PFINGSTPREDIGT Papst Benedikts vom 27.5.2012 im vollen Wortlaut

Zum Gegensatz zwischen Babel und Pfingsten

Liebe Brüder und Schwestern!
Ich freue mich, mit Euch diese heilige Messe zu feiern, die heute auch vom Chor der „Akademie Santa Cecilia“ und dem Jugendorchester begleitet wird. Ich danke dafür!

Foto: Radio VatikanHeute ist Pfingsten; dieses Geheimnis bedeutet die Taufe der Kirche, es ist ein Ereignis, das ihr sozusagen die ursprüngliche Form gegeben hat und den Anstoß zu ihrer Mission. Und diese „Form“ und dieser „Anstoß“ bleiben gültig, bleiben aktuell und erneuern sich vor allem in der Liturgie.

Ich möchte heute morgen vor allem über einen wesentlichen Aspekt des Pfingstgeheimnisses sprechen, das bis in unsere Tage von großer Bedeutung ist. Pfingsten ist das Fest der Einheit, des Verständnisses und der Gemeinschaft unter den Menschen.

Wir können alle feststellen, wie in unserer Welt – trotz der wachsenden Nähe, die uns die Entwicklung der Medien erlaubt, und auch wenn die geografischen Entfernungen zu schrumpfen scheinen – das Verständnis und die Gemeinschaft unter den Menschen oft oberflächlich und schwierig ist.

Ungleichgewichte bestehen weiter, die nicht zufällig zu Konflikten führen; das Gespräch zwischen den Generationen wird mühsam, und manchmal nimmt der Streit überhand; wir erleben im Alltag Dinge, die uns den Eindruck vermitteln, als ob die Menschen aggressiver und streitsüchtiger würden; es sieht fast so aus, als wäre es zu anstrengend, sich um Verständigung zu bemühen, und als sollte man sich besser an sein eigenes Ich, an seine eigenen Interessen halten.

Wie können wir in einer solchen Lage denn diese Einheit finden und dann leben, die wir so sehr brauchen?

Die Pfingsterzählung in der Apostelgeschichte, die wir in der Ersten Lesung gehört haben (Apg 2,1-11), bezieht sich auf eines der großen Fresken, das wir am Anfang des Alten Testaments vorfinden: Auf die alte Geschichte vom Turmbau zu Babel nämlich (Gen 11,1-9).

Aber was ist Babel?  – Es ist die Beschreibung eines Reiches, in dem die Menschen soviel Macht konzentriert haben, dass sie auf den Gedanken verfallen, sie bräuchten keinen Bezug mehr zu einem fernen Gott, sie wären schon stark genug, um ganz allein einen Weg zum Himmel zu bauen, um seine Tore aufzustoßen und sich selbst an die Stelle Gottes zu setzen.

Doch ausgerechnet in dieser Lage passiert etwas Seltsames und Einzigartiges: Während die Menschen gemeinsam an ihrem Turm bauen, merken sie auf einmal, dass sie ihn nicht mit-, sondern gegeneinander bauen.

Während sie versuchen, wie Gott zu sein, laufen sie Gefahr, in Wirklichkeit nicht einmal mehr Menschen zu sein, weil ihnen etwas Wesentliches vom menschlichen Wesen verlorengegangen ist: die Fähigkeit, sich untereinander abzusprechen, sich zu verstehen, zusammenzuarbeiten.

Diese biblische Erzählung enthält eine ewige Wahrheit; wir können das an allen Epochen der Geschichten ablesen, aber auch an unserer eigenen Welt.

Mit dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt sind wir in die Lage versetzt worden, Kräfte der Natur zu beherrschen, die Elemente zu manipulieren, lebendige Wesen  –  ja sogar nahezu Menschen selbst  –  herzustellen.

In dieser Lage scheint es etwas Überholtes, Unnützes, zu Gott zu beten, denn wir können doch selbst alles bauen und realisieren, was wir wollen!

Dabei machen wir uns nicht klar, dass wir die alte Erfahrung von Babel neu erleben.

Es stimmt schon, wir haben die Möglichkeiten multipliziert, untereinander zu kommunizieren, an Informationen heranzukommen, Nachrichten zu übermitteln – aber können wir behaupten, dass auch unsere Fähigkeit gewachsen wäre, uns zu verstehen?

Oder ist es  –  paradoxerweise  –  nicht eher so, dass wir uns immer weniger untereinander verstehen? Herrscht unter den Menschen nicht eher Misstrauen, Verdacht, Furcht vor dem anderen, so dass sie sich gegenseitig geradezu gefährlich werden?

Kommen wir also zu unserer Ausgangsfrage zurück: Kann es wirklich Einheit, Eintracht geben? Und wenn ja – wie denn?

Die Antwort auf diese Frage finden wir in der Heiligen Schrift: Einheit kann es nur geben durch das Geschenk des Geistes Gottes, der uns ein neues Herz geben wird und eine neue Zunge, eine neue Fähigkeit zu kommunizieren. Das ist es, was an Pfingsten geschehen ist.

An diesem Morgen fünfzig Tage nach dem Osterfest brauste ein heftiger Wind über Jerusalem, und die Flamme des Heiligen Geistes kam auf die versammelten Jünger herab, ließ sich auf jedem von ihnen nieder und entzündete in ihnen das göttliche Feuer – ein Feuer der Liebe, das fähig ist zur Verwandlung.

Die Angst verschwand, das Herz fühlte eine neue Kraft, die Zungen lösten sich und begannen, offen zu reden, so dass alle die Verkündigung von Jesus Christus, dem Toten und wieder Auferstandenen, verstehen konnten. Wo zuvor Spaltung und Fremdeln war, da sind an Pfingsten Einheit und Verstehen aufgekommen.

„Der Hl. Geist wird euch in alle Wahrheit einführen“

Aber schauen wir auch auf das Evangelium von heute. Dort sagt Jesus: „Wenn er kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit einführen” (Joh 16,13).

Während er vom Heiligen Geist spricht, erklärt uns Jesus hier, was die Kirche ist und wie sie leben sollte, um sie selbst zu sein: um der Ort der Einheit und der Gemeinschaft in der Wahrheit zu sein.

ER sagt uns: Als Christen handeln heißt, nicht länger ins eigene Ich eingeschlossen zu sein, sondern sich auf das Ganze auszurichten. Es heißt, die ganze Kirche in sich selbst aufzunehmen bzw.  –  besser noch  –  es zuzulassen, dass sie uns in sich aufnimmt.

Wenn ich also als Christ spreche, denke, handle, dann tue ich es nicht durch Verschließen in mein eigenes Ich, sondern ich tue es immer im Ganzen und vom Ganzen ausgehend: So kann der Heilige Geist, der Geist der Einheit und der Wahrheit, weitertönen in den Herzen und Köpfen der Menschen und sie dazu bewegen, anderen zu begegnen und sich gegenseitig aufzunehmen.

Der Hl. Geist führt zum „WIR“ der Kirche

Gerade indem er so handelt, führt uns der Geist in die ganze Wahrheit ein, die Jesus ist  –  er führt uns dazu, sie zu vertiefen und zu verstehen: Wir nehmen nicht an Kenntnis zu, wenn wir uns in unser Ich einigeln, sondern nur, wenn wir fähig werden, zuzuhören und mit anderen zu teilen; nur im „Wir“ der Kirche und mit einer Haltung tiefer innerer Demut.

Und so wird dann auch klarer, warum Babel Babel und Pfingsten Pfingsten ist. Wo die Menschen sich zu Göttern aufschwingen, da können sie sich nur einer gegen den anderen stellen.

Wo sie sich hingegen in die Wahrheit des HERRN stellen, da öffnen sie sich für das Wirken seines Geistes, der sie unterstützt und zusammenführt.

Der Gegensatz Babel-Pfingsten findet auch in der Zweiten Lesung ein Echo, wenn der Apostel Paulus sagt: „Lasst euch vom Geist leiten, dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen“ (Gal 5,16).

Der heilige Paulus erklärt uns, dass unser persönliches Leben von einem inneren Konflikt bestimmt ist, von einem Hin-und-Her-Gerissensein – zwischen den Wünschen des Fleisches und denen des Geistes.

Und wir können nicht allen beiden Folge leisten. Wir können ja nicht gleichzeitig Egoisten sein und großzügig, gleichzeitig der Tendenz des Herrschens über andere folgen und die Freude fühlen, uneigennützig zu dienen.

Wir müssen immer wählen, welchem Anstoß wir folgen wollen – und wir können es nur mit der Hilfe des Geistes Christi wirklich tun.

Der heilige Paulus listet die Werke des Fleisches auf: Es sind die Sünden des Egoismus und der Gewalt, etwa Feindseligkeit, Zwietracht, Eifersucht, Uneinigkeit; es sind Gedanken und Taten, die die einen nicht wirklich auf menschliche und christliche Weise leben lassen, nämlich in der Liebe.

Es ist eine Richtung, die einen dazu führt, sein Leben zu verlieren. Der Heilige Geist dagegen führt uns zu den Höhen Gottes, damit wir schon auf dieser Erde im Keim das göttliche Leben leben können, das in uns ist.

Dementsprechend bekräftigt der heilige Paulus ja: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede“ (Gal 5,22).Wir bemerken da, dass der Apostel den Plural nutzt, um die Werke des Fleisches zu beschreiben, die zum Sichverlieren des Menschen führen, während er den Singular benutzt, um das Wirken des Geistes zu beschreiben – er spricht von der „Frucht“, genau so, wie der Zerstreuung von Babel die Einheit durch Pfingsten entgegensteht.

Liebe Freunde, wir müssen dem Geist der Einheit und der Wahrheit entsprechend leben  –  und darum beten wir darum, dass der Geist uns erleuchte und führe: damit wir nicht mehr fasziniert unseren eigenen Wahrheiten folgen, sondern die Wahrheit Christi aufnehmen, die von der Kirche weitergetragen wird.

Die lukanische Fassung der Pfingsterzählung sagt uns, dass Jesus vor seiner Auffahrt zum Himmel die Apostel bittet, zusammenzubleiben und sich auf die Gabe des Heiligen Geistes vorzubereiten. Und so kamen sie im Gebet mit Maria im Abendmahlssaal zusammen, um auf das versprochene Ereignis zu warten (vgl. Apg 1,14).

Vereint mit Maria betet die Kirche wie im Moment ihrer Geburt auch heute: Veni Sancte Spiritus! Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen –  und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!  – Amen.


5 Kommentare on “PFINGSTPREDIGT Papst Benedikts vom 27.5.2012 im vollen Wortlaut”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Der Heilige Geist ist sträflich vernachlässigt worden

    https://www.idea.de/glaube/detail/der-heilige-geist-ist-straeflich-vernachlaessigt-worden-105313.html

    Zeit-Fragen > 2012 > Nr.25 vom 11.6.2012 > Möchten Sie zu «Schule und Bildung» eine kleine neurolinguistische Seelenmassage?
    Möchten Sie zu «Schule und Bildung» eine kleine neurolinguistische Seelenmassage?
    Angriffsziel Schule und Kirche

    von Dr. phil. Judith Barben, Psychologin

    https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2012/nr25-vom-1162012/moechten-sie-zu-schule-und-bildung-eine-kleine-neurolinguistische-seelenmassage.html

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  2. Als Paulus nach Ephesus kam, fragte er einige Jünger, ob sie den HI. Geist empfangen hätten. «Wir haben nicht einmal gehört, dass ein HI. Geist ist?» (Apg 19) Heute könnte Paulus an vielen Orten Ähnliches erleben. Man ist katholisch und ist es doch nicht. Die Gabe des Verstandes liegt brach, weil die materialistische Sicht die Christen umnebelt. Damit wird eine Unterscheidung der Geister — der guten und der dämonischen — unmöglich. Diese Webseite soll Grundlagen vermitteln.
    Angst vor dem Hl. Geist?

    Katholiken glauben an den HI. Geist. Sie nennen lhn bei jedem Kreuzzeichen und im Credo. Aber sie denken selten an Ihn. Sie hören nicht auf Ihn, well sie die Konsequenzen fürchten. Er ist der vergessene Gott! Wir bauen mehr auf unsere Klugheit und Taktik als auf Ihn. Deshalb bleibt der Segen aus. Die Taktik der Urchristen war das Vertrauen auf den HI. Geist und die Erfolge waren wunderbar.

    Der Heilige Geist ist Feuer. Viele fürchten das Feuer. Alle Perioden des Zerfalls in der Kirchengeschichte lassen sich auf die Angst vor dem Heilig-Geist-Feuer zurückführen. Jede Erneuerung begann mit einem neuen Pfingsten voll Sturm und Feuer, denn nur Er führt ein in die unteilbare Wahrheit, die Gott durch lhn offenbart! Dann folgt aber nur das Ja oder das Nein. Das diplomatische schaukeln zwischen “Richtungen», hat keinen Platz, entweder ist man ganz katholisch oder überhaupt nicht. Wohl deshalb sagen so wenige ein beherztes Ja, weil sie sich vor dem ‚B‘ fürchten. Der HI. Geist ist der Heiligmacher und möchte jeden zur Heiligkeit führen, zur Nachfolge Christi. Zeit- und Weltgeist stehen diesem Weg entgegen. Die katholische Religion ist wesentlich Religion einer Gegenwelt: der Beginn einer Zivilisation der Liebe. Der HI. Geist ist das Licht, das uns den Weg leuchtet.

    http://kath-zdw.ch/maria/hl.geist.unbekannter.gott.html

    http://kath-zdw.ch/maria/hl.geist.html

    http://kath-zdw.ch/maria/hl.geist.suenden.wider.html

    Als Paulus nach Ephesus kam, fragte er einige Jünger, ob sie den HI. Geist empfangen hätten. «Wir haben nicht einmal gehört, dass ein HI. Geist ist?» (Apg 19) Heute könnte Paulus an vielen Orten Ähnliches erleben. Man ist katholisch und ist es doch nicht. Die Gabe des Verstandes liegt brach, weil die materialistische Sicht die Christen umnebelt. Damit wird eine Unterscheidung der Geister — der guten und der dämonischen — unmöglich. Diese Webseite soll Grundlagen vermitteln.
    Angst vor dem Hl. Geist?

    Katholiken glauben an den HI. Geist. Sie nennen lhn bei jedem Kreuzzeichen und im Credo. Aber sie denken selten an Ihn. Sie hören nicht auf Ihn, well sie die Konsequenzen fürchten. Er ist der vergessene Gott! Wir bauen mehr auf unsere Klugheit und Taktik als auf Ihn. Deshalb bleibt der Segen aus. Die Taktik der Urchristen war das Vertrauen auf den HI. Geist und die Erfolge waren wunderbar.

    Der Heilige Geist ist Feuer. Viele fürchten das Feuer. Alle Perioden des Zerfalls in der Kirchengeschichte lassen sich auf die Angst vor dem Heilig-Geist-Feuer zurückführen. Jede Erneuerung begann mit einem neuen Pfingsten voll Sturm und Feuer, denn nur Er führt ein in die unteilbare Wahrheit, die Gott durch lhn offenbart! Dann folgt aber nur das Ja oder das Nein. Das diplomatische schaukeln zwischen “Richtungen», hat keinen Platz, entweder ist man ganz katholisch oder überhaupt nicht. Wohl deshalb sagen so wenige ein beherztes Ja, weil sie sich vor dem ‚B‘ fürchten. Der HI. Geist ist der Heiligmacher und möchte jeden zur Heiligkeit führen, zur Nachfolge Christi. Zeit- und Weltgeist stehen diesem Weg entgegen. Die katholische Religion ist wesentlich Religion einer Gegenwelt: der Beginn einer Zivilisation der Liebe. Der HI. Geist ist das Licht, das uns den Weg leuchtet.
    «Es werde Licht!»

    Schon einmal war es wüst und leer. Finsternis lag über dem Abgrund. Da schwebte der Geist GOTTES über den Wassern. Und es ward Licht — und Leben — und Fruchtbarkeit — und Ordnung — und Schönheit. Der erste Frühling kam. Der Schöpfungsbericht ist ein Pfingst-Evangelium. Der zweite Frühling kam im Urchristentum. An Pfingsten begann die junge Kirche zu knospen und zu blühen. Es ward Licht in der Finsternis des Heidentums.

    Wann wird es wieder Frühling werden?

    Wenn Macht und Weisheit der Menschen am Ende sind.

    Wenn die gottlose Sintflut des Neuheidentums alles zu überspülen droht.

    Wenn die Not unvorstellbar wird.

    Wenn das göttliche Strafgericht unaufhaltsam wird.

    Wenn die Christen vom Versagen ihrer Vernunft überzeugt sind und nach dem HI. Geist rufen.

    Wenn der unbekannte Gott wieder sehnsüchtig herabgerufen und verehrt wird.

    Wenn die Christenheit um die HI. Eucharistie —im Opfer und in der Kommunion— im Abendmahlssaal um Maria versammelt ist, wie am Vorabend des ersten Pfingstfestes.

    Der 3. Frühling kommt. Er wird wieder von oben kommen. Pfingsten ist das Fest des übernatürlichen Optimismus.

    Ein neues Pfingst-Zeitalter?

    Verschiedene Päpste (Enzykliken: Divinum illud munus von Leo XIII., Mystici Corporis von Pius XII., Dominum et vivificantem von Johannes Paul II.) und das 2. Vatikanum weisen darauf hin, dass wir einem neuen Pfingstzeitalter entgegengehen. Natürlich ist Gott allgegenwärtig, auch der Sohn und der HI. Geist. Allerdings oft verborgen und unbeachtet. Die Leugnung des Übernatürlichen —die Haresie unserer Zeit— hat den HI. Geist durch den liberalen Naturalismus ersetzt.

    Wer ist der Hl. Geist?

    In seinen Abschiedsreden spricht Jesus vom HI. Geist (Joh 13-17): «Alles was der Vater hat, ist mein. Deshalb habe ich gesagt: Er wird von meinem nehmen und es euch verkünden.» Deshalb heisst der HI. Geist, der Geist des Vaters in absolut gleicher Weise auch der Geist des Sohnes.

    Der eingesperrte Hl. Geist

    Im 1. Korintherbrief werden die Gaben des HI. Geistes aufgezählt: Geistesgaben (12. Kap. Vers 1), Gnadengaben (= Charismen, V4), Ämter (V5), Wunderwirkungen (V6), Offenbarungen (V7). Wer glaubt heute noch an die Kraft und Macht des HI. Geistes, die Gaben und Charismen, die er verleihen kann? Wer gibt lhm Raum zur Entfaltung? Die Apostelgeschichte schildert uns die damaligen Anschauungen vom HI. Geist. Die Weissagung Jesu ist jetzt erfüllt (Mt 10,19f; Apg 1,8). Alle Christen sollen den Geist empfangen. Er hat sie reichlich mit Zuversicht (Apg 4,8+32), Kraft (Apg 6,8) und mit Weisheit (Apg 6,10) erfüllt und sie zu wirksamen Dienstleistungen ausgerüstet (Apg 6,35 + 11,24). Der HI. Geist war es, der die Schranke zwischen Juden und Heiden aufhebt (Apg 10,9) und Barnabas und Paulus auf die erste Missionsreise ausgesandt hat (Apg 13,24). Der Gemeindeauftrag war so eng mit dem Geist GOTTES verbunden, dass alle, die das Evangelium verwarfen, als dem HI. Geist widerstrebend gelten (Apg 7,51). Die ausserordentlichen Wirkungen wie das Zungenreden und die Prophezeiung waren Beweise, dass jemand den HI. Geist empfangen hat (Apg 2,4 + 10,44f + 19,6). Der «Geist des Herrn entführte den Philippus» (Apg 8,39) und gab dem Stephanus eine ekstatische Vision (Apg 17,55f). Der Geist bevollmächtigte Paulus, Wunder zu tun (Apg 13,9f). Er sah seine Predigt mit dem Übernatürlichen bestätigt (Röm 15,19; 1 Kor 2,4; 1 Thess 1,5). Die Heilungsfähigkeit, Wunderwirkung, Weissagung, Unterscheidung von Geistern und das Zungenreden sind Gaben des Geistes (1 Kor 12,1f +28f). Paulus blieb nicht hierbei stehen. Er stellt den HI. Geist als eine göttliche Kraft vor, die im Inneren der Seele wirkt und das ideale Leben hervorbringt, das durch Gerechtigkeit und Liebe gekennzeichnet ist.

    Sprachengabe und

    Zungenreden

    So geheimnisvoll und vielfältig das Wirken des HI. Geistes in der Urkirche war (Joh 3,8), so kennt auch die Sprachengabe verschiedene Formen:

    – Am 1. Pfingstfest sprachen die Apostel in fremden Sprachen (Apg 2,4f, vorausgesagt in Mk 16,17). Es symbolisierte — als Gegenstück zur babylonischen Sprachenverwirrung —, dass der Neue Bund völkerumfassend war.

    Der Neue Bund sprengt alle Grenzen! Die Apostel sprachen am 1. Pfingstfest in fremden Sprachen (Apg 2,4f). Dieses vom Hl. Geist gewirkte Sprachenwunder erschütterte die zuhörenden Juden, Kreter, Araber usw. aus den verschiedensten Völkern, und 3000 liessen sich taufen.

    – Davon zu unterscheiden ist das Zungenreden (= Glossolalie), das vor allem in der korinthischen Gemeinde (1 Kor 12,10 + 14,2f), in Cäsarea (Apg 10,46) und Ephesus (Apg 19,6) auftrat. Es war ein ekstatisches Reden in unverständlichen Lauten und Worten. Es brauchte einen Dolmetscher mit dem Charisma der Erklärung (1 Kor 12,10). Paulus kannte aber die Gefahren und Missbrauche hemmungsloser Glossolalie (1 Kor 14). Er erliess Weisungen, sie einzudämmen (1 Kor 14). Sie galt ihm als niedrigstes Charisma, obwohl er es selbst besass (1 Kor 14,18).

    Vom Geist und den Geistern

    Die Glossolalie ist auch im Alten Testament mehrmals erwähnt (2 Kön 9,11 Jer 23,30f, Jes 8,19) und auch im Judentum bekannt. Im Griechentum und bei vielen Stammesreligionen spielen die Ekstasen eine ebenso wichtige Rolle wie bei den Derwischen und Sufis der Mohammedaner, den Teufelstänzern der Hindus. Der griechische Dionysos-Kult war ein orgiastischer «Gottesdienst, mit lärmender Musik. Zum Tanz gehörten Schütteln und Schwingen des Kopfes bis zum «heiligen Wahnsinn». Heute werden diese Rituale weltweit ebenso zelebriert wie die Schamanenriten. Die ekstatischen Zustände bei Teilnehmern an Veranstaltungen sogenannter Erweckungsbewegungen lassen bei nüchterner Wertung das Gemeinsame nicht übersehen.
    Solche Bewegungen tauchen in regelmässigen Abständen wie Epidemien auf und die Schilderungen ähneln sich: «Zuerst ergriff das Herz und dann den ganzen Körper ein Wärmegefühl. Dann folgte ein Gähnen oder Schäumen des Mundes, ein Zucken der Arme, ein Auftreiben des Bauches und überhaupt krampfhafte Zuckungen. Meistens fielen sie unter heftigen Krampfen nieder auf die Erde und sprachen dann,
    Es gibt nur einen Hl. Geist, aber viele dämonische Geister! Die alte Schlange, der Lügner von Anbeginn versteht es, seine Opfer mit seinen als Tauben getarnten Helfern zu überlisten.

    ausgestreckt auf dem Rücken liegend mit bleichem Gesicht und geschlossenen Augen das ihnen gegebene Wort ohne eigenes tätiges Bewusstsein und Hinzutun, so dass sie meist nicht mehr wussten, was sie gesprochen. Die begeisterte Rede fand meist nach einem aufregenden Psalmengesang statt…». Solche «Propheten» gelten dann als passive Werkzeuge des HI. Geistes — und eine neue Sekte ist geboren. Verzückungen und Ekstasen gehören weder im Alten noch Neuen Testament zu Weissagungen! Der Kampf zwischen Licht und Finsternis ist das Dauerthema der Weltgeschichte. Wer die dämonischen Geister leugnet, wird auch kaum die Gabe zur Unterscheidung der Geister erhalten.

    http://kath-zdw.ch/maria/hl.geist.zeitalter.html

    Sammlung von Litaneien

    http://kath-zdw.ch/maria/litaneien.html

    http://kath-zdw.ch/maria/hl.geist.gaben.fruechte.html

    Die 7 Gaben des Hl. Geistes
    Die 12 Früchte des Hl. Geistes
    Zu Gott dem Heiligen Geist
    Die Firmung

    Waffenrüstung GOTTES

    Die hl. Firmung kann man nur einmal empfangen. Sie prägt unserer Seele ein unauslöschliches Merkmal ein. Wer weiss, dass GOTT selbst als dritte göttliche Person, als GOTT Heiliger Geist zu uns kommt, bereitet sich mit Eifer auf diesen Tag vor, um den himmlischen Gast würdig zu empfangen.

    Christus erfüllt uns mit dem Heiligen Geist, damit wir den Glauben standhaft bekennen, gegen die Feinde (den Teufel und seinen Anhang, Verführungen und Verlockungen dieser Welt, die eigene Begierlichkeit) unseres Heiles tapfer kämpfen und an der Heiligung der Welt mitarbeiten.

    http://kath-zdw.ch/maria/hl.geist.suenden.wider.html

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  3. Dorrotee sagt:

    Der Papst hat mal wieder eine sehr gut für jeden verständliche Pfingstpredigt gehalten. Schön, dieses zu lesen. Ich erlebte am Pfingsttag eine ganz fürchterliche Predigt in unserer Gemeinde. Dieser Pfarrer sprach mal wieder von diesem Dialog in der kirche . Und dass das alles Wehen des Hl. Geistes wäre. Auch hätte doch niemals jemand gedacht, dass Joschka Fischer mal Minister werden würde. Alles kommt vom Hl. Geist. Er sprach von der Chaostheorie und dass doch alles geordnet sei. Auch könne man der Piratenpartei noch Gutes abgewinnen. Weil sie ja attraktive Ziele im Parteiprogramm hätten. Mit der Lehre der Kirche hatte diese Predigt nichts zu tun. Erfrischend gut dagegen die Predigt vom Papst. Hoffentlich lesen sie viele.

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  4. Ralf sagt:

    …wenn man solche „Botschaften“ hat, warum braucht man doch noch solche, wie z.b. „Die Warnung“?
    Sehr interessant finde ich den Vergleich zu Babel und der modernen Kommunikation. Wir erschaffen einen „Turmbau zu Babel“…Facebook muß mit Milliarden an der Börse bewertet werden, aber wie wir verfolgen können, bröckelt der „Turm“; vielleicht wird er sogar einstürzen, oder es werden die Persönlichkeitsrechte von den Usern noch mehr verwertet, so daß „Facebook“ den Gewinn bringt, den es von der Börse, in Form von „Vorschusslorbeeren“ erhält. Wir „Twittern“ und schreiben „Kommentare in Blogs“…wir kommunizieren immer mehr auf einer anonymen Ebene. Zwar nenne ich meinen (realen) Vornamen, was aber auch nicht sein könnte; aber es gibt tausende von Ralfs in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das Kommunizieren sollte immer in einer Gemeinschaft stattfinden, nicht anonym. So wie Christus sich ganz in der Kommunion hingibt (das ist mein Leib und mein Blut), so sollte auch unsere Kommunikation sein – Ein Eintreten für unsere Werte, mit Leib und Blut – als Mensch.

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    • Ralf sagt:

      …und noch etwas…weil es gerade in verschiedenen Botschaftskreisen üblich ist E-Mails an „Jesus“ oder „Maria“ zu versenden…Das Gebet in verbaler oder non-verbaler Form ist die ursprüngliche Form der Kommunikation mit Gott und das schon mindestens zweitausend Jahre vor dem Internet…;-)

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