Das Johannesfeuer – eine Verchristlichung der altgermanischen Sonnwendfeier

Das Feuer wurde mit der Feier verknüpft

Als die „heidnischen Germanen“  –  unsere Altvorderen vor ca 1500 Jahren  –  christianisiert wurden, hat die katholische Kirche zwar gegen den heidnischen Götter-Unfug und irrigen Aberglauben angepredigt, aber sie hat das eher harmlose Volksbrauchtum der damaligen Deutschen in der Regel nicht einfach weggefegt, sondern behutsam in eine christliche Richtung umgeleitet, die germanische Kultur gleichsam „getauft“, soweit dies ohne Einschränkung des christlichen Glaubens möglich war.

Dieses umsichtige, rücksichtsvolle Vorgehen nennt man „Inkulturation„; dies ist aber nicht zu verwechseln mit einem Synkretismus, der „Religionsvermischung“ bedeutet, also die Inhalte verschiedener Religionen vermengt.

Ein Beispiel für die „Verchristlichung“ germanischen Brauchtums ist das Johannesfeuer, das in manchen Pfarreien heute Abend (am Vorabend des Johannestages) gesegnet wird  –  oder morgen (24.6.), am Hochfest der Geburt des hl. Johannes des Täufers (siehe Kirchenfenster-Bild).

Dieses Brauchtum geht ursprünglich auf die altdeutsche „Sonnwendfeier“ aus vorchristlicher Zeit zurück. Diese Sommersonnenwende wurde auch als „Mittsommernacht“ oder „Sonnwendtag“ bezeichnet   – im Volksmund auch als „Spargelsilvester“.

Nun wurde die „Sommersonnenwende“  (die kürzteste Nacht des Jahres und der Beginn des Sommers) mit dem Hochfest von Johannes Baptist ( = der Täufer) kombiniert und mit christlichen Inhalten gefüllt.

Das Johannesfest wurde kirchlich so gelegt, daß es genau 6 Monate vor und 6 Monate nach Weihnachten gefeiert wird – und so stets in der zeitlichen Mitte zweier Weihnachtsfeste steht. Auch so wurde die hohe Bedeutung dieses Heiligen geehrt.

Die astronomische Sommersonnenwende findet in Mitteleuropa meist am 21. Juni statt, doch nach dem Julianischen Kalender war es der 24. Juni, also das Fest der Geburt des hl. Johannes. Nun wurde die altertümliche Tradition des Sonnwend-Feuers mit der kirchlichen Feier verknüpft  – so entstand dann der Brauch des „Johannesfeuers„.

Es gibt auch eine Heilpflanze, das Johanniskraut, dessen Name vom Johanni-Tag  –  dem 24. Juni  –  abstammt, denn um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten auf Wiesen, an Wegrändern, lichten Gebüschen und sogar auf Schuttplätzen.

Zurück zum Johannesfeuer, dem alt-neuen Brauchtum: Das Feuer ist eine natürliche Lichtquelle neben Sonne, Mond und Sternen – und zudem durchaus ein biblisches Symbol: mit der Hitze des Feuers wurde beispielsweise das Silber von Verunreinigungen befreit; daher gilt „Feuer“ als Bildwort für geistliche Läuterung  (vgl. „Fegfeuer“).

Gott sprach aus dem brennenden Dornbusch mit Moses. Die Israeliten wurden mit einer Feuersäule durch die Wüste geführt.

Johannes der Täufer ist der größte Prophet der Heilsgeschichte und zugleich eine lebendige Brücke vom Alten zum Neuen Bund. Sein Vater war der jüdische Hohenpriester Zacharias. Johannes bewährte sich als Wegbereiter Christi und später als Märtyrer für Gottes Gebote.

Von sich sagte Johannes bescheiden: „Ich bin nur die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Ich muß abnehmen, ER aber muß wachsen.“ (Joh 3,30)

Wie geht es nun bei einer Johannesfeuer-Andacht zu?

Die Gläubigen   –  und wohl auch manche Schaulustigen  –  stellen sich um ein Feuer herum, das auf dem Kirchplatz oder weiter außerhalb  –  etwa auf einem Hügel –  entfacht wird. 

Es gibt biblische Lesungen, Ansprachen, Lieder, Fürbitten, wechselndes Beten von Psalmen, Meditationen und dergl.

Am Schluß beginnt der Priester oder Diakon mit der Segnung des Feuers aus dem Benediktionale (dort S. 87), also dem amtlichen kirchlichen Buch für Segens- und Weihe-Handlungen.

Das Gebet daraus lautet:

„Heiliger Gott, in der leuchtenden Feuersäule bist du dem Volk des Alten Bundes auf seinem Weg in die Freiheit voraus gezogen; in Feuerzungen hast du über das Volk des Neuen Bundes den Heiligen Geist gesandt.

Segne + dieses Feuer, das wir am Festtag des heiligen Johannes des Täufers entzündet haben. Entzünde in unseren Herzen das Feuer deiner Liebe, damit wir in einer Welt voll Hass und Zwietracht von dir Zeugnis geben. Dir sei Ehre und Lobpreis in alle Ewigkeit.“

Während dieser Segensworte oder danach besprengt der Geistliche das Feuer mit Weihwasser.

Meist wird zum Abschluß ein feierliches Lied gesungen.

 


In der Elisabethkirche von Marburg liegen Hindenburg und seine Frau begraben

Leserbrief-Hinweis zur Debatte um den Hindenburgplatz in Münster

Die Westfälischen Nachrichten vom 19. Juni 2012 veröffentlichten einen Leserbrief Rolf R. Radke aus Münster zu dem seit Monaten heißdiskutierten Namen Hindenburgplatz in Münster, der im März dieses Jahres von der Stadtregierung abgeschafft und in „Schlossplatz“ umbenannt wurde, wogegen sich massiver Bürgerprotest erhob (siehe unsere bisherigen Berichte hierzu).

Leser-Autor Radke fragt nun in seiner Stellungnahme,  ob der Rat der Stadt Münster denn etwa „schlauer“ sei als der „Rest der Republik“.

Zudem erinnert er an die Grabstätte des früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg  –  der ein überzeugter evang. Christ war  –  in der bekannten Elisabethkirche in Marburg (unser Foto zeigt eine Statue der hl. Elisabeth mit der Kirche).                                          

Hierzu nun die bemerkenswerte Zuschrift von Rolf Radke:

„Kürzlich besuchten wir die altehrwürdige Universitätsstadt Marburg an der Lahn. Unter anderem nahmen wir teil an einer Führung durch die Elisabethkirche. Der beeindruckende gotische Sakralbau ist der heiligen Elisabeth gewidmet, die in Marburg tätig war.

Im Innern zeigte uns die Führerin zwei Sarkophage, in denen Hindenburg und seine Gattin beigesetzt sind. Sofort tauchte bei mir die Frage auf, was hätten unsere Ratsfrauen und -herren unternommen, wenn diese Sarkophage im Paulusdom stünden? Hätte man vom Bischof deren Entfernung gefordert?

Haben unsere Volksvertreter(innen) eigentlich eine höher bezahlte Einsicht als ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen Städten und Gemeinden – oder verfügen die von ihnen zu Rate gezogenen Historiker über fundiertere Kenntnisse als jene aus dem Rest der Republik? Oder ist man ganz einfach nur profilierungssüchtig?“

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Ex-Muslim „Sohn der Hamas“ dreht Film über das Leben Mohammeds

Mosab Hassan Yousef will einen Film über Mohammed drehen. Der zum Christentum konvertierte Moslem wurde durch seine Lebensbeschreibung „Sohn der Hamas“ bekannt. Mit seinem Film will er die „wahre Natur des Islam“ aufzeigen, wie er Reportern sagte.

Yousef stellte sein Projekt kürzlich in Jerusalem vor. Der Islam sei keine Religion des Friedens, sondern des Krieges.

Der Film soll eine historische Betrachtung des Lebens Mohammeds nach den Aufzeichnungen des arabischen Historikers und Mohammed-Biografen Ibn Ishaq sein.

Yousef ist der älteste Sohn von Scheich Hassan Yousef, einem der Gründer der radikal-islamischen Organisation Hamas, die vor allem im Gazastreifen herrscht und für zahlreiche Raketenanschläge auf Israel verantwortlich ist.

Während der zweiten „Intifada“ (gewaltsamer Aufstand gegen Israel) arbeitete der „Sohn der Hamas“ bereits mit dem israelischen Geheimdienst zusammen und half dabei, Terroranschläge gegen Zivilisten zu verhindern. Zuvor war er selbst wegen israelfeindlicher Attacken inhaftiert gewesen, hatte sich aber im Gefängnis zum Christentum bekehrt.

Heute lebt Yousef in den USA; seine moslemische Herkunfts-Familie hat ihn enterbt.

Der  vielgepriesene „arabische Frühling“ und das Aufbegehren der Muslimbruderschaft ist aus Sicht Yousefs ein Beleg dafür, daß der Islam die arabischen Staaten keinesfalls moderner macht, sondern sie in die Vergangenheit führt.

Er als ehemaliger Muslim habe das Recht, den Islam zu kritisieren, schließlich wisse er, wovon er spreche.

Nun wolle er der Welt anschaulich vor Augen führen, daß der heiligste Prophet des Islam, nämlich Mohammed, zum Mord aufgerufen, ein neunjähriges Kind „geheiratet“ und Gewalt befürwortet habe.

Für seine Filmproduktion arbeitet er mit dem israelischen Schauspieler und Produzenten Sam Feuer zusammen, der schon im Film „München“ mitspielte. 

Laut „Jerusalem Post“ erklärten beide Männer, sie fürchteten sich nicht vor Anschlägen empörter Islamisten. Es sei an der Zeit, die Menschen von der absoluten Kontrolle durch diese gewaltsame Religion zu befreien, erklärte Yousef sein Motiv.

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Biografie «Sohn der Hamas»

Quelle: Medienmagazin PRO und Infoblog www.jesus.ch


Schweizer Verteidigungsminister äußert sich deutlich zur Unglaubwürdigkeit der EU

Der schweizerische Verteidigungsminister Ueli Maurer hat sich sehr kritisch zur EU bzw.  Europäischen (Schulden-)Union geäußert.
„Europa hat seinen Höhepunkt überschritten“, so Ueli Maurer in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit.
In der Schweiz wolle „niemand mehr, der noch alle Tassen im Schrank hat, in die EU. Dieses Staatenbündnis hat stark an Glaubwürdigkeit verloren.“

Zudem erklärte das Bundesratsmitglied der bürgerlich-konservativen Schweizerischen Volkspartei:

„Wir sind die beste Volkswirtschaft der Welt. Die Leute bewundern unsere Demokratie, wir sind ein Land mit vielen Tugenden. Wir sind eigentlich das Zukunftsmodell. Die Mitverantwortung des Volkes, das ist die Zukunft. 

Europa ist doch in einem so schlechten Zustand, weil man meinte, die Verantwortung nach oben abgeben zu können. Dann aber ist am Schluss niemand mehr verantwortlich.“

Quelle: http://www.extremnews.com, dts-Nachrichtenagentur


Kuh springt durchs Fenster und sorgt für Aufregung

Im schleswig-holsteinischen Quickborn hat eine Kuh für einen „Wohnungseinbruch“ der besonderen Art gesorgt: Das Tier sah in einer Fensterscheibe sein Spiegelbild und näherte sich dem angeblichen „Feind“ mit einem Sprung durchs Fenster.

Wie eine Polizeisprecherin am gestrigen Freitag mitteilte, habe es aber außer einer zerbrochenen Scheibe keine Schäden gegeben.

Die Bewohnerin des Hauses war zur „Einbruchszeit“ zum Glück nicht zu Hause, ein Nachbar beobachtete das Geschehen am Nachmittag und verständigte die Polizei.

Als die Beamten vor Ort ankamen, fanden sie die Kuh im Wohnzimmer liegend. Ein Tierarzt verabreichte der Kuh eine Beruhigungsspritze, um sie wieder auf die Weide zu bringen, von wo aus die Kuh gekommen war.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Bund der Steuerzahler übt scharfe Kritik an Plänen des IWF und der EZB zu Lasten einer soliden Geldpolitik

Mit deutlicher Kritik reagiert der Bund der Steuerzahler auf Überlegungen der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise.

„Der Vorschlag, direkte Bankenhilfe aus den Rettungsfonds EFSF und ESM bereitzustellen, zeigt auf, dass vereinbarte Verträge in Europa eine Gültigkeit haben wie das Leben von Eintagsfliegen„, erklärte Verbandsvizepräsident Reiner Holznagel gegenüber Handelsblatt-Online.

Der ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus – sog. EU-„Rettungsschirm“) sei noch nicht einmal in Deutschland ratifiziert, da solle er schon wieder erweitert werden.

Kritisch wertet Holznagel auch die Forderung Lagardes, die Europäische Zentralbank (EZB) könne ihr Anleihekaufprogramm wieder auflegen, den Banken erneut massive Liquiditätsspritzen geben oder andere Formen einer quantitativen Lockerung einführen.

Damit zeige sich erneut, daß sich die europäischen Politiker immer deutlicher von einer soliden Finanzpolitik verabschieden.

„Gerade die Unabhängigkeit der Deutschen Bundesbank und die damit verbundene Geldpolitik hat über Jahre in der Bundesrepublik für eine stabile Währung gesorgt“, sagte der Verbands-Vize.

Zu den Grundpfeilern von Maastricht habe auch gehört, daß die Geldpolitik nicht von den Euro-Finanzministerien bestimmt werde:

„Jetzt hat sich die EZB unter dem Einfluss der Politik schon fast zu einer Bad-Bank entwickelt“, kritisierte Holznagel; sie habe Staatsanleihen aufgekauft, die auf dem freien Markt keiner mehr gewollt habe.

„Diese Politik darf nicht fortgeführt werden, denn die Verluste muss insbesondere der deutsche Steuerzahler tragen“, forderte er.

Quellen: dts/ots/fuldainfo


Barmherzigkeit gibt es nicht ohne Wahrheit

Pfarrer Hendrick Jolie zum Dauerbrenner der geschieden Wiederverheirateten

Der Umgang der Kirche mit sogenannten „wiederverheirateten Geschiedenen“ ist wieder einmal in aller Munde. Jüngstes Beispiel ist der Aufruf von Priestern und Diakonen aus dem Erzbistum Freiburg „Wiederverheiratete Geschiedene“ vom Mai 2012.

Die unterzeichnenden Geistlichen behaupten, sie würden sich „pastoralen Handeln gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen von der Barmherzigkeit leiten lassen“. Gleichzeitig bekunden sie das Vorhaben, in Widerspruch zu Lehre und Ordnung der Kirche die genannten Personen zu den Sakramenten zuzulassen  –  gemeint sind die Sakramente der Krankensalbung, der Versöhnung und der Heiligen Kommunion.

Die Freiburger Geistlichen erinnern hierbei an das oberste Prinzip des kirchlichen Rechts, „salus animarum suprema lex“ (= Das Heil der Seelen ist das oberste Gebot).

Man gibt also vor, das Heil der Seelen wiederverheirateter Geschiedener im Auge zu haben, wenn man sie  –  unabhängig vom Gnadenstand  –  zu den Sakramenten zulässt. Ziel sei es  –  so der im Internet publizierte Aufruf, „diesen Menschen offiziell und ohne Diskriminierung einen evangeliumsgemäßen Platz in unserer Kirche“ zu geben.

An diesem Aufruf sind aus Sicht der praktischen Seelsorge gleich mehrere Aspekte ausgesprochen ärgerlich.

Zunächst stört das unreflektierte Pathos, mit dem die Initiatoren die Deutungshoheit über den Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen beanspruchen: Nur eine generelle Zulassung zu den Sakramenten  –  und im Grunde geht es wohl in 99 % der Fälle um den Kommunionempfang und nicht um Krankensalbung und Beichte  –  ist offenbar „barmherziges“ und diskriminierungsfreies Handeln.

Leicht anmaßend klingt außerdem der Anspruch der Initiatoren, sie würden bei dieser Praxis das „Heil der Seelen“ im Blick haben. Im Umkehrschluss heißt das dann wohl, dass einer lehramtskonformen Praxis  –  für die u.a. Papst Benedikt einsteht  –  das „Heil der Seelen“ gleichgültig ist. Bescheidenheit scheint bei den Unterzeichnern keine hervorstechende Charaktereigenschaft zu sein.

Es mutet beinahe grotesk an, wenn eine kleine Gruppe von Priestern, die dazu noch offen zugibt, gegen die geltende Ordnung der Kirche zu verstoßen, das Wort von der „Barmherzigkeit“ für sich allein beansprucht. Dieser mit gehörigem Pathos vorgetragene Alleinvertretungsanspruch verleiht dem „Freiburger Aufruf“ ideologische und geradezu totalitäre Züge.

Hier wird mit apokalyptischer Attitüde eine Propaganda betrieben, die einen nüchternen und sachlichen Blick auf den Alltag wiederverheirateter Geschiedener und den Alltag einer Pfarrgemeinde verhindert.

Lehramtstreue Priester sollten angesichts dieser und ähnlicher Forderung aufstehen und sich dagegen wehren, wenn ihnen nicht nur das barmherzige Handeln, sondern auch der Realitätsbezug abgesprochen wird. Dabei kennt doch jeder Seelsorger die Problematik der wiederverheirateten Geschiedenen aus eigener Anschauung. Niemand wird an den Leiden dieser Gläubigen gleichgültig vorbeigehen.

Es gibt aber sehr wohl Wege und Mittel, diesen Menschen in Einklang mit der kirchlichen Lehre beizustehen. Leider ist es nicht selten der Fall, dass lehramtskonforme Priester die Öffentlichkeit scheuen und das Feld jenen überlas-sen, die sich öffentlichkeitswirksam als lebensnah und „zeitgemäß“ präsentieren  –  wohl wissend, dass die Mehrheit der „Taufscheinkatholiken“ ihre Position teilt.

Barmherziges Handeln und Treue zu den Weisungen Christi und seiner Kirche können kein Widerspruch sein.

Papst Benedikt hat allen Priestern in seinem Eröffnungsschreiben zum Priesterjahr den Heiligen Pfarrer von Ars als Vorbild vor Augen gestellt, der einmal sagte: „Ein guter Hirte, ein Hirte nach dem Herzen Gottes, ist der größte Schatz, den der liebe Gott einer Pfarrei gewähren kann, und eines der wertvollsten Geschenke der göttlichen Barmherzigkeit.“  

Es kann also kein Zweifel bestehen, dass der Priester sich stets von der Barmherzigkeit leiten lasse muss. Gerade im Hinblick auf den Pfarrer von Ars hat der Papst deutlich gemacht, dass sich die priesterliche „Barmherzigkeit“ im Gehorsam gegen Gott und seine Gebote vollendet.

Konkret: „Der Pfarrer von Ars hat in seiner Zeit das Herz und das Leben so vieler Menschen zu verwandeln vermocht, weil es ihm gelungen ist, sie de barmherzige Liebe des Herrn wahrnehmen zu lassen.“

Auf das Schicksal der wiederverheirateten Geschiedenen angewendet bedeutet dies, dass mit der bloßen Zulassung zu den Sakramenten der Buße und des Altars nichts gewonnen ist, sofern damit nicht eine echte Sehnsucht nach tiefer Umkehr verbunden ist  –  eine Umkehr, die freilich von jedem erwartet wird, der sich auf den Empfang der Sakramente vorbereitet.

Hier wird ein Grundproblem der modernen Sakramentenpastoral deutlich: Nachdem die Worte „schwere Sünde“ bzw. „Stand der Gnade“ aus der Pastoral eliminiert wurden, ist vielen Gläubigen schon lange nicht mehr bewusst, dass ein Empfang der Sakramente ohne entsprechende Disposition verhängnisvolle Folgen hat, wie wir aus den Worten des Völkerapostels Paulus wissen: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn(1 Kor 11, 27).

Die Tatsache, dass über diesen Sachverhalt nicht mehr gesprochen wird, heißt nicht, dass diese Warnung heutzutage unnötig geworden wäre. Käme   –   um einen Vergleich aus dem normalen Leben heranzuziehen  –  ein Arzt auf die Idee, eine Krankheit dadurch zu bekämpfen, dass er die Gefahr der Ansteckung verschweigt? Würde man ein solches Verhalten „barmherzig“ oder nicht eher fahrlässig nennen?

Wir sehen: Wiederverheiratete Geschiedene und ihre persönliche Not werden zum Krisenindikator für eine sträfliche Vernachlässigung in Verkündigung und Pastoral  –  eine Vernachlässigung, die zu einem gedankenlosen Kommunionempfang geführt hat, der jeder Beschreibung spottet.

Mittlerweile sind in den Pfarreien mehrere Generationen von Gläubigen herangewachsen, die nicht einmal mehr eine Ahnung davon haben, dass es einen notwendigen Zusammenhang zwischen dem Bußsakrament und dem Kommunionempfang gibt.

Nicht nur außereheliche Geschlechtsbeziehungen schließen bekanntlich vom Kommunionempfang aus: Zu den schweren Verfehlungen gegen Gott und die Kirche gehört z.B: auch das leichtfertige Versäumen der Sonntagsmesse u.v.a.m.

In welcher Kirche wird  –  wenn auch liebevoll, so aber auch deutlich  –  auf diese Dinge hingewiesen, um die Gläubigen vor einem unwürdigen Kommunionempfang zu warnen? Würde man es barmherzig nennen, wenn Eltern ihre Kinder nicht auf die Gefahren ihres Schulweges hinweisen?

In Sachen „wiederverheiratete Geschiedene“ geht es  –  nebenbei bemerkt  –  um den gesamten Themenkomplex außerehelich gelebter Sexualität. Auch wenn kaum jemand darüber spricht: Jede Form von praktizierter Geschlechtlichkeit außerhalb des sakramentalen Schutzes der Ehe schließt bekanntlich vom Kommunionempfang aus: Also auch alle Paare, die ohne Trauschein oder Segen der Kirche zusammenleben, seien sie homo-  oder heterosexuell.

Es darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass es nicht wenige Paare gibt, die zwar in einer sakramentalen Ehe zusammenleben, gleichzeitig aber Formen der Empfängnisverhütung praktizieren, die aus Sicht der Kirche nicht erlaubt sind und somit auch von den Sakramenten ausschließen  –  ganz abgesehen von den Formen autoerotischer Sexualität, die auch innerhalb vieler Ehen vorkommen, wie z.B. Internet-Pornographie oder Masturbation.

Viele Pfarrer haben angesichts dieser erdrückenden Flut außerehelich praktizierter Geschlechtlichkeit längst resigniert oder kapituliert. Man spricht dieses „heiße Eisen“ in Predigten nicht mehr an und scheut das Thema auch im Beichtstuhl.

Ob es tatsächlich „barmherzig“ ist, die Sünde nicht mehr beim Namen zu nennen, sollten sich die Freiburger Geistlichen vielleicht einmal fragen. Dient es dem Heil der Seelen, wenn ein Seelsorger ein dem Evangelium widersprechendes Verhalten duldet und dasselbe durch die Einladung zur Heiligen Kommunion auch noch kirchenamtlich „approbiert“?

Anstatt Mitbrüder zum Bruch der bestehenden Ordnung zu ermuntern bzw. zu drängen wäre es sinnvoller, praktische Möglichkeiten aufzuzeigen, wie gerade den wiederverheirateten Geschiedenen in der Kirche im tieferen Sinn „barmherzig“ begegnet werden kann.

Vorbildlich im Sinne des guten Hirten hat der verstorbene Augsburger Bischof Josef Stimpfle das in einem Brief wie folgt ausgedrückt:

„Ich bitte Sie, am Messopfer teilzunehmen, vor allem an Sonntag. Hier empfangen Sie Kraft von oben, wenn Sie auch nicht zum Tisch des Herrn gehen können. Vereinigen Sie Ihre Sorgen, Ihren Kummer mit dem Opfer Christi. … Pflegen Sie das tägliche Gebet! Beten Sie allein und gemeinsam, vor allem mit den Kindern. Gott verlässt die Beter nicht, die sich bemühen, mit ihm verbunden zu sein. Üben Sie echte Nächstenliebe in Ihrem engeren Lebenskreis … Seien Sie für andere Menschen Wegbereiter zu Gott, indem Sie sich nicht verbittert absondern, sondern bei Gelegenheit anderen die Lehre des Evangeliums und der Kirche nahe bringen.

Diese Worte, aus denen die Herzenshaltung eines wahrhaft „guten Hirten“ spricht, sind im wahrsten Sinne des Wortes „Barmherzigkeit“.

Die Praxis zeigt: Es ist keineswegs weltfremd, wiederverheiratete Geschiedene in der Pfarrei aufzusuchen und mit ihnen im Sinne dieses Bischofswortes ins Gespräch zu kommen. Ehrlicherweise wird man sagen müssen, dass die Zahl jener, die tatsächlich dazu bereit sind, sich mit der Frage der Kirchlichkeit und der Mitfeier des Gottesdienstes auseinanderzusetzen, natürlich gering ist.

Aber es gibt sie und nicht wenige sind erstaunt, wenn ein Priester, der sich mit der Lehre seiner Kirche identifiziert und in der Öffentlichkeit als „konservativ“ gebrandmarkt wird, sich Zeit für das Gespräch mit ihnen nimmt.

Barmherzigkeit gibt es nicht ohne Wahrheit: Ist Menschen, die sich in einer solchen Situation befinden, überhaupt bewusst, warum und an welchem Punkt sie mit der kirchlichen Lehre in Konflikt kommen?

Es ist keineswegs unmöglich, Menschen aufzuzeigen, inwiefern sein momentanes Leben im Widerspruch zur kirchlichen Lehre über die Ehe und die Geschlechtlichkeit befindet. Es ist ein wichtiger Schritt, im Seelsorgsgespräch über die Bedeutung der geschlechtlichen Liebe ins Gespräch zu kommen.

Nicht immer ist der Pfarrer auf Dauer der einzig geeignete Ansprechpartner. Eine große Hilfe ist es, wenn kirchlich gesinnte Eheleute oder auch Alleinstehende in der Pfarrei bereit sind, ihren Pfarrer in diesen schwierigen Fällen zu unterstützen, anstatt ihm in den Rücken zu fallen.

Es muss deutlich werden, dass ein lehramtskonformer Pfarrer in seiner Gemeinde nicht auf verlorenem Posten steht und den Rest der Gemeinde gegen sich hat. Hier ist das Zeugnis der Laien in besonderer Weise gefragt!

Ein weiteres: Leider wird selbst unter Priestern zuweilen so getan, als sei es für ein Paar gänzlich unmöglich und abwegig, den von „familiaris consortio“ (FC) empfohlenen Weg sexueller Enthaltsamkeit zu gehen (FC 84).

Selbstverständlich muss dieses Thema behutsam und diskret angegangen werden. Jeder Beichtvater weiß jedoch zu berichten, dass es nicht wenige Ehepaare gibt, die alles andere als ein erfülltes Geschlechtsleben führen: Krankheit oder Behinderung, seelische, berufliche oder privaten Belastungen, Trauerfälle, aber auch Schwangerschaft und Stillzeit und nicht zuletzt zunehmendes Alter führen in vielen Ehen zu einem – wenn auch möglicherweise nur zeitweiligen – Leben in Enthaltsamkeit.

All dies kann helfen, der heute üblich gewordenen Überbetonung des Sexuellen in der ehelichen Gemeinschaft entgegenzuwirken und den sogenannten „Wiederverheirateten“ Mut zu machen, den Weg sexueller Enthaltsamkeit zu gehen.

Ein Weiteres: Die Gemeinde muss ein Gespür für Menschen entwickeln, die aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Heiligen Kommunion gehen.

Der gedankenlose Kommunionempfang nahezu aller Gottesdienstbesucher führt bei den meisten zu der Auffassung, ein Messbesuch ohne Kommunionempfang sei völlig sinnlos  –  ähnlich einer Einladung zum Abendessen, bei dem ein Gast vor einem leeren Teller sitzt.

Kaum jemand weiß noch, dass auch die andächtige Mitfeier der Heiligen Messe mit der sogenannten „geistlichen Kommunion“ für den einzelnen eine Möglichkeit darstellt, alle Gnaden zum empfangen, die das Messopfer bereithält.

Wer nicht zur Heiligen Kommunion gehen kann, kann neben der Anregung zur geistlichen Kommunion außerdem eingeladen werden, beim Kommuniongang einen Segen zu erbitten. Auch die Teilnahme an Wallfahrten, Gebetstreffen u.ä. hat sich in diesem Zusammenhang bewährt.

Eine Fixierung auf den Kommunionempfang hat der Seelsorge nicht nur in diesem Bereich schwer geschadet.

Die „Wiederverheirateten“ werden so zu einem wichtigen Zeichen innerhalb der Gemeinde. Sie können zu einer neuen Nachdenklichkeit bzgl. der Sakramente, der Ehe und der Geschlechtlichkeit anregen. Sie sind eine Erinnerung daran, dass der Empfang der Heiligen Kommunion niemals etwas Selbstverständliches ist. Viele Menschen engagieren sich in unseren Pfarreien, obwohl sie nicht zu den Sakramenten gehen – Nichtkatholiken, Kinder, Taufbewerber etc.

Und: Viele gehen zurzeit zur Kommunion, obwohl es sicher besser wäre, sie kommunizierten nicht oder erst nach dem Empfang des Bußsakramentes.

Darüber hinaus lassen sich auf der Basis des geltenden Rechtes sehr wohl Felder eines gemeindlichen Engagements für wiederverheiratete Geschiedene finden. Auch wenn ein Engagement an vorderster Front (in den pastoralen Gremien oder in liturgischen Diensten) in der Regel sicher nicht ratsam ist, so gibt es doch andere Felder des Gemeindelebens, in denen man WG sehr wohl willkommen heißen kann.

So können sie auch konkret erfahren, dass sie in unseren Gemeinden geschätzt, gewollt und angenommen sind. Viele Felder des Engagements ließen sich hier anführen, vom Kirchenchor über Neuzugezogenenbesuche, von der Caritasarbeit bis hin zur Kinder- und Jugendarbeit. Die Erfahrung zeigt, dass hier vieles möglich ist, sofern die betroffenen Personen ihr Gemeindeengagement in Loyalität zur Kirche und zum Ortspfarrer ausüben.

Die Seelsorge an und die Mitarbeit von wiederverheirateten Geschiedenen darf nicht kirchenpolitisch instrumentalisiert werden. Dies gilt für die Betroffenen genauso wie für die übrigen Gemeindemitglieder. Die Letztgenannten werden nicht selten nachdenklich, wenn sie feststellen, dass in den Gemeinden „Wiederverheiratete“ tätig sind, die den lehramtskonformen Pfarrer gegen Angriffe der sogenannten „Progressiven“ in Schutz nehmen.

Es ist eines der großen Übel unserer Zeit, dass Priester, die sich an die geltende Ordnung ihrer Kirche halten, mit Negativ-Vokabeln belegt werden („rückschrittlich“, „konservativ“ bis „reaktionär“, „unbarmherzig“ etc.).

Es ist überfällig, dass Bischöfe sich schützend vor jene Priester stellen, die ihrem Weiheversprechen die Treue halten.

Leider jonglieren nicht wenige Oberhirten im gegenwärtigen Dialogprozess mit missverständlichen Worthülsen („Offenheit“, „neue Wege“, „neue Lösungen“, „Toleranz“). Die Scheu vieler Bischöfe vor terminologischer Klarheit und die Angst, in die „konservative Ecke“ gestellt zu werden, erschwert den Priestern vor Ort die Arbeit.

Das Beispiel des gegenwärtigen Pontifex könnte auch hier Vorbildfunktion haben: Die kirchliche Lehre ist weder konservativ noch progressiv, weder alt- noch neumodisch. Sie ist nicht zeitgemäß, sondern ewigkeits- und gottesgemäß und gerade deswegen auch dem Menschen gemäß.

 Pfarrer Hendrick Jolie ist ein Sprecher des Netzwerks katholischer Priester

BILD: Gemälde an der Beichtkapelle des westfälschen Wallfahrtsortes Kevelaer (Foto: Felizitas Küble)