Kardinal Schönborn bestätigt kirchliches Ehrenamt für homosexuellen Pfarrgemeinderat

Der Erzbischof von Wien stellt sich gegen den kirchentreuen Pfarrer von Stützenhofen

Wie „Radio Vatikan“ aktuell berichtet, hat Kardinal Schönborn persönlich beschlossen, Florian Stangl, einen homosexuell verpartnerten Pfarrgemeinderat aus der Pfarrei Stützenhofen im Bistum Wien,  in diesem kirchlichen Ehrenamt zu belassen:

„Wir halten an der Regel fest, aber wir schauen auch auf die Situation des einzelnen Menschen“, sagte Christoph Schönborn in der ORF-„Pressestunde“ am Palmsonntag.  Gleichgeschlechtliche Partnerschaft seien von der Bibel her immer mit einem Fragezeichen zu versehen,  erklärte der Wiener Erzbischof. 

In dem Stützenhofener Pfarrgemeinderat Florian Stangl habe er aber einen „gläubigen, engagierten, liebenswürdigen Menschen“ kennengelernt, der sich als Caritas-Mitarbeiter für Behinderte einsetze und ein feines Gespür für die Menschen habe.  Daher habe er die „persönliche Entscheidung“ getroffen, die Wahl anzuerkennen, auch wenn es von der „Regel“ her ein Problem gebe.

Zu dieser Nachricht stellen wir fest:

1. Christoph Schönborn hat sich wie alle Katholiken an die kirchliche Lehre und an das Kirchenrecht zu halten, das gilt erst recht für einen Erzbischof und Kardinal.

2. Er bezeichnet den homosexuell verpartnerten Stangl als „liebenswürdigen Menschen“ mit „feinem Gespür“ usw. – Wie steht es aber mit dem Pfarrer von Stützenhofen, der sich gegen dieses Ehrenamt für jemanden aussprach, der offen gegen die biblische und kirchliche Lehre lebt? Ist der dortige Pfarrer etwa kein „liebenswürdiger“ Mensch?

Zumindest hat der Geistliche ein „feines Gespür“ für den kirchlichen Standpunkt, von Kardinal Schönborn als „Regel“ kleingeredet  –  dabei handelt es sich um eine unumstößliche Position, an der es nichts zu deuteln gibt. Will der Kardinal mit dem Ausdruck „Regel“ den Eindruck erwecken, als lasse schließlich jede Regel auch Ausnahmen zu?

3. Schönborn erklärte also: „Gleichgeschlechtliche Partnerschaft seien von der Bibel her immer mit einem Fragezeichen zu versehen.“ –  Praktizierte Homosexualität ist von der Bibel her mit einem klaren NEIN samt Ausrufezeichen zu versehen – und nicht etwa mit einem „Fragezeichen“.

4. Der Erzbischof von Wien ist dem Priester von Stützenhofen, der sich kirchentreu und korrekt verhalten hat, in den Rücken gefallen. Der Kardinal hat damit gegen die Heilige Schrift, gegen das kirchliche Lehramt und gegen das Kirchenrecht gehandelt.

Zum Kirchenrecht (CIC) in dieser Sache schreibt die nonkonforme Webseite „www.unzensuriert.at“ Folgendes:
„In Can. 512 des Codex Iuris Canonici ist in §3 geregelt, dass in den Pastoralrat nur Gläubige berufen werden dürfen, die sich durch festen Glauben, gute Sitten und Klugheit auszeichnen. Auch ist in der Pfarrgemeinderatsordnung für die Erzdiözese Wien festgelegt, dass sich die Wahlkandidaten zur Glaubenslehre und Ordnung der Kirche bekennen müssen.“

Zudem berichtet diese österreichische Webseite,  eine Anfechtung der Pfarrgemeinderatswahl in Rom sei vom Wiener Pfarrer Christian Sieberer aufs Tapet gebracht worden: „Da die Sachlage klar ist, werden diesem Vorstoß von Kirchenrechtsexperten große Chancen eingeräumt“, schreibt „Unzensuriert“  hierzu.

Der erwähnte Priester Christian Sieberer betreibt übrigens eine originelle, interessant gestaltete Internetseite mit dem flapsigen Titel „Pfaffenheini“:  http://www.pfaffenheini.com/

Rom ist nun gefordert, einige Stühle geradezurücken, den Herrn Kardinal zurechtzuweisen und dem tapferen, glaubens- und sittentreuen Pfarrer verdientermaßen den Rücken zu stärken.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

PS: Zu diesem Thema erreichte uns die Mail eines österreichischen Prälaten, der sich hinter den papsttreuen Pfarrer stellt und die ganze Causa treffend auf den Punkt bringt:

„Der Oberhirte weist den Unterhirten zurecht, weil sich dieser an die Weisungen des Obersthirten gehalten hat!  
„Ihr alle aber seid Brüder!“  – Gilt das  –  oder hat sich Jesus geirrt?“

3 Kommentare on “Kardinal Schönborn bestätigt kirchliches Ehrenamt für homosexuellen Pfarrgemeinderat”

  1. G.Weber sagt:

    Viele Arbeit wartet auf SE R.M. Card. Woelki…

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  2. Ralf sagt:

    Naja…die „Früchte“ von Medjugorje lassen grüßen…;-)

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  3. […] 2.4.2012: Felizitas Küble schließt sich der Kritik an Kardinal Schönborn an und meint weiters: Rom ist nun gefordert, einige Stühle geradezurücken, den Herrn Kardinal […]

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