BUCH-TIP: „Völkermord als Staatsgeheimnis“ von Dr. Alfred de Zayas

Rezension von Pater Lothar Groppe SJ

NS-Judenvernichtung als „Geheime Reichssache“: Wieviel wußte unser Volk?

Alfred de Zayas, Völkermord als Staatsgeheimnis. Vom Wissen über die „Endlösung der Judenfrage“ im Dritten Reich. Olzog-Verlag, München 2011, Hardcover, 208 S., 26,90 €, ISBN-10: 3789283290

Dem geschichtlich Interessierten ist der Name des amerikanischen Völkerrechtlers (Harvard) und Historikers (Göttingen) Alfred de Zayas vertraut. Nicht zuletzt wegen seiner verschiedenen Stellungnahmen als Sachverständiger im Bundestag für die Beurteilung von Desertion während des Krieges.

Deutsch: Prof. Dr. Dr. Alfred de Zayas Datum: ...

Dr. Alfred de Zayas

Prof. Dr. Alfred de Zayas scheut keinen Konflikt mit der political correctness, wenn es um Wahrheit und Gerechtigkeit geht. So kam sein Werk „nach mehr als 35 Jahren Forschung in amerikanischen, britischen, deutschen und schweizerischen Archiven, sowie Hunderten von Interviews mit Zeitzeugen und darüber hinaus einer kritischen Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen anderer Wissenschaftler“ zustande (Klappentext).

Dem Verlag ist zu danken, dass er sich zur Veröffentlichung entschloß, obwohl mit heftigen Reaktionen von selbsternannten „Antifaschisten“ zu rechnen ist, sofern man sein Buch nicht einfach totschweigt.

Professor Doehring schreibt in seinem Vorwort, dass sein eigener Vater zeitweise Häftling im Konzentrationslager war und später im Untergrund überlebte, „diese Art der „Endlösung der Judenfrage“ vielleicht geahnt, aber doch letztlich nicht für denkbar gehalten und von ihr konkret nichts „gewußt“ hat.“ (S. 9)

Dem Verfasser geht es um die Frage, ob man von einer Kollektivschuld der Deutschen für die Judenmorde sprechen kann. Dabei stellt er klar heraus, dass der Massenmord ein historisches Ereignis ist, an dem man nicht rütteln kann. Es steht für ihn fest, dass der Führerbefehl Nr. 1 vom 11.1.1940 eine entscheidende Rolle bei der Geheimhaltung spielte. Desgleichen die berüchtigte Posener Rede Himmlers vom 4. Oktober 1943, in der dieser von der Notwendigkeit der „Endlösung“ sprach, für die das deutsche Volk aber noch nicht reif sei und worüber deswegen nicht gesprochen werden dürfe: „Zwei Schwätzer wurden erschossen“.

Es ist nicht allgemein bekannt, daß deutsche Soldaten, die sich Vergehen oder Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung zuschulden kommen ließen, hart bestraft wurden, selbst wenn es sich „nur“ um Plünderungen bei Juden handelte. Ein Batteriechef wurde deswegen zum Tode verurteilt. Ein Unteroffizier, der eine russische Familie ermordete, wurde samt seinen Helfern ebenfalls erschossen. (S. 23)

Einige jüngere Historiker behaupten, dass die Kriegsgeneration über den Holocaust Bescheid wußte. Daniel Goldhagen meint in seinem Machwerk „Hitlers willige Vollstrecker“ sogar, das deutsche Volk sei mit dem Holocaust einverstanden gewesen.

Professor Jäger schreibt in seinem Buch „Verbrecher unter totalitärer Herrschaft“, das Alfred de Zayas anführt: „Nur ein relativ kleiner Kreis von Eingeweihten durfte von ihnen (Vernichtungsmaßnahmen) Kenntnis haben; kein Presse- oder Wehrmachtsbericht erwähnte sie; im Unterschied zu den militärischen Siegen, die offen verkündet, gefeiert und von der Propaganda ausgewertet wurden, mußten die ‚Erfolge‘, die das Regime auf dem Gebiet des ‚Rassenkampfes‘ errang, absolut geheim gehalten werden.“ (S. 227)

Der Chef der Parteikanzlei, Martin Bormann, gab am 11. Juli 1943 einen Erlaß heraus, nach dem „im  Einvernehmen mit dem Führer (angeordnet wird), daß man bei einer öffentlichen Diskussion über die Judenfrage davon absehen soll, über eine Endlösung zu sprechen: Juden wurden zur Arbeit geschickt, en bloc und in angemessener Weise.“ (S. 33)

Zahlreiche Leserbriefschreiber weisen darauf hin, dass die Feindsender keinerlei Berichte über die Massenmorde an Juden brachten. Auch in unserer Familie wurde regelmäßig BBC gehört. Niemals kamen Berichte über Massenmorde.

In etlichen Feldpostbriefen berichteten deutsche Soldaten von Morden der SD-Einsatzgruppen. Es gibt auch einige Fotoaufnahmen von Judenerschießungen, die aber in der Presse nicht veröffentlicht wurden. „Tatsächlich war es strengstens verboten, Erschießungen zu fotografieren. Gerüchte machten vielfach die Runde. Aber glaubten die „Volksgenossen“ daran? War es nicht  Feindpropaganda? Die Älteren erinnerten sich, dass die Alliierten während des Ersten Weltkriegs die deutschen „Hunnen“ beschuldigten, belgischen kleinen Kindern die Hände abzuhacken. Waren Juden, die erschossen wurden, nicht womöglich Partisanen und Heckenschützen?

Der Reichspressechef erteilte am 11. Juni 1942 die generelle Weisung: „Veröffentlichungen über die Maßnahmen gegen die Juden sind  verboten.“ (S. 44)

In den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen wurde deutlich, daß die „Endlösung der Juden“ als geheime Reichsache eingestuft war. Hitler erließ am 11. Januar 1940 den „Grundsätzlichen Befehl“:

„Niemand: Keine Dienststelle, kein Offizier dürfen von einer geheim zu haltenden Sache erfahren, wenn sie nicht aus dienstlichen Gründen unbedingt davon Kenntnis haben müssen.“ –  Dieser Befehl wird in den Nummern 2 – 4 noch weiter präzisiert. (S. 189)

Hitlers ehemalige Sekretärin, Christa Schröder, schrieb: „Dieser Befehl war in allen militärischen Büros und Schreibstuben aufgehängt.“ (S. 48)

In seiner berüchtigten Posener Rede vom 4. Oktober 1943 über die „Judenevakuierung“ sagte Himmler u. a.: „Unter uns soll  es einmal ganz offen ausgesprochen sein, und trotzdem werden wir in der Öffentlichkeit nie darüber reden… Es gehört zu den Dingen, die man leicht ausspricht  – das jüdische Volk wird ausgerottet ….. Und dann kommen sie alle an, die braven 80 Millionen Deutschen und jeder hat seinen anständigen Juden …“

Mit diesem letzten Satz macht Himmler ungewollt deutlich, dass das deutsche Volk nicht antisemitisch war. Erinnern wir uns daran, daß der ehemalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden, Paul Spiegel, in seinem Buch: „Was ist koscher?“ vom „Volk der Täter“ spricht. (S. 301)

Hinsichtlich der Beurteilung von Generalfeldmarschall v.  Manstein erscheint dem Rezensenten die Sicht de Zayas doch etwas zu optimistisch. Der amerikanische Ankläger in Nürnburg, Telford Tayler geht davon aus, dass Manstein über die Verbrechen an Juden informiert gewesen sei. In dessen Befehl vom 20.11.1941 heißt es u. a.:

„Das jüdische-bolschewistische System muß ein für alle Mal ausgerottet werden… Der deutsche Soldat hat daher nicht allein die Aufgabe, die militärischen Machtmittel des Systems zu zerschlagen, er tritt auch als Rächer einer völkischen Idee und Rächer für alle Grausamkeiten, die ihm und dem deutschen Volk zugefügt wurden, auf.“  –  Verfasser dieses Befehls war der „braune General“, Feldmarschall v. Reichenau. Hitler war davon so begeistert, dass er ihn allen Befehlshabern zukommen ließ.

Dass der hochintelligente Manstein nicht seine Bedeutung  erkannt hätte, ist schwer nachzuvollziehen. Der deutsche Soldat müsse „für die Notwendigkeit der harten Sühne am Judentum, dem geistigen Träger des bolschewistischen Terrors …Verständnis aufbringen.“  –  Dass die „harte Sühne“ zum Massenmord an den Juden führen würde, mag sich dem Vorstellungsvermögen Mansteins entzogen, die „Eichmänner“ aber in ihrem Bewußtsein bestärkt haben, dass Befehl eben Befehl sei.

Es ist unbestritten, dass alle erwachsenen Deutschen, die von 1933 bis 1945 in Deutschland lebten, von der aggressiv antijüdischen Haltung der Machthaber wußten: „Deutsche, kauft nicht bei Juden!“  – Selbst in kleineren Ortschaften gab es Stürmerkästen mit Hetzparolen gegen Juden. 1938 kam es zur „Reichskristallnacht“, die aber von der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung mißbilligt wurde. Daß 1941 der Judenstern eingeführt wurde, bekamen alle mit. Als im Lauf des Krieges zahlreiche Juden verschwanden, wurde dies mit Auswanderung erklärt. Später hieß es, sie kämen zum Arbeitseinsatz in den Osten.

Den zweifellos in weiten Teilen verbreiteten Antisemitismus kann man nicht einfach mit dem Massenmord gleichsetzen: „Judenverfolgungen hat es über Jahrhunderte hin in allen Staaten Europas gegeben; Pogrome haben sich vor allem in der Ukraine, Rußland und Polen im 19.und 20. Jahrhundert ereignet.“ (S. 87 f.)

Gerüchte über Tötungen und Massaker wurden bisweilen durch Feldpostbriefe und gelegentliche Äußerungen von Fronturlaubern bekannt. Bereits während des Nürnberger Prozesses wertete eine ganze Armee von alliierten Juristen die NS-Akten aus, „um die zentralen Fragen zu klären, wer, was wann über den Holocaust wußte.“ (S. 94)

Nach Befragung von über 150 Militärrichtern und zahlreichen Interviews mit führenden Offizieren und Diplomaten ergab sich ein eindeutiges Bild: „Die „Endlösung der Judenfrage“ war nicht nur geheime Reichssache  –  sie ist in der Tat weitestgehend  geheim gehalten worden.“ (S. 97)

Wenngleich man nicht Verbrechen von Deutschen und Verbrechen an Deutschen gegeneinander aufrechnen kann, muß man feststellen, dass die NS-Verbrechen als „deutsche“ Verbrechen in den Mittelpunkt historischer Erinnerung gerückt werden. Dagegen wird die Erinnerung an die zahllosen, an Deutschen begangenen Verbrechen zusehends minimiert oder historisch ausgeblendet. Die amtlich erfaßten Opfer der Vertreibung der Deutschen aus Ostmitteleuropa liegt bei über 2 Millionen Toten und Vermißten. Alfred de Zayas kommt auf ca. 3 Millionen (S.101)

Der vielleicht wichtigste jüdische Zeitzeuge, Viktor Klemperer, notierte am 2. April 1944 in seinem Tagebuch: „Einzeln genommen sind fraglos neunundneunzig Prozent der männlichen und weiblichen Belegschaft (in dem Betrieb, in dem er zwangsverpflichtet war) in mehr oder minder hohem Maße antinazistisch, judenfreundlich, kriegsfeindlich, tyranneimüde …Aber die Angst vor dem einen Prozent Regierungstreuer, vor Gefängnis, Beil und Kugel bindet sie.“ (S. 115 f.)

Aus der Rede Himmlers in Posen geht hervor, dass dieser dem deutschen Volk nicht traute, auch nicht der Wehrmacht und nicht einmal seiner SS. Als sich 1943 etwa 200 SS-Leute zur Front meldeten, weil sie die Belastungen bei der Durchführung von Judenmorden nicht mehr tragen konnten und einige bereits Selbstmord verübt hatten, lehnte Himmler dies wegen der Geheimhaltung ab. (S. 120)

Denjenigen, die in einem Rechtsstaat aufgewachsen sind und immer wieder mit dem Holocaust konfrontiert werden, ist es unbegreiflich, dass viele der damals in Deutschland lebenden Juden in einer Zeit, da es noch möglich war, nicht emigrierten. Es war ja unübersehbar, dass das Ausland Hitler hofierte, nicht nur, aber ganz besonders bei den Olympischen Spielen 1936.

Churchill schrieb am 12. November 1938 in der „Times“:

„Ich habe immer gesagt, dass wenn Großbritannien in einem Krieg bezwungen worden wäre, wir einen Hitler ausfindig machen müßten, um uns zu dem uns gebührenden Platz unter den Nationen zurückzuführen.“ (S. 131, Anm. Nr. 227)

Der ehem. amerikanische Richter im 11. Nürnberger Nachfolgeprozeß, Leon W. Powers, erklärte in seinem abweichenden Votum vom 14. April 1949: „Das Beweismaterial hat gezeigt, dass das Ausrottungsprogramm unter strengster Geheimhaltung gehandhabt wurde. Hitler wies Himmler an, die Aktion anlaufen zu lassen. Himmler suchte sich die Leute sorgfältig aus, die …die Ausrottung durchführen sollten und verpflichtete sie zur Geheimhaltung. (Es ging darum) …die Vorgänge vor dem deutschen Volk und allen, die nichts mit dem Unternehmen zu tun hatten, zu verbergen.“ (S. 146)

Heutige Anklagen von „Spätgeborenen“, warum die Menschen im Dritten Reich nicht mehr Widerstand geleistet  haben, ermangeln jeglicher Kenntnis der historischen Situation. Wer im „Tausendjährigen Reich“ öffentlich gegen das Regime protestierte, verschwand umgehend im Konzentrationslager, ohne den Verfolgten hierdurch helfen zu können.

Erstveröffentlichung dieser Besprechung in der Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 3-4/2012)


England: In der Grafschaft Cornwall soll „Heidentum“ auf den schulischen Lehrplan

Schüler in der britischen Grafschaft Cornwall sollen künftig im Unterricht mehr über Hexen, Zauberei, Druiden und germanische Götter erfahren. Das hat die für den Lehrplan zuständige Kommission jetzt festgelegt.

Laut Bericht der britischen Zeitung „Mail on Sunday“ sollen zukünftig auch Kenntnisse über heidnische Rituale und Religionen im Unterricht vermittelt werden. Für Elfjährige stünde dann z.B. „Modernes Heidentum und seine Bedeutung für die Bewohner von Cornwall“ auf dem Lehrplan.

Kritiker verweisen darauf, daß sich in dieser britischen Region höchstens rund 700 von 537’000 Einwohnern als Anhänger heidnischer Kulte bezeichnen.

Bereits im Jahr 2010 hatte eine mit Religionsfragen beschäftigte Kommission in Cornwall vorgeschlagen, das Druidentum (heidnische Magie) als Religion anzuerkennen.

Der neue Lehrplan legt darüber hinaus fest, daß die Schüler etwas über die Bedeutung prähistorischer Bauwerke für heutige Angehörige nichtchristlicher Kulte erfahren sollen. Eine Broschüre rät den Lehrern, daß die Kinder auch darüber diskutieren sollen, welchen Vorurteilen jemand ausgesetzt sein könnte, der heidnischen Vorstellungen anhängt.

Quelle: evangelische Nachrichtenseite www.jesus.ch

 


Berlin: SPD und CDU wollen Homosexuelle „rehabilitieren“, die von 1945 bis 1969 verurteilt wurden

Im rot-schwarz regierten Stadtstaat Berlin haben SPD und CDU sich heute in einer gemeinsamen Pressemitteilung für eine zukünftige staatliche „Rehabilitation“ jener Homosexueller stark gemacht, die von 1945 bis 1969 aufgrund des § 175 StGB (Verbot homosexueller Handlungen von Männern) zu Geld- oder Haftstrafen verurteilt wurden. Danach wurde im Rahmen der sozialliberalen „Strafrechtsreform“ auch hierfür Straffreiheit eingeführt

Damit haben sich die Berliner Christdemokraten massiv vor den Karren der Homo-Lobby spannen lassen und erneut christlich-konservative Grundsätze  auf dem Altar des Zeitgeistes geopfert.

Doch zunächst zur Vorgeschichte dieses gemeinsamen Schulterschlusses zugunsten der Schwulen-Bewegung:

Am 10. November 2011 errichtete die Bundesregierung eine Magnus-Hirschfelder-Stiftung. Die von der CDU vorgeschlagenen Bewerber für den Vorstandsposten wurden  von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP)  reihenweise abgelehnt.

Stattdessen wurde der 43-jährige Jörg Litwinschuh berufen, den die linksalternative Berliner „taz“ als „bundesweit bekannten Homoaktivisten“ bezeichnet.

Die Idee zu dieser pro-homosexuellen Bundesstiftung stammt erwartungsgemäß von den Grünen.

Wie die „taz“ vom 10.11.2011 berichtete, scheiterte das Projekt bis dahin am Widerstand von Union und FDP, denn diese hätten „kritisiert, dass die Grünen das Kuratorium nach ihrem Gusto besetzten und ihr Ansatz zu wenig wissenschaftlich war.“

Doch nun hat sich die Berliner CDU von der Homosex-Lobby offenbar voll einfangen lassen und will sogar den Bundesrat mit ihrer Initiative behelligen, wie die „Gemeinsame Presseerklärung der Fraktionen von SPD und CDU“ zeigt, die heute veröffentlicht wurde.

Wir dokumentieren diese Stellungnahme hier im vollen Wortlaut:

ROT-SCHWARZ STARTET BUNDESRATSINITIATIVE ZUR REHABILITIERUNG VERURTEILTER HOMOSEXUELLER

Der Queerpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Tom Schreiber, und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion, Stefan Evers, erklären hierzu:

„Mit dem heutigen Beschluss des Berliner Senats setzen SPD und CDU eine Verabredung des Koalitionsvertrages um. Die Berliner SPD und die Berliner CDU haben in Ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, sich für die Interessen der nach 1945 nach § 175 und 175a StGB und § 151 DDR-StGB verurteilten Homosexuellen einzusetzen.

Die Bundesratsinitiative zur Rehabilitierung und Unterstützung für die nach 1945 in beiden deutschen Staaten wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen Verurteilten ist ein Zeichen der Solidarität. Es ist uns ernst damit, zu einer umfassenden Rehabilitation und bestmöglichen Unterstützung der Betroffenen zu kommen. Wir hoffen deshalb auf eine Mehrheit in Bundesrat und Bundestag für dieses Anliegen der Großen Koalition.“

„Am 17.05.2011 fand ein wichtiges Fachsymposium ‚§ 175 – Rehabilitierung der nach 1945 verurteilten homosexuellen Männer‘ statt, dessen Ergebnisse eine wesentliche Grundlage für den heutigen Beschluss beinhaltete. Mit dem heutigen Berliner Senatsbeschluss wird das Land Berlin zum Vorreiter bei der Anerkennung von Unrecht und der Frage der Unterstützung für die Betroffenen.“, ergänzte Tom Schreiber.

„Wir freuen uns, dass die Große Koalition innerhalb weniger Monate diesen Beschluss gefasst hat. Mit einem Forschungsauftrag des Landes zur geschichtlichen Aufarbeitung der damaligen Rechtspraxis durch die Magnus-Hirschfeld-Stiftung werden wir darüber hinaus unserer politischen Verantwortung für dieses Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte gerecht.“, sagte Stefan Evers.

 


Andreas Englisch über Papst Benedikt und seinen Vorgänger, den „Jahrtausendpapst“

Ist die Verständigung mit der Traditionsbewegung ein „klarer Schritt zurück“?

Der bekannte Buchautor und Journalist Andreas Englisch war bis 2010 als Vatikan-Korrespondent für die BILDzeitung tätig. Er begleitete Johannes Paul II. auf vielen Reisen und zeigte sich überaus begeistert von der Person des Vorgänger-Papstes. Davon berichtet er in zwei Papst-Biografien, zuletzt mit dem euphorischen Titel „Der Wunderpapst“.

Hingegen hatte sich der BILD-Reporter in seinem Buch „Johannes Paul II.“ über Kardinal Joseph Ratzinger kritisch bis abfällig geäußert. Er nahm dem damaligen Chef der Glaubenskongregation beispielsweise sehr übel, daß dieser beim Thema Abtreibung und „Beratungsschein“ auf klar konservativen Positionen beharrte.

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Andreas Englisch kritisiert in dieser Biographie mehrfach moralische Standpunkte der katholischen Kirche, zumal in der Sexualethik. Seine Begeisterung galt also nicht der Glaubens- und Sittenlehre der Kirche, sondern vielmehr eher emotional der Persönlichkeit  und dem „Charisma“ von Papst Johannes Paul II.

Außerdem faszinieren Englisch offenbar „wunderbare“ und „mystisch“ anmutende Ereignisse, weshalb er ein weiteres Buch verfaßte, nämlich über die „Wunder der katholischen Kirche“, das allerdings theologisch vielfach unausgegoren ist und von wenig Sachkenntnis zeugt.

So hat der BILD-Reporter dem damaligen Kardinal Ratzinger stark angekreidet, daß dieser bei der Veröffentlichung des sog. „Dritten Geheimnisses von Fatima“ im Jahr 2000 kritische Bemerkungen über „Privatoffenbarungen“ und ihre untergeordnete Stellung in der Kirche äußerte.

Aus Sicht von Englisch hätte der damalige Präfekt der Glaubenskongregation weitaus positiver über Privatoffenbarungen, Marienerscheinungen und besonders über Fatima  Stellung nehmen sollen, weil das Thema Fatima für Johannes Paul II. so zentral gewesen sei.  Englisch mutmaßt in seiner Biographie („Johannes Paul II.“), daß diese Zurückhaltung Ratzingers den damaligen Papst sehr enttäuscht habe.

Dabei übersieht Englisch, der von Theologie und Dogmatik nicht sonderlich viel versteht, daß Kardinal Ratzinger sich lediglich an der bewährten Lehre der Kirche orientierte, wonach Privatoffenbarungen (das gilt auch für kirchlich anerkannte) die katholischen Christen keineswegs zum Glauben verpflichten. Warum sollte der Chef der Glaubenskongregation dies nicht klar zum Ausdruck bringen dürfen?

Nachdem der von ihm so stark gerügte Kardinal Ratzinger im Jahr 2005 zum Papst gewählt wurde, hat Englisch seine Vorwürfe allmählich etwas zurückgefahren, sei es aus Überzeugung oder aus eher taktischen Gründen, ganz verschwunden sind seine Vorbehalte freilich nicht:

Im gestrigen Interview mit dem Sender „n-tv“ (16.4.2012) erzählte er, daß Kardinal Ratzinger „unglaublich schüchtern“ gewesen sei: „Er stand nie gerne im Mittelpunkt – für einen Papst ist das natürlich denkbar schlecht…Und er musste lernen, auf Menschen zuzugehen; das war für ihn alles sehr schwierig.“  – Inzwischen sei Joseph Ratzinger  freilich ein „wirklich guter Hirte“ geworden.

Allerdings fügte Englisch hinzu: „Es war eigentlich unmöglich, neben dem Jahrtausendpapst eine halbwegs ordentliche Figur zu machen. Die katholische Kirche hatte in den letzten tausend Jahren kaum einen so großen Erfolg wie unter Karol Woityla: den Fall der Berliner Mauer.“

Für die Kirche waren etliche Ereignisse in den letzten tausend (!) Jahren wichtiger als der politische Vorgang des Mauerfalls. Denken wir beispielsweise an das so positiv und gründlich wirkende Reform-Konzil von Trient, an große neue Ordensgründungen wie die Franziskaner, Dominikaner, Jesuiten etc. oder an die erfolgreiche Überwindung des „Kulturkampfs“ im 19. Jahrhundert bzw. an den kirchlichen Widerstand in der NS-Diktatur und unter dem Kommunismus.

Was soll zudem die überschwängliche Bezeichnung „Jahrtausendpapst“ für Johannes Paul II.?  Was ist mit den zahlreichen heiliggesprochenen Päpsten dieses zweiten Jahrtausends?  – Denken wir etwa an den hl. Pius X., der Anfang des 20. Jahrhunderts segensreich wirkte und dem aufkommenden theologischen Modernismus klarsichtig entgegentrat   –  was Andreas Englisch wohl weniger anspricht

Zum Thema „Mißbrauchsskandal“ meint der BILD-Reporter gegenüber „n-tv“:  „Es hat ja ganz eklatante Fälle gegeben, wie zum Beispiel bei dem Wiener Kardinal Hans Hermann Groer – ihm wurde zweifellos Missbrauch nachgewiesen. Konsequenzen gab es damals keine.“

Kardinal Groer wurde keineswegs „Mißbrauch nachgewiesen“, sondern lediglich ohne Sach- und Zeugenbeweis vorgeworfen. Es gab weder ein weltliches noch ein kirchliches Gericht, das Mißbrauch nachweisen konnte  – und eben deshalb (!) gab es „keine Konsequenzen“.

Zum jetzigen Papst erklärt Andreas Englisch: „Es hat einen deutlichen Ruck ins Konservative gegeben. Er hat ganz klare Zeichen gegeben. Einige Beispiele wären die Mundkommunion, die unglückliche Rehabilitierung der Piusbruderschaft und die Erlaubnis der alten, lateinischen Messe. All das wäre unter Johannes Paul II. nicht möglich gewesen und ist ein klarer Schritt zurück.“

Das kann man auch genau anders sehen: als einen großen Schritt nach vorne.

Dies gilt erst recht dann, falls es zu einer Einigung zwischen Rom und der Piusbruderschaft kommt. Eine solche Verständigung wäre allerdings unter dem Vorgängerpapst  vermutlich„nicht möglich gewesen“, insofern hat Englisch recht.

Eine vorbereitende Entscheidung für die Integration der Traditionellen war sicherlich die verstärkte Zulassung der überlieferten Liturgie  –  und auch das war gut so, mag es dem fliegenden Reporter Englisch gefallen oder nicht.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Führender Evangelikaler gratuliert dem Papst zum 85. Geburtstag

Prof. Dr. Peter Beyerhaus übermittelte zehn gute Wünsche an den Pontifex

Zehn Wünsche für die weitere Amtszeit von Papst Benedikt XVI. hat der evangelische Missionstheologe Prof. Dr. Peter Beyerhaus  übermittelt; er bringt seit Jahrzehnten die theologische Zeitschrift „Diakrisis“ heraus und gehört zu den führenden Evangelikalen (konservativen Protestanten).

1978 wurde Prof. Beyerhaus Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften. In Wikipedia heißt es über den evangelikalen Theologen: „Als Missionswissenschaftler prägte er die moderne deutsche Missionstheologie.“

In seinem Gratulationsschreiben zum 85. Geburtstag des Papstes heißt es unter anderem, das Oberhaupt der katholischen Kirche möge den Christen bei seinen Reisen in allen Kontinenten „klare Weisungen und geistlich belebende Impulse“ geben.

Ferner hofft Beyerhaus, daß der Papst „bei seinen evangelischen Glaubensbrüdern Zustimmung zu seinem Petrusdienst findet“.

Kontakte zu evangelischen Christen sollten „zur Bildung einer christozentrischen Bekenntnisökumene sowie zur Entwicklung einer die Konfessionen verbindenden evangelischen Katholizität führen“.

Beyerhaus wünscht sich zudem, daß die Anstöße des Papstes „zu einer Neuevangelisierung alle Kirchen in Bewegung bringen“.

Quelle: www.idea.de