Das Kreuz steigt aus der Nacht empor – ein Kreuz-Hymnus aus der christlichen Antike

Des Königs Fahne tritt hervor, das Kreuz steigt aus der Nacht empor,
an dem das Leben für uns starb und Leben durch den Tod erwarb.

Verwundet hing der HERR daran, aus der durchstochnen Seite rann,
vermischt mit Wasser, heilges Blut, zu löschen unsrer Sünden Glut.

Was David sah im hehren Bild, auf Golgotha hat sich’s erfüllt;
das Kreuz ist des Erlösers Thron, vom Kreuz herab herrscht Gottes Sohn.

O schöner Baum, wie stehst du ganz im königlichen Purpurglanz!
O edler Stamm, o hoher Wert, daß dich so heilge Last beschwert.

Du bist die Waage, welche hält, das Lösegeld der ganzen Welt,
an der die Siegesbeute prangt, die Gott der Hölle abverlangt.

O Kreuz, durch das uns Hoffnung sprießt, in deinem Sieg sei uns gegrüßt!
Vermehr den Frommen Gottes Gnad und tilg der Sünder Missetat.

Dank sei dir, o Dreifaltigkeit, und Lob und Preis in Ewigkeit,
daß du durch Christi Kreuz und Tod uns hast erlöst aus jeder Not.

Aus dem Hymnus „Vexilla regis“ des Venantius Fortunatus (6. Jahrh.)



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