Stresemann-Club in der FDP kritisiert staatliche Einmischung in die Familien

In der FDP gibt es einige Gruppierungen, die sich eher rechtsliberal positionieren, darunter der von euro-kritischen Parlamentariern geprägte „Liberale Aufbruch(u.a. gegen ESM-„Rettungsschirm“)  –  oder auch der vielfach von jüngerenFDPlern getragene „Stresemann-Club„.  Dieser erinnert an den national-liberalen Gustav Stresemann, der als Außenminister in der Weimarer Republik wirkte.

Auf seiner Webseite „Rechtsliberal“ äußert sich der Stresemann-Club zur aktuellen Debatte um das Betreuungsgeld und nennt sie mit Recht „absurd“. Der ironisch gehaltene Titel des Beitrags lautet: „Herdprämie oder Kinderpfand?“

Schon eingangs heißt es in dem Klartext-Kommentar:

„Einem Liberalen mag es komisch vorkommen, dass man dafür bezahlt wird, seine eigenen Kinder zu erziehen, aber ist es nicht mindestens genauso illiberal, Eltern zur Lagerung ihrer Kinder in staatlichen Anstalten zu nötigen?“

Die Rechtsliberalen würden eine Förderung der Familie durch einen höheren Steuerfreibetrag besser finden als die geplante staatliche „Alimentierung“ per Betreuungsgeld, womit sie durchaus recht haben. Das würde zudem die betreffenden Eltern aus ihrem demütigenden Status von „Almosenempfängern“ herausholen.

Gleichwohl ist das bescheiden angesetzte Betreuungsgeld immer noch das kleinere Übel zum weiteren wirtschaftlichen Aushungern der Familien, wogegen das Bundesverfassungsgericht sich bereits deutlich ausgesprochen hat.

Zurück zum aktuellen Kommentar des Stresemann-Clubs, der die staatliche Bevormundung der Familien – und damit der Bürgerfreiheit –  kritisch und gekonnt aufspießt:

„Kindertagesstätten müssen her. Viele und überall. Von Eltern wird dann wirklich nicht mehr viel erwartet: Kinder machen haben die meisten bisher hinbekommen und danach kann man sie bequem in einer staatlichen Verwahranstalt lagern.

Nun hat aber die CSU – sonst nicht gerade als Verfechterin der Bürgerfreiheit bekannt – wahrscheinlich in sentimentaler Erinnerung an ihr christliches Erbe in den Koalitionsverhandlungen das so genannte “Betreuungsgeld” durchgesetzt. Und wenn man die ganze Fürsorge für Eltern befürwortet, ist das auch eigentlich nur fair.“

Sodann wird festgestellt, „dass neue Sozialleistungen ja nicht gerade liberale Herzensangelegenheit sind. Das ist zwar richtig, aber der staatlich finanzierte Aufbau von Kindertagesstätten ist es eben auch nicht.“

Außerdem wird die derzeitige Diffamierung selbst-erziehender Mütter bzw, die Verächtlichmachung der Hausfrauen-Ehe zu Recht als freiheitsfeindliche Meinungsmache entlarvt:

Das Gegenteil von liberal ist es, wenn man dagegen versucht, Menschen einen bestimmten Lebensentwurf aufzunötigen. In den Augen mancher Politiker ist eine Frau weniger wert, wenn sie nicht arbeiten geht. Andererseits gilt ein Hausmann als Höhepunkt progressiver Familiengestaltung.(…)

Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der Eltern nach besten Wissen und Gewissen mit ihren Kindern umgehen. Auch die, die ihre Kinder nicht zur KiTa bringen.  Vielleicht wollen sie nicht, dass ihre Kinder schon früh zu konformistisch-staatsgläubigen Klimaschutzzombies erzogen werden, vielleicht haben sie religiöse Gründe, vielleicht organisieren Freunde und Verwandte eine gemeinsame Kinderbetreuung, vielleicht kümmert sich die Oma ums Kind. Wer weiß.“

Der Artikel endet mit einem ironischen Seitenhieb auf „Uschi“ (Arbeitsministerin Ursula von der Leyen) und ihresgleichen:

„Aber wahrscheinlich werden Uschi und die anderen Staatsnannys bald ein Kinderpfand einführen, das man jedesmal hinterlegen muss, wenn man sein Kind aus den fürsorglichen Händen des Staates in die Gefahrenzone elterlicher Obhut entführt.“

Hier der vollständige Artikel des Stresemann-Clubs in der FDP: http://rechtsliberale.wordpress.com/2012/04/07/herdpramie-oder-kinderpfand/


One Comment on “Stresemann-Club in der FDP kritisiert staatliche Einmischung in die Familien”

  1. Prof.Hans Schieser sagt:

    Bravo „Stresemann“Club!
    Wenn Ihr Euch in der FDP durchsetzt und zu einem vernünftigen Liberalismus zurückbringen könnt, wie sie einmal ein Theodor Heuss vertreten hat, dann wird diese Partei wieder wählbar und hätte sogar Chancen, die rotgewordene CDU abzulösen!

    Vor etwa 20 Jahren wollte ich der FDP-„Führung“ einmal klarmachen, dass ihr eingeschlagener Kurs und die damalige „Mannschaft“ unweigerlich in die Sackgasse führt und die FDP zu einer „Splitterpartei“ machen wird.
    Nun, das hat sich bewahrheitet und es sieht nicht so aus, als würde man es einsehen…

    Liken


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