Sind Bundesbürger auch am Ende ihres Lebens schutzlos?

Pressemeldung der Initiative NIE WIEDER zum „Tag der Organspende“ am 2. Juni 2012

Am 25.5.2012 verabschiedete der Deutsche Bundestag ein neues Transplantations-Gesetz, mit dem er die Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Europarates vom 7.7.2010 rechtzeitig zum Tag der Organspende umsetzte.

Mit der sog. „Entscheidungsregelung“ will der Gesetzgeber darauf hinwirken, daß sich jeder Bundesbürger frühzeitig und schriftlich zur Organspende verbindlich erklärt. So hofft man, dem Organmangel wirksam entgegenzutreten.

Wer aufmerksam die Debatten der Politiker und Experten in den letzten Wochen und Monaten verfolgte, mußte feststellen, daß der Focus zur Entscheidungsfindung fast ausschließlich auf mögliche Organempfänger gerichtet war.

Über Organspender sprach man wie selbstverständlich nur von toten Menschen und suggerierte somit der Öffentlichkeit, daß weltweit wissenschaftliche Einigkeit über den Todeszeitpunkt eines Menschen herrsche. Doch weit gefehlt!

So möchten wir stellvertretend für viele andere Personen, denen es ähnlich ergangen ist, Karl-Heinz Pantke sprechen lassen, der ein sog. Locked-in-Syndrom durchlitten hatte und feststellte: “Nach einem Stamm-Hirn-Infarkt war ich nach britischer Definition tot, nach deutscher nicht.“  – Solche Beispiele lassen daran zweifeln, daß Organe allein von bereits verstorbenen Menschen entnommen werden.

Im Artikel 1 des Grundgesetzes verpflichtet sich der deutsche Staat zum Schutz seiner Bürger. Doch wie dieser Schutzauftrag von den Parlamentariern verstanden wird, sehen wir nicht nur an der Tatsache, daß ungeborene Menschen faktisch bis zur Geburt rechtlos sind und nach gewissen Kriterien straffrei getötet werden können, sondern auch am Transplantationsgesetz.

Nach dem am vergangenen Freitag beschlossenen Gesetz ist eine wissenschaftliche Klärung der Todesdefinition nicht vorgesehen und der Gesetzgeber nimmt billigend in Kauf, daß sterbende Menschen durch eine Organentnahme getötet werden. 

Wie ist es möglich, daß in Deutschland, 67 Jahre nach Auschwitz, Gesetze erfolgen, die das Töten von ungeborenen und geborenen Menschen straffrei erlauben bzw. medizinische Eingriffe gestatten, die eine Tötung geborener Menschen zumindest billigend in Kauf nehmen?

Hat sich unser Staat nicht längst als Rechtsstaat verabschiedet? 

Die Initiative „Nie Wieder! e.V.“ fordert alle Bundesbürger auf, sich erst dann zur Organspende zu erklären, wenn zweifelsfrei geklärt ist: Wann ist der Mensch wirklich gestorben? Wann ist er tot?

Günter Annen


Initiative Nie Wieder! eV. – 69469 Weinheim – Cestarostraße 2 – Tel. 06201 / 2909929
E-Mail: presse@nachrichten-lebensrecht.de

Heute spielen Fußballmannschaften von Israel und Deutschland „gegeneinander“

Israelischer Botschafter: „Ich wünsche mir, daß noch mehr Israelis in die Bundesliga kommen!“

Heute Abend treten die Fußball-Nationalmannschaften Fußballmannschaften von Israel und Deutschland in Leipzig an. Die letzte Begegnung liegt schon gute zehn Jahre zurück  – am 13.2.2002 waren die Teams das letzte Mal in Kaiserslautern aufeinandergetroffen.

Anläßlich des Spiels hat der Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, der „Leipziger Volkszeitung“ und dem „Kicker-Sportmagazin“ Interviews gegeben.
Die israelische Nationalmannschaft (Foto: IFA)

Gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ erklärte der Botschafter:Gegen Deutschland zu spielen, ist auch für uns Israelis etwas ganz Besonderes. Dem großen Favoriten wollen wir, so gut es geht, Paroli bieten.“

Im „Kicker“ bekannte Hadas-Handelsman sich selbst als Fan von Maccabi Tel Aviv und erzählte:

„Ich kam am Freitag in Berlin an, am Samstag war ich zum ersten Mal im Olympiastadion. Hertha gewann gegen Bremen. […] Ich würde mir wünschen, dass nach Nürnbergs Almog Cohen und Kaiserslauterns Itay Shechter noch mehr Israelis in die Bundesliga kommen.“

Die beiden Interviews können Sie hier nachlesen: http://embassies.gov.il/berlin/departments/presse/Medienbeitraege/120530_LVZ.pdf
http://embassies.gov.il/berlin/departments/presse/Medienbeitraege/120529_Kicker.pdf

Infos zum Rahmenprogramm am Abend vor und nach dem Spiel erhalten Sie hier: http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/calendar-of-events/Pages/Fussballspiel-Deutschland-Israel.aspx


Münster: Etappensieg für Bürgerbegehren pro Hindenburgplatz

Die „Münstersche Zeitung“ berichtet heute:

„Ein Bürgerentscheid über die Rückbenennung des Schloßplatzes in Hindenburgplatz rückt immer näher: Genau 8250 Menschen haben nach Angaben der Bürgerinitiative „Pro Hindenburgplatz“ das Bürgerbegehren unterzeichnet, das die Rückbenennung fordert. Nur noch knapp 2000 Unterschriften fehlen noch.

Seit Ende März heißt der Hindenburgplatz sichtbar Schlossplatz  –  bisher 8250 Menschen wollen das wieder rückgängig machen. 

„Wir sind daher sehr optimistisch, bis zum Ablauf der Frist am 23. Juni mindestens die von uns angestrebte Zahl von 12.000 Unterschriften zu erreichen“, schreibt Sprecher Stefan Leschniok.

Damit das Begehren Erfolg hat, sind 9499 Unterschriften erforderlich. Dann muss der Rat das Thema wieder behandeln. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass er seine Umbenennungsentscheidung revidiert. Dann müsste ein Bürgerentscheid für letzte Klarheit sorgen.

In den verbleibenden drei Wochen will die Initiative weiter jeden Mittwoch und Samstag ab 11 Uhr mit einem Stand auf der Ludgeristraße (Höhe Eingang „Thalia“) für ihr Anliegen werben.“

HINWEIS:

Das Bürgerbegehren PRO HINDENBURGPLATZ berichtet darüber, daß sich mehrere Geschäfte in Münster bereit erklärt haben, die Unterschriftslisten der Aktion auszulegen, darunter die Orthopädische Schuhtechnik Reckermann, Fa. Kaminland und SieMatic-Küchen, die sich im oder am Hindenburgplatz befinden.


Markus Söder (CSU) auf Multikulti-Kurs: „Islam ist Bestandteil Bayerns“

Der Islam gehört nach Ansicht des bayerischen Finanzministers Markus Söder (CSU) zum Freistaat: „Der Islam ist Bestandteil Bayerns“, sagte Söder laut dpa in einer Rede auf dem Kulturfest der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) in Nürnberg.

Damit ging Söder auf Distanz zu anderen CSU-Politikern, die stets verneint hatten, daß der Islam zu Deutschland gehöre. So hatte beispielsweise Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich im März vergangenen Jahres betont, der Islam sei historisch gesehen nie ein Teil Deutschlands gewesen.

Laut dem stellv. Vorsitzenden der Ditib in Nürnberg, Fikret Bilir, erntete Söder auf dem Fest für seine Rede großen Applaus der rund 1000 Besucher. Man hoffe nun, daß er standhaft bleibe, sagte Bilir.

Söder selbst war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu seiner Aussage zu erreichen, da er laut seinem Ministerium im Urlaub in der Türkei weile.  Türkisches Leben sei Realität in Deutschland und die Religion Bestandteil Bayerns. Daher gehörten auch die Menschen zum Freistaat, versuchte der Sprecher die Position des Ministers zu erläutern.

Quelle: Junge Freiheit / dpa


Russische Babuschkis – auf Platz 2 der Eurovisions-Lieder – wollen zerstörte Dorfkirche aufbauen

„Großmütter brauchen weder Ruhm noch Reichtum“

Buranowskije Babuschki, die Grossmütter aus Rußland, erreichten einen ausgezeichneten Platz 2  beim Eurovision Song Contest.  Die Persönlichkeit dieser Frauen faszinierte das Publikum noch mehr als ihre Musik.

Mit dem Lied Party for Everybody und einem schlichten Auftritt, bei dem am Ende Gebäck aus einem Ofen geholt wurde, sangen sich die Babuschki-Damen weit nach vorne. In ihrem Heimatland haben die Großmütter Kultstatus; sie machen schon seit 40 Jahren gemeinsam Musik.

Ihr siegreiches Lied hatte es in sich: Musikalisch und sprachlich begann es  – angepaßt an Tracht und Kopftücher – eher traditionell, so überraschte es später mit einem Beat, der mitriß.

Die sympathischen Alten besingen das „Althergebrachte“ – trotzdem (oder vielleicht eben deshalb) fliegt der Erfolg ihnen entgegen, da sich  – unbeachtet lautem Zeitgeistgerede  –  eine neue Sehnsucht nach „Heim und Herd“, nach familiärer Geborgenheit breitmacht.

Auch die Babuschkis besingen die traditionelle Familie: „Ich lege ein weisses Tischtuch auf, ich warte, dass die Kinder nach Hause kommen. Der Teig geht zufriedenstellend auf, und mein Herz jubelt„, heisst es in der ersten Strophe  –  und die zweite beginnt so: „Das Haus ist voller Kinder, die Verwandten sind da.“

Doch trotz ihrer steigenden Beliebtheit bleiben die Frauen auf dem Teppich. „Wir pflanzen immer noch unsere Kartoffeln und versorgen unser Rind. Wir sind uns bewusst, dass das derzeitige Interesse an uns jederzeit wieder verschwinden kann“, sagte Olga Tuktaryova gegenüber „Russia Today“.

Außerdem verkündeten die sechs Babuschkis, das sie mit den Einnahmen gerne eine neue Kirche für ihr Dorf finanzieren wollen; sie träumen davon, die in der Sowjetzeit zerstörte Kirche wieder aufzubauen: „Das ist unser einziges Ziel. Grossmütter brauchen keinen Ruhm und Reichtum.“

Quelle: evangelische Infoseite www.jesus.ch

Video mit dem Auftritt der Babuschkis


Kommunen drohen Riesenprobleme wegen „Rechtsanspruch“ auf Kita

Auf deutsche Städte und Gemeinden rollt wegen „fehlender“ Kita-Plätze eine riesige Klagewelle zu, wenn ab 1. August 2013 für Eltern von Kindern unter drei Jahren ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz besteht.
Der Jurist Thomas Meysen vom Dt. Institut für Jugendhilfe und Familienrecht hat für den Städtetag die Rechtslage geprüft und kommt in seiner Untersuchung, die der Tageszeitung „Die Welt“ vorliegt, zu diesem Schluß.
„Die Klagewelle kommt, damit kann man fest rechnen“, sagte Meysen der Zeitung. Er geht auch davon aus, daß die „überwiegende Zahl der Klagen Erfolg haben wird“.
Der Deutsche Städtetag hält Meysens Einschätzung für plausibel und fürchtet die finanziellen Folgen:
„Es ist zu befürchten, dass es in einer Reihe von Städten zu Klagen von Eltern auf Schadenersatz kommt. Denn es besteht nach gegenwärtigem Stand die Gefahr, dass im Sommer 2013 nicht überall genügend Plätze für Kinder unter drei Jahren vorhanden sind“, erklärte ein Sprecher auf Anfrage der „Welt“

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Israel anerkennt und finanziert jetzt auch Reform-Rabbiner

Die nicht-orthodoxen Strömungen des Judentums haben in Israel einen historischen Sieg errungen:

Zum ersten Mal wird der Staat offiziell auch konservative Rabbiner und solche aus dem Reform-Judentum anerkennen und ihre Gehälter zahlen, die ebenso hoch sein werden wie die ihrer orthodoxen Kollegen.

Israel finanziert die Gehälter von Rabbinern, die für verschiedene Städte und Gemeinden religiös zuständig sind. Die orthodoxe Ordination war bisher Voraussetzung für ein solches Amt.

Bereits im Jahr 2005 hatten verschiedene Organisationen gerichtlich geklagt, da sie sich durch dieses Gesetz diskriminiert fühlten.

Nachdem ein Vermittlungsversuch gescheitert war, trug der Oberste Gerichtshof dem Staat Israel auf, seine bisherige Haltung zu überdenken und die Zulassung „nicht-orthodoxer Gemeinderabbiner“ zu prüfen.

Die Regierung hat diesen Vorschlag akzeptiert und angekündigt, in Zukunft auch nicht-orthodoxe Rabbiner zuzulassen. Der Oberste Gerichtshof muß über diese Ankündigung noch abschließend befinden.

Quelle: Israelische Tageszeitung Maariv vom 29.5.2012


Kardinal Levada zu den kirchlichen „Normen“ hinsichtlich der Privatoffenbarungen

Begleitschreiben des Präfekts der Kongregation für die Glaubenslehre, William Kardinal Levada, zu den heute vom Vatikan veröffentlichten „Normen„.

Hier folgt der vollständige Wortlaut seines Schreibens bzw. Vorworts:

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

 Normen für das Verfahren zur Beurteilung mutmaßlicher Erscheinungen und Offenbarungen

Vorwort

1. Die Kongregation für die Glaubenslehre beschäftigt sich mit Fragen bezüglich der Förderung und des Schutzes der Glaubenslehre sowie der Moral. Sie ist darüber hinaus für die Untersuchung weiterer Probleme zuständig, die mit der Glaubenspraxis in Beziehung stehen, wie Fälle von Pseudo-Mystizismus, behaupteten Erscheinungen, Visionen und Botschaften, denen ein übernatürlicher Ursprung zugeschrieben wird.

In Wahrnehmung dieser zuletzt genannten schwierigen Aufgabe, die dem Dikasterium aufgetragen ist, wurden vor inzwischen schon über 30 Jahren die Normae de modo procendendi in diudicandis praesumptis apparationibus ac revelationibus veröffentlicht. P1020947

Dieses Dokument wurde, nachdem es von den Vätern der Kongregation in der Ordentlichen Versammlung beschlossen worden war, vom Diener Gottes Papst Paul VI. am 24. Februar 1978 approbiert und sodann vom Dikasterium am 25. Februar 1978 in Kraft gesetzt.

Seinerzeit wurden diese Normae lediglich den Bischöfen zur Kenntnis gebracht, ohne dass eine amtliche Bekanntgabe erfolgte. Dies geschah nicht zuletzt deshalb, weil diese Normen zu allererst die Hirten der Kirche ansprechen.

2. Im Laufe der Zeit wurde das Dokument bekanntlich schon in mehreren Sprachen in einigen Werken zur genannten Materie veröffentlicht, freilich ohne vorherige Genehmigung durch dieses zuständige Dikasterium. Heute muss man anerkennen, dass die wesentlichen Inhalte dieser wichtigen Verordnung allgemein bekannt sind.

Deshalb hielt die Kongregation für die Glaubenslehre es für angebracht, die genannten Normen zu veröffentlichen und zugleich eine Übersetzung in den wichtigsten Sprachen zur Verfügung zu stellen.

3. Die Problematik von Ereignissen, die mit übernatürlichen Phänomenen verbunden sind, ist weiterhin für das Leben und die Sendung der Kirche aktuell. Dies zeigte sich auch kürzlich wieder in der pastoralen Sorge der Bischöfe, die im Oktober 2008 zur XII. Ordentlichen Versasmmlung der Bischofssynode über das Wort Gottes zusammengekommen waren.

Diese Sorge wurde von Papst Benedikt XVI. in einer wichtigen Passage des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens Verbum Domini aufgegriffen, in der er die Problematik in den umfassenderen Horizont der Heilsökonomie einordnet.

Es erscheint angebracht, hier an diese Lehräußerung des Papstes zu erinnern, die als Einladung zu verstehen, diesen übernatürlichen Phänomenen die ihnen zukommende Aufmerksamkeit zu schenken. Diesem Zweck soll auch die vorliegende Veröffentlichung dienen:

„Mit all dem bringt die Kirche das Bewusstsein zum Ausdruck, dass  sie in Jesus Christus dem endgültigen Wort Gottes gegenübersteht; er ist »der Erste und der Letzte« (Offb 1,17). Sayn-Abteikirche-DSC_0195-2

Er hat der Schöpfung und der Geschichte ihren endgültigen Sinn gegeben; deshalb sind wir berufen, in diesem eschatologischen Rhythmus des Wortes die Zeit zu leben, die Schöpfung Gottes zu bewohnen; »daher ist die christliche Heilsordnung, nämlich der neue und endgültige Bund, unüberholbar, und es ist keine neue öffentliche Offenbarung mehr zu erwarten vor der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus in Herrlichkeit (vgl. 1Tim 6,14 und Tit 2,13)« (Dei Verbum, 4). 

Wie die Väter während der Synode in Erinnerung gerufen haben, »zeigt sich das Besondere des Christentums im Ereignis Jesu Christi, Höhepunkt der Offenbarung, Erfüllung der Verheißungen Gottes und Mittler der Begegnung zwischen dem Menschen und Gott. Er, „der von Gott Kunde gebracht hat“ (vgl. Joh 1,18), ist das einzige und endgültige Wort, das der Menschheit gegeben wurde« (Propositio, 4).

Der hl. Johannes vom Kreuz hat diese Wahrheit wunderbar ausgedrückt:

»Da Gott uns seinen Sohn geschenkt hat, der sein einziges und endgültiges Wort ist, hat er uns in diesem einzigen Wort alles auf einmal gesagt und nichts mehr hinzuzufügen… Denn was er ehedem den Propheten nur teilweise kundgetan hat, das hat er in seinem Sohn vollständig mitgeteilt, indem er uns dieses Ganze gab, seinen Sohn.

Wer darum den Herrn jetzt noch befragen oder von ihm Visionen oder Offenbarungen haben wollte, der würde nicht bloß unvernünftig handeln, sondern Gott beleidigen, weil er seine Augen nicht einzig auf Christus richtet, sondern Anderes und Neues sucht« (Der Aufstieg zum Berge Karmel, II, 22).“

Im Licht des oben Gesagten hebt Papst Benedikt XVI. hervor:

„Folglich hat die Synode empfohlen, »den Gläubigen zu helfen, das Wort Gottes von Privatoffenbarungen zu unterscheiden« (Propositio, 47).

Diese »sind nicht dazu da, die endgültige Offenbarung Christi … zu „vervollständigen“, sondern sollen helfen, in einem bestimmten Zeitalter tiefer aus ihr zu leben« (Katechismus der Kath. Kirche, Nr. 67).

Der Wert der Privatoffenbarungen ist wesentlich unterschieden von der einer öffentlichen Offenbarung: Diese fordert unseren Glauben an, denn in ihr spricht durch Menschenworte und durch die Vermittlung der lebendigen Gemeinschaft der Kirche hindurch Gott selbst zu uns.

Der Maßstab für die Wahrheit einer Privatoffenbarung ist ihre Hinordnung auf Christus selbst. Wenn sie uns von ihm wegführt, dann kommt sie sicher nicht vom Heiligen Geist, der uns in das Evangelium hinein- und nicht aus ihm herausführt.

Die Privatoffenbarung ist eine Hilfe zu diesem Glauben, und sie erweist sich gerade dadurch als glaubwürdig, dass sie auf die eine öffentliche Offenbarung verweist.

Die kirchliche Approbation einer Privatoffenbarung zeigt daher im wesentlichen an, dass die entsprechende Botschaft nichts enthält, was dem Glauben und den guten Sitten entgegensteht; es ist erlaubt, sie zu veröffentlichen, und den Gläubigen ist es gestattet, ihr in kluger Weise ihre Zustimmung zu schenken.

Eine Privatoffenbarung kann neue Akzente setzen, neue Weisen der Frömmigkeit herausstellen oder alte vertiefen. Sie kann einen gewissen prophetischen Charakter besitzen (vgl. 1 Thess 5,19-21) und eine wertvolle Hilfe sein, das Evangelium in der jeweils gegenwärtigen Stunde besser zu verstehen und zu leben; deshalb soll man sie nicht achtlos beiseite schieben. Sie ist eine Hilfe, die angeboten wird, aber von der man nicht Gebrauch machen muss.

Auf jeden Fall muss es darum gehen, dass sie Glaube, Hoffnung und Liebe nährt, die der bleibende Weg des Heils für alle sind (Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Die Botschaft von Fatima [26. Juni 2000]: Ench. Vat. 19, Nrn. 974-1021)“.[1]

4. Diese Kongregation hofft sehr, dass die offizielle Veröffentlichung der Normen für das Verfahren zur Beurteilung mutmaßlicher Erscheinungen und Offenbarungen eine Hilfe bieten wird fürdas Engagement der Hirten der Katholischen Kirche bei der herausfordernden Aufgabe der Unterscheidung der vorgeblichen Erscheinungen und Offenbarungen, der Botschaften und Mitteilungen, oder – allgemeiner gesprochen – außergewöhnlicher Phänomene mit mutmaßlich übernatürlichen Ursprung.

Zugleich soll der Text, so ist zu wünschen, auch Theologen und anderen Experten von Nutzen sein, die auf diesem Gebiet der lebendigen Erfahrung der Kirche tätig sind, das heutzutage eine gewisse Bedeutung hat und deshalb eine immer tiefere Reflexion erforderlich macht.

Vatikanstadt, am 14. Dezember 2011, dem Gedenktag des hl. Johannes vom Kreuz

 William Kardinal Levada  Präfekt


[1] Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini über das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche, 30. September 2010, Nr. 14: AAS 102 (2010) 695-996.  –  Vgl. hierzu auch die Abschnitte im Katechismus der Katholischen Kirche, die dieser Thematik gewidmet sind (Nr. 66-67).

Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20111214_prefazione-levada_ge.html


Vatikan: Kirchliche Leitlinien zum Umgang mit Privatoffenbarungen

Vollständiger Wortlaut des heute vom Vatikan erstmals veröffentlichten Dokuments aus dem Jahre 1978

 Kongregation für die Glaubenslehre

 Normen für das Verfahren zur Beurteilung mutmasslicher Erscheinungen und Offenbarungen

 

 Vorbemerkung zur Entstehung und zum Charakter der Normen

Auf der jährlichen Vollversammlung im November 1974 haben die Väter dieser Hl. Kongregation die Probleme bezüglich mutmaßlicher Erscheinungen und häufig damit verbundener Offenbarungen untersucht. Sie sind zu folgenden Ergebnissen gekommen:

1. Dank der Kommunikationsmittel (Massenmedien) verbreiten sich heute Nachrichten über solche Erscheinungen schneller unter den Gläubigen als in früheren Zeiten. Darüber hinaus begünstigt und vervielfacht die heutige Mobilität Pilgerfahrten, so dass die kirchliche Autorität sich zur genannten Sache äußern muss.

2. Andererseits machen es die heutige Mentalität und die Notwendigkeit einer kritischen wissenschaftlichen Untersuchung schwieriger, wenn nicht fast unmöglich, mit der gebotenen Schnelligkeit jenes Urteil zu fällen, das in der Vergangenheit die Untersuchungen zur Sache abgeschlossen hat (constat de supernaturalitate, non constat de supernaturalitate) und den Ordinarien die Möglichkeit bot, den öffentlichen Kult oder andere Formen der Verehrung durch die Gläubigen zu gestatten oder zu verbieten.

Aus den genannten Gründen und damit die Verehrung durch die Gläubigen, die durch solche Geschehnisse hervorgerufen wird, sich in voller Übereinstimmung mit der Kirche entfalten und Frucht tragen kann, woran die Kirche selbst in Zukunft den wahren Charakter dieser Phänomene erkennen kann, haben die Väter beschlossen, dass in diesem Bereich das folgende Verfahren Anwendung findet.

Sobald die kirchliche Autorität über irgendwelche mutmaßlichen Erscheinungen oder Offenbarungen Kenntnis erhält, ist es ihre Aufgabe:

a) an Hand der positiven und negativen Kriterien über die Geschehnisse zu urteilen (vgl. unten Nr. I)

b) sofern diese Prüfung zu einem positiven Ergebnis führt, einige Ausdrucksformen des öffentlichen Kultes oder der Verehrung zu erlauben, wobei diese zugleich weiterhin mit großer Klugheit überwacht werden müssen (dies ist gleichbedeutend mit der Formel „pro nunc nihil obstare“);

c) im Licht der mit der Zeit gewonnenen Erfahrung und unter besonderer Berücksichtigung der geistlichen Fruchtbarkeit, die aus der neuen Verehrung hervorgeht ein Urteil über die Wahrheit und Übernatürlichkeit zu fällen, wo der Fall es erfordert.

I. Kriterien, um wenigstens mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit den Charakter mutmaßlicher Erscheinungen und Offenbarungen beurteilen zu können

A)  Positive Kriterien:

a) Eine durch genaue Untersuchungen gewonnene moralische Gewissheit oder wenigstens große Wahrscheinlichkeit über die Wirklichkeit des Ereignisses.

b) Besondere Umstände bezüglich der Wirklichkeit und der Natur des Geschehenen, wie etwa:

1. persönliche Eigenschaften des oder der Betroffenen (insbesondere psychische Ausgeglichenheit; Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit im sittlichen Lebenswandel; Aufrichtigkeit und beständige Folgsamkeit gegenüber der kirchlichen Autorität; die Fähigkeit, zu gewöhnlichen Ausdrucksformen des Glaubenslebens zurückzukehren; usw.);

2. bezüglich der Offenbarungen: Wahrheit und Irrtumslosigkeit der theologischen und geistlichen Lehre;

3. eine gesunde Verehrung sowie reichliche und anhaltende geistliche Früchte (wie etwa Geist des Gebetes, Bekehrungen, Zeugnisse der Nächstenliebe, usw.).

B)  Negative Kriterien:

a) Ein offensichtlicher Tatsachenirrtum.

b) Lehrmäßige Irrtümer, die Gott selbst, der allerseligsten Jungfrau Maria oder einem Heiligen in ihren Äußerungen zugeschrieben werden, wobei man allerdings die Möglichkeit berücksichtigen muss, dass die Person – möglicherweise unbewusst – zu einer authentischen übernatürlichen Offenbarung rein menschliche Elemente oder gar irgendwelche Irrtümer der natürlichen Ordnung hinzugefügt haben könnte (vgl. hl. Ignatius, Exerzitienbuch, Nr. 336).

c) Ein offensichtliches Gewinnstreben, das unmittelbar mit dem Geschehen verbunden ist.

d) Schwer unmoralische Handlungen, die zum Zeitpunkt oder anlässlich des Geschehens entweder von der betreffenden Person oder von ihren Anhängern begannen wurden.

e) Psychische Erkrankungen oder psychopathische Tendenzen der Person, die mit Sicherheit einen Einfluss auf das mutmaßlich übernatürliche Geschehen ausübten, sowie Psychosen, Massenhysterien oder ähnliche derartige Phänomene.

Es muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass diese positiven und negativen Kriterien indikativen und nicht taxativen Charakter haben und in kumulativer Weise bzw. in einer gewissen wechselseitigen Konvergenz angewandt werden müssen.

 II. Über die Art des Eingriffs der zuständigen kirchlichen Autorität

1. Falls im Zusammenhang mit einem mutmaßlich übernatürlichen Ereignis unter den Gläubigen gleichsam spontan ein Kult oder eine andere Form der Verehrung entsteht, ist es eine dringende Aufgabe der zuständigen kirchlichen Autorität, sich unverzüglich zu informieren und mit Umsicht eine Untersuchung durchzuführen.

2. Auf die legitime Bitte von Gläubigen hin (d. h. von solchen, die in Gemeinschaft mit den Hirten stehen und nicht von sektiererischem Geist getrieben werden) kann die zuständige kirchliche Autorität eingreifen und bestimmte Formen des Kultes oder der Verehrung erlauben und fördern, sofern dem unter Beachtung der oben genannten Kriterien nichts entgegen steht. Es muss dabei aber darauf geachtet werden, dass die Gläubigen diese Handlungsweise nicht als eine Anerkennung des übernatürlichen Charakters des Geschehens durch die Kirche missverstehen (vgl. Vorbemerkung, c).

3. Aufgrund des ihr eigenen Lehr- und Hirtenamtes kann die zuständige kirchliche Autorität auch aus eigenem Antrieb einschreiten. Unter besonderen Umständen muss sie dies sogar tun, zum Beispiel um Missbräuche in der Ausübung des Kultes oder der Verehrung zu korrigieren bzw. zu verhindern, um Irrlehren zu verurteilen, um die Gefahren eines falschen oder unangebrachten Mystizismus zurückzuweisen, usw.

4. In Zweifelsfällen, die das Wohl der Kirche in keiner Weise gefährden, soll sich die zuständige kirchliche Autorität jedes Urteils und jedes direkten Eingriffs enthalten (denn es kann auch passieren, dass im Laufe der Zeit ein Geschehen mit mutmaßlich übernatürlichem Charakter wieder in Vergessenheit gerät). Sie darf aber nicht nachlassen, wachsam zu bleiben, damit sie, wenn erforderlich, schnell und klug eingreifen kann.

III. Die zum Einschreiten zuständigen Autoritäten

1. Die Aufgabe zu wachen und einzuschreiten kommt in erster Linie dem Ortsordinarius zu.

2. Die regionale oder nationale Bischofskonferenz kann einschreiten:

a) wenn der Ortordinarius das Seine getan hat und sich an die Konferenz wendet, um ein sichereres Urteil über die Sache zu erlangen.

b) wenn das Geschehen schon die Nation oder Region betrifft, freilich immer mit der vorgängigen Zustimmung des Ortsordinarius.

3. Der Apostolische Stuhl kann sowohl auf Bitten des Ordinarius selbst oder einer qualifizierten Gruppe von Gläubigen als auch direkt auf Grund der universalen Jurisdiktion des Papstes eingreifen (vgl. unten Nr. IV).

 IV. Das Einschreiten der Hl. Kongregation für die Glaubenslehre

1. a) Das Einschreiten der Hl. Kongregation kann sowohl vom Ordinarius, nachdem er das Seine getan hat, als auch von einer qualifizierten Gruppe von Gläubigen erbeten werden. Im zweiten Fall ist darauf zu achten, dass das Ansuchen bei der Hl. Kongregation nicht durch zweifelhafte Gründe motiviert ist (wie zum Beispiel der Wunsch, den Ordinarius zur Abänderung seiner rechtmäßig getroffenen Entscheidungen zu zwingen oder einer sektiererischen Gruppe Anerkennung zu verschaffen, usw.).

b) Es ist Aufgabe der Hl. Kongregation, bei schwierigeren Fällen, besonders wenn die Sache einen größeren Teil der Kirche betrifft, aus eigenem Antrieb einzugreifen, stets nachdem der Ordinarius und, wenn es die Situation erfordert, auch die Bischofskonferenz gehört wurde.

2. Es kommt der Hl. Kongregation zu, die Vorgangsweise des Ordinarius zu prüfen und zu billigen oder, wo dies möglich und angeraten erscheint, eine neue Untersuchung der Sache, die sich von der durch den Ordinarius durchgeführten unterscheidet, einzuleiten, sei es durch die Kongregation selbst oder durch eine Sonderkommission.

Die vorliegenden Normen sind in der Vollversammlung dieser Hl. Kongregation beschlossen und von Papst Paul VI., feliciter regnans, am 24. Februar 1978 approbiert worden.

Rom, am Sitz der Hl. Kongregation für die Glaubenslehre, am 25. Februar 1978.

 Franjo Kardinal Šeper Präfekt

 + Jérôme Hamer, O.P. Sekretär

Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19780225_norme-apparizioni_ge.html


Panama: Katholische Kirche auf Platz 1 der beliebtesten Einrichtungen

Die katholische Kirche genießt das höchste öffentliche Ansehen unter den Institutionen im mittelamerikanischen Staat Panama.  Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die von der Tageszeitung La Prensa in Auftrag gegeben worden war.

Fast zwei Drittel der Befragten nannten auf die Frage, welche Einrichtung ihnen das meiste Vertrauen einflöße, die katholische Kirche.

Diese tritt in Panama oft als Vermittlerin in Konflikten aller Art in Erscheinung. Erst jüngst hatten Gewerkschaften die katholische Kirche um Hilfe zur Beilegung eines sozialen Konflikts gebeten; es geht um einen Ärztestreik, der die medizinische Versorgung in Panama praktisch zum Erliegen brachte.

Quelle: Fides, Radio Vatikan