„Zartbitter“-Chefin: „Sexueller Mißbrauch betrifft beide Kirchen gleich stark“

Ursula Enders: „Zölibatsdebatte ist im Sinne des Kinderschutzes kontraproduktiv“

Das Problem von Mißbrauchstätern in eigenen Reihen betrifft nach Meinung der Kölner Expertin Ursula Enders beide großen Kirchen in Deutschland in gleich starker Weise:

„Die evangelische Kirche hat sich lange Zeit in Sicherheit gewiegt und geglaubt, ‚bei uns doch nicht, das liegt ja am Zölibat`“, sagte Enders am gestrigen Donnerstag in Hamburg.

Das sei jedoch ein Mythos: „Missbrauch hat mit Zölibat wenig zu tun“, so die Vorsitzende der seit Jahrzehnten aktiven Beratungsstelle „Zartbitter“, einer bekannten Einrichtung in Köln, die sich gegen Mißbrauch an Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Ursula Enders betonte, ihren Beobachtungen zufolge komme das Problem in der evangelischen Kirche nicht seltener vor. Nachdem diese aber lange die Augen vor dem Thema verschlossen habe, würden jetzt verstärkt Fälle in protestantischen Einrichtungen bekannt.

Die Therapeutin äußerte sich bei der Fachtagung „Missbrauch in Institutionen“ der evangelisch-lutherischen Kirche in Hamburg.

Quelle: Radio Vatikan

Ergänzend hierzu folgen Äußerungen von Ursula Enders
aus ihrer Stellungnahme (veröffentlicht am 15. März 2010)
speziell zum Dauerbrenner Zölibat:

„So kritisch man dem Zölibat gegenüberstehen mag, die breite Erfahrung von Zartbitter entlarvt die Reduzierung der Täterschaft auf zölibatäre katholische Priester als Mythos, der zu einer grundlegenden Vernachlässigung eines ausreichenden Schutzes von Mädchen und Jungen vor sexuellen Grenzverletzungen führen kann.

  • Eine allzu einseitige Diskussion über das Zölibat lenkt ab von dem großen Ausmaß der sexuellen Ausbeutung von Kindern in Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Sportvereinen, kommerziellen Angeboten für Kinder und Jugendliche (Ballett, Ferienreisen, Musikunterricht).
  • Folglich ist die mit großer Heftigkeit geführte aktuelle Diskussion über das Zölibat im Sinne des Kinderschutzes kontraproduktiv.
  • Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften (zum Beispiel der evangelischen Kirche, den Zeugen Jehovas, dem Islam) verkünden häufig mit einem trügerischen Seufzer der Erleichterung: „Bei uns sind die Geistlichen verheiratet und unsere Kinder somit vor Missbrauch durch Geistliche sicher“.  – Derart „naive“ Gläubige werden nicht selten mit der bitteren Realität konfrontiert, dass ein vermeintlich ungefährlicher, heterosexuell lebender Geistlicher oder Laienhelfer Mädchen und/oder Jungen missbraucht hat!
  • Die Beratungsarbeit von Zartbitter Köln in den letzten 25 Jahren hat deutlich gemacht, dass auch der Missbrauch innerhalb kirchlicher Institutionen vorrangig von heterosexuell lebenden Tätern und Täterinnen verübt wird, die sich in kirchlichen Institutionen als Gemeindereferenten, Diakone, Gruppenleiterinnen, Jugendbetreuer, jugendlichen Messdienerführer, Koch auf Ferienfreizeiten etc. engagieren.“

Ermittlungsverfahren eingestellt: Düsseldorfer Priester stand unter Mißbrauchsverdacht

In der Düsseldorfer  Tageszeitung Rheinische Post bzw. RP-online waren bereits einige Artikel über über einen katholischen Geistlichen erschienen („Kaplan unter Missbrauchsverdacht“, „Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kaplan“ etc),  dem sexuelle Übergriffe an Minderjährigen vorgeworfen wurden. Der betreffende Kaplan bestreitet die Anschuldigungen.
Heute berichtet RP-online darüber, daß das 18 Monate dauernde  – und damit sehr gründliche – Ermittlungsverfahren gegen den Priester seitens der Düsseldorfer StA (Staatsanwaltschaft) eingestellt wurde, also voraussichtlich keine Gerichtsverhandlung gegen den Kaplan eröffnet wird.

Die StA hatte die  –  den Priester belastenden  –  Aussagen einiger  junger Männer durch einen Psychologen begutachten lassen, was zur Einstellung des Ermittlungsverfahrens führte, weil das Ergebnis offenbar nicht eindeutig ausfiel; so seien eigenes Erleben und Äußerungen von Anderen teilweise vermengt worden, was aber nicht auf bewußter Absicht beruhen müsse.

Allerdings ist die Einstellung des Verfahrens noch nicht rechtskräftig, nachdem der Anwalt der betreffenden Jugendlichen Beschwerde einlegte.

Quelle: http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/verfahren-gegen-kaplan-eingestellt-1.2862418


Wortlaut der Predigt des Papstes zu Fronleichnam (7.Juni 2012)

„Das Geheimnis der Eucharistie ist die Mitte unseres Lebens und das Herz der Welt“

Heute Abend möchte ich mit euch über zwei zusammenhängende Aspekte des eucharistischen Geheimnisses nachdenken: über die eucharistische Verehrung und seine Heiligkeit.

Es ist wichtig, beide Aspekte zu überdenken, um sie vor einem verkürzten Verständnis des eigentlichen Glaubensgeheimnisses zu bewahren, wie es in letzter Zeit beobachtet werden konnte.

Zunächst zum Wert der eucharistischen Verehrung, besonders der Anbetung des allerheiligsten Altarsakraments:

Wir werden sie auch an diesem Abend wieder erleben nach der Messe und bei der Prozession, vor ihrem Beginn, bei ihrem Vollzug und an ihrem Ende.

Eine einseitige Interpretation des 2. Vatikanischen Konzils hat die Dimension der Verehrung vernachlässigt und die Eucharistie praktisch auf den eigentlichen Vollzug in der Feier reduziert.

Tatsächlich war es sehr wichtig,  diese Feier in ihrer zentralen Bedeutung anzuerkennen, in der der HERR sein Volk ruft und es um den zweifachen Tisch des Wortes und des Brot des Lebens versammelt, es nährt und mit sich vereint in der Opfergabe.

Diese Wertschätzung der liturgischen Feiergemeinschaft, in der der HERR wirkt und sein Geheimnis der Gemeinschaft verwirklicht, bleibt natürlich gültig, aber sie muss wieder ins rechte Gleichgewicht gerückt werden.

Denn um einen Aspekt zu betonen wird  –  wie so oft  –  ein anderer aufgegeben. In diesem Fall ist die Betonung der  Eucharistiefeier auf Kosten der Anbetung gegangen, die ein Akt des Glaubens ist und ein Akt des Gebets zum HERRN, der wirklich gegenwärtig ist im Sakrament des Altares.

Dieses Ungleichgewicht hat auch Rückwirkungen auf das geistliche Leben der Gläubigen.

Indem die ganze Beziehung mit dem eucharistischen Jesus allein auf den Augenblick der Heiligen Messe konzentriert wurde, riskiert man es, die sonstige Zeit und die wesentliche Dimension seiner Gegenwart zu entleeren.

Fronleichnam in Regensburg 2012 (Foto: Bischöfl. Presseamt)

Und so nimmt man weniger die ständige Gegenwart Jesu mitten unter uns und mit uns wahr, eine konkrete, nahe Präsenz, in unsern Häusern, als „pulsierendes Herz“ der Stadt, des Landes, der Region mit ihren verschiedenen Vollzügen und Aktivitäten.

Das Sakrament der Liebe Christi muss unser ganzes Leben durchdringen.

In Wirklichkeit ist es falsch, die Feier und die Anbetung als Gegensätze anzusehen, als würden beide in Konkurrenz zueinander stehen.

Es ist genau andersherum: Die Verehrung des Allerheiligsten Sakraments schafft gleichsam das geistliche „Ambiente“, in dem eine Gemeinde gut und wahrhaft die hl. Eucharistie feiern kann.

Nur wenn ihr diese innere Haltung des Gebets und der Anbetung vorangeht, sie begleitet und ihr folgt, kann die liturgische Handlung ihren vollen Sinn und Wert ausdrücken.

Die Begegnung mit Jesus in der Heiligen Messe vollzieht sich wahrhaftig und in vollständiger Weise, wenn die Gemeinschaft erkennt, dass ER im Sakrament gegenwärtig ist in seinem Haus, dass er uns erwartet, dass er uns an seinen Tisch einlädt und – wenn die Versammlung sich aufgelöst hat – ER bei uns bleibt mit seiner diskreten und stillen Gegenwart, daß ER uns begleitet durch seine Fürsprache und auch weiter unsere geistlichen Opfer sammelt, um sie dem Vater darzubringen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Erfahrung hinweisen, die wir auch heute Abend gemeinsam machen werden.

Im Augenblick der Anbetung stehen wir alle auf derselben Stufe, auf Knien vor dem Sakrament der Liebe. Das allgemeine Priestertum und das Amtspriestertum sind miteinander vereint bei der Verehrung der Eucharistie.

Es ist eine sehr schöne und bezeichnende Erfahrung, die wir mehrfach in der Petersbasilika erlebt haben, aber auch in den unvergesslichen Vigilfeiern mit Jugendlichen  –  ich erinnere beispielsweise an jene in Köln, London, Zagreb, Madrid.

Es ist für alle offensichtlich, dass diese eucharistischen Vigilfeiern auf die Feier der Heiligen Messe vorbereiten: sie bereiten die Herzen vor auf die Begegnung, damit diese fruchtbarer sei.

Gemeinsam für eine längere Zeit in Stille vor dem im seinen Sakrament gegenwärtigen HERRN zu verharren, das ist eine der echtesten Erfahrungen unseres Kircheseins.

Diese wird begleitet und ergänzt durch die Feier der Eucharistie, durch das Hören auf das Wort Gottes, singend und gemeinsam an den Tisch des Brot des Lebens tretend.

Kommunion und Kontemplation können nicht getrennt werden, sie gehören zusammen. Um wirklich mit einer anderen Person zu kommunizieren, muss ich sie kennen, muss ich in Stille bei ihr bleiben können, auf sie hören und in Liebe anschauen können.

Die wahre Liebe und die wahre Freundschaft leben immer von diesem wechselseitigen Blick, von intensivem Schweigen, das zugleich beredt ist und mit großem Respekt und in Verehrung, sodass die Begegnung in tiefgehender Weise erlebt werden kann, persönlich und nicht oberflächlich.

Wenn diese Dimension fehlt, kann leider auch der eigentliche sakramentale Kommunionempfang unsererseits eine oberflächliche Geste werden.

In der wahren Kommunion hingegen, die vorbereitet worden ist durch das Zwiegespräch des Gebets und des Lebens, können wir dem HERRN Worte des Vertrauens sagen, wie sie eben im Antwortspsalm erklungen sind:

„Ich HERR, ich bin doch dein Knecht, dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd. Du hast meine Fesseln gelöst. Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen und anrufen den Namen des HERRN.“ (Ps 116 (115), 16-17)

Nun würde ich gerne kurz auf den zweiten Aspekt zu sprechen kommen: Die Heiligkeit der Eucharistie.

Auch hier haben wir in jüngster Vergangenheit ein gewisse Fehldeutung der authentischen Botschaft der Heiligen Schrift erlebt.

Die Neuheit der kultischen Verehrung im Christentum ist beeinflusst worden von einer gewissen verweltlichten Mentalität der sechziger und siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Es ist wahr und es wird immer wahr bleiben, dass die Mitte des Kultes nicht mehr die Riten und die Opfer der Vorzeit sind, sondern Christus selbst, mit seiner Person, mit seinem Leben, mit seinem österlichen Geheimnis.

Gleichwohl darf man von dieser fundamentalen Neuheit nicht schließen, dass es das Heilige nicht mehr gibt, sondern dass es seine Erfüllung in Christus gefunden hat, der fleischgewordenen göttlichen Liebe.

Der Brief an die Hebräer, den wir heute Abend in der zweiten Lesung gehört haben, spricht zu uns von eben dieser Neuheit des Priestertums Christi, des „Hohenpriesters der künftigen Güter“ (Hebr 9,11), aber er sagt nicht, dass das Priestertum zu Ende wäre.

Christus ist „Mittler eines neuen Bundes“ (Hebr 9,15), geschlossen in seinem Blut, das „unser Gewissen von toten Werken reinigt“ (Hebr 9,14).

ER hat den das Heilige nicht abgeschafft, sondern zur Vollendung geführt und einen neuen Kult errichtet, der vollends geistlich ist, der sich aber dennoch der Zeichen und Riten bedient, solange wir noch unterwegs sind in der Zeit –  und der erst an ein Ende kommen wird im himmlischen Jerusalem, wo es keinen Tempel mehr geben wird (vgl. Offb 21,22).

Christus sei Dank ist diese Sakralität wahrer, intensiver und  –  wie bei den Geboten  –  auch fordernder!

Es reicht nicht, die Riten zu beachten, sondern es ist eine Reinigung des Herzens nötig und die Miteinbeziehung des ganzen Lebens.

Ich möchte auch unterstreichen, dass das Heilige eine erzieherische Funktion hat und dass sein Verschwinden unvermeidlich auch die Kultur verarmen lässt, besonders bei der Heranbildung der neuen Generationen.

Wenn beispielsweise im Namen eines verweltlichten Glaubens, der keine heiligen Zeichen mehr zu brauchen meint, diese städtische Fronleichnamsprozession abgeschafft würde, das spirituelle Profil Roms wäre verflacht und unser persönliches und gemeinschaftliches Gewissen würde geschwächt sein.

Oder denken wir an eine Mutter oder einen Vater, die im Namen eines entsakralisierten Glaubens ihre Kinder jeglicher religiöser Ritualität berauben würden: In Wahrheit würde das dazu führen, das Feld den vielfältigen Ersatzmitteln zu überlassen, die es in der Konsumgesellschaft gibt, anderen Riten und anderen Zeichen, die leicht zu Götzen werden können.

Gott, unser Vater, hat die Menschheit nicht dafür geschaffen: ER hat seinen Sohn in die Welt gesandt, nicht um das Heilige abzuschaffen, sondern auch ihm seine Erfüllung zu schenken.

Auf dem Höhepunkt dieser Sendung, beim letzten Abendmahl, hat Jesus das Sakrament seines Leibes und seines Blutes eingesetzt, die Gedächtnisfeier seines österlichen Opfers.

Indem er dies tat, hat er sich an die Stelle der alten Opfer gesetzt, aber er tat dies im Rahmen eines Ritus, den zu wiederholen er seinen Aposteln aufgetragen hat als höchstes Zeichen des wahrhaft Heiligen, der ER selber ist.

In diesem Glauben, liebe Brüder und Schwestern, feiern wir heute und jeden Tag das eucharistische Geheimnis und wir beten es an als die Mitte unseres Lebens und als Herz der Welt. Amen.

Quelle: Radio Vatikan


Pater James Manjackal und seine pfingstlerischen „Erleuchtungen“

Schwarmgeistige Botschaften eines charismatischen „Gurus“

Der „katholische“ Charismatiker-Pater James Manjackal publizierte zu Pfingsten 2012 wieder eine besondere „Botschaft“, die er von Christus selbst erhalten haben will.

Die höheren Erleuchtungen des bekannten indischen Paters beginnen mit den Worten:

”So sagt Jesus, der Herr: “Liebe Freunde, so wie ich es versprochen habe, sende ich euch heute meinen Geist, so dass ihr als meine Brüder und Schwestern neben mir stehen könnt und meinen Vater “unseren Vater” nennen könnt.”

Biblische Tatsache ist, daß Christus, als er auf Erden wirkte, mehrfach ausdrücklich von „meinem“ Vater und von „eurem“ Vater sprach, also diesen Unterschied ausnahmslos betonte, auch in Gesprächen mit seinen Aposteln und Jüngern.

Dieser wesentliche Unterschied, ja „Abgrund“ zwischen Gott und Mensch, zwischen Christus und den Gläubigen wird hier zusätzlich dadurch plattgeredet, daß es heißt, wir könnten „neben“ Christus stehen.

Unsere angemessene Haltung gegenüber Christus ist aber vielmehr die anbetende  –  bildlich gesagt: jene auf den Knien!

Außerdem erhielt die Jerusalemer Urgemeinde zu Pfingsten den Heiligen Geist, wie der HERR es ihr versprochen hatte. Seitdem werden Katholiken durch das Sakrament der Firmung mit den Sieben Gaben des Heiligen Geistes gestärkt.

Was sollen also diese angeblichen Christusworte: „Liebe Freunde, so wie ich es versprochen habe, sende ich euch heute meinen Geist.“  – Was heißt hier „heute“?

Sodann setzt sich die „Botschaft“ von Pater Manjackal folgendermaßen fort:

„Nach meiner Himmelfahrt wurde ich zu einem lebensspendenden Geist, um für alle Zeit bei euch sein zu können. Mit diesem gleichen Geist habe ich das Evangelium verkündet, die Kranken geheilt und die Dämonen ausgetrieben. Heute schenke ich euch meinen Geist, damit ihr meine Werke auf dieser Erde weiterführt, wo viele untergehen aufgrund von Unkenntnis des Evangeliums, verschiedener Krankheiten und Bindungen Satans.“

Auch hier wird theologischer Kreuz-und-Rüben-Salat geboten. Christus ist nach seiner Himmelfahrt keineswegs zu einem „Geist“ geworden, sondern er lebt weiter als der gekreuzigte und auferstandene, der verklärte und verherrlichte Gottmensch: Gott und Mensch zugleich für immer, also keineswegs zu einem „Geist“ mutiert.

Typisch für die Schwärmerbewegung ist auch die aufschlußreiche Aussage, wonach „viele untergehen aufgrund von Unkenntnis des Evangeliums, verschiedener Krankheiten und Bindungen Satans“.

Warum sollten Krankheiten zum „Untergang“, also zur Verdammnis führen?

Eher umgekehrt: Gott kann auch auf diesen Zeilen unseres Lebens gerade schreiben, so daß schon mancher Kranke ins Nachdenken geriet und wieder zum Glauben fand.

Zudem ist heute weniger die „Unkenntnis“ des Evangeliums ein Problem, als vielmehr der bewußte Widerstand gegen Gottes Botschaft und das unbußfertige Verharren in der Sünde.

Doch von Sünde ist hier nicht die Rede, stattdessen von den „Bindungen Satans“, als ob wir unsere persönliche Schuld und Verantwortung auf den Teufel abschieben könnten.

Der blühende theologische Unfug wird sodann munter fortgesetzt:

„Weil die menschlichen Wesen, die nach meinem Abbild und mir ähnlich geschaffen sind, ihre Heiligkeit verloren haben, haben auch die Erde und alle Geschöpfe auf ihr ihre Heiligkeit verloren.“

Die Erde und die nichtmenschlichen Wesen haben durch den Sündenfall des Menschen keineswegs ihre „Heiligkeit“ verloren, die sie nämlich nie besaßen,  sondern vielmehr ihre natürliche Vollkommenheit, so daß die Schöpfung tatsächlich indirekt in den „Fall“ Adams hineingezogen wurde.

Doch der Ausdruck „Heiligkeit“ kann auf geschöpflicher Ebene allein auf den Menschen angewandt werden, der mit Gottes Gnade und seinem freien Willen zur Heiligkeit berufen ist. Tiere oder Pflanzen waren weder vor noch nach dem Sündenfall dazu berufen, zumal sie keinen freien Willen und keine unsterbliche Seele besitzen.

Auch die folgenden „Botschaften“, die Christus in den Mund gelegt werden, sind völlig unsinnig, aber typisch schwarmgeistig:

„Heiligt euch heute und morgen werdet ihr Brot zu essen haben; heiligt euch heute und morgen werdet ihr Zeichen und Wunder sehen. Wenn ihr zu mir umkehrt durch Glauben und in Reue, und Gemeinschaft findet mit mir durch meinen Geist, dann werden Durst und Hunger eurer Seelen gestillt werden. Wenn ihr ein neues Leben führt durch meinen Geist, dann werdet ihr nicht mehr die Schande von Hungersnot und Armut erleiden, sondern im Gegenteil – die Zahl der Früchte an euren Bäumen und die Menge an Getreide auf euren Feldern wird steigen; eure Vorratskammern werden mit Körnern gefüllt werden.“

Kommentar überflüssig.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Quelle für die Manjackal-Zitate: http://de.gloria.tv/?media=298265


Shahin Najafi muß sich aus Todesangst in unserem Land verstecken

Erika Steinbach (CDU) kritisiert Mordaufrufe aus dem Iran

Durch mehrere Fatwas bzw. Todesdekrete iranischer Großajatollahs ist der in Deutschland lebende Musiker Shahin Najafi in höchster Lebensgefahr.

Dazu erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach:

„Die Liedtexte von Shahin Najafi setzen sich kritisch mit dem iranischen Regime und seiner, die Freiheitsrechte des iranischen Volkes verachtenden Politik auseinander. Mit Morddrohungen reagieren iranische Großajatollahs darauf. Der Schutz des in Deutschland lebenden und wirkenden Musikers geht uns alle an. 

Shahin Najafi muss aus Todesangst in Deutschland versteckt leben. Jedoch haben jene, die den Künstler bedrohen, keine Chance. Die deutsche Gesellschaft rückt zusammen, um zu verdeutlichen: Die Freiheit der Kunst, die Freiheit der Meinung sind bei uns nicht verhandelbar. “

Beginnt ein Stimmungswechsel beim Zankapfel „Betreuungsgeld“?

Von Birgit Kelle (Vorsitzende von „Frau 2000plus“)

Die Stimmung kippt. Selbst Journalisten, die inhaltlich nicht begeistert sind vom Betreuungsgeld, fällt inzwischen auf, dass die Debatte darum ein unwürdiges Schauspiel ist und ein Niveau erreicht hat, das viel tiefer nicht mehr sinken kann.

Selbst im WDR hörte ich vor zwei Tagen einen Kommentar pro Betreuungsgeld, nachdem man sich dort monatelang polemisch am Thema abgearbeitet hatte.

So schreibt etwa der Autor Robin Alexander in der „Welt“ unter dem Titel: „Opposition macht Eltern zu Idioten“, dass die Einwände gegen das Betreuungsgeld von berechtigter Kritik abgerutscht seien in eine maßlose Polemik gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe.

Zitat: „Es ging Rot-Grün nicht darum, den Staat zu kritisieren, weil er jetzt auch Eltern fördert, die ihre Kleinkinder selbst betreuen. Es ging vielmehr am Ende gegen die Eltern selbst.“

Georg Paul Hefty erklärt in einem Artikel der FAZ, warum die Kritik am Betreuungsgeld antibürgerlich und sozialistisch ist.

Zitat: „Die Kampagne gegen das Betreuungsgeld ist nicht gerecht. Denn es markiert den Unterschied zwischen sozialem und sozialistischem Staatsverständnis. Die Debatte enthält verräterische sowie verführerische Aussagen.“  – Das trifft ins Schwarze.

Lesen Sie den Artikel „Opposition behandelt Eltern wie Idioten“ hier: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article106421223/Die-Opposition-behandelt-Eltern-wie-Idioten.html

Den Beitrag „Antibürgerlich und Sozialistisch“ finden Sie hier: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/betreuungsgeld-antibuergerlich-und-sozialistisch-11775006.html

 


Singen ist wie ein Jungbrunnen für Körper, Geist und Seele

2. Deutsches Chorfest in Frankfurt eröffnet

Vorgestern wurde in der Frankfurter Paulskirche das 2. Deutsche Chorfest eröffnet. An dem viertägigen Festival nehmen rund 500 Chöre mit insgesamt 20.000 Sängerinnen und Sänger teil.  Auf dem Programm stehen bis Sonntag 600 Konzerte.

Im Zentrum des Chorfests steht der 2. Internationale Chorwettbewerb des Deutschen Chorverbands mit mehr als 80 teilnehmenden Chören, deren Auftritte bis Samstag für alle Besucher kostenlos sind.

Zum Festkonzert am Samstag wird auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet.

Laut Musiker Jochen Arnold ist das Hormon Oxytocin dafür verantwortlich, daß beim Singen Glücksgefühle entstehen: «Bereits nach einer einzigen Gesangsstunde konnten schwedische Wissenschaftler einen deutlichen Zuwachs dieses Hormons im Vergleich zu anderen Testpersonen nachweisen».

Auch Serotonin, «der klassische Stimmungsaufheller für Depressive», werde bei singenden Menschen in dreifacher Menge ausgeschüttet wie bei nicht-singenden Menschen.

Ärzte und Psychologen bestätigen, daß Kinder, die regelmäßig singen, ein besseres Immunsystem aufweisen und gesundheitlich und emotional stabiler sind als Kinder, die nicht singen.

Arnold zufolge hat Musik auch eine integrierende Kraft. Beim gemeinsamen Musizieren fänden Menschen von unterschiedlicher Herkunft, Alter und Milieu zusammen. Kirchenmusik könne vielen, denen Kirche und christlicher Glaube fremd geworden seien, eine neue religiöse Heimat geben.

Arnold berichtete weiter, dass an musikbetonten Schulen nur halb so viele Schüler ausgegrenzt würden wie an anderen Schulen. Musikunterricht fördere die Teamfähigkeit, die emotionale Stabilität und gegenseitige Toleranz.

Quelle: evangelische Infoseite  www.jesus.ch