Orthodoxe Kirche mahnt zur Mäßigung beim Fußball(über)eifer

Die orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats sieht die schäumenden Emotionen der Fans im Kontext der Fußball-Europameisterschaft mit Sorge. Seine Kirche heiße „die Ekstase und die Psychose nicht gut, in die die Leute fallen, wenn sie ein Spiel schauen“, erklärte das Oberhaupt, Patriarch Filaret, der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian.

Der 83-jährige Patriarch stellte jedoch klar, daß Sport und ein gesunder Lebensstil bejaht würden.  Es sei allerdings eine Sünde, wenn Menschen sich nicht mehr im Griff hätten.

Die EM fällt in der Ukraine in die Fastenzeit der Heiligen Apostel, in der orthodoxe Gläubige angehalten sind, ihre Emotionen streng zu kontrollieren.

Quelle: Radio Vatikan


Gisela Limmer von Massow gründete rußlanddeutsche Theatergruppe mit Kindern

In den Medien wird viel über „Mord und Totschlag“ geschrieben, über Krisen und Katastrophen  – oft kommt dabei das Gute zu kurz, dabei ist es doch letzten Endes viel berichtenswerter, wenngleich weniger „sensationell“.

Zudem ermutigen positive Berichte andere Menschen dazu,  sich selber ebenfalls für große Ideale einzusetzen, aber nicht nur in wolkigen Gedankenspielen, sondern mit praktischen Taten.

Ein Beispiel für solch uneigennützigen Einsatz ist Gisela Limmer von Massow (siehe Foto), ehem. Dozentin an Schauspiel- und Musikhochschulen, die sich um rußlanddeutsche Familien kümmert, vor allem um deren Kinder, damit sie mit der deutschen Sprache besser klarkommen und sich ihre musischen und kreativen Begabungen entfalten können.

Mit ihrer Kindergruppe führt sie sowohl Märchen wie klassische Stücke auf, in der Adventszeit vor allem gelungene Krippenspiele. Wer für seine Kirchengemeinde oder Heimatgruppe, für Vereinsfeste oder ähnliche Feiern ein gutes, gediegenes und zugleich frohgemutes, originelles Programm sucht, kann sich an Frau von Massow wenden (wir vermitteln gerne den Kontakt).

Die „Westdeutsche Zeitung“ berichtete am 14.12.2011 vom Engagement dieser schwungvollen Familienmutter. Unter dem Titel „Gelungene Integration auf der Bühne“ heißt es dort:

„Ein ziemlich einmaliges Projekt zur Integration von russlanddeutschen Kindern gibt es seit fünf Jahren in Büderich. Doch sein Bekanntheitsgrad ist gleich null  –  auch weil die Initiatorin Gisela Limmer-von Massow darüber kein großes Aufheben machen will. (…) Sie erzählt gestenreich, wie sie die Kinder in selbstbewusste Schauspieler mit guter Aussprache verwandelte und wie die Gruppe inklusive Eltern zusammenwuchs und auf kleinen Bühnen reüssierte.

Wie kam es dazu? Gisela Limmer-von Massow stammt selbst aus Pommern und hat mit ihren Eltern die Flucht aus der Heimat erlebt. Die Aufnahme in der neuen Umgebung habe sich schwierig gestaltet, weil man als Flüchtling aus dem Osten nicht unbedingt willkommen gewesen sei. „Da in meiner Kindheit viel von Vertreibung und dem geliebten Zuhause erzählt wurde, war mein Interesse für die Gebiete im Osten sehr groß“, erzählt die Büdericherin.

Nachdem der Eiserne Vorhang gefallen war, habe sie sich noch intensiver mit dem Schicksal der Russlanddeutschen beschäftigt. Das führte zum Beispiel zu einem „Tag der russlanddeutschen Geschichte“, den sie in ihrem Haus organisierte.

Sensibilisiert kam sie beim alltäglichen Einkaufen in Kontakt mit russlanddeutschen Aussiedlern, deren Akzent sie schnell erkannte. Sie wollte helfen  –  besonders den Kindern. Sie griff auf ihr Talent zurück und entschloss sich, eine Theatergruppe zu gründen. „Am Anfang haben die Kinder mit piepsiger Stimme kaum Hänschen klein singen können“, erzählt die lebhafte Frau lächelnd.

Inzwischen könnten die Kinder selbstbewusst Goethe und Heine rezitieren, sie würden außerdem Gedichte von Hölderlin und Storm kennen. Nach zwei Jahren Probe führten sie ihr erstes größeres Stück, Hänsel und Gretel nach Engelbert Humperdinck, auf. Jetzt zur Adventszeit gibt es ein buntes Weihnachtsprogramm, in das auch kleinere Kinder eingebunden werden.“

Quelle mit FOTO und vollständigem Bericht hier:

http://www.wz-newsline.de/lokales/rhein-kreis-neuss/meerbusch/gelungene-integration-auf-der-buehne-1.846884


CDU/CSU-Fraktion kritisiert: Rot-Grüne wollen den Bürgern das Autofahren vermiesen

Pressemeldung der Unionsparteien: Tempo 30 innerorts führt zu Schleichverkehr

Zu den Plänen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, im Falle einer rot-grünen Koalition auf Bundesebene die Straßenverkehrsordnung zu ändern und innerorts generell Tempo 30 einzuführen, erklärt der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dirk Fischer:

„Mit ihrer Drohung, Tempo 30 zur innerörtlichen Regelgeschwindigkeit zu machen, inszenieren sich SPD und Grüne in gewohnter Weise als Feinde des Pkw-Individualverkehrs.

Rot-Grün will den Bürgerinnen und Bürgern das Autofahren „aberziehen“, indem der Verkehr bewusst verlangsamt und behindert wird.

Im Gegensatz zu Rot-Grün wollen wir als CDU/CSU-Bundestagsfraktion Mobilität ermöglichen und nicht verhindern. Wir begrüßen die Klarstellung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, dass so ein Unsinn mit ihm nicht zu machen ist.

Untersuchungen belegen, dass Verkehrsregeln von den Bürgerinnen und Bürgern dann besonders befolgt werden, wenn sie nachvollziehbar sind. Tempo 30 innerorts hingegen führt zu Schleichverkehr auf dem Weg zum Arbeitsplatz. Für diese willkürliche Verkehrsbehinderung gibt es von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion keine Zustimmung.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion steht für eine ausgewogene und nachvollziehbare Verkehrsgestaltung. Dort, wo es sinnvoll ist, werden bereits heute Tempo 30-Zonen ausgewiesen – so aus gutem Grund vor Schulen, Kindertagesstätten und Seniorenheimen.

Sicherheitsdefizite entstehen derzeit nicht durch die innerörtliche Regelgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern, sondern durch Verkehrsteilnehmer, die diese Regeln brechen und schneller fahren. Es ist nicht nachvollziehbar, warum alle Verkehrsteilnehmer für das Fehlverhalten weniger Personen in Haftung genommen werden sollen.

Wir sind dafür, die Kontrolldichte zu erhöhen, um insbesondere an Unfall- und Gefahrenschwerpunkten Geschwindigkeitsüberschreitungen zu unterbinden und ggf. zu ahnden. Dafür ist aber nicht der Bund, sondern sind Länder und Gemeinden zuständig.“


40 Jahre EDI: Christliches Glaubenszeugnis gilt auch für Juden

An Christus glaubende Juden sind ein unverzichtbarer Teil der Kirche. Das erklärte der württembergische Altlandesbischof Gerhard Maier bei der 40-Jahr-Feier des Evangeliumsdienstes für Israel (edi) am 17. Juni 2012 in Leinfelden bei Stuttgart.

Vor rund 350 Gästen sagte er, daß die Kirche im Neuen Testament als Gemeinschaft von Juden und Nichtjuden beschrieben werde, die an Jesus Christus glauben.

„Messianische Juden “  –  so nennen sie sich –  halten Jesus für den im Alten Testament angekündigte Messias; sie verstehen sich weiterhin als Teil des jüdischen Volkes und seiner Traditionen.

Nach Angaben des theologischen Leiters des EDI, Armin Bachor, will sich das Werk auch künftig dafür einsetzen, „dass Juden das Zeugnis vom Messias Jesus hören können”.

Das Evangelium werde „in Liebe und Respekt” weitergegeben. Dabei knüpfe man an die Tradition der ersten Christen an. In der Gründungsphase der Kirche habe niemand bezweifelt, daß die christliche Botschaft auch Juden gelte.

Sowohl die ersten Menschen, die sich zu Jesus Christus bekannten, als auch die ersten Missionare seien Juden gewesen. Juden hätten den christlichen Glauben in Europa verbreitet. „Damals wie heute gilt, dass das Evangelium den Juden zuerst verkündigt werden soll”, so Bachor.

Der Name „Evangeliumsdienst für Israel” sei als Programm zu verstehen: „Unser Dienst für Israel besteht darin, gläubige Juden zu unterstützen, damit sie ihren Leuten das Evangelium von der Versöhnung durch Christus weitergeben können.“  –  Dies sei auch ein Beitrag zum Frieden im Nahen Osten.

Im Blick auf Bedenken von ev. Landeskirchen, das christliche Zeugnis gegenüber Juden könne die Beziehungen zu israelitischen Gemeinden stören, berichtete Bachor, daß er ein intensives Gespräch mit dem württembergischen Landesrabbiner Nathanael Wurmser geführt habe, das von gegenseitigem Verständnis geprägt gewesen sei.

Quelle: www.idea.de


Protest gegen Koran-Lektüre im ZDF-Gottesdienst

Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. Hans Penner, Linkenheim-Hochstetten

Offener Brief an Hartmut Riemenschneider, Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

Sehr geehrter Herr Riemenschneider,

wie aus Ihrer Netzseite ersichtlich ist (www.baptisten.de/aktuelles/artikel-lesen/tv– gottesdienst-eindrucksvolles-beispiel-fuer-dialog/), fand in der Baptistengemeinde Kamp-Lintfort am 17.6.2012 ein ZDF-Fernseh-Gottesdienst unter Beteiligung von Muslimen statt.

Zitiert wurde im Gottesdienst Sure 2:177: „…Frömmigkeit ist vielmehr, daß man an Allah glaubt, den Jüngsten Tag, die Engel, das Buch und die Propheten…“

Mit dieser Koran-Zitierung wurden die Gottesdienstbesucher dazu aufgefordert, an den Koran und an Mohammed zu glauben.

Baptistenpastorin Andrea Schneider begrüßte den Gottesdienst, der nicht den Zweck gehabt hätte, Muslime für den Christusglauben zu gewinnen, als „Einsatz für Religionsfreiheit“.

Der Koran, an den zu glauben der Gottesdienst aufforderte, verbietet jedoch Religionsfreiheit.

Die Koranstellen, die zur Christenverfolgung aufrufen, sind in www.fachinfo.eu/fi034.pdf zusammengestellt.

Es sei noch darauf verwiesen, daß die Aufforderung des Gottesdienstes, an den Koran zu glauben, grundgesetzwidrig ist:

– Der Koran verbietet die Trennung von Staat und Religion.
– Der Koran verbietet die Gleichberechtigung von Mann und Frau.
– Der Koran verbietet Religionsfreiheit.
– Der Koran fordert Körperstrafen.

Bei nüchterner Betrachtung ist festzustellen, daß dieser Gottesdienst der Ausbreitung des Islam in Deutschland förderlich war.

Strenggenommen war der Gottesdienst durch die Koran- Zitierung eine Aufforderung zur Christenverfolgung.

Wahrscheinlich ist sich die Gemeinde nicht bewußt, welche Auswirkungen der Gottesdienst auf die in islamischen Ländern verfolgten Christen hat.

Zu begrüßen wäre es, wenn in baptistischen Gottesdiensten nicht die koranische Definition von Frömmigkeit verkündet würde, sondern die Definition von Hermann Bezzel: „Frömmigkeit ist der Entschluß, die Abhängigkeit von Gott als Glück zu bezeichnen“.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Penner

Kommunistisches Kuba: Kleine Tochter einer Bürgerrechtlerin mit Vergewaltigung bedroht

Die kubanische  Vorsitzende der Initiative Rosa Parks feministische Bewegung für bürgerliche Rechte, Damaris M. Portieles, ist bereits seit 16 Tagen im Hungerstreik.

Sie fordert Sicherheit für ihre fünfjährige Tochter Lázara C. Moya. Ein Beamter der kubanischen Staatssicherheit hatte die Bürgerrechtlerin während einer kurzzeitigen Verhaftung damit bedroht, das Mädchen zu vergewaltigen,  berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt. 

Der afro-kubanische Menschenrechtsverteidiger  Jorge Luis G.  Pérez, genannt „Antúnez“, initiierte daraufhin die Aufklärungskampagne „Damaris Moya darf nicht sterben“.  –Diese Kampagne soll national und international für den Fall von Damaris M. Portieles und ihren gerechtfertigten Hungerstreik sensibilisieren„, so Antúnez.

Wie die IGFM erläutert, wurde Damaris M.a Portieles während einer willkürlichen Verhaftung am 2. Mai  2012 vom Staatssicherheitsbeamten Eric F. Yera mit der Vergewaltigung ihrer Tochter bedroht. Moya Portieles traf daraufhin die Entscheidung, ihre Tochter aus der Schule zu nehmen, bis der Beamte für seine Aussagen vor Gericht gestellt wird.

Am 1. Juni 2012 erhielt Moya Portieles eine gerichtliche Vorladung, weil ihre Tochter nicht mehr zur Schule geht. Daraufhin begann sie am 3. Juni mit einem Hungerstreik und fordert von den kubanischen Ministerien für Bildung und Inneres, die Sicherheit und physische Unversehrtheit ihrer Tochter während ihres Aufenthaltes in der Schule sicherzustellen. Zudem verlangt sie, daß sich Aquino Yero wegen seiner Drohung vor Gericht verantworten muß.

Die IGFM verurteilt das Vorgehen der kubanischen Justiz und fordert ein öffentliches Verfahren und eine angemessene Strafe für Eric Francis Aquino Yera.

„Ein potentieller Kindesvergewaltiger wird vom Castro-System geschützt, weil er ein treuer Anhänger des Regimes ist. Ein fünfjähriges Mädchen hat kein Anrecht auf Schutz, weil sie die Tochter einer Bürgerrechtlerin ist. Das spiegelt General Raúl Castros Auffasung von Gerechtigkeit„, so IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba:
http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html


Neue These stellt wesentlichen Beleg für Urknall-Theorie infrage

Seit ihrer Entdeckung gilt die sog. „kosmische Hintergrundstrahlung“ und ihre Struktur als eine Art „Echo des Urknalls“ und damit als Hauptbeleg für diese Theorie, die das derzeitige kosmologische Standardmodell darstellt.

Hierzu gibt es mittlerweile korrigierende Erkenntnisse anderer Astronomen, wie die Webseite Grenzwissenschaft.aktuell jetzt berichtet:

„Entsprechend soll es sich bei dieser Struktur [der kosmischen Hintergrundstrahlung] um eine das ganze Universum erfüllende, isotrope Strahlung im Mikrowellenbereich handeln, die kurz nach dem Urknall entstanden ist.

Ein US-Wissenschaftler hat nun eine gänzlich unorthodoxe Erklärung für die den ganzen Himmel durchziehende Struktur geliefert und würde damit das derzeitige moderne Standardmodell der Kosmologie auf den Kopf stellen.

Wie Gerrit Verschuur von der University of Memphis auf dem Jahrestreffen der „American Astronomical Society“ (AAS) in Anchorage darlegte, hält er diese Struktur nicht für das Echo des Urknalls, sondern für einen Abbild unserer direkten lokalen interstellaren Nachbarschaft.

Demnach würde die Struktur der kosmischen Hintergrundstrahlung nicht das Universum, wie es etwa 380.000 Jahre nach dem Urknall ausgesehen hatte, abbilden, sondern die Art und Weise, wie vergleichsweise nahe kalte Wasserstoffwolken vor wenigen hundert Jahren angeordnet waren.

Wie DiscoveryNews.com berichtet, stößt Verschuurs Theorie in der naturwissenschaftlichen Gemeinde erwartungsgemäß auf derartiges Unverständnis und Widerstand, daß seine Arbeiten dazu, die der Wissenschaftler bereits seit mehren Jahren publiziert, größtenteils ignoriert werden.

Tatsächlich zeigen die Radioemissionskarten, die der Wissenschaftler seit Jahren von unserer direkten interstellaren Nachbarschaft bis in eine Entfernung von nur wenigen hundert Lichtjahre erstellt hat, bemerkenswerte Übereinstimmungen mit der Struktur der kosmischen Hintergrundstrahlung, die andere Wissenschaftler 13,7 Milliarden Lichtjahre entfernt wähnen.“

Quelle und vollständiger Artikel hier:
http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/2012/06/neue-theorie-stellt-standardmodell-der.html

Winter-Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Buch-TIP: „Steffens letzte Ferien“ – Jungenleben anno 1970 zwischen Susi und Franziska

Buch-Daten: Steffens letzte Ferien, Günter Mayer, Paperback, Verlag Books on Demand, Norderstedt 2011,124 Seiten, 12,50 €, ISBN 978-3-8448-7237-8

Eine kenntnisreiche Erzählung über die „sexuelle Revolution“ im Alltag der Jugend

Dieses im Herbst 2011 erschienene Taschenbuch „Steffens letzte Ferien“ von Günter Mayer ist eine packend geschriebene, lebensnahe Geschichte: mag sie formal weitgehend einem Roman ähnlich sein, so ist sie doch nicht komplett frei erfunden.   

Vielmehr ist es dem Autor eindrucksvoll gelungen, jene Erkenntnisse und Erlebnisse, die ihm viele Jungen seiner Gruppe in den 70er Jahren schilderten, nunmehr in eine lebendig wirkende Erzählung zu verweben, die zudem unaufdringlich und scheinbar „nebenbei“ wichtige historische Kenntnisse vermittelt.

Vor allem aber eignet sich das anschaulich geschriebene Buch als eine Art Zeitdokument über das spezifische Lebensgefühl von Jungen und Mädchen Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre, als die  –  im Grunde kulturfeindlichen   –  Ausläufer der 68er „Kulturrevolution“ wirksam wurden und zunehmend von den Universitäten abwärts in die „Basis“ gelangten   –  und vor allem viele jungen Leute beeinflußten, auch Teenager ab 13 Jahren aufwärts.

Diese Teenis standen in dieser bewegten Zeit des Umbruchs, der vermeintlich fortschrittlichen Reformen  und eines tiefgreifenden Wertewandels oft verwirrt zwischen dem „konservativen“ Einfluß von Elternhaus und Kirche auf der einen Seite  –  und der angeblichen sexuellen Befreiung andererseits.

Viele Jugendliche waren von diesem Zwiespalt verunsichert und überfordert, sie überließen sich dem hedonistischen „Zeitgeist“ und oft auch verfrühten sexuellen Erlebnissen.

Diese von der Pubertät geprägten Jugendlichen zwischen 13 und 16 standen in einem zermürbenden Spannungsfeld zwischen bürgerlich-herkömmlicher Sexualmoral und einer neuen Freizügigkeit bis hin zur Hemmungslosigkeit. In dieser unausgegorenen Situation entstand allzu leicht der Wunsch, nunmehr all das auszuprobieren, was zwar durch Kirche und Elternhaus verboten war, aber neuerdings normal und durchaus erlaubt erschien,  wie freizügige Jugendillustrierte  – darunter vor allem die „Bravo“  –  suggerierten.

In seinem  Vorwort verdeutlicht Günter Mayer, der Verfasser, wie die Ideen der revolutionären 68er-Bewegung von den Universitäten aus ihren Siegeszug in bürgerliche Wohnzimmer antreten konnten  –  und dies vor allem mit Hilfe zeitgeistbeflissener Medien und Politiker. Eine radikale Abkehr von bisher geltenden Denkweisen und die Verteufelung jeglicher Autorität bewirkten bei Heranwachsenden eine zunehmende Orientierungslosigkeit, was durch eine Werte-Verunsicherung vieler Erwachsener noch verstärkt wurde.

Vom einführenden Vorwort zurück zur spannenden Erzählung: Der aus gutbürgerlichem Hause kommende Steffen ist zwar nicht in allem Situationen der große „Held“, aber gleichwohl Mittelpunkt dieser Erzählung, die mit Steffens Schulentlassung und seiner intensiven Suche nach einer Lehrstelle als KfZ-Mechaniker beginnt.

Um das Erfreuliche gleich vorwegzunehmen: Am Schluß hat der geistig aufgeschlossene Junge, der sich durch alle Irrungen und Wirrungen hindurch seine sittlichen Ideale nicht nehmen läßt, sowohl eine gute Lehrstelle wie auch ein solides, jugendfrisches und aufrichtiges Mädchen namens Franziska an der Hand, mit der er eine gemeinsame Zukunft plant, wenngleich die Hochzeitsglocken schon aus Altersgründen noch nicht läuten können.

Dieses sachte angedeutete „Happy End“, das einerseits in einer nüchtern-realistischen Sprache geschildert wird, andererseits einen leichten Hauch Romantik enthält, ist sicher  wohlverdient, denn obwohl sich Steffen nicht immer und überall glänzend wie ein „Ritter ohne Furcht und Tadel“ bewährt, wenngleich auch er aus Fehlern lernen muß und einigen Irrtümern aufsitzt, so ist er trotzdem  –  oder eben deswegen  –  eine positive Identifikationsfigur, dem man gerne ein erfolgreiches Meistergeschäft und vor allem eine glückliche Ehe, gesegnet mit einer frohen Kinderschar, wünschen möchte.

Freilich gibt es in dem  – gottlob völlig kitschfrei formulierten, vielmehr sehr lebensnah und plastisch geschriebenen  – Buch nicht nur edle Franziskas, sondern auch eher liederliche „Susis“, die sich aufdringlich an Jungs heranmachen und sie zu frühen Sexerlebnissen verleiten wollen.

Infolgedessen sind Jungen im typischen Alter zwischen Schulabschluß und Lehrstelle hin und hergerissen zwischen oberflächlichem Sex und aufkeimender Liebe, die sich ernsthaft für das „Gegenüber“ interessiert und nicht nur auf egoistische Lustbefriedigung abzielt.

Zugleich handelt die bewegende, oftmals geradezu mitreißende Erzählung von entstehenden Kameradschaften zwischen Jungen, von der freundlichen, aber nicht immer ganz harmonischen Beziehung zwischen Steffen und seinem jüngeren Bruder Micha, der ebenfalls vom Strudel hemmungsloser Sexeinflüsse nicht ganz frei bleibt, aber doch wie sein älterer Bruder im Grunde nach dem Guten und wirklich Wertvollen im Leben  – und in der Liebe  –  sucht.

Dabei gerät auch die Kirche positiv in den Blick, weil sie durch die christliche Botschaft für Sinn und Halt im Leben sorgt, zumal in der „unreifen“ Zeit des Heranwachsens. Auch Steffen, dessen Elternhaus zwar bürgerlich, aber nicht religiös ist, interessiert sich zunehmend für die Antworten, die der christliche Glaube und seine Ideale für die bohrenden, tiefgründigen Fragen junger Leute geben kann, wobei ein sympathischer Kaplan für ihn zum menschlichen und sittlichen Vorbild wird.

Ein weiterer Wert dieses Buches, das wirklichkeitsnah und fesselnd die Alltagswelt der Teenager in der Spätphase der 68er Bewegung schildert, liegt in seinen geschichtspolitischen Informationen, die knapp und sachlich in die Erzählung hineinfließen  – und zugleich im Anhang des Buches übersichtlich erläutert werden.

Zudem finden sich vielfach erklärende Fußnoten auf der jeweiligen Seite unten, wobei historische Vorgänge ebenso erklärt werden wie praktische Alltagsthemen aus den 70er Jahren oder damals aktuelle politische Ereignisse.

So vermittelt dieses Buch für die Jugend sowohl spannende Dialoge und Erlebnisse wie auch lehrreiche Kenntnisse und aufschlußreiche Hintergründe über das Zeitgeschehen und geschichtliche Zusammenhänge, vor allem hinsichtlich der europäischen „Freiheitskriege“ gegen Napoleon oder dem deutsch-französischen Krieg 1870, aber auch zu Vorgängen des 20. Jahrhunderts, etwa der Situation in der Weimarer Republik, der Lage der Sudetendeutschen, der beginnenden NS-Diktatur, der Adenauer-Republik usw.

Der Verfasser konnte immer wieder erleben, daß junge Leute an historischen Ereignissen sehr interessiert waren und ein entsprechendes Defizit des Geschichtsunterrichts beklagten. Es ist ihm deshalb wichtig, in seiner Geschichte wieder wesentliche Inhalte der “Geschichte”  in Erinnerung zu rufen.

Wer das Buch gelesen hat, wird Verständnis für eine Jugend gewinnen, die nach tragenden Maßstäben und Werten sucht, die sich in einer weitgehend orientierungslosen Welt zurechtfinden muß, einer Welt überdies, die dem antibürgerlichen und linkslastigen Zeitgeist der 68er Bewegung vielfach anheimgefallen ist, was der Autor in Form einer spannenden, mitunter auch humorvollen Erzählung kritisch und realitätsnah beleuchtet.

Man spürt bei der Lektüre dieser frisch geschriebenen Erzählung schnell, daß sich der Verfasser im praktischen Kontakt mit Jugendlichen befand: er war tatsächlich 30 Jahre lang ehrenamtlicher Leiter in einem großen katholischen Jugendverband.

Bei seinen zahlreichen Wanderungen, Fahrten und Freizeiten wurde er handfest mit Erfahrungen, Problemen und Herausforderungen vieler Jungen konfrontiert. Auch bei späteren Treffen wurde ihm oft aus dem damaligen Denken und Erleben berichtet. Dieser vielfältige „Stoff“  ist in diese „erfundene“ und doch so lebensnah wirkende Geschichte eingeflossen.

Zugleich macht sich  –  angesichts der Informationsdichte und breiten Wissensvermittlung dieses Buches  –  bemerkbar, daß der Autor als Rechtspfleger und Dozent an der Fachhochschule Schwetzingen tätig war.

Berufliche Sachkenntnis und ehrenamtlicher Einsatz für die Jugend bilden die beiden wesentlichen „Säulen“ für die schriftstellerische Tätigkeit von Günter Mayer, die er nach seiner Pensionierung begonnen hat; dies führte zu einer Reihe juristischer Fachbücher sowie Ratgebern für Laien, aber auch zu drei Kinder- und Jugendbüchern, wobei die Erzählung „Steffens letzte Ferien“ das vierte im Bunde sein könnte  – freilich ist es eher für ältere Jugendliche und Erwachsene verfaßt.

Dieses „Buch für die Jugend“ ist ansprechend gestaltet und übersichtlich aufgebaut; zugleich bietet es eine reiche Fundgrube wissenswerter Informationen,  wozu auch die vielen Erläuterungen, Zitate und Buchhinweise im Anhang beitragen.

Das 124 Seiten umfassende Werk eignet sich für ältere Teenis ab 16 Jahren  –  und für alle erwachsenen Leser, die sich für die Welt der Jugendlichen interessieren und sich ein „Herz für die Jugend“ bewahrt haben.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Jugendverlags und des Christoferuswerks in Münster

Das Buch kann für 12,50 € portofrei auch bei uns bestellt werden: Tel. 0251-616768 /Mail: felizitas.kueble@web.de

Erstveröffentlichung  dieser Besprechung in der Zeitschrift „Theologisches“ (Mai/Juni 2012)


Deutschland beherbergt die meisten Flüchtlinge aus aller Welt

Im Vergleich mit anderen westlichen Industriestaaten leben in Deutschland die meisten Flüchtlinge, die aus Kriegs- oder Verfolgungsgebieten geflohen sind, nämlich derzeit nahezu 572.000.  Weltweit sind über 40 Millionen Menschen auf der Flucht. 

United Nations High Commissioner for Refugees ...

  (Foto: Wikipedia)

Das geht aus dem am gestrigen Montag in Genf veröffentlichten Jahresbericht des Flüchtlingskommissariats (UNHCR) der Vereinten Nationen für 2011 hervor. 

Quelle: WELT-online vom 18 Juni 2012


Sächsische Landeskirche bestraft biblische Bekenntnistreue mit „dienstrechtlichen“ Konsequenzen

Helmut Matthies, der Leiter der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, kommentiert in einer deutlichen Stellungnahme die dienstrechtlichen Maßnahmen (zB. Amtsenthebung) der sächsischen ev. Kirchenleitung gegenüber evangelikalen Predigern:

„In keiner Landeskirche ist nach der Verabschiedung des Pfarrdienstgesetzes auf der EKD-Synode Ende 2010 der Widerstand gegen homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus so groß gewesen wie in der pietistisch geprägten Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Trotz zahlreicher Warnungen entschied die sächsische Kirchenleitung Anfang dieses Jahres zur Überraschung vieler theologisch konservativer Christen, das Pfarrhaus für diese Lebensweise zu öffnen, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind.

Das wurde besonders von Pietisten als Affront betrachtet. Eine Sächsische Bekenntnis-Initiative von inzwischen 253 Gemeinschaften, 106 Gemeinden, 32 Werken und rund 8.000 Einzelpersonen bildete sich. Ihre Vertreter konnten allerdings auf der Frühjahrstagung der Landessynode den Beschluss der Kirchenleitung nicht kippen. Zumindest erreichten sie zusammen mit weiteren konservativen Synodalen die Verabschiedung einer zusätzlichen Erklärung, dass Ehe und Familie das Leitbild bleiben sollen. Außerdem gibt es einen dreijährigen Gesprächsprozess.

Dass es bei der Öffnung von Pfarrhäusern (in seelsorgerlichen Einzelfällen) bleibt, führte dazu, dass die Mitglieder des Evangelisationsteams Sachsen um den prominentesten Prediger zu DDR-Zeiten, Pfarrer i. R. Theo Lehmann (Chemnitz), und seinen bekannten Nachfolger, den Evangelisten und Liedermacher Lutz Scheufler (Waldenburg), erklärten, sie wollten zwar nicht aus der Landeskirche austreten, könnten jetzt aber Landesbischof, Kirchenleitung und Landessynode „nicht mehr als geistliche Leitung“ anerkennen.  Außerdem forderten sie die Gründung einer Bekenntnissynode.

Nur eine Woche später wurde Lutz Scheufler vom Dienst suspendiert (andere sollen folgen). Rein dienstrechtlich ist das verständlich. Aber menschlich und geistlich?

Hätte man nicht zumindest zuerst das Gespräch suchen müssen? Wie zahlreiche Reaktionen, die idea erreichen, zeigen, wird diese Entscheidung in vielen evangelikalen Kreisen und darüber hinaus als falsch oder völlig überzogen betrachtet.

Was ist entscheidend in der Kirche Jesu Christi? Die Fragen lauten: Wie kann es sein, dass Pfarrerinnen und Pfarrer im Amt bleiben, die wesentliche Bestandteile des Glaubensbekenntnisses – wie die Jungfrauengeburt – leugnen, gleichzeitig aber der suspendiert wird (und deshalb nicht mehr in kirchlichem Auftrag predigen darf), der die kirchenleitenden Gremien als geistliche Instanz nicht mehr akzeptieren kann?

Ist also die Loyalität zum Herrn der Kirche  –  Christus  –  weniger wichtig als die Loyalität zu kirchlichen Gremien?

Die Kirchenleitung wusste, dass ihre Entscheidung, das Pfarrhaus für homosexuelle Partnerschaften zu öffnen, viele vor den Kopf stößt. Sie musste also mit heftigen Konsequenzen rechnen.

Ob nun noch mehr Kirchenmitglieder austreten, liegt auch daran, wie sie sich jetzt verhält. Die Entscheidung, Lutz Scheufler zu suspendieren, ist jedenfalls für viele nicht nachvollziehbar. Der Aufstand in Teilen der Gemeindebasis in Sachsen zeigt es.

Scheufler hat in den letzten Tagen das Evangelium nur noch gesungen – in einer Kirche und einem Gemeinschaftshaus. Beide waren überfüllt.“

Quelle: www.idea.de