der Musik, ein Mann des Buches, ein Freund Israels, ein Beter für Politiker, ein Verleger, Referent, und Berater – aber zuerst und vor allem: ein Mann des Glaubens“.

Quelle: Medienmagazin PRO



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