In Jesus Christus ist GOTT auferstanden von den Toten

Festpredigt des em. Bischof Dr. Kurt Krenn am Ostersonntag, den 3.4.1994, im Dom von St. Pölten

Aus der Nacht des Todes sind wir ins Licht getreten; heute feiern wir wiederum, was wir glaubend bekennen: der eingeborene, ewige Sohn Gottes, den Gott sandte, als die Zeit erfüllt war, geboren von einer Frau, uns Menschen in allem gleich außer der Sünde: Jesus Christus, er wurde gekreuzigt, er starb und stieg hinab in das Reich des Todes, am dritten Tag stand er auf vom Tod.

Heute bekennen wir: Christus, von den Toten auferweckt, er stirbt nicht mehr, der Tod hat keine Macht mehr über ihn (vgl. Röm 6,9).

Jedem sei heute jene Hoffnung, jene Gnade und jenes Leben geschenkt, das für uns alle in Christus beginnt, der nicht mehr stirbt.

Ein gesegnetes Osterfest Ihnen persönlich, Ihrer Familie, Ihren Mitmenschen; der auferstandene Heiland schließe die Kranken und Leidenden in sein Herz, er heile und tröste sie(…); wie dem Thomas biete Jesus den Suchenden und Zweifelnden seine verwundete Seite, damit auch sie ausrufen dürfen: „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,28)

Das Auferstehungsfest ist das höchste Gottesfest, das wir in unserer Liturgie feiern.

Was aber hat Gott selbst mit der Auferstehung zu tun? Auferstehen kann nur, wer gestorben ist. Kann aber Gott wirklich leiden, verurteilt werden, am Kreuz sterben? Nach unseren Begriffen kann Gott nicht leiden, nicht sterben, nicht im Tod versinken; Gott ist ewig, Gott ist allmächtig, Gott ist das ungefährdete Leben, Gott ist in sich und aus sich das vollkommenste Glück.

Wie also will Gott selbst leiden und sterben können? Sind nicht Tod, Leiden und Auferstehung der größte Widerspruch zum großen und ewigen Gott?

Leiden und sterben jedoch kann der Mensch. Und der einzige und ewige Sohn Gottes ist Mensch geworden aus Maria der Jungfrau. Gott kennt alles, was im Menschen ist; von Ewigkeit liegt das Dasein eines jeden Menschen vor Gott ausgebreitet.

Aber Gott liebte den Menschen so, daß er nicht nur von ihm wissen wollte; Gott wollte selbst ein Mensch sein, als Mensch leben, als Mensch leiden und sterben, als Mensch auferstehen. Gott wurde in Jesus Christus ein Mensch, um so Mensch zu sein, daß er auch selbst in der Unsäglichkeit des Leidens, am Abgrund der Angst, in der Finsternis des Todes und in der Ausweglosigkeit stehen wollte, um nicht durch seine Allmacht dies zu überwinden, sondern erst in der menschlich geprüftesten Liebe auferweckt zu werden.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Im wahren Menschen Jesus Christus ist Gott auferstanden, der alles sich zu eigen werden ließ, was des Menschen ist. Gott lebt nun selbst, was im Menschen ist; der Mensch, sein Leben und die Geschichte des Menschen ist gleichsam zur Selbsterfahrung Gottes geworden: Nichts mehr im Menschen ist ohne Gott, nichts neben und nichts gegen Gott; damit ist die Gottesgegnerschaft des Todes und der Sünde besiegt; die Sünde und der Tod haben keine Berufbarkeit mehr auf den Menschen. Denn im auferstandenen Herrn herrscht Gott über alles in allem (vgl. 1 Kor 15,28).

In der Auferstehung Christi haben Gott und der Mensch in einer Weise zusammengefunden, die durch nichts mehr zu übertreffen ist.

Daher kann Paulus geradezu herausfordernd sagen, daß ohne unsere Auferstehung auch die Auferstehung Christi nichts ist: „Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden“ (1 Kor 15,13).

Nichts mehr, was den Menschen betrifft, kann am Gottessohn und Erlöser Jesus Christus vorbeigehen: Was die Wahrheit Christi ist, ist die Wahrheit über den Menschen; was die Wahrheit über den Menschen ist, ist die Wahrheit Christi.

Das Jesuskind wurde einst im Tempel dem Herrn geweiht; dort im Tempel, prophezeite der greise Simeon über das Jesuskind: „Dieser ist dazu bestimmt, daß viele in Israel zu Fall kommen und viele durch ihn aufgerichtet werden; er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden“ (Lk 2,34 f).

Jesus, Zeichen des Widerspruchs; an ihm kommen viele zu Fall, viele werden aufgerichtet; dadurch werden die Gedanken vieler Menschen offenbar. Auch Gedankenlosigkeit, auch Flucht vor der Entscheidung sind Lebensweisen, die sich als Pazifismus tarnen: Man möchte eben nicht polarisieren und nicht polarisiert werden.

Wer aber entscheidet sich für den Auferstandenen; wer denkt die Gedanken, die uns an seiner Wahrheit aufrichten; wer geht hin und lehrt die Menschen zu befolgen, was er uns geboten hat?

Wer sich nicht an Jesu Wahrheit aufrichtet, der kommt an IHM zu Fall

Wer sich nicht an Jesu Wahrheit aufrichtet, der kommt an IHM zu Fall; ein Drittes gibt es nicht, auch wenn der Zeitgeist eines trägen und ungeistigen Pazifismus seine Etiketten von „Polarisieren“, von „Fundamentalismus“ und von „Betroffenheit“ als Hindernisse gegen unsere Bekehrung zu Christus aufstellt. Jesus fordert zur Entscheidung, auch wenn man ihm Polarisierung vorwerfen möchte.(…)

Die Jesus widersprechenden Gedanken führen zum Fall: der Ehebruch selbst im Begehren des Blickes; das böse Wort, das aus einem unreinen Herzen kommt; die Verweigerung des Glaubens aus den Vorurteilen menschlichen Denkens; die Flucht vor der Nachfolge aus Mangel an Liebe.

An Jesus wird alles offenbar, was der Mensch ist: Aufgerichtetwerden oder Fall. Es wird keine Zuschauer und Kommentatoren, keine Abwartenden und Vorsichtigen, im Reich Christi wird es nur die von Christus Betroffenen geben.

Er ist auferstanden, er stirbt nicht mehr; ständig erneuert sich die Kirche in ihm. Der Tag des HERRN hat begonnen: Gott aber ist geduldig mit uns, denn ER will nicht, daß jemand zugrunde geht, sondern daß alle sich bekehren (vgl. 2 Petr 3,9).


ISLAM: In Pakistan werden Frauen lebendig verbrannt

Dieses  islamisch geprägte Land ist eines der gefährlichsten Länder der Welt für Frauen. Darauf macht jetzt der Kamillianer-Pater Mushtaq Anjum aufmerksam.

Die Zahl sog. Ehrenmorde sei im Steigen begriffen, auch brutalste Gewalt gegen Frauen wie etwa Säureattacken gelte nicht als Verbrechen, wenn ein männlicher Familienangehöriger sie verübe, so der katholische Ordenspriester.

Die islamische Welt diskutiere bis heute aus männlicher Sicht über Fragen wie die Kleidung und das Verhalten von Frauen. Jeden Tag würden in Pakistan durchschnittlich vier Frauen bei lebendigem Leib verbrannt.

Der Pater erinnerte an den Fall der jugendlichen Hamida Bibi, die, weil sie sich verliebt hatte, gezwungen wurde, wie eine Prostituierte nackt vor Publikum zu tanzen, bevor der eigene Vater sie lebendig verbrannte.

„Das Land braucht sehr strenge Sicherheitsmaßnahmen, die dazu in der Lage sind, Frauen vor Gewalt zu schützen“, so der Appell des Ordensmannes.

In Pakistan sind Christen eine kleine, wirtschaftlich benachteiligte und unterdrückte Minderheit.

Quelle: Fidesdienst, Radio Vatikan

 

 


Scharfe Kritik der Tageszeitung „Die Presse“ an Kardinal Schönborn

In der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ erschien gestern (5.4.2012)  ein erstaunlicher Kommentar von Michael Etlinger zur Krise der Kirche in Österreich, die vor allem eine Krise der dortigen Bischöfe ist, angeführt vom Wiener Erzbischof Christoph Schönborn.

Der Kardinal sorgte jüngst weltweit für Schlagzeilen, nachdem er einem Pfarrer aus seinem Wiener Bistum beinhart in den Rücken fiel, der einem praktizierenden Homosexuellen im Sinne des Kirchenrechts absprach, das Amt eines Pfarrgemeinderat ausüben zu können, da es sich um ein kirchliches Ehrenamt handelt, das „gute Sitten“ voraussetzt.

Christoph Kardinal Schönborn auf dem Bruder-Ko...

Christoph Kardinal Schönborn (Foto:Wikipedia)

Doch der Wiener Erzbischof glaubt offenbar, sich willkürlich über Glaube und Sitte hinwegsetzen und eigene Einfälle zum Maßstab seines kirchlichen Handels machen zu können, denn er bestätigte den schwul-„verpartnerten“ Florian Stangl als Pfarrgemeinderat.

Das verwundert selbst die durchaus nicht als konservativ bekannte Tageszeitung „Die Presse“, die sich unter dem Titel „Zu wenige „Hardliner“ unter Österreichs Hirten“ sehr klar zu Wort meldete –  lassen wir sie also zu Wort kommen:

„Die „Causa Florian Stangl“ zeigt auf: Die Krise der österreichischen Kirche ist durch ihre führenden Amtsträger mitverursacht.

Knalleffekt in der „Pressestunde“ am 1. April: Kardinal Christoph Schönborn verkündet, dass er keinen Einspruch gegen die Wahl eines bekennenden Homosexuellen zum Pfarrgemeinderat erheben werde.

Selbstverständlich ist der Hinweis des Kardinals auf das Handeln Christi, der sich immer dem einzelnen Menschen und seiner konkreten Situation zugewandt hat, richtig. Und so hätte wahrscheinlich auch Jesus Florian Stangl in sein Haus aufgenommen und das Gespräch gesucht.

Am Ende des Gesprächs hätte er aber (mit an ziemliche Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) den Schlüsselsatz gesagt: „Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!“  –  Doch man staune: In der „Pressestunde“ konnte man diese Worte vom Kardinal nicht vernehmen.

Im Gegenteil: Wir durften Ohrenzeugen davon sein, dass die österreichische Kirche offenbar keinen Einspruch gegen die Einführung der sog. „eingetragenen Partnerschaft“ eingebracht hat, da in einer solchen Partnerschaft lediglich zivilrechtliche Auswirkungen des Zusammenlebens geregelt werden.

Vor dem Hintergrund eines Schreibens des Vatikans, wonach katholische Abgeordnete jedes Gesetz zur rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften verhindern sollen, eine bemerkenswerte Aussage.

Zwar ist lobenswert, dass Kardinal Schönborn den Moralverfall in der österreichischen Politik im Zusammenhang mit Korruptionsaffären anprangert, sich für das Wahljahr 2013 eine Abrüstung der Wortwahl wünscht und zudem ein mea-culpa (zum wievielten Male eigentlich?) im sogenannten Missbrauchsskandal spricht.

Mindestens so klare Worte würde man sich aber vom Kardinal (und der Mehrheit seiner Bischofskollegen) auch in jenen Fragen der Glaubens- und Sittenlehre wünschen, die nicht auf ungeteilten Beifall der kirchenkritischen Mainstream-Medien stoßen.

Beispiele gefällig?  

Wo bleibt etwa die regelmäßige Verurteilung des Unrechtsparagrafen im österreichischen Strafgesetzbuch, der sanktionslos die Tötung ungeborenen Lebens erlaubt?

Wo bleibt der Aufschrei, wenn unter dem Deckmantel sogenannter künstlerischer Freiheit religiöse Gefühle tausender Christen mit Füßen getreten werden?“

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier:
http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/746487/Zu-wenige-Hardliner-unter-Oesterreichs-Hirten

Predigt des Papstes bei der Chrisam-Messe am Gründonnerstag 2012 im vollen Wortlaut

Gemeinsame Festmesse im Petersdom mit Kardinälen, Bischöfen und 1600 Priestern am 5.4.2012

Liebe Schwestern und Brüder!

In dieser heiligen Messe gehen unsere Gedanken zurück in die Stunde, in der der Bischof uns mit Handauflegung und Gebet in das Priestertum Jesu Christi hineingenommen hat, so dass wir „in der Wahrheit geheiligt sind“ (Joh 17, 19), wie Jesus in seinem hohepriesterlichen Gebet es für uns vom Vater erbetet hat.

ER selbst ist die Wahrheit. ER hat uns geheiligt, das heißt für immer an Gott übergeben, damit wir von Gott her und auf ihn hin den Menschen dienen können.

Aber sind wir auch in der Wirklichkeit unseres Lebens geheiligt  –  Menschen, die von Gott her in der Gemeinschaft mit Jesus Christus wirken?

Mit dieser Frage steht der HERR vor uns, stehen wir vor ihm: „Wollt ihr dem Herrn Jesus Christus enger verbunden und gleichgestaltet werden, auf euch selbst verzichten und die Versprechen erneuern, eure heiligen Pflichten, die ihr am Weihetag mit Freude übernommen habt?“

So werde ich nach dieser Homilie [Evangelienauslegung] jeden einzelnen und auch mich selbst fragen.

Gleichgestaltung mit Christus bedeutet Verzicht auf Selbstverwirklichung

Zweierlei wird da vor allem gesagt: Es geht um eine innere Verbindung, ja um Gleichgestaltung mit Christus, und dabei geht es notwendig um ein Überschreiten unserer selbst, um den Verzicht auf das bloß Eigene, auf die viel beschworene Selbstverwirklichung.

Es geht darum, daß wir, daß ich mein Leben gerade nicht für mich selbst beanspruche, sondern es einem anderen – Christus – zur Verfügung stelle. Daß ich nicht frage: Was habe ich davon, sondern frage: Was kann ich für ihn und so für die anderen geben?

Foto: Dr. Bernd Pelz

Dramatische Situation der Kirche von heute

Oder noch konkreter: Wie muss diese Gleichgestaltung mit Christus, der nicht herrscht, sondern dient; der nicht nimmt, sondern gibt – wie muss sie in der oft dramatischen Situation der Kirche von heute aussehen?

Vor kurzem hat eine Gruppe von Priestern in einem europäischen Land einen Aufruf zum Ungehorsam veröffentlicht und dabei gleichzeitig auch konkrete Beispiele angeführt, wie dieser Ungehorsam aussehen kann, der sich auch über endgültige Entscheidungen des kirchlichen Lehramtes hinwegsetzen soll  – wie zum Beispiel in der Frage der Frauenweihe, zu der der selige Papst Johannes Paul II. in unwiderruflicher Weise erklärt hat, dass die Kirche dazu keine Vollmacht vom HERRN erhalten hat.

Ist Ungehorsam ein Weg, um die Kirche zu erneuern?  Wir wollen den Autoren dieses Aufrufs glauben, daß sie die Sorge um die Kirche umtreibt; dass sie überzeugt sind, der Trägheit der Institutionen mit drastischen Mitteln begegnen zu müssen, um neue Wege zu öffnen – die Kirche wieder auf die Höhe des Heute zu bringen.

Aber ist Ungehorsam wirklich ein Weg? Spüren wir darin etwas von der Gleichgestaltung mit Christus, die die Voraussetzung wirklicher Erneuerung ist  –  oder nicht doch nur den verzweifelten Drang, etwas zu machen, die Kirche nach unseren Wünschen und Vorstellungen umzuwandeln?

Aber machen wir es uns nicht zu leicht. Hat nicht Christus die menschlichen Traditionen korrigiert, die das Wort und den Willen Gottes zu überwuchern drohten? Ja, ER hat es getan, um den Gehorsam zum wirklichen Willen Gottes, zu seinem immer gültigen Wort neu zu wecken. Es ging ihm gerade um den wahren Gehorsam, gegen die Eigenwilligkeit des Menschen.

Und vergessen wir nicht: ER war der Sohn, mit der einzigartigen Vollmacht und Verantwortung, den reinen Gotteswillen freizulegen, um so den Weg von Gottes Wort in die Welt der Völker zu eröffnen.

Und endlich: ER hat seinen Auftrag mit seinem eigenen Gehorsam und seiner Demut bis ans Kreuz hin konkretisiert und so seine Sendung beglaubigt. „Nicht mein, sondern dein Wille“: Dies ist das Wort, das den Sohn, seine Demut und seine Göttlichkeit zugleich zeigt und uns den Weg weist.

Lassen wir uns noch einmal fragen: Wird mit solchen Erwägungen nicht doch der Unbeweglichkeit, die Erstarrung der Traditionen verteidigt? Nein.

Wer auf die Geschichte der Nachkonzilszeit hinschaut, kann die Dynamik der wahren Erneuerung erkennen, die in lebendigen Bewegungen oft unerwartete Gestalten angenommen hat und die unerschöpfliche Lebendigkeit der heiligen Kirche, die Anwesenheit und die Wirksamkeit des Heiligen Geistes geradezu greifbar werden läßt.

Radikalität des Gehorsams gegenüber dem HERRN

Und wenn wir auf die Menschen hinschauen, von denen diese frischen Ströme des Lebens ausgingen und ausgehen, dann sehen wir auch, daß zu neuer Fruchtbarkeit das Erfülltsein von der Freude des Glaubens, die Radikalität des Gehorsams, die Dynamik der Hoffnung und die Kraft der Liebe gehören.

Liebe Freunde, es bleibt dabei: Die Gleichgestaltung mit Christus ist Voraussetzung und Grund aller Erneuerung.

Aber vielleicht erscheint uns manchmal die Gestalt Jesu Christi zu hoch und zu groß, als daß wir wagen könnten, daran Maß zu nehmen. Der HERR weiß das. Deshalb hat er für Übersetzungen in Größenordnungen gesorgt, die uns zugänglicher und näher sind.

Paulus hat aus eben diesem Grund seinen Gemeinden ohne Scheu gesagt: „Ahmt mich nach, ich aber gehöre Christus.“ –  Er war für seine Gläubigen eine Übersetzung von Christi Lebensstil, den sie sehen und dem sie sich anschließen konnten.

Seit Paulus hat es die ganze Geschichte hindurch immerfort solche Übersetzungen von Jesu Weg in geschichtliche Lebensgestalten hinein gegeben.

Wir Priester können an eine große Schar heiliger Priester denken, die uns als Wegweiser vorangehen: von Polykarp von Smyrna und Ignatius von Antiochien angefangen, über die großen Seelsorger Ambrosius, Augustinus und Gregor dem Großen bis hin zu Ignatius von Loyola, Karl Borromäus und bis zu Johannes Maria Vianney und den Priestermärtyrern des 20. Jahrhunderts und schließlich bis zu Papst Johannes Paul II., der im Tun und Leiden die Gleichgestaltung mit Christus uns als „Gabe und Geheimnis“ vorgelebt hat.

Die Heiligen zeigen uns, wie Erneuerung geht und wie wir ihr dienen können. Und sie lassen uns auch wissen, dass Gott nicht auf die große Zahl und auf die äußeren Erfolge schaut, sondern seine Siege im demütigen Zeichen des Senfkorns erringt.

Liebe Freunde, ganz kurz möchte ich noch zwei Stichworte aus der Erneuerung des Weiheversprechens berühren, die uns in dieser Stunde der Kirche und unseres eigenen Lebens zu denken geben sollten.

Da ist zunächst die Erinnerung daran, dass wir – wie Paulus es ausgedrückt hat – „Ausspender der Geheimnisse Gottes sind“ (1 Kor 4, 1) und daß uns der Dienst der Lehre (munus docendi) obliegt, der ein Teil dieses Ausspendens von Gottes Geheimnissen ist, in denen er uns sein Gesicht und sein Herz zeigt, um uns sich selber zu schenken.

In der Begegnung der Kardinäle anlässlich des jüngsten Konsistoriums haben mehrere dieser Hirten der Kirche aus ihrer Erfahrung von einem „religiösen Analphabetismus“ gesprochen, der sich mitten in unserer gescheiten Gesellschaft ausbreitet.

Die Grundlagen des Glaubens, die früher jedes Kind wusste, werden immer weniger gekannt. Aber damit wir unseren Glauben leben und lieben können, damit wir Gott lieben können und damit recht auf ihn zu hören fähig werden, müssen wir wissen, was Gott uns gesagt hat; muss unser Verstand und unser Herz von seinem Wort berührt werden.

Das Jahr des Glaubens, das Gedenken an die Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren soll uns ein Anlass sein, mit neuem Eifer und neuer Freude die Botschaft des Glaubens zu verkündigen. Diese finden wir natürlich grundlegend und zuallererst in der Heiligen Schrift, die wir nicht genug lesen und bedenken können.

Aber dabei machen wir alle die Erfahrung, daß wir Hilfe brauchen, um sie recht in die Gegenwart zu übertragen; daß sie uns wirklich ins Herz trifft. Diese Hilfe finden wir zuallererst im Wort der lehrenden Kirche: Die Texte des II. Vaticanums und der Katechismus der Katholischen Kirche sind die wesentlichen Instrumente, die uns unverfälscht zeigen, was die Kirche vom Wort Gottes her glaubt. Und natürlich gehört der ganze, noch längst nicht ausgeschöpfte Schatz der Dokumente dazu, die uns Papst Johannes Paul II. geschenkt hat.

All unsere Verkündigung muß Maß nehmen an dem Wort Jesu Christi: „Meine Lehre ist nicht meine Lehre“ (Joh 7, 16). Wir verkündigen nicht private Theorien und Meinungen, sondern den Glauben der Kirche, deren Diener wir sind.

Aber das darf natürlich nicht heißen, daß ich nicht mit meinem ganzen Ich hinter dieser Lehre und in ihr stehen würde. Ich muß dabei immer an das Wort des heiligen Augustinus denken: „Was ist so sehr mein wie ich selbst? Und was ist so wenig mein wie ich selbst?“

Ich gehöre nicht mir selbst  –  und ich werde ich selber gerade dadurch, daß ich mich überschreite und durch die Überschreitung meiner selbst in Christus und in seinen Leib, die Kirche, hineinfinde.

Wenn wir nicht uns selbst verkündigen und wenn wir inwendig ganz eins geworden sind mit dem, der uns gerufen hat als seine Botschafter, so daß wir vom Glauben geformt sind und ihn leben, dann wird unsere Predigt glaubhaft werden.

Ich werbe nicht für mich selbst, sondern ich gebe mich selbst. Der Pfarrer von Ars war kein Gelehrter, kein Intellektueller, das wissen wir. Aber er hat die Menschen ins Herz getroffen mit seiner Verkündigung, weil er selbst ins Herz getroffen war.

Das letzte Stichwort, das ich noch anrühren möchte, heißt Seeleneifer (animarum zelus).

Es ist ein altmodischer Ausdruck, der heute kaum noch gebraucht wird. Das Wort Seele gilt in manchen Kreisen geradezu als ein verbotenes Wort, weil es angeblich einen Dualismus zwischen Leib und Seele ausdrücke, den Menschen zu Unrecht zerteile.

Wir sind mit Leib und Seele für die Ewigkeit bestimmt

Natürlich ist der Mensch nur einer, mit Leib und Seele zur Ewigkeit bestimmt. Aber das kann doch nicht bedeuten, daß wir nun keine Seele mehr hätten, kein konstitutives Prinzip, das die Einheit des Menschen in seinem Leben und über seinen irdischen Tod hinaus gewährleistet.

Und natürlich sorgen wir uns als Priester um den ganzen Menschen, gerade auch um dessen leibliche Nöte – um die Hungernden, um die Kranken, um die Obdachlosen.

Aber wir sorgen uns nicht nur um den Leib, sondern gerade auch um die seelischen Nöte des Menschen: um die Menschen, die unter der Zerstörung des Rechts oder unter zerstörter Liebe leiden; um die Menschen, die sich im Wahrheitsdunkel befinden; die unter der Abwesenheit von Wahrheit und Liebe leiden.

Wir sorgen uns um das Heil der Menschen an Leib und Seele. Und als Priester Jesu Christi tun wir es mit Eifer. Die Menschen dürfen nie das Gefühl haben, daß wir unsere Pflichtstunden gewissenhaft ableisten, aber zuvor und danach nur uns selbst gehören.

Ein Priester gehört nie sich selbst. Die Menschen müssen unseren Eifer spüren, durch den wir glaubhaft das Evangelium Jesu Christi bezeugen. Bitten wir den HERRN, daß er uns mit Freude an seiner Botschaft erfülle und dass wir so mit freudigem Eifer seiner Wahrheit und seiner Liebe dienen dürfen. Amen.

[© Copyright 2012 – Libreria Editrice Vaticana]


Evangelische Karfreitagsprozession in Berlin

Beim Wort Prozession denkt man in aller Regel an katholisches Brauchtum – und dies nicht allein wegen der jahrhunderte-alten Fronleichnamsprozession, womit das hl. Altar-Sakrament gefeiert, besungen und durch die Straßen getragen wird.

Gebetszüge  gibt es z.B. im Zusammenhang mit vielen Wallfahrten und Pilgerstätten – nicht zu vergessen die glaubensfrohen und bodenständigen Flurprozessionen, die oft am Fest Maria Himmelfahrt (15. August) stattfinden, vor allem in ländlichen Gebieten.

In katholischen Dörfern Westfalens oder Süddeutschlands gibt es zudem kleinere Prozessionen, die alljährlich zu einer bestimmten Kirche oder Kapelle führen und meist mit einem geselligen Beisammensein im Gasthaus ausklingen, vor allem im Allgäu und in Oberschwaben.

Was vielleicht weniger bekannt ist: Daß es auch bei evangelischen Christen Prozessionen gibt, freilich weitaus weniger, aber heute fand zB. in der Bundeshauptstadt die Karfreitagsprozession statt, die an den Opfertod unseres Erlösers erinnerte.

Der „Berliner Tagesspiegel“ hat davon eine kleine Fotoserie veröffentlicht – siehe hier (dort auf der Tagesspiegelseite dann rechts oben auf die Berliner Prozessionsbilder klicken):

Karfreitagsprozession in Berlin


Männer bessern sich, wenn Frauen in der Nähe sind…

Weibliche Kellnerinnen und Bedienungen bekommen von Männern mehr Trinkgeld als männliche  – das ist bekannt. Doch viele Männer geben sich auch besonders sozial, sofern eine Frau in der Nähe ist, berichtet jetzt die „Apotheken-Umschau“.

Bei einem wissenschaftlichen Test mußten Männer entscheiden, wie viel Geld sie in eine Gemeinschaftskasse einzahlen. War eine Frau zugegen, spendeten sie mehr, als wenn sich ein Mann oder keine weitere Person im Raum befand.

Weibliche Testpersonen ließen sich nicht davon beeinflussen, ob ein Mann zugegen war oder nicht.

Quelle: Wort und Bild, Apotheken-Umschau


Tunesien: 2 x 7 Jahre Knast wegen Mohammed-Karikaturen auf Facebook

In einstmals halbwegs gemäßigten Ferienland Tunesien ist bekanntlich im Vorjahr der vielgepriesene „arabische Frühling“ eingezogen, was aber nicht allein in Ägypten, sondern auch in Tunesien für  mehr Islam und damit weniger Freiheit sorgte. Wahrlich kein Anlaß für Zuversicht, wie sich nun verstärkt zeigt:
In Tunesien sind jetzt zwei Männer zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil sie Karikaturen Mohammeds auf „Facebook“ veröffentlichten. Das teilte das dortige Justizministerium mit. Bei den Verurteilten soll es sich um tunesische Staatsbürger aus der Ortschaft Mahdia handeln, ca. 200 Kilometer von Tunis entfernt.

Einer der beiden Verurteilten wurde in Abwesenheit verurteilt, Details über seinen Aufenthaltsort oder eine etwaige Fahndung wurden nicht genannt.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur