Deutscher Banker Hermann Schmitz ist kommissarischer Leiter der Vatikanbank

Ettore Gotti Tedeschi hat sein Amt als Chef der Vatikanbank IOR (Istituto per le Opere Religiose) niedergelegt. Der Vatikanische Pressesaal hatte gestern erklärt, der bisherige Präsident sei an bestimmten Aufgaben gescheitert; der Rat habe ihm das Mißtrauen ausgesprochen und den Rücktritt nahegelegt.

„Der Rat sucht einen ausgezeichneten neuen Präsidenten, der dem Institut helfen wird, effektive und starke Beziehungen zwischen dem Institut und der Finanzwelt auf der Basis gegenseitigen Respekts vor den international gängigen Bankenstandards zu fördern“, heißt es in der Stellungnahme.

Bis zur Wahl eines neuen Präsidenten wurde der bisherige Vizepräsident, der deutsche Banker Hermann Schmitz, mit der Leitung betraut.

Die Vatikanbank IOR, gegründet 1942 von Papst Pius XII., verwaltet Gelder kirchlicher Stiftungen, von Bischofskonferenzen, Päpstlichen Universitäten, Ordensgemeinschaften und Gesellschaften. Es untersteht direkt dem Papst. Die fünf Laien des Aufsichtsrats werden vom Kardinalskollegium bestimmt.

Ordensleute, Vatikanangestellte und Diplomaten beim Heiligen Stuhl können bei dem IOR Konten einrichten. Papst Benedikt hat das Kontrollgremium AIF eingerichtet.

Quelle: kath. Nachrichtendienst ZENIT


Bundesverband Lebensrecht kritisiert Bundestags-Beschluß zur Organspende

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), Martin Lohmann, erklärt zur heutigen Entscheidung des Deutschen Bundestages zur Organspende:

„Das weitreichende Ergebnis, zu dem der Deutsche Bundestag zur Organspende heute ohne gründliche parlamentarische Debatte oder vorherige Anhörung leider gefunden hat, ist mehr als enttäuschend.

Hier wird in einer entscheidenden Frage der Würde und der Selbstverantwortung des Menschen eine verhängnisvolle Richtung eingeschlagen. Denn im interessengeleiteten Bemühen zur Bereitschaft von mehr Organspenden verliert sich immer mehr die Achtung vor der Würde des Menschen bis zu seinem natürlichen Lebensende.

Der Gesetzgeber überläßt es allein den Ärzten, den Todeszeitpunkt durch die kritisch zu hinterfragende Hirntoddefinition festzulegen.  Der Hirntote ist jedoch nicht tot, sondern wird trotz weiterer künstlicher Beatmung und hoher Schmerzmitteldosierung bei der Organentnahme, um unerwünschte Reaktionen zu unterbinden, als tot „erklärt“, ist jedoch tatsächlich ein Kranker und Sterbender.

Die neue Gesetzeslage kann nur noch mühsam den Anschein von Freiwilligkeit bei der Organspende aufrecht erhalten. Denn die Bürger werden nun regelmäßig und nachdrücklich ausgerechnet von ihrer Krankenkasse aufgefordert, ihre „Organe“ doch zum Zeitpunkt X auf jeden Fall zu spenden.

Statt dessen hat der Gesetzgeber nunmehr eine verschleierte Zwangsregelung auf den Weg gebracht, die einer ambitionierten Entmündigung durch eine mehr oder weniger offene Druckausübung gleichkommt. Die sonst so hoch gelobte Selbstbestimmung wird faktisch ausgehöhlt und unterlaufen. Das ist keine der unantastbaren Würde des Einzelnen entsprechende gerechte Vorgehensweise.

Es ist also erschreckend, dass in Deutschland die Sensibilität für den unbedingten Schutz des Lebens zu verdunsten scheint.“


Portugal: Ärchäologen entdecken in römischer Villa ältestes jüdisches Zeugnis

Archäologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben bei Ausgrabungen nahe der Stadt Silves im Süden Portugals das bisher älteste Zeugnis jüdischer Kultur auf der Iberischen Halbinsel entdeckt.

Auf einer etwa 40 mal 60 Zentimeter großen Marmorplatte ist in hebräischer Schrift der Name „Yehiel“ (der bereits im AT vorkommt) zu lesen, gefolgt von weiteren Buchstaben, die bisher nicht entziffert werden konnten.
Die Jenaer Archäologen vermuten, daß es sich bei dem neuen Fund um eine Grabplatte handelt. Hinweise auf die Datierung der Inschrift gab ein Geweih, das unmittelbar neben der Platte in einer Schuttschicht lag. „Das organische Material des Geweihs wurde mittels Radiokohlenstoffdatierung sicher in die Zeit um 390 n. Chr. datiert“, erklärt Grabungsleiter Dr. Dennis Graen von der Universität Jena.
Das bis dahin früheste Zeugnis jüdischer Einwohner auf dem Gebiet des späteren Portugal sei bislang ebenfalls eine Grabplatte mit einer lateinischen Inschrift und der Abbildung einer Menora  –  also einem siebenarmigen Leuchter  –  aus dem Jahr 482 n. Chr. gewesen. Die frühesten bisher bekannten hebräischen Inschriften stammen aus dem 6. oder 7. Jahrhundert nach Christus.

Etwas Besonderes ist dabei nicht nur das frühe Datum, sondern auch der Fundort, denn in einer römischen Villa seien bisher noch nie jüdische Funde gemacht worden, erklärt der Jenaer Archäologe. In der Regel schrieben Juden im Römischen Reich dieser Zeit eher Latein, aus Angst vor Repressalien. Hebräisch, wie auf der gefundenen Marmortafel, wurde erst wieder ab dem Niedergang der römischen Vorherrschaft bzw. in der anschließenden Völkerwanderungszeit ab dem 6. oder 7. Jahrhundert nach Christus verwendet.

„Uns überrascht vor allem auch, dass wir ausgerechnet in einer ländlichen Gegend Spuren dafür gefunden haben, dass Römer – in diesem Fall wohl romanisierte Lusitanier – und Juden zusammenlebten“, sagt Dennis Graen. „Eher hätten wir das in einer Stadt vermutet.“

Informationen über die jüdische Bevölkerung in Portugal und der Umgebung im Allgemeinen lieferten bisher vor allem Schriftquellen. „Während des Konzils in der spanischen Stadt Elvira, das um 300 n. Chr. stattgefunden hat, wurden Regeln zum Zusammenleben von Juden und Christen erlassen. Es muss also damals auf der Iberischen Halbinsel schon eine größere Anzahl Juden gegeben haben“, erläutert Dennis Graen  –  nur fehlten bislang archäologische Beweise.

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena, veröffentlicht in http://www.extremnews.com

 


CDL: Es droht eine Vergesellschaftung der Organspende

Mit breiter Mehrheit hat der Bundestag heute die Gesetze zur Neuregelung der Organspende beschlossen, wobei wichtige Weichenstellungen die postmortale Organspende fördern sollen.

Die Christdemokraten für das Leben e.V. (CDL) kritisieren durch ihre Bundesvorsitzende Mechthild Löhr (siehe Foto) vehement Art und Umfang der sog. neuen „Entscheidungslösung“:

„Schon länger hat die Gesundheitspolitik es zu ihrem Ziel erklärt, die Zahl der Organspender in Deutschland deutlich zu erhöhen. Nicht einmal die zahlreichen aktuellen Ungereimtheiten und Skandale um die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), die hierzulande das Monopol für Organverteilung und Entnahme ausübt, haben den Bundestag davon abgehalten, heute ohne Anhörung kritischer Positionen in zweiter und dritter Lesung Gesetze zur Neuregelung der Organspende durchzudrücken.

Die zu beobachtende Skepsis der Bürger gegenüber postmortalen Organentnahmen ist aber nicht grundlos und sogar noch gestiegen.

Deshalb soll jetzt auf die Bürger staatlicherseits wachsender moralischer Druck ausgeübt werden, ohne sie über den international umstrittenen Hirntod als definitorischer Voraussetzung für eine Organentnahme aufzuklären.

Im Gesetz ist denn auch stets von Organentnahme n a c h dem Tod die Rede, die Definition des Todes überläßt der Gesetzgeber den Ärzten. Diese ist und bleibt somit in den verschieden EU-Ländern unterschiedlich.

Hirntote sind zu diesem Zeitpunkt allerdings eindeutig noch Lebende im Sterbeprozeß, die künstlich beatmet werden. Deshalb wird zu Unrecht der Eindruck erweckt, daß man bei der Entnahme von Organen bereits tot sei.

Der Bundestag hat durch die nunmehr beschlossene generelle und regelmäßige bundesweite Erfassung der Organspendebereitschaft jedes einzelnen Bürger eine neue Grenze zur Vergesellschaftung überschritten.

Er fordert jetzt die Krankenkassen auf, auf den elektronischen Gesundheitskarten die Organspenderfunktion festzuhalten. Auch das regelmäßige Anschreiben aller Bürger, um ihre Organspendebereitschaft zu erfassen und damit Auskunft über eine persönliche Frage auf Leben und Tod zu erhalten, offenbart eine unglaubliche Hybris des Staates.

Zwar wird bei der vorgeschlagenen Lösung noch formal das Prinzip der Freiwilligkeit gewahrt, doch übt der Staat mittelbaren moralischen Zwang auf die Bürger aus. Das hat durchaus den Charakter einer ethischen Nötigung und mißachtet das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

Besonders bei körperlich oder psychisch schwer erkrankten Menschen könnte diese Dauerbefragung zusätzlich äußert negative Konsequenzen haben.

Eine wirklich sachgerechte und angemessene Aufklärung über die Hirntod-Diagnose würde sicher weiterhin viele Menschen davon abhalten, sich als Organspender zur Verfügung zu stellen.

Verstärkend kommen die jüngste Reihe der Skandale bei der Stiftung Organtransplantation (DSO) und die erheblichen wirtschaftlichen Interessen hinzu, die sich rund um den Organhandel national wie international drehen. Bei vielen Bürgern flößt es zu Recht ein tiefes Mißtrauen ein, wenn der Staat höchstpersönliche Daten abfragt und speichert.

Es wird sich jetzt wohl nur noch durch das Bundesverfassungsgericht klären lassen, ob der Staat überhaupt befugt ist, Daten dieser Art über jeden Bürger permanent zu erheben und durch Dritte verwalten zu lassen.

Daß auch dieses wichtige Gesetz heute in 2. und 3. Lesung im Eiltempo und ohne vorherige Anhörung durch eine breite Allparteienkoalition verabschiedet worden ist, wirft zusätzlich ein bedenkliches Licht auf die aktuelle parlamentarische Diskussionskultur unseres Landes.”

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) sind eine selbständige Initiative in der CDU/CSU mit 5000 Mitgliedern, darunter zahlreiche Bundestags-, Landtags- und Europa-Abgeordnete sowie Kommunalpolitiker.


Informatives Gratis-Buch: „Christen in großer Bedrängnis“

Christen in großer Bedrängnis 2011

In vielen Teilen der Welt  – vor allem in kommunistischen und islamischen Ländern  – werden  Christen diskriminiert, inhaftiert und ermordet.

Das kath. Hilfswerk KIRCHE IN NOT erarbeitet deshalb regelmäßig aktuelle Überblicke zur Lage der verfolgten Christen weltweit.

Die Buch-Dokumentation „Christen in großer Bedrängnis 2011“ erläutert anhand ausgewählter Länderberichte die Ursachen und Formen heutiger Unterdrückung von Christen und anderen Religionsgemeinschaften.

Dieses informative und übersichtliche Buch kann kostenlos bei „Kirche in Not“ bestellt werden: kontakt@kirche-in-Not.de

KIRCHE IN NOT – Ostpriesterhilfe Deutschland e.V. / 81545 München / Lorenzonistr. 62
Tel. 089-6424888-31  / Fax 089-6424888-50
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Kuba: Erzbischof empfing christliche Bürgerrechtlerinnen („Damen in Weiß“)

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, empfing der katholische Erzbischof von Santiago de Cuba, Dionisio García, gestern eine Delegation der Bürgerrechtsgruppe Damas de Blanco („Damen in Weiß“).

Die Sprecherin der Gruppe, Berta Soler, sowie drei ihrer Kolleginnen baten den Erzbischof u.a. um die Freilassung von mehr als 50 politischen Gefangenen, die von der kommunistischen Diktatur verhaftet wurden.

Die „Damen in Weiß“, die jeden Sonntag die hl. Messe besuchen und danach in friedlichen Protestmärschen Freiheit für alle politischen Gefangenen fordern, übergaben Erzbischof García zudem eine Liste mit den Namen von 60 „Damen in Weiß“, die während des Besuches von Papst Benedikt auf der Insel verhaftet worden waren.

Berta Soler bezeichnete den Erzbischof nach dem Treffen als „sehr aufnahmebereit“; die „Damen in Weiß“ konnten mit ihm ihre Ansichten über die politische Situation Kubas und ihre Ziele als christliche Bürgerrechtlerinnen austauschen.

Die IGFM, die auf Kuba mit einer Arbeitsgruppe vertreten ist, begrüßt die Entscheidung der kath. Kirche, den vier „Damen in Weiß“ eine Audienz zu gewähren, zumal der Wunsch der „Damen in Weiß“, im vergangenen März den Papst zu treffen, aus Termingründen unerfüllt blieb.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba: http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html 


Unions-Fraktion lehnt Euro-Bonds und „Wachstum auf Pump“ entschieden ab

Newsletter Fraktion direkt der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
In einer heutigen Info-Aussendung (Newsletter) der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag heißt es u.a.:„Die Unionsfraktion schließt die Einführung gemeinsamer Anleihen der Euro-Staaten, sog. Euro-Bonds, aus.

In der neuesten Ausgabe von „Fraktion direkt“ erklärt der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder, warum Euro-Bonds das falsche Instrument zur Bewältigung der Staatsschuldenkrise in der Währungsunion wären.

In diesem Zusammenhang berichtet „Fraktion direkt“ auch ausführlich über die Aktuelle Stunde im Bundestag, die sich mit den gemeinsamen Anleihen beschäftigte.

Der neue Erste Parlamentarische Geschäftsführer Michael Grosse-Brömer bescheinigte im Zusammenhang mit der Europa-Politik der SPD widersprüchliches Verhalten. Er kündigte an, dass sich die Union in Zukunft mehr mit den Ungereimtheiten aus den Reihen der Opposition beschäftigen werde.

Mit welchen Mitteln die EU-Staaten künftig für mehr Wachstum sorgen wollen, beschreibt unser Newsletter auf einer weiteren Seite. Wachstum auf Pump kommt dabei nicht in Frage.“

Ausführliche Infos der Unionsfraktion können hier „heruntergeladen“ werden:
Fraktion direkt 60.pdf

Zusätzlich veröffentlichte die Unions-Fraktion heute folgende PRESSEMELDUNG:

Finger weg von Euro-Bonds

Die von der Opposition bislang geforderte Einführung von Euro-Bonds hätte erhebliche Auswirkungen auf die Kommunen. Dazu erklärt der kommunalpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Götz:

„Wenn SPD-Parteichef Sigmar Gabriel heute regieren würde, hätten wir längst Euro-Bonds. Die Konsequenzen für Deutschland wären höhere Zinsen.

Nach einer Einschätzung des ifo-Instituts entstünden für die öffentlichen Haushalte Mehrkosten von bis zu 47 Milliarden Euro pro Jahr.

Für die Städte, Gemeinden und Landkreise bedeuten nur ein Prozent höhere Zinsen eine jährliche Mehrbelastung von rund 1,5 Milliarden Euro. Die Kommunen brauchen ihr Geld dringender für Investitionen und soziale Aufgaben. – Deshalb: Finger weg von Euro-Bonds!“