„Baby-Rosenkranz“: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht…

Die Heilsnotwendigkeit der Taufe ist ein Dogma

Die Bloggerin und Ordensfrau Sr. Michaela Voss setzt sich für die Verbreitung eines „Baby-Rosenkranzes“ ein  – auch „Rosenkranz für die Ungeborenen“ genannt.

Es geht also nicht um eine Rosenkranz-Perlenschnur für die Kleinsten, sondern um ein spezielles Rosenkranzgebet zugunsten ungeborener Kinder. Baby (2)

Die Absicht ist sicherlich lobenswert, das Anliegen grundsätzlich auch, doch die Ausführung wirft wohl schon eine Reihe von Fragen und kritischen Anfragen auf.

Eines ist klar: Wir sollen für schwangere Mütter beten, damit sie sich für ihre ungeborenen Kinder entscheiden und ihnen das Lebensrecht nicht verweigern. Auch Segensbitten für die Babys im Mutterleib sind in Ordnung.

Es gibt jedoch bei diesem Thema gewisse theologische Grenzen, die wir nicht im frommen Übereifer links liegen lassen können. So ist es ein biblisch begründetes katholisches Dogma, daß die Taufe objektiv heilsnotwendig ist; sie ist das Tor zur Gotteskindschaft und zum ewigen Leben.

Das schließt ein Gnadenhandeln Gottes außerhalb der Taufe (inkl. Begierdetaufe, Bluttaufe)  nicht unbedingt aus. Tatsache ist aber: für die Kirche und damit für alle Gäubigen bleibt festzuhalten, daß die Taufe das Fundament für unser Heil darstellt. Schneeflocke-DSC_0409-3

Daher lehrte der hl. Thomas von Aquin und mit ihm viele weitere kirchlichen Theologen, daß ungetaufte Kinder, die noch nicht persönlich gesündigt haben können, die aber nicht durch die Taufe von der Erbschuld befreit sind, in den sog. „Limbus“ gelangen, also in einen jenseitigen Zustand natürlicher Zufriedenheit  – allerdings ohne die seligmachende Anschauung Gottes. Diese Limbus-Lehre würde dann auch für abgetriebene oder totgeborene Kinder gelten, die nicht getauft sein können.

Wir haben bereits erläutert, warum eine Art „Fern-Taufe“ ungeborener (abgetriebener) Kinder theologisch nicht möglich ist:  https://charismatismus.wordpress.com/2012/03/13/eine-%E2%80%9Efern-taufe-abgetriebener-kinder-ist-nicht-moglich/

Nun ist der sog. „Baby-Rosenkranz“ zwar gewiß keine Fern-Taufe, doch der Text ist nicht weit von dieser Vorstellung entfernt und kreist mehr oder weniger verdeckt um das Anliegen, ungeborene Kinder durch diesen Spezial-Rosenkranz gewissermaßen in „Gotteskinder“ zu verwandeln.

Wohlgemerkt: Alle Menschen sind Geschöpfe Gottes, auch die ungetauften  – aber die Kindschaft vor Gott erlangen wir durch die Taufe, wie die Kirche lehrt.

Nun also zu diesem Baby-Rosenkranz für die Ungeborenen:

Bereits die Anrede „Maria, Gnadenmittlerin des ungeborenen Erlösers“ ist zumindest auslegungsbedürftig. Diese neue Anrufung (kirchlich bislang nicht bekannt) wird damit begründet, daß die Gottesmutter, als sie gesegneten Leibes ihre Verwandte besuchte, unseren Erlöser zu Elisabeth gebracht hat  – die wiederum vom Hl. Geist erfüllt wurde, während der künftige Prophet Johannes der Täufer im Leib seiner Mutter Elisabeth vor Freude jubelte. Dies ist alles zweifellos richtig.

Nun läßt sich dieses besondere heilsgeschichtliche Ereignis allerdings nicht allgemein auf die Ungeborenen übertragen. Dazu kommt, daß es eben heute keinen „ungeborenen Erlöser“ mehr gibt, der Titel „Maria, Gnadenmittlerin des ungeborenen Erlösers“ daher unangebracht erscheint.

Christus sitzt als der geopferte und verherrlichte Gottmensch zur Rechten des  himmlischen Vaters. Die erwähnte Anrufung ist daher zumindest mißverständlich und tendenziell unangemessen.

Sodann soll bei jeder der zehn Rosenkranz-Ave-Perlen gebetet werden:

„Dein Blut komme über uns und unsere Kinder, damit die gerettet werden, die Du so sehr liebst.“

Damit wird im ersten Halbsatz die Bibelstelle Mt 27,25 zitiert, also die Selbstverfluchung jenes Pöbels in Jerusalem, der den Tod Christi forderte.

Man will nun gewissermaßen den Fluch in einen Segen verwandeln, denn selbstverständlich ist Christi geopfertes Blut der größte Segen, ja das Unterpfand unserer Rettung: Durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade“, wie der hl. Apostel Paulus an die Epheser schreibt.

Ist es aber nicht äußerst grenzwertig, in einem frommen Gebet jenen Fluch wörtlich zu zitieren, wenngleich in der Meinung, den Zusammenhang positiv zu verändern?  –  Entscheidend sind eben nicht wohlmeinende Absichten, sondern der tatsächliche Wortlaut, der im Rahmen eines Rosenkranzgebets geradezu makaber wirkt.

Bei den Vaterunser-Perlen soll man u.a. Folgendes beten:

Ewiger Vater, durch die Fürsprache Mariens,
der Gnadenmittlerin des ungeborenen Erlösers
gieße aus über alle Ungeborenen den Heiligen Geist,
der lebendig macht, der Geist, in dem wir rufen dürfen: Abba! Vater!

Wird mit dieser Gebetsformel nicht doch „ums Eck herum“ der Versuch gestartet, eine Art „Fern-Taufe“ für ungeborene Kinder zu vollziehen?

Denn wie soll der „Heilige Geist“ über sie „ausgegossen“ werden, wenn sie nicht getauft sind?

Die Ausgießung des Hl. Geistes setzt die Gotteskindschaft, das Gnadenleben und damit die Taufe voraus, denn sie ist das sakramentale Tor zum Leben, die Grundlage des göttlichen Gnadenwirkens.

Wie bereits erwähnt: Gottes außerordentliches Gnadenhandeln bleibt IHM überlassen, doch die Kirche und damit wir Gläubigen sind an die von IHM geschaffene  objektive Ordnung gebunden, an den „ordentlichen Heilsweg„, den wir nicht einfach nach eigenem Belieben und in noch so fromm gemeinter Willkür überspringen sollten.

Daher: JA zum Gebet für schwangere Mütter und Ungeborene  –  aber Vorsicht vor gewissen „Grenzüberschreitungen“, die theologisch zumindest mißverständlich sind  – und die bei unsicheren Gläubigen  irreführend wirken können (als ob die Taufe nicht mehr heilsnotwendig sei).

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Hier der Link zum Babyrosenkranz: https://sites.google.com/site/gebetfuerdieungeborenen/gebete/-babyrosenkranz

 

Gedicht über die Heilige Schrift: Das schönste Buch von allen!

   Die Bibel

Das schönste Buch von allen!
Ehrwürdig, heilig, rein!
Nun tritt in seine Hallen
mit Ehrfurcht nur herein!

Die Welt konnt’ nicht ersinnen
dies „aller Bücher Buch“;
Du findest  L e b e n  drinnen,
so nimm und lies und such’!

Von  G o t t  nur kann es stammen,
es zeigt des Ewigen Herz;
für G o t t will es entflammen
und führen h i m m e l w ä r t s.

Gleich einem  M e e r  es achte,
An edlen  P e r l e n  reich;
`s ist einem tiefen Schachte
voll echten  G o l d e s   gleich.

 Geschichte, gute  L e h r e,
Weissagung gibt dies Buch;
verkündend Gottes Ehre,
verheißend Segen, Fluch.

Willst Segen Du gewinnen
aus Gottes edlem Wort,
dann lauf nicht wie die  S p i n n e n
schnell über alles fort!

Soll’s Dir ein Herz entflammen,
bleib auch hiervor bewahrt:
Trag nicht nur Stoff zusammen
so nach  A m e i s e n a r t .

Doch Honig wie die  B i e n e
saug’  Du aus Gottes Wort,
daß Dir’s und anderen diene
zum Segen hier und dort!

Halt fest, was Dir gegeben,
dank Gott, gehorch’ und glaub’,
daß niemand Dir das Leben,
die ew’ge Krone raub’.

Wilhelm Langguth


Klarstellungen der Glaubenskongregration über Priestertum und heilige Messe

Vollständiger Wortlaut eines von Kardinal Joseph Ratzinger 1983 unterzeichneten Dokuments:

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

SACERDOTIUM MINISTERIALE (Dienst der Priester)

SCHREIBEN AN DIE BISCHÖFE DER KATHOLISCHEN KIRCHE
ÜBER EINIGE FRAGEN BEZÜGLICH DES DIENERS DER EUCHARISTIE
VOM 16.8.1983

I. Einführung

1. Bezüglich Aufgabe und Dienst der Priester hat das Zweite Vatikanische Konzil die Lehre bestätigt, daß das hierarchisch gegliederte Priesteramt sich nicht nur dem Rang, sondern dem Wesen nach vom allgemeinen Priestertum der Gläubigen unterscheidet, und hat damit zur Glaubensgewißheit erklärt, daß allein Bischöfen und Priestern die Vollmacht zukommt, das eucharistische Geheimnis zu vollziehen.

Denn obwohl alle Gläubigen am einmaligen und einzigartigen Priestertum Christi teilhaben und bei der Darbringung der Eucharistie mitwirken, ist allein der zum heiligen Dienst bestellte Priester kraft des Weihesakramentes bevollmächtigt, das eucharistische Opfer „in persona Christi“ zu vollziehen und es im Namen des ganzen christlichen Volkes darzubringen.(1)

2. In den letzten Jahren wurden jedoch mehr und mehr Ansichten verbreitet und zuweilen auch schon in die Praxis übertragen, die die oben erwähnte Lehre leugnen und so das kirchliche Leben in seinem Innersten verletzen.

Diese Ansichten, die unter verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen Begründungen vorgetragen werden, finden bei den Gläubigen mehr und mehr Anklang zum Teil, weil behauptet wird, solche Meinungen stützten sich auf wissenschaftliche Fundamente, zum Teil auch unter dem Vorwand, nur so könne den pastoralen Notwendigkeiten in den christlichen Gemeinden und deren sakramentalem Leben entsprochen werden.

3. Es ist daher der Glaubenskongregation ein dringliches Anliegen, den Oberhirten in brüderlichem Geist beizustehen. Sie möchte hier einige wesentliche Gesichtspunkte der kirchlichen Lehre bezüglich des Dieners der Eucharistie in Erinnerung rufen, so wie sie uns durch die lebendige Tradition übermittelt wurden und wie sie auch in früheren Dokumenten des Lehramts zum Ausdruck kamen.(2)

Sie setzt die vom Zweiten Vatikanischen Konzil gebotene umfassende Darstellung des priesterlichen Dienstes voraus, hält es aber in der gegenwärtigen Situation für dringend geboten, das Besondere und Wesentliche der priesterlichen Aufgabe noch deutlicher herauszustellen.

II. Irrige Meinungen

1. Von den Vertretern der neuen Meinungen wird behauptet, daß jede christliche Gemeinde schon aufgrund der Tatsache, daß sie sich im Namen Christi versammelt und somit den Vorzug der ungeteilten Gegenwart Christi genießt (vgl. Mt 18, 20), mit allen Vollmachten ausgestattet sei, die der Herr seiner Kirche zuteilen wollte.

Es wird ferner erklärt, die Kirche sei in dem Sinn apostolisch zu nennen, daß alle, die in der Taufe wiedergeboren, in die Kirche eingegliedert wurden und am Priestertum, Prophetenamt und Königtum Christi teilnehmen, auch als wirkliche Nachfolger der Apostel zu gelten haben. Da die gesamte Kirche zunächst in den Aposteln vorgebildet war, sei daraus zu folgern, daß auch die Einsetzungsworte der Eucharistie, die zunächst an die Apostel gerichtet waren, für alle bestimmt seien.

2. Der Dienst der Bischöfe und Priester sei infolgedessen für eine geregelte Ordnung der Kirche zwar notwendig, doch unterscheide er sich vom allgemeinen Priestertum der Gläubigen nicht durch das, was die Teilhabe am Priestertum Christi im strengen Sinn betrifft, sondern allein hinsichtlich dessen Vollzug. Deshalb sei die sogenannte Aufgabe der Gemeindeleitung  ‒  die den Auftrag zur Predigt und zum Vorsitz der liturgischen Versammlung einschließt  ‒  nichts anderes als eine Beauftragung, um die rechte Ordnung in der Gemeinde aufrechtzuerhalten, die deshalb aber nicht sakralisiert werden dürfe.

Die Beauftragung zu solchem Dienst füge keine neue und im eigentlichen Sinn »priesterliche« Fähigkeit hinzu ‒ der Ausdruck »Priester« wird in diesem Zusammenhang meist vermieden ‒ noch präge sie ein besonderes Kennzeichen ein, wodurch der Betroffene ontologisch betrachtet für sein Amt in einen neuen Zustand erhoben wird.

Die Beauftragung bedeute letztlich nichts anderes, als daß nun vor der Gemeinde die von Anfang an im Sakrament der Taufe grundgelegte Fähigkeit zur Geltung komme.

3. Infolge der Apostolizität der einzelnen Ortsgemeinden, in denen Christus nicht weniger gegenwärtig ist als in der bischöflichen Struktur, könne jede Gemeinde, sei sie auch noch so klein, die ihr ursprünglich übertragene Vollmacht in Anspruch nehmen, wann immer sie über längere Zeit jenes wesentliche Element entbehren müßte, das die Eucharistie darstellt. Es komme ihr also das Recht zu, ihren eigenen Vorsteher und Leiter zu ernennen und ihm alle Fähigkeiten zu übertragen, die zur Leitung der Gemeinde notwendig sind einschließlich des Vorsitzes bei der Eucharistie und der Vollmacht zu deren Konsekration.

Gott selbst  ‒  so wird behauptet  ‒  könne unter derartigen Umständen auch ohne Sakrament die Amtsvollmachten nicht verweigern, die er im Normalfall allein durch das Weihesakrament gewährt.

Zu dieser Schlußfolgerung trägt auch die Tatsache bei, daß die Feier der Eucharistie oft lediglich als ein Akt der Ortsgemeinde verstanden wird, die sich versammelt, um im Brechen des Brotes des letzten Abendmahles zu gedenken. Sie beinhalte daher mehr ein brüderliches Mahl, in dem die Gemeinde sich zusammenfindet und sich so zum Ausdruck bringt, als daß sie eine sakramentale Erneuerung des Opfers Christi darstellt, dessen erlösende Kraft sich auf alle Menschen erstreckt, auf Anwesende und Ferne, auf Lebende und Tote.

4. Auf der anderen Seite haben in manchen Gegenden die irrigen Ansichten hinsichtlich der Notwendigkeit geweihter Priester zur Feier der Eucharistie einige dazu verleitet, im Rahmen der Glaubensverkündigung die Sakramente der Eucharistie und Priesterweihe in ihrem Wert mehr und mehr zu schmälern.

III. Die Lehre der Kirche

1. Auch wenn die oben genannten Meinungen in oft abgestuften und unterschiedlichen Formen vorgetragen werden, so münden sie doch alle in die eine Schlußfolgerung ein: die Vollmacht, das Sakrament der Eucharistie zu vollziehen, sei nicht notwendigerweise mit dem Weihesakrament verbunden.

Es liegt auf der Hand, daß eine solche Schlußfolgerung in keiner Weise mit dem überlieferten Glauben in Einklang gebracht werden kann, denn auf diese Weise wird nicht nur die den Priestern anvertraute Amtsvollmacht verworfen, sondern die gesamte apostolische Struktur der Kirche verletzt und die Heilsökonomie der Sakramente zerstört.

2. Nach der Lehre der Kirche wird die Teilnahme am Wort des Herrn und an dem von ihm geschenkten göttlichen Leben von Anfang an in dem einen, einzigen Leib gewährt, den sich der Herr selbst die Zeiten hindurch auferbaut. Dieser Leib, das heißt die Kirche Christi, wird von ihm selbst beständig durch die Gaben der Dienste und Ämter geordnet; »er wird durch Gelenke und Bänder versorgt und zusammengehalten und wächst so durch Gottes Wirken« (Kol 2, 19).(3)

Diese Struktur der Ämter wird in der Tradition der Kirche mittels der dreifachen Gewalt entfaltet, die den Aposteln und deren Nachfolgern anvertraut wurde, nämlich der Gewalt zu heiligen, zu lehren und die Kirche im Namen Christi zu leiten.

Die Apostolizität der Kirche ist nicht so zu verstehen, daß alle Gläubigen Apostel wären,(4) auch nicht in kollektiver Form.

Keiner Gemeinde kommt die Vollmacht zu, ein apostolisches Amt zu verleihen, denn dies wird grundsätzlich vom Herrn selbst zugeteilt. Wenn also die Kirche in den Glaubensbekenntnissen apostolisch genannt wird, so kommt damit zum Ausdruck, daß ihr Lehramt in Übereinstimmung mit der Glaubenslehre der Apostel steht und daß darüber hinaus eine wirkliche Fortführung des Auftrags der Apostel durch die Struktur der Nachfolge zur Geltung kommt, kraft derer die den Aposteln übertragene Sendung bis ans Ende der Zeiten fortdauern soll.(5)

Die derart strukturierte Nachfolge der Apostel, die die Apostolizität der ganzen Kirche begründet, gehört zur lebendigen Tradition, die für die Kirche von Anfang an zur prägenden Gestalt wurde und es weiterhin sein wird. Deshalb führen alle Versuche vom rechten Weg ab, die dieser lebendigen Tradition einzelne Teile der Hl. Schrift entgegenstellen, um daraus das Recht auf andere Strukturen abzuleiten.

3. Die katholische Kirche, die in Jahrhunderten gewachsen ist und aufgrund des Lebens, das ihr vom Herrn durch die Ausgießung des Hl. Geistes geschenkt wurde, immer weiterwächst, hat stets ihre apostolische Struktur bewahrt getreu der Tradition der Apostel, die in ihr lebt und fortdauert.

Wenn sie den Erwählten unter Anrufung des Hl. Geistes die Hände auflegt, so ist sie sich dessen bewußt, in der Kraft des Herrn zu handeln, der die Bischöfe als Nachfolger der Apostel in besonderer Weise an seiner dreifachen Sendung als Priester, Prophet und König teilhaben läßt. Ihrerseits übertragen die Bischöfe ihr Dienstamt in unterschiedlicher Abstufung an verschiedene Personen in der Kirche.(6)

Wenn daher auch alle Getauften sich vor Gott der gleichen Würde erfreuen, so wollte der göttliche Lehrmeister doch die christliche Gemeinde hierarchisch gegliedert wissen. Deshalb bestehen von den Anfängen an in ihr besondere apostolische Ämter, die aus dem Weihesakrament hervorgehen.

4. Unter jenen Aufgaben, die Christus ausschließlich den Aposteln und deren Nachfolgern übertragen hat, ragt in besonderer Weise die Vollmacht heraus, die Eucharistie zu feiern. Allein den Bischöfen, ebenso den Priestern, denen die Bischöfe selbst Anteil an ihrem Amt gegeben haben, ist daher die Vollmacht vorbehalten, im eucharistischen Geheimnis neu zu vollziehen, was Christus beim Letzten Abendmahl getan hat.(7)

Damit jene ihre Aufgaben  ‒  speziell den wichtigen Dienst, das eucharistische Geheimnis zu vollziehen  ‒  recht erfüllen können, bezeichnet Christus der Herr all jene, die er zum Bischofs- oder Priesteramt beruft, kraft des Weihesakraments mit einem besonderen Zeichen, das auch in den feierlichen Dokumenten des Lehramts „Character“ genannt wird.(8)

Er selbst nimmt sie nämlich dadurch in eine solche Gleichgestaltung mit sich hinein, daß sie beim Sprechen der Wandlungsworte nicht im Auftrag der Gemeinde, sondern „in persona Christi“ handeln, was mehr bedeutet als „im Namen“ oder „in Stellvertretung“ Jesu Christi, … nämlich »die spezifische sakramentale Identifizierung mit dem „ewigen Hohenpriester“, der Urheber und hauptsächliches Subjekt dieses seines eigenen Opfers ist, bei dem er in Wahrheit von niemandem ersetzt werden kann«.(9)

Es gehört also zum Wesen der Kirche selbst, daß die Vollmacht zum Vollzug der Eucharistie allein den Bischöfen und Priestern anvertraut wird, die durch den Empfang des Weihesakraments zu deren Dienern bestellt wurden. Aus diesem Grund erklärt auch die Kirche, daß das eucharistische Geheimnis in keiner Gemeinde gefeiert werden kann, es sei denn durch die Hände eines geweihten Priesters, wie das Vierte Laterankonzil ausdrücklich gelehrt hat.(10)

Die einzelnen Gläubigen oder Gemeinden, die aufgrund von Verfolgungen oder durch den Mangel an Priestern über kürzere oder längere Zeit der Eucharistiefeier entbehren müssen, gehen deshalb der Gnade des Erlösers keineswegs verlustig. Wenn sie, zutiefst vom Wunsch nach dem Sakrament geleitet und im Gebet mit der ganzen Kirche vereint, den Herrn anrufen und ihre Herzen zu ihm erheben, haben sie in der Kraft des Hl. Geistes Gemeinschaft mit der Kirche, die der lebendige Leib Christi ist, und mit dem Herrn selbst.

Durch ihr Verlangen nach dem Sakrament mit der Kirche vereint, sind sie, wenn auch äußerlich von ihr getrennt, zuinnerst und wirklich ganz mit der Kirche verbunden und empfangen daher die Früchte des Sakraments; das Verhalten jener aber, die unrechtmäßig für sich das Recht zur Feier der Eucharistie in Anspruch nehmen, führt schließlich dahin, daß sich ihre Gemeinschaft in sich selbst verschließt.(11)

Solches Wissen befreit jedoch die Bischöfe, Priester und alle Glieder der Kirche nicht von der schweren Pflicht, darum zu beten, daß der »Herr der Ernte« je nach den Bedürfnissen der Menschen und der Zeit Arbeiter sende (vgl. Mt 9. 37 ff.), noch mindert es die Verpflichtung, sich mit allen Kräften dafür einzusetzen, daß der einladende Ruf des Herrn zum priesterlichen Dienst in Demut und Großmut des Herzens gehört und angenommen werde.

IV. Einladung zur Wachsamkeit

Die Hl. Kongregation für die Glaubenslehre ist von dem Wunsch geleitet, den Bischöfen der Kirche eine Hilfe anzubieten, wenn sie auf diese Schwerpunkte der Lehre aufmerksam macht. Sie möchte den Bischöfen helfen, damit sie ihrer Aufgabe gemäß die Herde des Herrn mit der Speise der Wahrheit stärken, den Schatz des Glaubens behüten und die volle Einheit der Kirche bewahren.

Es ist notwendig, daß wir  ‒  stark im Glauben ‒   den Irrtümern widerstehen, auch wenn sie unter frommem Anschein sich darbieten, allein von der Absicht geleitet, die Wahrheit in Liebe zu tun (vgl. Eph 4, 15), um so die Irrenden in der Liebe des Herrn umfangen zu können.

Die Gläubigen nämlich, die den Versuch unternehmen, die Eucharistie außerhalb des geheiligten Bandes der apostolischen Nachfolge, die durch das Weihesakrament begründet ist, zu feiern, schließen sich damit von der Teilhabe an dem einen Leib des Herrn aus und tragen daher nicht zur Stärkung und zum Aufbau der Gemeinde, sondern zu deren Zerstörung bei.

Den Bischöfen kommt folglich die Aufgabe zu, darüber zu wachen, daß die genannten Irrtümer nicht weiter in Katechese und theologischer Lehre um sich greifen oder gar in den Alltag christlichen Lebens übertragen werden.

Bei Vorfällen dieser Art kommt ihnen die heilige Pflicht zu, solche Irrtümer öffentlich zurückzuweisen, weil sie unvereinbar sind mit der Feier des eucharistischen Opfers und die kirchliche Gemeinschaft zutiefst verletzen.

Die gleichen Maßnahmen sind angezeigt gegen jene, die die wesentliche Bedeutung, die dem Weihe- und Altarssakrament für die Kirche zukommt, schmälern.

Denn auch uns gilt das Wort: »Verkünde das Wort, tritt dafür ein zu gelegener und ungelegener Zeit; weise zurecht, tadle, ermahne in unermüdlicher und geduldiger Belehrung … Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verkünde das Evangelium, erfülle treu deinen Dienst!« (2 Tim 4, 2-5).

Die gemeinsame Sorge findet so unter den gegebenen Umständen eine konkrete Anwendung, indem die ungeteilte Kirche, die zwar in verschiedene Ortskirchen gegliedert ist, dennoch auf ein einziges Ziel hinarbeitet(12) und so den ihr von Gott durch die Apostel anvertrauten Schatz des Glaubens zu behüten vermag.

Die Treue zum Willen Christi und die Würde der Christen erfordern nämlich, daß der überlieferte Glaube derselbe bleibt und so die Gläubigen Frieden finden läßt in ihrem Glauben (vgl. Röm 15, 13).

Dieses Schreiben, dem ein Beschluß der Ordentlichen Sitzung dieser Kongregation zugrundeliegt, hat Papst Johannes Paul II. im Rahmen einer dem unterzeichneten Kardinal Präfekten gewährten Audienz approbiert und seine Veröffentlichung angeordnet.

Gegeben am 6. August 1983, dem Fest der Verklärung des Herrn, am Sitz der Hl. Kongregation für die Glaubenslehre in Rom.

Joseph Kardinal Ratzinger, Präfekt

 + Fr. Hieronymus Hamer, O. P Tit. Erzbischof von Lorium, Sekretär

Anmerkungen:

(1) II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. Lumen Gentium, Nr. 10, 17, 26, 28; Konst. Sacrosanctum Concilium, Nr. 7; Dekret Christus Dominus, Nr. 15; Dekret Presbyterorum Ordinis, Nr. 2 u. 3. Vgl. auch Paul VI., Enzyklika Mysterium fidei, vom 3.9.1965; AAS 57 (1965), S. 761.

(2) Vgl. Pius XII., Enzyklika Mediator Dei, vom 20.11.1947; AAS 39 (1947), S. 553; Paul VI., Apost. Schreiben Quinque iam anni, vom 8.12.1970; AAS 63 (1971), S. 99; Dokumente der Bischofssynode 1971: De sacerdotio ministeriali. 1. Teil; AAS 63 (1971), S. 903-908; Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Mysterium Ecclesiae, vom 24.6.1973, Nr. 6; AAS 65 (1973), S. 405-407; Erklärung De duobus operibus Professoris Ioannis Küng, vom 15.2.1975; AAS 67 (1975), S. 204; Erklärung Inter insigniores, vom 15.10.1976, Nr. 5; AAS 69 (1977), S. 108-113; Johannes Paul II., Schreiben Novo incipiente nostro an alle Priester der Kirche, vom 8.4.1979, Nr. 2-4; AAS 71 (1979), S. 395-400; Schreiben Dominicae Cenae an alle Bischöfe der Kirche, vom 24.2.1980, Nr. 1-11; AAS 72 (1980), S. 115-134.

(3) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. Lumen Gentium, Nr. 7, 18, 19, 20; Dekret Christus Dominus, Nr. 1 u. 3; Dekret Presbyterorum Ordinis, Nr. 2.

(4) Vgl. Konzil von Trient, Doctrina de sacramento ordinis, Kap. 4; DS 1761.

(5) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. Lumen Gentium, Nr. 20.

(6) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. Lumen Gentium, Nr. 28.

(7) Dies bestätigt der in der Kirche geübte Brauch, die Bischöfe und Priester »sacerdotes sacri cultus« zu nennen, besonders deshalb, weil nur diesen die Vollmacht zuerkannt wurde, das eucharistische Geheimnis zu vollziehen.

(8) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst.Lumen Gentium, Nr. 21; Dekret  Presbyterorum Ordinis, Nr. 2.

(9) Papst Johannes Paul II., Schreiben Dominicae Cenae, Nr. 8; AAS 72 (1980), S. 128-129.

(10) IV. Laterankonzil, Const. de fide catholica Firmiter credimus: »Una vero est fidelium universalis Ecclesia, extra quam nullus omnino salvatur, in qua idem ipse sacerdos est sacrificium Iesus Christus, cuius corpus et sanguis in sacramento altaris sub speciebus panis et vini veraciter continentur, transsubstantiatis pane in corpus et vino in sanguinem potestate divina: ut ad perficiendum mysterium unitatis accipiamus ipsi de suo, quod accepit ipse de nostro. Et hoc utique sacramentum nemo potest conficere, nisi sacerdos, qui rite fuerit ordinatus, secundum claves Ecclesiae, quas ipse concessit Apostolis eorumque successoribus Iesus Christus« (DS 802).

(11) Vgl. Johannes Paul II., Schreiben Novo incipiente nostro, Nr. 10; AAS 71 (1979), S. 411-415. Bezüglich der Wirksamkeit des Wunsches nach dem Sakrament vgl. Konzil von Trient, Dekret De iustificatione, Kap. 4; DS 1524; Dekret De sacramentis, can. 4; DS 1604; II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. Lumen Gentium, Nr. 14; S. Officium, Epist. ad archiep. Bostoniensem, vom 8.8.1949; DS 3870 u. 3872.

(12) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. Lumen Gentium, Nr. 23.

Quelle: Internetpräsenz der vatikanischen Glaubenskongregration: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19830806_sacerdotium-ministeriale_ge.html

 


Pfingstlied: O komm, Du Geist der Wahrheit

 

  O komm, Du Geist der Wahrheit,
und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit,
verbanne Trug und Schein.

Gieß aus dein heilig Feuer,
rühr Herz und Lippen an,
daß jeglicher getreuer
den HERRN bekennen kann.

 O Du, den unser größter
Regent uns zugesagt:
komm zu uns, werter Tröster,
und mach uns unverzagt.

Gib uns in dieser schlaffen
und glaubensarmen Zeit
die scharf geschliffnen Waffen
der ersten Christenheit.

Unglaub und Torheit brüsten
sich frecher jetzt als je;
darum willst Du uns ausrüsten
mit Waffen aus der Höh.

Du willst uns Kraft verleihen,
Geduld und Glaubenstreu –
und willst uns ganz befreien
von aller Menschenscheu.

 Du Heilger Geist, bereite
ein Pfingstfest nah und fern;
mit Deiner Kraft begleite
das Zeugnis für den HERRN.

O öffne Du die Herzen
der Welt und uns den Mund,
daß wir in Freud und Schmerzen
das Heil ihr machen kund.

 Philipp Spitta (1801 – 1859)

Foto: Dr. Eberhard Heller



Manduria: Erscheinungen, heiliges Öl, geweihte Erde und Bluttränen-Rosenkranz

Im italienischen Manduria erscheint angeblich die Gottesmutter seit Jahrzehnten einer Seherin namens „Deborah“. Die mittelgroße Stadt Manduria liegt im äußersten Süden Italiens in der Provinz Tarent in Apulien.

Die Madonna soll der Visionärin einen „Bluttränen-Rosenkranz“ diktiert haben; überdies vertrauen Manduria-Anhänger auf ein gnadenwirkendes „heiliges Öl“ und „geweihte Erde“ von dort.

Die Botschaften und Vorgänge ähneln teilweise jenen von Medjugorje, weshalb es fromme Fanclubs gibt, die sowohl Medjugorje wie auch Manduria verbreiten.

Die besondere Andacht der Anhänger gilt den „Tränen der Madonna“.

So heißt es in der nächtlichen „Botschaft“ vom 5. auf den 6. Juni 1997:  „Lasst meine Verehrung der Tränen nicht im Dunkeln: Sie sollen für euch die Kraft und der Mut sein, um auf den Ruf meines göttlichen Sohnes zu antworten…“

Die angebliche Gottesmutter hat sich bei den dortigen Erscheinungen den Ehrentitel „Hl. Jungfrau von der Eucharistie“ zugelegt (dem Phantasiereichtum solcher Titel sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt, wie die Erscheinungsszene immer wieder dokumentiert).

Auch Christus soll sich der Seherin Debora gezeigt und als „König der Offenbarung“ bezeichnet haben.

In der Botschaft der „Muttergottes“  vom 25.03.2011 heißt es in erscheinungstypischer Weise:

„Es ist spät, meine Kinder und ich komme mit der Bitte als Mutter: sühnt, denn ein schmerzliches Ereignis kommt auf Euer Land zu. Ich bitte für Euch und halte Fürsprache für Euch: ich segne im Namen meines Sohnes Jesus diese Diözese und von hier aus meine Kirche, meinen Papst.“

Die kath. Kirche ist die Kirche Christi, der Papst ist der irdische Stellvertreter unseres göttlichen Erlösers.

Die Madonna ist die edelste Tochter der Kirche und die größte Heilige, doch es handelt sich gleichwohl nicht um „ihre“ Kirche und nicht um „ihren“ Papst; vielmehr sind Kirche und Papstamt eindeutig Stiftungen Christi und damit göttlichen Ursprungs.

Die „Botschaft“ vom 17.6.1993 lautet:

„Liebe Kinder, eines Tages werdet ihr mich alle sehen, wie ihr auch meinen Sohn sehen werdet, aber heute zählt in den Augen Gottes nur das Gebet, die vollkommene Bekehrung des Herzens, die ständigen Gebetswachen sowie das Fasten und die andauernden Opfer. Liebe Kinder, ich fordere euch noch einmal auf, den heiligen Rosenkranz zu beten: Ich, die Mutter Jesu, kann euch nur durch ihn wieder lebendig machen.“

Bei aller Wertschätzung des Rosenkranzgebets ist festzuhalten:

Hier wird ein einseitiger, überzogener Akzent gesetzt, der die Sakramente verdrängt, die weitaus wichtiger sind:  Unser Gnadenleben, unsere Seele wird lebendig durch die hl. Sakramente, vor allem durch Beichte und hl. Kommunion.

Zudem trifft es nicht zu, daß „in den Augen Gottes nur das Gebet, die vollkommene Bekehrung des Herzens, die ständigen Gebetswachen sowie das Fasten und die andauernden Opfer“ zählen.

Dies setzt einen einseitigen Schwerpunkt auf Gebet und Askese (Verzichtübungen). Worauf es im Christenleben neben Gebet und Gottesliebe vor allem ankommt: auf die Einhaltung der Gebote Gottes, gute Werke und  Nächstenliebe.

Warum werden diese entscheidenden Voraussetzungen unseres Heils nicht genannt?

In der Nacht vom 20. auf den 21. April 1993 soll Jesus der Seherin gesagt haben: „Debora, meine kleine Tochter, wach auf!“  – Er lehrte sie dann ein neues Gebet, das er mit „Verheißungen“ verknüpfte:

„Meine Kleine Tochter, in dieser schrecklichen Stunde der Finsternis sollt ihr für das Heil der Seelen folgendermaßen zu Mir beten:

Liebendes Herz Jesu, in dieser Stunde der Finsternis sei durch Deine Leiden am Kreuz das Licht für die Menschheit!

Ich verspreche jenen, die mir jeden Abend dieses Gebet mit ihren Leiden aufopfern, dass die Seelen, die sich diesem Gebet widmen, gerettet werden, und dass Ich all jene, die im Zustand der Gnade sind, auf eine höhere Stufe der Spiritualität heben werde.“

„Höhere Stufe der Spiritualität“ klingt eher nach Esoterik und New Age als nach Christentum.

Zudem gibt es für die Gläubigen laut katholischer Lehre (Konzil von Trient) zwar Heilshoffnung und Heilszuversicht, aber keine Heilsgewißheit. Eine Sicherheit für das eigene Heil kann auch nicht durch bestimmte Andachtsformen oder Gebete herbeigezaubert werden, schon gar nicht durch Stoßgebete aus kirchlich nicht anerkannten „Privatoffenbarungen“ wie jene in Manduria.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


„Armin Laschet war Roland Koch bei der Hessenwahl 2008 in den Rücken gefallen“

RA Siebeke (CDU) übt deutliche Kritik  an Armin Laschet und am CDU-Landesverband NRW

Rechtsanwalt  Friedrich-Wilhelm Siebeke, 40822 Mettmann, Erlenweg 12, friedrich.w.siebeke@gmx.de

Offener Brief an CDU-Amtsträger vom 26. Mai 2012

Sehr geehrte Amtsträger der Union, liebe Parteifreunde,

die Forderung der CDU-Kreistagsfraktion Mettmann, dass auf dem nächsten Parteitag der gesamte Landesvorstand zur Diskussion stehen müsse, ist sehr zu begrüßen. Es wäre verfehlt, allein Norbert Röttgen die Schuld an der bitteren Niederlage anzulasten, hat doch der Vorstand in seiner Gesamtheit auch nicht ansatzweise der CDU Konturen zu geben vermocht.

Das gilt bereits für den vorausgegangenen, weitgehend personengleichen Vorstand, der die CDU in den Wahlkampf 2010 geführt hat. Bereits damals waren über 300.000 potentielle CDU-Wähler nicht zur Wahlurne gegangen, weil die CDU kein eigenes, von den anderen Parteien unterscheidbares Profil besaß.

Bei den Herren Laschet und Laumann, die nunmehr als neue Doppelspitze des CDU-Landesverbandes vorgesehen sind, handelt es sich um die den NRW-Vorstand in Kontinuität bestimmenden Figuren. Karl-Josef Laumann soll den Fraktionsvorsitz beibehalten. Armin Laschet als Landesvorsitzender würde die NRW-CDU endgültig in die Zweitrangigkeit führen.

Bei der Mitgliederbefragung 2010 war Laschet die zweite Wahl. Überdies ist er mit dem Makel des Parteiverrates belastet (FAZ vom 01.02.2008 „Parteifreunde“). War er doch während der Hessen-Wahl 2008 Roland Koch in den Rücken gefallen:

Zusammen mit Frau Süßmuth und weiteren CDU-Multi-Kulti-Vertretern hatte er einen Offenen Brief an Koch mit dem Vorwurf gerichtet, die Integrationspolitik zu einem Wahlkampfthema zu degradieren. Der Brief hatte eine bis weit in die CDU reichende bundesweite Empörung ausgelöst. Als Folge hat Koch die Wahl verloren und Frau Ypsilanti konnte eine von der SPD geführte Regierung unter Beteiligung der Linken anstreben.

Im Zuge der Mitgliederbefragung über den Landesvorsitz habe ich im September 2010 in der Mitgliederversammlung im Düsseldorfer Airport-Hotel an Herrn Laschet die Frage nach der Existenz des Offenen Briefes gerichtet. Laschet hat diese Frage mit einem „Nein“ beantwortet. Meine weitere Frage, ob er als Integrationsminister des Kabinetts Rüttgers den Bau von Moscheen mit Finanzmitteln des Landes unterstützt habe, hat er ebenfalls mit „Nein“ beantwortet.

Beide Antworten sind Lügen!

Einen im Anschluss an die beiden Antworten von Laschet angekündigten Brief habe ich nicht erhalten.

Einen Bericht über die Lügen-Antworten habe ich in die Internetseite „Linkstrend stoppen“ gestellt. Obwohl weitere Blogs den Bericht übernommen haben, unterblieb jedes Dementi. Ich habe den Bericht nunmehr erneut im Internet veröffentlicht.

Es ist unvorstellbar, dass die NRW-CDU von einem Vorsitzenden geführt wird, der einen „Parteifreund“ während des Wahlkampfes in den Rücken gefallen ist und der eine Mitgliederversammlung belogen hat.

Mit freundlichen Grüßen

Friedrich-Wilhelm Siebeke

RA Siebeke war Schiedsrichter am Bundesschiedsgericht der CDU in Berlin und wandte sich als solcher in einem „Sondervotum“ gegen den Partei-Ausschluß des konservativen Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann. Zugleich ist Siebeke  Gründer der erfolgreichen „Aktion Linkstrend stoppen„.

Die Infos zu A. Laschet sind auch hier bei „Linkstrend stoppen“ veröffentlicht:  http://linkstrend-stoppen.de/index.php?id=45&tx_ttnews[tt_news]=193&cHash=0dcbf462b7ddf280f90ef734413d9f0e

Anmerkung: RA Siebeke war Schiedsrichter am Bundesschiedsgericht der CDU in Berlin und wandte sich als solcher in einem „Sondervotum“ gegen den Partei-Ausschluß des konservativen Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann. Zugleich ist Siebeke  Gründer der erfolgreichen „Aktion Linkstrend stoppen“.


Gerichtlicher Sieg der Piusbruderschaft über das saarländische Bildungsministerium

Wie die Saarbrücker Zeitung vom 18.5.2012 berichtete, hat das Verwaltungsgericht in Saarlouis das Verlangen des saarl. Bildungsministeriums, die beiden Piusbrüder-Schulen in Saarbrücken-Fechingen zu schließen, am 17. Mai erneut zurückgewiesen.

Das Ministerium will die Grund- und Realschule der traditionsorientierten Piusbruderschaft St. Pius X. in Saarbrücken-Fechingen zum Ende des Schuljahres schließen lassen, weil angeblich „die Zuverlässigkeit des Trägers nicht mehr gewährleistet“ sei.  (Der Trägerverein ist der piusbewegte „Schulverein Don Bosco.“)

Das Verwaltungsgericht sieht dies anders, weil Mängel im Betrieb der betroffenen Schulen nicht festgestellt worden seien.  Zudem folgte das Gericht nicht der Ansicht des Ministeriums, daß die Unterrichtung eines Sohnes und eines Neffen des Schulleiters durch diesen der Schule anzukreiden sei; dies komme auch in anderen Schulen vor, erklärten die Richter. 

Quelle: Saarbrücker Zeitung