Afro-kubanischer Bürgerrechtler „Antúnez“ aus Haft entlassen – Schneller Erfolg internationaler Proteste

Mißhandlungen durch kubanische Kommunisten mit  z.T. rassistischen Motiven

Der prominente Bürgerrechtler und Blogger Jorge Luis García Pérez   – genannt „Antúnez“  – wurde gestern nach vier Tagen Haft und Mißhandlung freigelassen.  Die gegen ihn erhobenen Anklagepunkte bleiben allerdings bestehen, erklärt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt.

Die schnelle Haftentlassung führt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, auf die erfolgreiche internationale Kampagne für „Antúnez“ zurück. Allein in Europa haben sich 22 Menschenrechtsorganisationen für die sofortige Freilassung des prominenten afrokubanischen Bürgerrechtlers eingesetzt, so Lessenthin.

In einem Telefongespräch erklärte IGFM-Mitglied „Antúnez“ gestern, daß die Mißhandlungen im Polizeigefängnis von Santa Clara auch auf seine schwarze Hautfarbe zurückzuführen seien.

Castro würde es noch weniger tolerieren, wenn ein Afrokubaner das Regime kritisiert. Polizisten schlugen den Menschenrechtsverteidiger im Gefängnis bis zur Bewußtlosigkeit und sprühten ihm Pfefferspray in den Mund.

Wie die IGFM erläutert, wurde „Antúnez“ am vergangenen Samstag in der Nähe seines Hauses in Placetas in der Provinz Villa Clara unter Gewaltanwendung verhaftet und dann auf die Polizeistation der Provinzhauptstadt Santa Clara gebracht.

In direktem Zusammenhang mit seiner Verhaftung steht eine Videokonferenz, in der er vor einer Woche dem Auswärtigen Ausschuss des US Senats über Menschenrechtsverletzungen in Kuba berichtete.

Auf der Polizeistation von Santa Clara wurde er von einem Polizisten bedroht, daß er für dieses Video teuer bezahlen werde. Als seine Frau Yris Tamara Pérez Aguilera ihn auf der Polizeistation suchte, wurde auch sie brutal geschlagen.

Der kubanische Menschenrechtsverteidiger, der nach eigener Aussage nun noch „entschlossener“ ist, weiterhin für die Achtung fundamentaler Menschenrechte auf Kuba zu kämpfen, wurde wegen „Verbreitung falscher Informationen“, „Widerstand“, „Ungehorsam“ und „Körperverletzung“ angeklagt.

Diese Vorwürfe könnten für ihn bis zu zehn Jahre Gefängnis bedeuten – 18 Jahre Haft als politischer Gefangener hat der Bürgerrechtler bereits erlitten, so die IGFM.

Rassismus in Kuba weit verbreitet

IGFM-Vorstandssprecher Lessenthin kritisiert die menschenunwürdige Behandlung des prominenten Regimegegners. „Antúnez hat nichts getan, außer von seinem fundamentalen Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch zu machen“, so Lessenthin.

„Dass afrokubanische Menschenrechtsverteidiger im Gefängnis aufgrund ihrer Hautfarbe besonders diskriminiert werden, ist seit langem bekannt. Auch die inhaftierte Dame in Weiß, Sonia Garro , beklagt, dass sie aufgrund ihrer schwarzen Hautfarbe ständig bedroht und beschimpft wird“.

Rassismus ist im kommunistisch regierten Kuba auch im alltäglichen Leben immer noch weit verbreitet.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba: http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html

Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte: https://www.facebook.com/igfmdeutschland



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