Der Mordfall Lena und die Pornosucht

Von Christa Meves

Seit gestern hat es  –  laut Urteilsspruch vom großen Pfeiffer  –  die Polizei zu Wittmund auf dem Gewissen, dass die Mordtat des 18-jährigen an der elfjährigen Lena aus Emden geschehen ist.

Und in der Tat: deren Schläfrigkeit scheint alle Ostfriesenwitze zu bestätigen.

Doch die eigentliche Schuld liegt in der allgemeinen Ignoranz der Instanzen im Umgang mit der Sexualsucht. Diesem Täter ist sie ja sogar längst vorher bewusst geworden. Er hat sie als eine Einschränkung seiner Willensfreiheit offenbar bereits so qualvoll erlebt, dass er sich zum Salto Mortale einer Selbstanzeige entschloss.

Die typische Entstehungsweise über den sich immer mehr steigernden Umgang mit immer härterer Pornografie hatte ihn bereits klar werden lassen, dass er von dem Drang besetzt worden sei, seine sexuellen Fantasien real umsetzen zu müssen. Solche dranghaften Steigerungen sind die üblicherweise auftretenden Abläufe bei jeder Sucht, wenn ein großer Naturtrieb an die Maßlosigkeit ausgeliefert wird…(Bei der Alkohol- und Spielsucht z. B. ist das nicht anders.)

Dieses entsetzliche Geschehen in Ostfriesland bedürfte zu dem ganzen daraus entstandenen Elend nicht eines besonderen Kommentars, wenn nicht eine erhebliche Zahl, besonders von jungen Männern, zur Zeit solchen Gefahren ausgesetzt wäre.

Als Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin erreichen mich zur Zeit nicht wenige Hilferufe von der Art, wie dieser spätere Mörder sie vorher versucht hat; denn es ist eine Vielzahl von Jugendlichen und Männern, die sich jetzt im PC über … in den Einstieg der harten Pornografie begeben.

Niemand hat ihnen nämlich zuvor gesagt, dass sie sich damit in eine große Gefahr begeben: Den Geschlechtstrieb von seinem Ziel abzukoppeln, was ihnen die Fesselung an den nun fehlgeleiteten Trieb bescheren und das heißt, sie süchtig machen kann; denn die Natur rächt sich, wenn man sie missbraucht.

Es ist deshalb zu befürchten, dass eine ignorante Bevölkerung und eine lüsterne Journaille noch weitere Chancen zu ähnlichen furchterregenden Skandalen bekommen wird – es sei denn, eine verantwortungsbewusste Gesellschaft käme auf die Idee, mit ihrer Neurologie, mit ihrer Jurisprudenz, mit ihren Kirchen der Irreführung abzuhelfen und die entfesselte Sexualität so in Grenzen zu weisen, das nicht eine Vielzahl junger Menschen an ihre Gefahren ausgeliefert wird.

Christa Meves ist eine kath. Bestseller-Autorin und Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche


2 Kommentare on “Der Mordfall Lena und die Pornosucht”

  1. Lina sagt:

    @Ralf
    Tja, jedes Medium birgt Vor- und Nachteile. Im Zeitalter des Internets ist es für jeden ziemlich leicht an gewünschtes Material zu kommen. Speziell zur Pornosucht habe ich auch eine Hilfeseite gefunden: http://harri-wettstein.de/pornosucht/

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  2. Ralf sagt:

    …wieder ein Minuspunkt für das Internet. Noch nie war es so leicht an pornographisches Material zu kommen wie heute.
    Auch der übermäßige Konsum von Pornographie führt zu einer „Abstumpfung“, die dann zu einem Konsum von immer abartiger werdenden Sexualpraktiken führt, was latent vorhandene Neigungen stimulieren kann.
    Auch ist bekannt, daß für die Partnerwahl immer mehr Äußerlichkeiten eine wichtige Rolle spielen. (Durch eine übermäßige Stimulanz von vermeintlich „perfekten“ Körper, werden „normale“ Köper nicht mehr so attraktiv empfunden).
    Auch wird den Jugendlichen ein falsches Bild von Partnerschaft vermittelt, da sie den Sinn und Zweck einer Beziehung zwischen Mann und Frau auf eine rein sexuelle Ebene reduzieren.

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