Reichspräsidenten-Wahl 1932: „Schlagt Hitler! – Wählt Hindenburg!

Infos zur Kontroverse um den Hindenburgplatz in Münster

DIESES BILD aus dem Bundesarchiv ist von starker geschichtlicher Aussagekraft, denn es zeigt eine typische Straßenszene mit Plakaten aus dem Reichspräsidenten-Wahlkampf im Frühjahr 1932:

Damals stand HITLER   g e g e n  HINDENBURG.

Hitler war Chef der aufstrebenden NSDAP (National-Sozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei).

Paul von Hindenburg war bereits 1925 von den Deutschen zum Reichspräsidenten (fast zu einer Art „Ersatzkaiser“) gewählt worden; er war damals der Kandidat des  nationalkonservativen „Reichsblocks“, dem sich überraschenderweise auch die katholisch geprägte „Bayerische Volkspartei“ angeschlossen hatte.

Dies war umso erstaunlicher, als das katholische ZENTRUM gemeinsam mit der SPD und liberalen Parteien ihren Kandidaten, den früheren Reichskanzler Dr. Wilhelm Marx, aufs Schild gehoben hatten. Dieses Bündnis der linken Mitte nannte sich „Volksblock“.

Da der Zentrumschef Dr. Marx Rücksicht auf die ihn unterstützenden Sozialdemokraten nehmen mußte, hielt er sich mit christlichen Äußerungen im Wahlkampf sehr zurück, wogegen Paul von Hindenburg vom „Beistand Gottes“ sprach und die „christliche Art“ hochlobte etc.

Nicht wenige Katholiken wählten angesichts dieser verworrenen Situation den Protestanten Paul von Hindenburg, manche eben auch im Hinblick darauf, daß sogar die Bayerische (!) Volkspartei den „Super-Preußen“  Hindenburg unterstützte und den katholischen ZENTRUMSmann  und Präsidenten des Katholikentags, Dr. Wilhelm Marx,  quasi „links liegenließ“.

Als Hindenburg dann zum „Ersatzkaiser“ des Volkes (Reichskanzler) gewählt war, freundeten sich die meisten Zentrumswähler, die zuvor Dr. Marx gewählt hatten, gerne mit dem Preußen-Präsidenten an. So wurde aufgrund dieser Stimmungslage z.B. im stock-katholischen Münster  der damalige Neuplatz am Stadtschloß 1927 in „Hindenburgplatz“ umbenannt.

Hindenburg war übrigens der einzige, direkt vom Volk gewählte Reichspräsident, den es in Deutschland je gab.

Schauen wir uns die Plakate an: der erste Mann vorne wirbt für Hindenburg, der zweite für Hitler  – und der drittletzte votiert für Hindenburg  – und zwar mit dem „Schlag“-Wort: „Schlagt Hitler – wählt Hindenburg!“

Tatsächlich war der deutschnationale, konservative und evangelisch-christlich geprägte frühere Generalfeldmarschall und ostpreußische Landadelige Paul von Hindenburg in dieser Reichspräsidenten-Wahl der aussichtsreichste Kontrahent gegen Hitler (die anderen Kandidaten waren ohne größere Bedeutung).

Um Hitler zu verhindern, versammelte sich nicht nur das katholische ZENTRUM, sondern auch die SPD geschlossen hinter Reichspräsident Hindenburg und rief zu seiner Wiederwahl auf.

DEUTSCHE JUDEN standen fast geschlossen hinter HINDENBURG

Es war bekannt, daß Hindenburg den immer stärker vom Erfolg getragenen Hitler verachtete.  Nach der Reichstagswahl vom 31. Juli 1932, bei der die NSDAP ca. 37% der Stimmen gewann, erklärte der Reichspräsident: „Diesen Herrn Hitler würde ich nicht einmal zum Postminister ernennen“.

Kein Wunder, daß die  – ohnehin oft national gesinnten – Juden in Deutschland begeistert auf der Seite Hindenburgs standen. Dies wiederum benutzten die Nazis, um den Reichspräsidenten quasi als „Judenkandidaten“ anzuschwärzen.

So schrieb zB. das judenfeindliche Hetzblatt „Völkischer Beobachter“ im Februar 1932: „Herr von Hindenburg ist schon heute geschlagen, wo ihn der CV als „Befreier“ und „Schützer“ preist.“ (Der CV war der „Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“, damals der mit Abstand größte jüdische Dachverband).

Doch der von Nazis geschmähte „Herr von Hindenburg“ w2ar keineswegs „geschlagen“, im Gegenteil: Ein Bündnis der Demokraten von links (SPD) über die Mitte (ZENTRUM) bis gemäßigt-rechts (Patrioten) führte zum Erfolg: Hindenburg wurde am 10.4.1932 im zweiten Wahlgang eindeutig mit 53,1% wiedergewählt, Hitler mußte mit 36,7%  eine schwere Niederlage hinnehmen, erst recht Kommunistenführer Thälmann (10,1%).

Es zeigte sich, daß Hindenburg, der protestantische Reichspräsident, vor allem in katholischen Gebieten gewählt wurde. So erhielt er in ganz Süddeutschland eine absolute Mehrheit, ebenso in der „stock-katholischen“ Provinz Westfalen – und in der Rheinprovinz.

Hingegen mußte Hindenburg in protestantischen Gebieten im Vergleich zur Reichspräsidentenwahl von 1925 massive Stimmenverluste hinnehmen, vor allem in Pommern, Schleswig-Holstein und Chemnitz-Zwickau; dort erhielt stattdesseb Adolf Hitler absolute Mehrheiten.

Hindenburg war offenbar etwas geplättet darüber („Ich wurde von den falschen Bataillonen gewählt….“), daß er diesmal nicht  – wie sieben Jahre zuvor  – durch seine evangelischen und deutsch-nationalen Anhänger siegte,  sondern vor allem durch Katholiken, gemäßigt-Nationale (Duesterburgs Soldatenbund)  und durch Sozialdemokraten, weil all diese Bevölkerungskreise Hitler durch die Wahl Hindenburgs  v e r h i n d e r n wollten.

Leider war dieser Etappensieg im Abwehrkampf gegen Hitler nicht von langer Dauer: 1933 blieb Reichspräsident von Hindenburg angesichts des Resultats der Novemberwahl 1932 (die NSDAP wurde stärkste Partei)  von der politischen Situation her nichts anderes übrig,  als Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, was er äußerst ungern tat.

Hierbei spielte auch die in Deutschland weitverbreitete Furcht vor einem Bürgerkrieg (ständige Straßenkämpfe zwischen Braunen und Roten) und vor der kommunistischen Gefahr eine große Rolle.  Mächtige Industrielle  und Bankiers sandten damals eine Petition an Hindenburg mit dem Verlangen, Hitler zum Kanzler zu ernennen  – aus Angst vor der KPD (Kommunistischen Partei Deutschlands).

Halbgebildete Zeitgenossen von heute, die einige Parolen und Daten kennen, aber nicht die Zusammenhänge und den Hergang der Ereignisse, agitieren mitunter dümmlich gegen Hindenburg und beschmutzen sein Ansehen wegen der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933, ohne zu bedenken, daß Hindenburg ein erwiesener GEGNER Hitlers war, ihm aber in dieser Sache praktisch die Hände gebunden waren: durch das Wahlergebnis nämlich, das keine demokratische Alternative zuließ.

Diese Geschichtsblindheit zeigt sich derzeit auch in Münster, der Metropole Westfalens:

Vorige Woche wurden die Straßenschilder des Hindenburgplatzes abmontiert und durch neue Straßenschilder („Schlossplatz“) ersetzt. Die städtische Ratsversammlung hatte zuvor eine Umbenennung des Hindenburgplatzes beschlossen – an der Spitze dieses Ansinnens stand ausgerechnet der CDU-Oberbürgermeister Markus Lewe.

Zuvor hatte die CDU Münster eine Mitgliederbefragung durchgeführt. Ergebnis: 90% votierten für die Beibehaltung des Hindenburgplatzes. Doch die CDU-geführte Stadtregierung setzte sich beinhart über Volkes Meinung und ihre eigene Parteibasis hinweg und zog ihre linksgepolte, medienangepaßte Anti-Hindenburg-Strategie durch.

Paul von Hindenburg, president 1925–1934, pain...

Paul von Hindenburg, Gemälde des jüdischen Malers Max Liebermann 1927 (Foto: Wikipedia)

Selbst die SPD-geführte Stadtregierung hatte sich in den 90er Jahren derartigen Unfug nicht geleistet. Die Sozialdemokraten wußten zu gut, daß ihnen solche geschichtsvergessenen Vorstöße allzu viele Stimmen von geschichtlich gebildeten Bürgern kosten würden, vor allem von jenen, die Zeitzeugen der damaligen Ereignisse waren.

Kein Wunder, daß jetzt ein – auch von Katholiken stark unterstütztes  – Bürgerbegehren von CDU-Mitgliedern läuft; es zielt darauf ab, daß die Wähler von Münster selber über den „Hindenburgplatz“ entscheiden können.

Es ist sehr wahrscheinlich, daß diese Unterschriften-Aktion und der danach  folgende Bürgerentscheid zum Erfolg führen und die Stadtregierung wieder den alten Namen „Hindenburgplatz“ einführen muß.

Hier können Sie die Unterschriftsliste ausdrucken (bitte auch im Zwischenbereich nochmal klicken):   BÜRGERBEGEHREN pro Hindenburgplatz VORDRUCK

Zurück zu Reichspräsident Paul von Hindenburg; er starb am 2. August 1934. Nun übernahm Hitler auch das Amt des Staatsoberhaupts.

Eines der letzten Worte Hindenburgs soll gelautet haben: „Erhaltet dem deutschen Volk den christlichen Glauben!“  – Seine Grabstätte befindet sich seit 1945 in der Elisabeth-Kirche in Marburg.

Als christlich-konservative Deutsche damals vom Tod des Reichspräsidenten hörten, sagten viele von ihnen, auch hier in Münster: „Wir haben jetzt noch mehr Angst  – Angst vor Hitler!“

Diese Furcht war allzu berechtigt, wie die weiteren Jahre gezeigt haben.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Kardinal Schönborn bestätigt kirchliches Ehrenamt für homosexuellen Pfarrgemeinderat

Der Erzbischof von Wien stellt sich gegen den kirchentreuen Pfarrer von Stützenhofen

Wie „Radio Vatikan“ aktuell berichtet, hat Kardinal Schönborn persönlich beschlossen, Florian Stangl, einen homosexuell verpartnerten Pfarrgemeinderat aus der Pfarrei Stützenhofen im Bistum Wien,  in diesem kirchlichen Ehrenamt zu belassen:

„Wir halten an der Regel fest, aber wir schauen auch auf die Situation des einzelnen Menschen“, sagte Christoph Schönborn in der ORF-„Pressestunde“ am Palmsonntag.  Gleichgeschlechtliche Partnerschaft seien von der Bibel her immer mit einem Fragezeichen zu versehen,  erklärte der Wiener Erzbischof. 

In dem Stützenhofener Pfarrgemeinderat Florian Stangl habe er aber einen „gläubigen, engagierten, liebenswürdigen Menschen“ kennengelernt, der sich als Caritas-Mitarbeiter für Behinderte einsetze und ein feines Gespür für die Menschen habe.  Daher habe er die „persönliche Entscheidung“ getroffen, die Wahl anzuerkennen, auch wenn es von der „Regel“ her ein Problem gebe.

Zu dieser Nachricht stellen wir fest:

1. Christoph Schönborn hat sich wie alle Katholiken an die kirchliche Lehre und an das Kirchenrecht zu halten, das gilt erst recht für einen Erzbischof und Kardinal.

2. Er bezeichnet den homosexuell verpartnerten Stangl als „liebenswürdigen Menschen“ mit „feinem Gespür“ usw. – Wie steht es aber mit dem Pfarrer von Stützenhofen, der sich gegen dieses Ehrenamt für jemanden aussprach, der offen gegen die biblische und kirchliche Lehre lebt? Ist der dortige Pfarrer etwa kein „liebenswürdiger“ Mensch?

Zumindest hat der Geistliche ein „feines Gespür“ für den kirchlichen Standpunkt, von Kardinal Schönborn als „Regel“ kleingeredet  –  dabei handelt es sich um eine unumstößliche Position, an der es nichts zu deuteln gibt. Will der Kardinal mit dem Ausdruck „Regel“ den Eindruck erwecken, als lasse schließlich jede Regel auch Ausnahmen zu?

3. Schönborn erklärte also: „Gleichgeschlechtliche Partnerschaft seien von der Bibel her immer mit einem Fragezeichen zu versehen.“ –  Praktizierte Homosexualität ist von der Bibel her mit einem klaren NEIN samt Ausrufezeichen zu versehen – und nicht etwa mit einem „Fragezeichen“.

4. Der Erzbischof von Wien ist dem Priester von Stützenhofen, der sich kirchentreu und korrekt verhalten hat, in den Rücken gefallen. Der Kardinal hat damit gegen die Heilige Schrift, gegen das kirchliche Lehramt und gegen das Kirchenrecht gehandelt.

Zum Kirchenrecht (CIC) in dieser Sache schreibt die nonkonforme Webseite „www.unzensuriert.at“ Folgendes:
„In Can. 512 des Codex Iuris Canonici ist in §3 geregelt, dass in den Pastoralrat nur Gläubige berufen werden dürfen, die sich durch festen Glauben, gute Sitten und Klugheit auszeichnen. Auch ist in der Pfarrgemeinderatsordnung für die Erzdiözese Wien festgelegt, dass sich die Wahlkandidaten zur Glaubenslehre und Ordnung der Kirche bekennen müssen.“

Zudem berichtet diese österreichische Webseite,  eine Anfechtung der Pfarrgemeinderatswahl in Rom sei vom Wiener Pfarrer Christian Sieberer aufs Tapet gebracht worden: „Da die Sachlage klar ist, werden diesem Vorstoß von Kirchenrechtsexperten große Chancen eingeräumt“, schreibt „Unzensuriert“  hierzu.

Der erwähnte Priester Christian Sieberer betreibt übrigens eine originelle, interessant gestaltete Internetseite mit dem flapsigen Titel „Pfaffenheini“:  http://www.pfaffenheini.com/

Rom ist nun gefordert, einige Stühle geradezurücken, den Herrn Kardinal zurechtzuweisen und dem tapferen, glaubens- und sittentreuen Pfarrer verdientermaßen den Rücken zu stärken.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

PS: Zu diesem Thema erreichte uns die Mail eines österreichischen Prälaten, der sich hinter den papsttreuen Pfarrer stellt und die ganze Causa treffend auf den Punkt bringt:

„Der Oberhirte weist den Unterhirten zurecht, weil sich dieser an die Weisungen des Obersthirten gehalten hat!  
„Ihr alle aber seid Brüder!“  – Gilt das  –  oder hat sich Jesus geirrt?“

Zeitungsente: Piusbrüder bieten Scherz zum 1. April

„Bischofskonferenz ernennt Dialogbeauftragten für die Piusbruderschaft“

Auf der Webseite „Pius.info“ der traditionsorientierten Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde gestern  –  am 1. April 2012 –  folgende „Meldung“ veröffentlicht:

Freiburg (pius.info). Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat einen Dialogbeauftragten für die Piusbruderschaft benannt.

Das teilte die DBK gestern in einer Pressemitteilung mit. Der Dialogbeauftragte sei zuständig für die Gespräche mit der Piusbruderschaft.

„Es geht nicht an“, so der Vorsitzende der DBK und Erzbischof von Freiburg, Robert Zollitsch, „dass man mit jedermann rede, die Piusbruderschaft aber außen vor lasse“.

Von Reue wollte der Erzbischof von Freiburg nicht sprechen, sondern eher von einem „glücklichen Neuanfang“.

„Wir haben die Piusbruderschaft lange genug verkannt. Diese Vereinigung von gültig geweihten Priestern hat schließlich nur die Bewahrung der katholischen Tradition als Ziel auf ihre Fahnen geheftet. Das kann gar nicht falsch sein.“

Beobachter der innerkatholischen Szene zeigten sich erstaunt. Während die deutschen Bischöfe sonst eher zaghaft die Vorgaben aus Rom umsetzen, spricht man hier in Hinblick auf die im Augenblick laufenden Verhandlungen der Piusbruderschaft mit Rom von „vorauseilendem Gehorsam“.

Die Piusbruderschaft zeigte sich von dem Entgegenkommen der deutschen Bischofskonferenz freudig überrascht.

„Des hett koi Mensch denkt“, sagte spontan ein Sprecher aus der schwäbischen Metropole Stuttgart, dem Sitz der deutschen Piusbruderschaft.

Einen Tag nach dem Bekanntwerden versammelte sich eine Menge von Katholiken mit Schildern vor dem bischöflichen Palais von Freiburg. Sie trugen Schilder mit der Aufschrift: „Erzbischof Lefebvre – Santo subito!“

„Dabüber können wir schon reden“, meinte Erzbischof Zollitsch. „Jetzt, da wir endlich zu einem brüderlichen Verhältnis gefunden haben.“

Aus Mainz traf ein Anerkennungschreiben von Kardinal Lehmann ein. Unklar ist bislang die Haltung von Hans Küng. Gerüchten zufolge habe der Schweizer Theologe auf das Bekanntwerden des neu begonnen Dialoges mit der Piusbruderschaft seine Stiftung „Weltethos“ kurzerhand mit den Worten „So ä Chäs!“ geschlossen.

pius.info hält Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden…